Steinbrüchlein

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Stadt Nürnberg
Koordinaten: 49° 23′ 28″ N, 11° 6′ 39″ O
Höhe: 343 m ü. NHN
Einwohner: (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 90455
Vorwahl: 0911
Ausflugslokal Steinbrüchlein
Ausflugslokal Steinbrüchlein

Das Steinbrüchlein (offiziell auch Unterlangenlohe) ist ein Ortsteil der mittelfränkischen Stadt Nürnberg in Bayern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einöde liegt im südlichen Stadtgebiet im Eibacher Forst am Rande des Forst Kleinschwarzenlohe.[2] Der Ort besteht heute aus einem Ausflugslokal inmitten des ehemaligen Abbaugebiets und diente früher zur Verpflegung der im Steinbruch tätigen Arbeiter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Steinbrüchlein, urkundlich 1302 erstmals erwähnt, hatte vor allem während der Bauzeit des Ludwigskanals wirtschaftlichen Erfolg. So wurden zahlreiche Arbeiter im Steinbruch beschäftigt und das Wirtshaus hatte vor allem an den Zahltagen gute Einnahmen. Die ehemalige Steinbrechersiedlung bestand bis 1663 nur aus einem einzigen Haus. Später kamen Stallungen, eine kleine Kapelle und das noch heute bestehende Wirtshaus hinzu. Der offizielle Name Unterlangenlohe konnte sich für die nun entstandene Steinbrechersiedlung jedoch nicht durchsetzen.[3][4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Steinbrüchlein 1 Haushalt. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Kornburg aus. Das Anwesen hatte das Waldamt Laurenzi der Reichsstadt Nürnberg als Grundherrn.[5]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Steinbrüchlein dem Steuerdistrikt Großschwarzenlohe, II. Sektion zugeordnet. Es gehörte der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Kleinschwarzenlohe an.[6]

Am 13. Juli 1933 stellte der damalige Gastwirt von Steinbrüchlein, Karl Peuntinger, im Gemeinderat von Worzeldorf den Antrag, Steinbrüchlein nach Worzeldorf einzugemeinden. Trotz Zustimmung wurde die Eingemeindung nicht vollzogen.[7] Am 1. Mai 1978 wurde Steinbrüchlein im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Nürnberg eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 18 15 12 16 15 27 15 18 16 11 3
Häuser[8] 1 2 2 2 2 1 3 1
Quelle [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Nikolaus (Kornburg) gepfarrt,[5] die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Rupert (Nürnberg).

Steinbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende des Mittelalters um 1450 gab es im Umland von Nürnberg noch 30 Steinbrüche. Einer davon befand sich hier. Die gebrochenen Steine wurden als Mühlsteine, für Hausbau und Bauwerke wie z. B. der Sebalduskirche verwendet. Der Transport der Sandsteinquater erfolgte mit Pferdefuhrwerken. Gegen 1663 entstanden Pferdestallungen zum Wechsel der Pferde. Später wurden die Steine auch auf dem Ludwig-Donau-Main-Kanal zu entfernten Baustellen verschifft. Ein berühmter Transportweg war auch die nach Süden führende Venezianische Straße.

Heute werden die ehemaligen Steinbrüche freizeitlich von Mountainbikern und Ausflüglern gern genutzt. Seit 2011 befindet sich auf dem Areal ein Waldspielplatz.[19]

Steinbrüchlein, Panoramablick, Januar 2016

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kettelersiedlung bzw. zur Staatsstraße 2406, die zur Anschlussstelle 45 der Bundesautobahn 73 bzw. nach Worzeldorf führt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinbrüchlein (Nürnberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 323 (Digitalisat).
  2. Steinbrüchlein im BayernAtlas
  3. Steine für die Patrizier, Nürnberger Nachrichten vom 18. Dezember 2009
  4. Nach F. Eigler, S. 341, wurde der Ort 1623 als „Langenloher Steinbruch“ erstmals namentlich erwähnt.
  5. a b F. Eigler, S. 427.
  6. a b F. Eigler, S. 475f.
  7. Ein Wirtshaus mit ganz langer Tradition, nordbayern.de vom 3. September 2009
  8. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  9. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 52 (Digitalisat). Dort als Langenlohe aufgelistet.
  10. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 236 (Digitalisat). Dort als Langenlohe aufgelistet.
  11. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1087, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  12. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1252, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  13. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1187 (Digitalisat).
  14. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1260 (Digitalisat).
  15. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1297 (Digitalisat).
  16. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1125 (Digitalisat).
  17. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 824 (Digitalisat).
  18. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 180 (Digitalisat).
  19. www.waldspielplatz-steinbruechlein.de, Der Waldspielplatz (Abgerufen am 17. Januar 2016)