Lehrberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Lehrberg
Lehrberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Lehrberg hervorgehoben
Koordinaten: 49° 21′ N, 10° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 407 m ü. NHN
Fläche: 50,86 km2
Einwohner: 3105 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91611
Vorwahlen: 09820, 09803, 09828
Kfz-Kennzeichen: AN, DKB, FEU, ROT
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 171
Marktgliederung: 26 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Sonnenstr. 14
91611 Lehrberg
Webpräsenz: www.lehrberg.de
Bürgermeisterin: Renate Hans (Bürgerblock)
Lage des Marktes Lehrberg im Landkreis Ansbach
Landkreis Donau-Ries Ansbach Fürth Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Fürth Landkreis Roth Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Unterer Wald Lehrberg Adelshofen (Mittelfranken) Bechhofen (Mittelfranken) Bruckberg (Mittelfranken) Buch am Wald Burk Colmberg Dentlein am Forst Diebach Dietenhofen Dinkelsbühl Dombühl Ehingen (Mittelfranken) Feuchtwangen Flachslanden Gebsattel Gerolfingen Geslau Heilsbronn Insingen Langfurth Leutershausen Lichtenau (Mittelfranken) Merkendorf (Mittelfranken) Mönchsroth Neuendettelsau Neusitz Oberdachstetten Ohrenbach Petersaurach Röckingen Rothenburg ob der Tauber Rügland Sachsen bei Ansbach Schillingsfürst Schnelldorf Schopfloch (Mittelfranken) Steinsfeld Unterschwaningen Wassertrüdingen Weidenbach (Mittelfranken) Weihenzell Weiltingen Wettringen (Mittelfranken) Wieseth Windelsbach Windsbach Wittelshofen Wörnitz (Gemeinde) Wolframs-Eschenbach Wilburgstetten Ornbau Mitteleschenbach Herrieden Dürrwangen Burgoberbach Aurach (Landkreis Ansbach) Arberg Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Lehrberg, die evangelisch-lutherische Pfarrkirche Sankt Margaretha

Lehrberg (umgangssprachlich: Lärberch[2]) ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrberg liegt im Naturpark Frankenhöhe. Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Oberdachstetten, Flachslanden, Rügland, Weihenzell, Ansbach, Leutershausen und Colmberg.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt gliedert sich in die Ortsteile[3]:

Lehrberg (Westseite)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Menschen siedelten sich etwa im 6. bis 7. Jahrhundert nach Christus im breiten Rezat- und Zailachtal sowie auf den östlichen Hügeln an, die ihnen einen optimalen Standort boten. Im Jahr 1059 entstand die St.-Margarethen-Kirche als Kirche und Festung für die Einwohner. Die darauf folgenden Jahrhunderte standen im Zeichen des Wohlstandes, entstanden durch die Entwicklung der Kirche zum Wallfahrtsort und der zahlreichen Reliquien. Der Dreißigjährige Krieg und die Pest trafen Lehrberg schwer. Im 19. Jahrhundert war der Ort vom Deutsch-Französischen Krieg betroffen; dieser fügte der Gemeinde große Menschenopfer zu, ebenso wie die beiden Weltkriege. Drei Denkmäler geben davon Kunde. Im Jahre 2006 wurden in Lehrberg im Dorfkern drei historische Gebäude durch eine Gasexplosion völlig vernichtet.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Einwohner
(1970)
Eingemeindungs-
datum
Brünst 363 1. Januar 1978[4]
Gräfenbuch 139 1. Januar 1974[4]
Heßbach 133 1. Januar 1972[5]
Obersulzbach 294 1. Mai 1978[4]
Zailach 205 1. Januar 1972[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprüngliche Markt Lehrberg (nur mit dem Ortsteil Buhlsbach):

  • 1910: 1060 Einwohner[6]
  • 1933: 0985 Einwohner[7]
  • 1939: 1043 Einwohner[7]
  • 1961: 1645 Einwohner[4]
  • 1963: 1624 Einwohner
  • 1970: 1574 Einwohner[4]

Mit den ehemaligen Gemeinden, die später Ortsteile von Lehrberg wurden:

  • 1939: 2180 Einwohner
  • 1950: 3646 Einwohner
  • 1961: 2887 Einwohner[4]
  • 1970: 2708 Einwohner[4]
  • 1979: 2570 Einwohner
  • 1991: 2754 Einwohner
  • 1995: 2839 Einwohner
  • 2003: 3102 Einwohner
  • 2005: 3137 Einwohner
  • 2010: 3116 Einwohner
  • 2015: 3105 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,3 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU     3 Sitze  (17,3 %)
  Bürgerblock 7 Sitze (45,8 %)
  Liste für die Marktgemeinde Lehrberg 6 Sitze (36,9 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzende des Gemeinderates ist die Bürgermeisterin.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: In Gold auf einem mit einem silbernen Ring belegten grünen Dreiberg eine silberne Kapelle mit rotem Dach, darauf ein rotes Kreuz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrberger Kappl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrberger Kappl

Im 13. Jahrhundert hatten sich die Herren von Birkenfels zu einer starken Herrschaft entwickelt und eine zahlenmäßig beachtliche Untertanenmannschaft geschaffen, wodurch sie neben den Bischöfen von Eichstätt das örtliche Geschehen zu Lehrberg bestimmten. Ihre Burg – die ihre Anfänge wohl schon im 10. Jahrhundert hatte – auf der östlichen Anhöhe bekundete sichtbar ihre Macht. Als die Lehrberger Linie dieses Geschlechts 1536 mit Sigmund von Birkenfels ausstarb, kam der Besitz an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. Sie wurde im Kampf der Markgrafen mit der Freien Reichsstadt Nürnberg (Markgrafenkrieg) offenbar völlig zerstört. Von ihr ist seit langem nichts mehr vorhanden. Alleinig erhalten sind Reste der unweit der Burg auf dem westlichen Vorsprung der Anhöhe 1430 durch einen Friedrich oder Eustachius von Lerpauer errichteten Bergkapelle. Von ihr steht heute noch die Turmruine, die so genannte Kappl. Nachdem der letzte des Geschlechts von Birkenfels ohne Nachkommen starb, verlor die Bergkapelle in der Folge an Bedeutung und verfiel. Bis ins 18. Jahrhundert wurde sie von den Bewohnern Lehrbergs als Steinbruch für den Häuserbau genutzt, bis dieses Vorgehen vom Markgrafen unter Strafe gestellt wurde. Im 19. Jahrhundert wurde die Turmruine schließlich unter Denkmalschutz gestellt.

St. Margarethenkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Margarethenkirche

Die evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Margaretha steht am höchsten Punkt der langen, nach beiden Seiten abfallenden Dorfstraße und geht auf eine Wallfahrtskirche aus dem 14. Jahrhundert zurück. Von ihr steht noch der Unterbau des Turmes mit dem Chor. An diesen fügte der markgräfliche Landbauinspektor und Baumeister Johann David Steingruber 1729–31 einen barocken Saalbau an. Bei späteren Renovierungen erhielt sie Altar und Kanzel im neugotischen Stil.

Die Turmhaube wurde fachgerecht renoviert. 2006 waren Reparaturen an der Dachkonstruktion nötig geworden, da sich diese als einsturzgefährdet erwiesen hatte. Während die Arbeiten noch im Gange waren, ereignete sich am 22. September 2006 in der Nachbarschaft eine verheerende Gasexplosion, die zu weiteren Schädigungen führte, so dass die Instandsetzungsarbeiten noch andauern.

Umgeben ist die Margarethenkirche vom ehemaligen Friedhof, dessen hohe mittelalterliche Umfassungsmauer noch besteht. Dort ist unter anderem eine Grabkapelle aus Sandstein aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einem Pyramidendach erhalten.

Dorfschloss (Lehrberger Schlösschen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrberger Schlösschen

Vermutlich bereits im Zusammenhang mit Zerstörungen an der Burg auf der Anhöhe während des Ersten Markgrafenkriegs errichteten sich die Herren von Birkenfels am Rande des Ortes einen Ansitz. Allerdings ist dessen genaue Entstehungszeit unbekannt. Es muss sich um ein recht bescheidenes Gebäude gehandelt haben.

Nachdem die von Birkenfels 1536 im Mannesstamm erloschen waren, verkaufte deren Erbe, Wolf von Wilhermsdorf, 1540 diesen Ansitz an den Markgrafen Georg den Frommen (1484–1543), der ihn 1542 als Lehen an den von ihm testamentarisch für seinen unmündigen Sohn Georg-Friedrich eingesetzten Statthalter und Untervormund (1544–1548), den Kaiserlichen Landrichter von Nürnberg, Friedrich von Knobelsdorff gab. Nach dessen Tod 1553 in Zeil am Main (kinderlos) wurde das Lehen eingezogen und als markgräflicher Witwensitz vorgesehen. Genutzt wurde der Bau allerdings nur nach dem Tode des Markgrafen Georg Friedrich d. Ä. (1603) von seiner Witwe Sophia von Braunschweig-Lüneburg. In diesem Zusammenhang wurde der Ansitz 1628/29 offenbar bis auf die Grundmauern abgerissen und ein Neubau in der heutigen Form erstellt. Während des Dreißigjährigen Krieges musste Markgräfin Sophia vor den kaiserlichen Truppen auf die Festung Wülzburg fliehen. Der Ort Lehrberg ging 1632 in Flammen auf – inwieweit der Ansitz in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist unbekannt.

Das Gebäude zeigt sich recht bescheiden und weist mit seinen Eckbuckelquadern noch auf mittelalterliche Bautradition hin. Der in die Fassadenmitte gestellte Treppenturm trägt über der Eingangstür das nachträglich eingemeißelte Wappen der Birkenfelser: ein silberner Ring auf rotem Wappenschild. Das Schlösschen ist stark sanierungsbedürftig und steht zurzeit zum Verkauf.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrberg ist Mitglied im Tourismusverband Romantisches Franken.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrberg liegt an der Bundesstraße 13, ca. 7 km nördlich von Ansbach. Bis 1978 [8] hatte Lehrberg zudem einen Bahnhof an der Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg.

Telefonvorwahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Lehrberg gilt die Vorwahl 09820. Abweichend hiervon müssen für Gespräche nach Birkach, Obersulzbach und Untersulzbach die 09803 sowie nach Gödersklingen und Wüstendorf die 09828 vorgewählt werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rüdiger Wolf (* 19. November 1951 in Lehrberg) war von 2008 bis 2013 Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung [9]
  • Ansgar Zerfaß (* 1965, von 1975 an aufgewachsen in Lehrberg) ist ein deutscher Kommunikationswissenschaftler sowie Professor an der Universität Leipzig und der BI Norwegian Business School in Oslo[10]
  • Juda Löw Pinchas (* 1727 in Lehrberg; † 1793 in Ansbach) war ein Hofmaler am markgräflichen Hof in Bayreuth und Ansbach.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Broser, Claus: Chronik der Marktgemeinde Lehrberg; 1059–1500. Leutershausen 1982.
  • Fechter, Elisabeth: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, DNB 480570132, S. 121 f.
  • Fehring, Günter P.: Stadt und Landkreis Ansbach. In: Bayerische Kunstdenkmale, Bd. 2. Deutscher Kunstverlag, München 1958, DNB 451224701, S. 118 f.
  • Hagelauer, Hartmut: Lehrberg: Geschichte im Spannungsfeld von geistlicher, adeliger und fürstlicher Herrschaft. Lehrberg 2007, ISBN 978-3-87707-708-5.
  • Nitsche, Joachim-Bodo: Festschrift zur 900 Jahrfeier Lehrberg. Ansbach 1959, DNB 540334588.
  • Rosenhauer, Konrad u.a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, DNB 450093387, S. 163 f.
  • Schützengesellschaft Lehrberg (Hrsg.): 100 Jahre Schützengesellschaft Lehrberg 1888 e.V.: Gauschiessen vom 12.–29. Mai 1988; Gauschützenfest vom 3.–6. Juni 1988. Lehrberg 1988, DNB 890275564.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. E. Fechter, S. 121.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?n=5187&tmpfile=4d920c595589a&von=1
  4. a b c d e f g Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 703, 706 und 707.
  5. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 421.
  6. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/ansbach.htm
  7. a b http://geschichte-on-demand.de/bay_ansbach.html
  8. http://bahnrelikte.net/bst/nle.php
  9. Rüdiger Wolf
  10. Ansgar Zerfaß

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lehrberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien