Automobiles Léon Bollée

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Automobiles Léon Bollée (1895–1924)
Morris Motors Ltd., Usines Léon Bollée (1925–1931)
Société Nouvelle Léon Bollée (1931–1933)
Rechtsform Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Pflichtparameter fehlt
Gründung 1896
Auflösung 1933
Sitz Le Mans

Leitung

Branche Automobilhersteller
Produkte AutomobileVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Das bekannteste Modell von Léon Bollée: Die Voiturette, namensgebend für viele kleine Fahrzeuge aus französischer Produktion.

Automobiles Léon Bollée war ein französischer Hersteller von Automobilen.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Léon Bollée (* 1870; † 1913) gründete 1895 das Unternehmen in Le Mans und begann mit der Produktion von Automobilen. Der Markenname lautete Léon Bollée. Darracq war Lizenznehmer. Nach dem Ersten Weltkrieg sank die Produktionszahl. Nach dem Tod von Léon Bollée 1913 führte seine Witwe zusammen mit Henri Péan und einem Herrn Faivre das Unternehmen. 1925 übernahm die Morris Motor Company das Unternehmen und benannte es in Morris Motors Ltd., Usines Léon Bollée um. Der neue Markenname lautete Morris-Léon Bollée. 1931 erfolgte eine erneute Umbenennung in Société Nouvelle Léon Bollée. Der Markenname lautete erneut Léon Bollée. 1933 endete die Produktion.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Automobiles Léon Bollée (1895–1924)[Bearbeiten]

Léon Bollée 20 CV von 1904
Léon Bollée G 1 von 1911

1895 entstand als erstes Fahrzeug ein Tricar, dass Voiturette genannt wurde. Der Begriff Voiturette wurde später von vielen Herstellern für kleine Fahrzeuge verwendet. Für den Antrieb standen verschiedene luftgekühlte Einzylindermotoren mit 640 cm³, 692 cm³, 825 cm³ und 995 cm³ Hubraum zur Wahl, die zwischen 2 und 3 PS leisteten. 1899 wurde diese Modellreihe eingestellt. 1900 folgten Fahrzeuge mit vier Rädern, die über wassergekühlte Einzylindermotoren verfügten. 1902 ergänzten Modelle mit Vierzylindermotor und Kettenantrieb das Angebot. Dies waren der 18/24 CV mit 3920 cm³ Hubraum, der 24/30 CV mit 4500 cm³ Hubraum, der 35/45 CV mit 7360 cm³ Hubraum und der 40/50 CV mit 8500 cm³ Hubraum. Ab 1908 wurde die Motorleistung mittels einer Kardanwelle an die Hinterachse übertragen. 1910 wurden auf dem Pariser Autosalon drei Vierzylindermodelle vom 12 CV mit 2380 cm³ Hubraum bis zum 24/30 CV sowie drei Sechszylindermodelle vom 18 CV mit 3570 cm³ Hubraum bis zum 75 CV mit 11940 cm³ Hubraum.

Nach dem Ersten Weltkrieg standen das Vierzylindermodell Type H mit 2612 cm³ Hubraum und ab 1922 ein Sechszylindermodell mit 3918 cm³ Hubraum im Sortiment. Das letztgenannte Modell verfügte über Vierradbremsen von Perrot.

Morris-Léon Bollée (1925–1931)[Bearbeiten]

Morris-Léon Bollée

Das neue Basismodell 12 CV, auch MLB genannt, war eine englische Konstruktion. Hotchkiss lieferte den Vierzylindermotor mit 2402 cm³ Hubraum und OHV-Ventilsteuerung. Daneben stand auch ein Sechszylindermodell im Angebot. Der Preis für das Fahrgestell betrug 26.000 Französische Franc. Außerdem gab es ein Modell mit einem Achtzylinder-Reihenmotor mit 3072 cm³ Hubraum zu einem Preis von 71.300 Franc für das Fahrgestell. Fahrgestell und Motor stammten von der Wolseley Motor Company.

Société Nouvelle Léon Bollée (1931–1933)[Bearbeiten]

Nun entstand nur noch ein Modell, der ELB. Er war mit einem Vierzylindermotor mit 1997 cm³ Hubraum ausgestattet. Dieses Modell wurde auch als Lieferwagen hergestellt und nach England exportiert. Die Sechs- und Achtzylindermodelle wurden ebenfalls noch angeboten, fanden allerdings keine Käufer. Dabei dürfte es sich um übriggebliebene Fahrzeuge gehandelt haben, die während der Morris-Léon-Bollée-Ära auf Vorrat produziert wurden.

Produktionszahlen, soweit bekannt[Bearbeiten]

1903 entstanden 300 Fahrgestelle bzw. komplette Fahrzeuge. 1908 waren es schon 500 Exemplare, und von 1911 bis 1914 jährlich etwa 600. Vom Morris-Léon Bollée 12 CV entstanden in den ersten drei Jahren etwa 1250 Exemplare, vom Sechszylindermodell nur 25 und vom Achtzylindermodell lediglich 6.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Linz und Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag GmbH, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8
  • Nick Georgano: The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile, Volume 2 G–O. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1 (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Léon Bollée – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien