Antoine Griezmann

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Antoine Griezmann
Antoine Griezmann - CdR - RM v ATL (edited) - 1.jpg
Antoine Griezmann
Spielerinformationen
Geburtstag 21. März 1991
Geburtsort MâconFrankreich
Größe 175 cm
Position Sturm
Junioren
Jahre Station
1997–1999
1999–2005
2005–2009
EC Mâcon
UF Mâcon
Real Sociedad
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2009–2014
2014–
Real Sociedad
Atlético Madrid
180 (46)
111 (60)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)2
2010
2011
2010–2012
2014–
Frankreich U-19
Frankreich U-20
Frankreich U-21
Frankreich
7 0(3)
8 0(1)
10 0(2)
39 (14)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: Saisonende 2016/17

2 Stand: 11. November 2016

Antoine Griezmann [ɑ̃.twan ɡʁjɛz.man] (* 21. März 1991 in Mâcon) ist ein französischer Fußballspieler. Der Stürmer steht bei Atlético Madrid unter Vertrag und spielt für die französische Nationalmannschaft.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antoine Griezmann wurde 1991 als zweites von drei Kindern eines Stadtangestellten und einer Krankenschwester in Mâcon in Burgund geboren und wuchs dort gemeinsam mit seiner drei Jahre älteren Schwester und seinem fünf Jahre jüngerem Bruder in bescheidenen Verhältnissen auf.[1] Griezmanns Vater stammt aus dem Elsass,[2] wo auch sein Nachname herrührt; seine Mutter ist die Tochter portugiesischer Immigranten, die vor dem Estado-Novo-Regime des portugiesischen Diktators António de Oliveira Salazar 1957 nach Frankreich geflohen waren. Griezmanns Großvater mütterlicherseits, Amaro Lopes, war in Portugal als Abwehrspieler beim FC Paços de Ferreira aktiv.[3]

Griezmann begann mit dem Fußballspielen in seiner Geburtsstadt Mâcon. 1997 trat er dem EC Mâcon bei, 1999 der UF Mâcon. Sein Vater, der selbst Mannschaften der UFM trainierte, sprach bei etlichen französischen Vereinen vor, um Antoine die Aufnahme in deren Nachwuchsförderzentrum zu ermöglichen, hatte damit aber weder bei Olympique Lyon noch bei der AJ Auxerre, dem FC Metz, HSC Montpellier, FC Sochaux oder der AS Saint-Étienne Erfolg. Zwar wurden überall seine technischen Fähigkeiten anerkannt, aber Antoine galt als zu klein und zu schmächtig.[4]

Durchbruch bei Real Sociedad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2005 wurde der französische Scout Eric Olhats bei einem C-Jugend-Turnier auf den 14-jährigen Griezmann aufmerksam und vermittelte ihn an den spanischen Verein Real Sociedad San Sebastián, der ihn zu einem Probetraining nach Spanien einlud. Griezmann überzeugte und blieb bei dem Nachwuchs des baskischen Klubs. Die ersten Jahre nach seinem Wechsel zu Real Sociedad lebte er bei seinem Entdecker Olhats, der ihn bei sich aufgenommen hatte, in der Stadt Bayonne im französischen Teil des Baskenlandes und fuhr jeden Tag in die 50 Kilometer entfernt liegende Stadt über die Grenze nach Spanien zum Training.[1] In San Sebastián stieg er nach einigen Einsätzen in der Zweitligasaison 2009/10 in die erste Mannschaft auf.

Sein Profidebüt gab Griezmann am 6. September 2009, als er am zweiten Spieltag der Segunda División gegen Real Murcia in der 73. Minute für Jonathan Estrada eingewechselt wurde. Am 27. September 2009 erzielte er am fünften Spieltag im Spiel gegen den SD Huesca mit dem 1:0 in der 38. Minute sein erstes Tor als Profi. Zum Saisonende stand der Aufstieg in die Primera División. In seiner ersten Saison kam Griezmann auf 39 Einsätze, spielte aber nur selten über 90 Minuten. Er erzielte sechs Saisontore in der Liga.

Griezmann 2010 im Trikot von Real Sociedad

Am 29. August 2010 gab Griezmann sein Debüt in der Primera División, als er am ersten Spieltag der Saison 2010/11 gegen den FC Villarreal in der 62. Minute für Francisco Sutil eingewechselt wurde. Am 25. Oktober erzielte er beim 3:0-Sieg gegen Deportivo La Coruña sein erstes Tor in der Primera División. In der Saison kam Griezmann zwar zu 37 Einsätzen, jedoch hatte er nur phasenweise einen Platz in der ersten Elf sicher. In der Liga erzielte er sieben Treffer.

In der Spielzeit 2011/12 setzte sich Griezmann als Stammspieler bei Real Sociedad durch. Er kam bis auf drei Partien in allen Ligaspielen zum Einsatz und absolvierte 22 davon über die volle Spielzeit. Insgesamt erzielte er in 35 Ligaeinsätzen sieben Tore. Real San Sebastián schloss die Saison mit 47 Punkten auf dem zwölften Platz ab.

Die Saison 2012/13 verlief für Griezmann und seinen Verein erfolgreich. Mit zehn Toren in 34 Ligapartien war er hinter Carlos Vela und Imanol Agirretxe der drittbeste Torschütze seines Vereins. In der Liga erreichte man mit 66 Punkten den vierten Platz und qualifizierte sich das erste Mal seit zehn Jahren wieder für den Europapokal.

In der Playoff-Runde der Qualifikation für die Champions-League-Saison 2013/14 traf Real Sociedad auf Olympique Lyon. Im Hinspiel am 20. August 2013 erzielte Griezmann mit dem 1:0 sein erstes Champions-League-Tor; Real Sociedad gewann das Spiel in Lyon mit 2:0. Nachdem das Rückspiel ebenfalls 2:0 gewonnen worden war, qualifizierte sich Real Sociedad für die Gruppenphase der Champions League, in der man in der Gruppe A auf Manchester United, Schachtar Donezk und den FC Schalke 04 traf. Nach einem gewonnenen Punkt aus sechs Spielen schied Real Sociedad als Gruppenletzter aus. Die Primera-División-Saison 2013/14 stellte Griezmanns endgültigen Durchbruch in der spanischen Oberklasse dar. Mit 16 Toren in 35 Spielen war er gemeinsam mit Carlos Vela der erfolgreichste Torjäger seines Vereins und belegte in der Torschützenliste den geteilten sechsten Platz. Real Sociedad schloss die Spielzeit mit 59 Punkten auf dem siebten Rang ab und kam im spanischen Fußballpokal bis ins Halbfinale, in dem man gegen den FC Barcelona ausschied. Griezmann spielte sich durch seine Leistungen für Real Sociedad und die französische Nationalmannschaft bei der WM 2014 in den Fokus der großen Vereine und wurde mit Manchester United und dem FC Bayern München in Verbindung gebracht.[5]

Atlético Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2014/15 wechselte Griezmann zum amtierenden spanischen Meister Atlético Madrid; er unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2020 laufenden Vertrag,[6] dessen Laufzeit im Juni 2016 bis zum 30. Juni 2021 verlängert wurde.[7] Nach anfänglichen Startschwierigkeiten sicherte sich Griezmann einen Stammplatz und erzielte in seinen ersten beiden Saisons insgesamt 44 Tore in der Liga.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Griezmann nahm 2010 mit der französischen U-19-Nationalelf an der U-19-Europameisterschaft im eigenen Land teil. Im zweiten Gruppenspiel erzielte er gegen Österreich zwei Tore. Am Ende des Turniers stand der Titelgewinn für die Franzosen. Danach spielte er für die U-20- und U-21-Nationalmannschaft Frankreichs.

Anfang November 2012 wurde Griezmann vom französischen Fußballverband bis zum 31. Dezember 2013 suspendiert.[8] Grund war ein unerlaubtes Verlassen des Trainingslagers der U-21 in Le Havre im Oktober 2012 mit einigen Teamkollegen, darunter Yann M’Vila und Wissam Ben Yedder, und ein Nachtclubbesuch in Paris in dieser Nacht. Die U-21 scheiterte anschließend in den Playoffs der Qualifikation für die U-21-Europameisterschaft 2013 in Israel an Norwegen.[9]

2014 nahm Griezmann mit der französischen A-Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Brasilien teil und spielte in drei von fünf Spielen von Beginn an. Frankreich schied im Viertelfinale nach einer 0:1-Niederlage gegen den späteren Weltmeister Deutschland aus.

Bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich gehörte er in sieben Partien der französischen Mannschaft zur Stammelf. Im zweiten Gruppenspiel gegen Albanien erzielte er den Treffer zum 1:0 in der Schlussminute; das Spiel wurde 2:0 gewonnen. Im Achtelfinale gegen Irland erzielte er beide Tore zum 2:1-Sieg. Am 5:2 gegen Island im Viertelfinale war er mit zwei Vorlagen und einem Tor beteiligt. Im Halbfinale erzielte er beide Tore zum 2:0-Sieg gegen die deutsche Mannschaft. Das Finale gegen Portugal wurde mit 0:1 verloren. Mit sechs Treffern wurde Griezmann Torschützenkönig dieser EM und mit dem Goldenen Schuh ausgezeichnet, außerdem wurde er in die Mannschaft des Turniers gewählt.

Bei dieser Endrunde gaben ihm etliche französische wie ausländische Fachjournalisten den wortspielerischen Spitznamen „Grizou“, angelehnt an den Spitznamen „Zizou“ der französischen Fußball-Legende Zinédine Zidane, weil er sich zu der tragenden Kraft der Nationalelf entwickelt hatte. Die L’Équipe schrieb:[10]

„Die französische Mannschaft steht im Finale der EM wie die Generation Platini 1984, wie die Generation Zidane 2000, und man muss sich nicht übermäßig anstrengen, um ihr jetzt einen Namen zu geben: Antoine Griezmann.“

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft
Atlético Madrid
Persönliche Ehrungen

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 ist Griezmann mit der Spanierin Erika Choperena liiert, die er am 15. Juni 2017 heiratete.[12] Sie haben seit dem 8. April 2016 eine gemeinsame Tochter.[13]

Griezmanns Schwester Maud gehört zu den Überlebenden der Terroranschläge vom 13. November 2015 in Paris, als bei islamistisch motivierten Attentaten an fünf verschiedenen Orten in Paris 130 Menschen getötet wurden.[14] Sie befand sich anlässlich eines Konzertes der Rockband Eagles of Death Metal im Konzertsaal Bataclan, als dieser von drei um sich schießenden Terroristen gestürmt wurde, wobei 90 Menschen getötet wurden. Antoine Griezmann kam zeitgleich im rund sieben Kilometer entfernten Stade de France in Saint-Denis beim Freundschaftsspiel der französischen Nationalmannschaft gegen Deutschland zum Einsatz, das ebenfalls ein Anschlagsziel war.

Griezmann ist als Basketball-Fan bekannt und verfolgt regelmäßig Spiele der nordamerikanischen NBA.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Antoine Griezmann – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lutz Wöckener: Frankreich-Star Griezmann: „Messis Nachfolger“. In: welt.de. 3. Juli 2016, abgerufen am 3. März 2017.
  2. Antoine Griezmann - Spielerprofil. In: transfermarkt.de. Abgerufen am 3. März 2017.
  3. Adam Bate: Antoine Griezmann is France's hero but his roots are in Portugal. In: skysports.com. 10. Juli 2016, abgerufen am 3. März 2017 (englisch).
  4. nach „Antoine Griezmann, die blaue Perle“, Paris Match vom 26. Juni 2016
  5. Marius Soyke: Gerüchteküche: FC Bayern und ManUtd an Griezmann dran? In: transfermarkt.de. 17. Juli 2014, abgerufen am 19. März 2017.
  6. Welcome, Griezmann! Artikel auf der Website von Atletico Madrid, 29. Juli 2014, abgerufen am 8. Juli 2016 (englisch).
  7. Club Atlético de Madrid - Griezmann extends his contract until 2021. In: en.clubatleticodemadrid.com. 23. Juni 2016, abgerufen am 28. September 2016 (englisch).
  8. Commission Fédérale de Discipline. Fédération Française de Football, 8. November 2012, archiviert vom Original am 11. November 2012, abgerufen am 8. Juli 2016 (französisch).
  9. M’Vila fliegt nach Party aus „Equipe Tricolore“. SID-Artikel auf RP Online, 8. November 2012, abgerufen am 8. Juli 2016.
  10. Zitiert nach dem Pressespiegel in der Frankfurter Rundschau vom 9. Juli 2016, S. S4; ganz ähnlich auch France Football vom 10. Juli 2016 („Platini–Zidane–Griezmann, trois sommets pour trois generations“).
  11. Detailed analysis: UEFA.com Team of the Year 2016. In: UEFA.com. 5. Januar 2017, abgerufen am 3. März 2017 (englisch).
  12. Goal.com. Hochzeit! Antoine Griezmann heiratet Freundin Erika Choperena. 17. Juni 2017, abgerufen am 17. Juni 2017.
  13. Freundin Erika, Tochter Mia und Spongbob! Das macht den EM-Held stark. In: news.de. 7. Juli 2016, abgerufen am 10. Juli 2016.
  14. Schwester von Antoine Griezmann berichtet über das Paris-Attentat. In: focus.de. 7. Juli 2016, abgerufen am 3. März 2017.