Wassertrüdingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wassertrüdingen
Wassertrüdingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wassertrüdingen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 2′ N, 10° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 423 m ü. NHN
Fläche: 53,58 km2
Einwohner: 6023 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91717
Vorwahlen: 09832, 09836Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 214
Stadtgliederung: 18 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 9
91717 Wassertrüdingen
Webpräsenz: www.wassertruedingen.de
Bürgermeister: Günther Babel (CSU)
Lage der Stadt Wassertrüdingen im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-RiesAnsbachFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthLandkreis RothLandkreis Weißenburg-GunzenhausenUnterer WaldLehrbergAdelshofen (Mittelfranken)Bechhofen (Mittelfranken)Bruckberg (Mittelfranken)Buch am WaldBurkColmbergDentlein am ForstDiebachDietenhofenDinkelsbühlDombühlEhingen (Mittelfranken)FeuchtwangenFlachslandenGebsattelGerolfingenGeslauHeilsbronnInsingenLangfurthLeutershausenLichtenau (Mittelfranken)Merkendorf (Mittelfranken)MönchsrothNeuendettelsauNeusitzOberdachstettenOhrenbachPetersaurachRöckingenRothenburg ob der TauberRüglandSachsen bei AnsbachSchillingsfürstSchnelldorfSchopfloch (Mittelfranken)SteinsfeldUnterschwaningenWassertrüdingenWeidenbach (Mittelfranken)WeihenzellWeiltingenWettringen (Mittelfranken)WiesethWindelsbachWindsbachWittelshofenWörnitz (Gemeinde)Wolframs-EschenbachWilburgstettenOrnbauMitteleschenbachHerriedenDürrwangenBurgoberbachAurach (Landkreis Ansbach)ArbergBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Wassertrüdingen ist eine Stadt im Landkreis Ansbach in Mittelfranken (Bayern).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Markgrafenstädtchen Wassertrüdingen liegt oberhalb von 420 m ü. NN an der aus dem Westen in breitem Tal heranziehenden Wörnitz, die hier von Norden den Lentersheimer Mühlbach aufnimmt und dann nach Süden abknickt. In westnordwestlicher Richtung erstreckt sich von der Stadt aus über mehr als sieben Kilometer das bis zu 689 m ü. NN hohe kleine Massiv des Hesselbergs, ein Jura-Zeugenberg und einziger Berg Frankens, der einen Blick auf die Alpen bietet. Etwa 15 Kilometer im Nordosten beginnt bei Gunzenhausen das Fränkische Seenland. Im Osten läuft der Hahnenkamm aus. Südwestlich Wassertrüdingens liegen die weiten Waldhöhen des Oettinger Forsts.

Die Stadt liegt an der Deutschen Ferienstraße Alpen-Ostsee.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Obermögersheim im Juni 2016

Wassertrüdingen hat 18 Ortsteile:[2]

Nach Gemarkungen (Stand: 1. Oktober 2010):

Ortsteil Einwohner
(nur Hauptwohnsitz)
Wassertrüdingen 4.152
Altentrüdingen mit Eislerhof 0.194
Fürnheim mit Goschenhof und Himmerstall 0.347
Geilsheim mit Oberaumühle 0.498
Obermögersheim mit Laufenbürg 0.534
Reichenbach mit Stahlhöfe 0066
Schobdach 0.170

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind von Norden beginnend im Uhrzeigersinn:

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in Wassertrüdingen beträgt 688 mm pro Jahr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wassertrüdingen entstand im Hochmittelalter als Wasserburg. Im Gegensatz zu Altentrüdingen, dem Stammsitz der Edelfreien von Truhendingen (Burg Altentrüdingen) und deren später errichteten Burg Hohentrüdingen erhielt diese Neugründung an der Wörnitz den Namen Wassertrüdingen. Unter dem Einfluss der Grafen von Oettingen entwickelte sich rasch eine Ansiedlung, die erstmals 1242 erwähnt wurde und 1371 an die Burggrafen von Nürnberg überging. In der markgräflich-ansbachischen Stadt Wassertrüdingen wurde 1528 die Reformation eingeführt. Die Stadt gehörte ab 1500 als Teil Ansbachs zum Fränkischen Reichskreis.

Im Jahre 1623 wurden in der Zeit der Hexenverfolgung drei Frauen als angebliche Hexen in Wassertrüdingen angeklagt, von denen zwei hingerichtet wurden (Helena Kuch, Apollonia Güttinger) und eine des Landes verwiesen wurde (Barbel Förßnerin).[3] Am 24. August 1634 brandschatzten kurkölnische Truppen unter Johann von Werth im Dreißigjährigen Krieg die Stadt. Nach dem großen Krieg wurden die Stadt und ihr Umfeld Zufluchtsort zahlreicher Glaubensflüchtlinge aus Österreich, die als Folge der Gegenreformation vertrieben worden waren und am Wiederaufbau mitwirkten.[4] Die Napoleonischen Kriege brachten der Stadt, bedingt durch Truppendurchzüge und Einquartierungen, Ausgaben und Kriegsschulden. Schon 1849 wurde Wassertrüdingen Bahnstation. Damit lag die Stadt an der damals einzigen Nord-Süd-Verbindung zwischen Hof und Lindau, der so genannten "König-Ludwig-Nord-Süd-Bahn".

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige
Gemeinde
Einwohner
(1970)
Datum
Altentrüdingen 237 1. Juli 1971[5]
Fürnheim 262 1. Mai 1978[6]
Geilsheim 653 1. Mai 1978[6]
Obermögersheim 545 1. Juli 1972[5]
Reichenbach 089 1. Juli 1971[5]
Schobdach 158 1. Juli 1971[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Wassertrüdingen mit eingemeindeten Ortsteilen:

  • 1939: 3669 Einwohner
  • 1950: 5822 Einwohner
  • 1961: 5131 Einwohner[6]
  • 1970: 5378 Einwohner[6]
  • 1979: 5298 Einwohner
  • 1991: 5957 Einwohner
  • 1995: 6326 Einwohner
  • 2003: 6247 Einwohner
  • 2005: 6177 Einwohner
  • 2010: 5958 Einwohner
  • 2011: 5949 Einwohner (Zensus vom 9. Mai 2011)
  • 2015: 5962 Einwohner

Stadt Wassertrüdingen ohne eingemeindete Ortsteile:

  • 1824: 1922 Einwohner (23 Katholiken, 1749 Protestanten, 1 Reformierter, 149 Israeliten)[7]
  • 1910: 1910 Einwohner[8]
  • 1933: 1736 Einwohner
  • 1939: 1667 Einwohner[9]
  • 1961: 3024 Einwohner[6]
  • 1970: 3434 Einwohner[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Wassertrüdingen

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat besteht aus 20 Mitgliedern. Nach den Gemeinderatswahlen 2002, 2008 und 2014 setzte er sich jeweils gleich, und zwar folgendermaßen zusammen:

  • CSU: 13 Sitze
  • SPD: 5 Sitze
  • Kommunales Forum 96: 2 Sitze

Seit der Abspaltung der CSU-Bürgerliste im Jahr 2016 ist die Verteilung:

CSU: 7 Sitze

CSU-Bürgerliste: 6 Sitze

SPD: 5 Sitze

Kommunales Forum 96: 2 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2008 wurde Günther Babel (* 1952) zum neuen Bürgermeister der Stadt Wassertrüdingen gewählt. Im März 2014 wurde Günther Babel mit 80,14 % der Stimmen wiedergewählt, Herausforderer Thomas Müller erhielt 19,86 %. Die Wahlbeteiligung betrug 57,38 %.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1982 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Bellac in der französischen Region Nouvelle-Aquitaine.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Hesselberg befindet sich ein als Hybridturm ausgeführter Sendeturm der Deutschen Telekom mit einem Stahlfachwerkturm als Unterbau.

Im Stadtkern steht die evangelisch-lutherische Stadtkirche Heilige Dreieinigkeit. Sie wurde zwischen 1738 und 1740 von Leopoldo Retti als dritte Residenzkirche im Markgrafenstil erbaut. Der Chorraum geht auf die gotische Vorgängerkirche zurück. Im Innern steht ein wertvoller Flügelaltar aus der Zeit um 1500 mit Motiven aus der Weihnachtsgeschichte. Im Turm der Stadtkirche befindet sich eine renovierte Türmerwohnung.[10]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wassertrüdinger Volksfest
  • „Trüdinger Nußmärtel-Treiben“ (am 10. November)
  • Internationales Motorradtreffen auf dem Hesselberg (MRC Wassertrüdingen) (am letzten vollen Juni-Wochenende)
  • Altstadtfest (am ersten Juli-Wochenende)
  • Sonnwendfeuer der Evangelischen Landjugend
  • Afrika-Karibik-Fest
  • Tough Mudder (Süddeutschland)

Landesgartenschau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2019 ist Wassertrüdingen vom 24. Mai bis zum 8. September Ausrichter der Kleinen Landesgartenschau "Natur in Wassertrüdingen".[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotive in Wassertrüdingen

Durch Wassertrüdingen führt die Teilstrecke Nördlingen–Gunzenhausen der ehemaligen Ludwigs-Süd-Nord-Bahn, die als erste bedeutende Eisenbahnstrecke Bayerns Lindau mit Hof verband. Der Streckenabschnitt wird heute im Personenverkehr als Museumsbahn betrieben[13], seit einiger Zeit findet auch wieder Güterverkehr statt, den die BayernBahn durchführt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Wassertrüdingen. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 110–111 (Digitalisat).
  • August Gebeßler: Stadt und Landkreis Dinkelsbühl (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 15). Deutscher Kunstverlag, München 1962, DNB 451450930, S. 209–218.
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 521–522 (Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
  • Gottfried Stieber: Wassertrüdingen. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 906–917 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wassertrüdingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wassertrüdingen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Gerhard Beck: „Allerlei Falle“ aus den Kirchenbüchern von Auhausen an der Wörnitz. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde. Band 76. Selbstverlag, 2013, ISSN 0005-7118, S. 57.
  4. Eberhard Krauß: Exulanten im Evang.-Luth. Dekanat Wassertrüdingen (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 28). GFF, Nürnberg 2014, ISBN 978-3-929865-61-5.
  5. a b c d Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 448.
  6. a b c d e f Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 707 f.
  7. Geschichte der Stadt Wassertrüdingen, verfasst von Friedrich Löhrl, Wassertrüdingen 1926
  8. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/dinkelsbuehl.htm
  9. http://geschichte-on-demand.de/bay_dinkelsbuehl.html
  10. http://www.wassertruedingen.de/index.php?id=736,49
  11. http://webmuseen.de/fluvius-museum-fluss-und-teich-wassertruedingen.html
  12. Gartenschau Wassertrüdingen 2019. Abgerufen am 23. November 2017.
  13. http://www.bayerisches-eisenbahnmuseum.de/index.php/abnoerdlingen
  14. Geschichte der Stadt Wassertrüdingen, verfasst von Friedrich Löhrl, Wassertrüdingen 1926