Estnisches Heer

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Estnisches Heer
Eesti Maavägi
Maavagi crest.svg
Wappen des estnischen Heeres
Aufstellung 3. September 1991
Land EstlandEstland Estland
Streitkräfte Estnische Streitkräfte
Typ Teilstreitkraft
Grobgliederung
  • 1. Infanteriebrigade
  • 2. Infanteriebrigade
Stärke ca. 3.300 Soldaten
Stationierungsorte Tallinn, Tapa, Paldiski, Tartu, Võru, Jõhvi, Pärnu
Führung
Oberkommandierender der Streitkräfte Toomas Hendrik Ilves
Militärischer Oberbefehlshaber Kindralmajor Riho Terras
Befehlshaber der Armee Kolonel Artur Tiganik[1]

Das Estnische Heer (Estnisch Maavägi) ist die bedeutendste Teilstreitkraft der Estnischen Streitkräfte (Kaitsevägi).

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits zwischen 1918 und 1940 gab es ein estnisches Heer. Unter massivem Druck und Gewaltandrohung durch die Sowjetunion traten die baltischen Länder 1940 dieser bei. Estland gewann 1991 seine Unabhängigkeit zurück. Die Streitkräfte wurden am 3. September 1991 neu gegründet. Die allgemeine Wehrpflicht führte Estland 1992 ein. Seit 1994 nahm das Land am NATO-Programm Partnerschaft für den Frieden teil. Seit 2004 ist Estland NATO-Mitglied.

Aufgaben[Bearbeiten]

Da das estnische Heer die größte militärische Teilstreitkraft Estlands ist, ist sie für den Schutz des Staatsgebietes der Republik Estlands von entscheidender Bedeutung. Außerdem stellt das Heer Einheiten mit Operationsmöglichkeiten außerhalb des nationalen Sicherheitsbereiches.

Die Aufgaben der Armee sind der Aufbau und Aufrechterhaltung von schnellen Eingreiftruppen, Allzweck-Kampfgruppen, "Home Nation Support" und die Unterstützung der territorialen Entwicklung. Wenn nötig, unterstützt das estnische Heer die Zivilorganisationen bei dem Eintritt von Naturkatastrophen oder im allgemeinen Katastrophenfall.

Friedenszeit[Bearbeiten]

Estnischer Soldat im Manöver
  • Ausbildung und Weiterbildung
  • Teilnahme an Übungen und Operationen mit der NATO und anderen Partnern
  • Unterstützung der Zivilorganisationen bei Naturkatastrophen

Krieg[Bearbeiten]

  • Erhöhung der Ausbildung von Rekruten
  • teilweise oder vollständige Mobilisierung der Reservisten
  • Schaffung der Voraussetzung für die Ankunft der Alliierten

Organisation[Bearbeiten]

Das estnische Heer ist nach dem Prinzip einer Reservearmee strukturiert, was bedeutet, dass der größte Teil der Streitkräfte des Staates Einheiten im Reservestatus sind. Unter den aktiven Einheiten ist lediglich das Scoutspataljon und eine Einheit Spezialkräfte mit wenigen hundert Soldaten jederzeit voll einsatzbereit. Der Rest der Verbände dient der Ausbildung von Reservisten. Deren Ausbildung umfasst einen acht- oder elfmonatigen Wehrdienst, der mit einem jährlichen Manöver der gesamten Streitkräfte im Juli abschließt. Anschließend werden die Soldaten in die Reserve entlassen. Die Reserveeinheiten werden nach dem Territorialprinzip gebildet, das heißt, dass Wehrpflichtige von einem Gebiet in dieselbe Einheit abgerufen und nach dem Dienst als eine Einheit in die Reserve beordert werden. Bei einer Einberufung der Reservisten treten sie in den gleichen Einheiten zusammen, in denen sie ihre Ausbildung absolviert haben.

Die Größe des aktiven Heeres beträgt in Friedenszeiten ungefähr 3.100 Soldaten und wird in den nächsten Jahren auf 3.600 wachsen. Hinzu kommen 1.600 bis 2.900 Rekruten. Im Mobilmachungsfall wächst diese Zahl durch die Einziehung der Reservisten auf etwa 18.000 Soldaten, zukünftig 22.000, in 4 Brigaden an. Insgesamt stehen 60.000 Reservisten zur Verfügung. Die Ausrüstung der Reserveformationen wird im Frieden in zentralen Depots gelagert.[2]

Bei der Aufgabe der Landesverteidigung werden die Streitkräfte durch den etwa 13.000 aktive Mitglieder starken Kaitseliit (Verteidigungsbund) unterstützt. In seiner von den Streitkräften unabhängigen Struktur stellt dieser paramilitärische Verein 15 Bataillone zur Territorialverteidigung.

Struktur seit 2013[Bearbeiten]

Im Jahr wurden die Streitkräfte Estlands neu strukturiert. An die Stelle der alten 1. Brigade und der vier Verteidigungsdistrikte (vgl. unten) wurden, entsprechend der langfristigen Verteidigungsplanung für die Jahre 2013-2022, zwei Brigaden gebildet:[3]

1. Jalaväerügemendi rinnamärk.JPG 1. Infanteriebrigade (Tapa)
  • KalevJP large.jpg Kalevi-Infanteriebataillon - Kalevi jalaväepataljon (Paldiski)
  • Scoutspataljon emblem.svg Aufklärungsbataillon - Scoutspataljon (Paldiski)
  • 1. Jalaväebrigaad Tagalapataljon.png Logistikbatalion der 1. Brigade - 1. jalaväebrigaadi tagalapataljon (Paldiski)
  • Viru-Infanteriebataillon - Viru jalaväepataljon (Jõhvi)
  • Suurtükiväepataljon emblem.svg Artilleriebataillon - Suurtükiväepataljon (Tapa)
  • Õhutõrjepataljon emblem.svg Flugabwehrbataillon - Õhutõrjepataljon (Tapa)
  • Pioneeripat vapp.jpgPionierbataillon - Pioneeripataljon (Tapa)
Estnische Soldaten während eines Trainingsaufenthalts in den USA
2. Infanteriebrigade (Luunja, Kreis Tartu)

(voraussichtlich 2022 voll einsatzfähig)

  • Mv kuperjanov.jpg Kuperjanov-Infanteriebataillon - Kuperjanovi jalaväepataljon (Võru)

Struktur bis 2013[Bearbeiten]

Die Verteidigungsdistrikte des Heeres bis 2013
1st Infantry Brigade (Estonia) emblem.png 1. Infanteriebrigade
  • 1st Infantry Brigade (Estonia) emblem.png Brigadehauptquartier in Paldiski
  • Scoutspataljon emblem.svg Aufklärungs-Bataillon - Scoutspataljon
  • KalevJP large.jpg Kalevi-Infanteriebataillon - Kalevi jalaväepataljon
  • Logistikapataljon emblem.svg gesonderter Teil des Logistik-Bataillon - Logistikapataljon
Northeastern Defense District of Estonia emblem.svg Nordöstlicher Verteidigungsdistrikt (Tapa)
  • Stab des nordöstlichen Verteidigungsdistriktes (Tapa)
  • Pioneeripat vapp.jpg Pionier-Bataillon - Pioneeripataljon
  • Suurtükiväepataljon emblem.svg 1. Artillerie-Bataillon - Suurtükiväepataljon
  • Õhutõrjepataljon emblem.svg Flugabwehr-Bataillon - Õhutõrjepataljon
  • Kaitseväe Keskpolügoon.png Zentraler Truppenübungsplatz - Keskpolügoon
  • Viru jalaväepataljon emblem.svg Viru-Infanteriebataillon - Viru jalaväepataljon (Jõhvi)
Nördlicher Verteidigungsdistrikt (Tallinn)
  • Stab des nördlichen Verteidigungsdistriktes (Tallinn)
  • Staabi- ja Sidepataljon emblem.svg Fernmelde- und Stabs-Bataillon - Sidestaabipataljon
  • Vahipataljon emblem.svg Garde-Bataillon - Vahipataljon
Südlicher Verteidigungsdistrikt (Tartu)
  • Stab des südlichen Verteidigungsdistriktes (Tartu)
  • Mv kuperjanov.jpg Kuperjanov-Infanteriebataillon - Kuperjanovi jalaväepataljon (Võru)
Westlicher Verteidigungsdistrikt (Pärnu)
  • Stab des westlichen Verteidigungsdistriktes (Pärnu)
  • Parnu-ujp large.jpg Pärnu-Infanteriebataillon und separates Schulungszentrum - Jalaväe väljaõppekeskus Pärnu Üksik-jalaväepataljon
Mv rok.jpg Zentrum für Friedenseinsätze - Rahuoperatsioonide Keskus

Permanent Einsatzbereite Truppenteile[Bearbeiten]

  • Stab der 1. Infanteriebrigade
  • Aufklärungs-Bataillon Scoutspataljon
  • Kalevi-Infanteriebataillon Kalevi jalaväepataljon
  • EOD/IEDD Minenräumkommando

Dienstgradabzeichen[Bearbeiten]

Generäle Stabsoffiziere Offiziere
ES-Army-OF9.gif ES-Army-OF8.gif ES-Army-OF7.gif ES-Army-OF6.gif ES-Army-OF5.gif ES-Army-OF4.gif ES-Army-OF3.gif 47px-ES-Army-OF2re.png 48px-ES-Army-OF1are.png ES-Army-OF1b.gif ES-Army-OF1c.gif
Auastmed Kindral Kindralleitnant Kindralmajor Brigaadikindral Kolonel Kolonelleitnant Major Kapten Leitnant Nooremleitnant Lipnik
Dienstgrad General Generalleutnant Generalmajor Brigadegeneral Oberst Oberstleutnant Major Stabshauptmann
Hauptmann
Oberleutnant Leutnant Oberfähnrich
Fähnrich
Unteroffiziere m.P. Unteroffiziere o.P. Mannschaften
ES-Army-OR9a.png ES-Army-OR9b.png ES-Army-OR9c.png ES-Army-OR8a.png ES-Army-OR8b.png ES-Army-OR7.png ES-Army-OR6.png ES-Army-OR5.png ES-Army-OR4.png ES-Army-OR1.png
Auastmed Ülemveebel Staabiveebel Vanemveebel Veebel Nooremveebel Vanemseersant Seersant Nooremseersant Kapral Reamees
Dienstgrad Oberstabsfeldwebel Stabsfeldwebel Hauptfeldwebel Oberfeldwebel Feldwebel Stabsunteroffizier Stabsunteroffizier
Unteroffizier
Unteroffizier Oberstabsgefreiter
Stabsgefreiter
Soldat

Ausrüstung[4][Bearbeiten]

Seit der Wiederherstellung der estnischen Streitkräfte am 3. September 1991 hat sich die Ausrüstung des Heeres stark entwickelt. Waffensysteme, die aus dem Bestand der ehemaligen Sowjetunion übernommen wurden, sind fast vollständig durch solche westlicher Herkunft ersetzt worden. Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen dabei Systeme der Luftverteidigung und Panzerabwehr, sowie in jüngster Zeit auch schwere gepanzerte Waffensysteme.

In den Jahren 1999/2000 hatte Estland die Möglichkeit 20 Kampfpanzer vom Typ T-55 aus Polen geschenkt zu bekommen. Estland lehnte jedoch ab, da die Technik des T-55 veraltet war.[5][6] Zum Testen von Panzersperren leiht sich Estland jedoch hin und wieder T-55 Panzer von den lettischen Streitkräften aus.[7]

Ehemalige veraltete Ausrüstung[Bearbeiten]

Bezeichnung Herkunft Typ Version Anzahl
BMP-1 SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Schützenpanzer
-
-
BTR-60 SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Schützenpanzer
-
-
BTR-70 SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Schützenpanzer
-
-
Saurer / Berna SchweizSchweiz Schweiz
LKW
2DM / 2VM (4x4)
ca. 250
UAZ SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Geländewagen
469
-

Gepanzerte Fahrzeuge[Bearbeiten]

Estnischer XA-180 in Afghanistan

Im Zuge der Friedensmission in Afghanistan wurden bisher drei Fahrzeuge vom Typ XA-180 zerstört.

CV 9035NL
MAN gl 4520 (6×6)
Sisu E13TP 8x8 der litauischen Streitkräfte
Fahrzeug Herkunft Typ Version Anzahl
Sisu Pasi FinnlandFinnland Finnland
Transportpanzer
XA-180
57
Sisu Pasi[8][9] NiederlandeNiederlande Niederlande
Transportpanzer
XA-188
81
Combat Vehicle 90[10][11] NiederlandeNiederlande Niederlande
Schützenpanzer
CV 9035NL
44 (Lieferung 2015[12])
BTR-80 SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Schützenpanzer
BTR-80
20
Mamba SudafrikaSüdafrika Südafrika
Gepanzertes Fahrzeug
Mk2 Alvis-4
9
MaxxPro[13] Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Gepanzertes Fahrzeug
MaxxPro
6
Panzerhaubitze 2000[14] NiederlandeNiederlande Niederlande
Artilleriegeschütz
PzH 2000
- (geplant)

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Fahrzeug Herkunft Typ Version Anzahl
MB Unimog DeutschlandDeutschland Deutschland
LKW
416/435
-
MB Actros Titan DeutschlandDeutschland Deutschland
LKW
4150 AK 8x8
2
MAN DeutschlandDeutschland Deutschland
LKW
gl 451, 452, 454, 464
-
Mercedes-Benz DeutschlandDeutschland Deutschland
LKW
NG 1017
-
DAF NiederlandeNiederlande Niederlande
LKW
Y 2300
-
Sisu FinnlandFinnland Finnland
LKW
Sisu E13TP 8x8[15][16]
2
Sisu FinnlandFinnland Finnland
LKW
SISU A2045 4x4[17]
-
Bandvagn SchwedenSchweden Schweden
Kettenfahrzeug
Bv 206
ca. 100
GT-T SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Kettenfahrzeug
-
1
Mercedes Benz DeutschlandDeutschland Deutschland
Geländewagen
250 GD / 609D
-
Volkswagen DeutschlandDeutschland Deutschland
Geländewagen
Iltis
150
Volvo SchwedenSchweden Schweden
Geländewagen
TGB 111A MT
-
Husqvarna SchwedenSchweden Schweden
Motorrad
258A MT
-
AUSA SpanienSpanien Spanien
Gabelstapler
diverse
-
Komatsu JapanJapan Japan
Radlader
WA 250
-

Artillerie[18][Bearbeiten]

Feldhaubitze 155 mm
Bezeichnung Herkunft Typ Anzahl
Mörser SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
81 mm (B455 / NM95)
51
Mörser SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
120 mm (41D / 2B11)
179
Mörser Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
81 mm M252
80
Volvo PvPj Tgb 1111 SchwedenSchweden Schweden
Rückstoßfreies Geschütz
130
M40 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Rückstoßfreies Geschütz
30
105H61-37 SchwedenSchweden Schweden
105 mm Haubitze
40
122H63[19](D-30) FinnlandFinnland Finnland
122 mm Feldhaubitze
42
FH155-1/FH70[20][21] DeutschlandDeutschland Deutschland
155 mm Haubitze
24

Panzerabwehr[Bearbeiten]

Panzerabwehrwaffensystem MILAN
Bezeichnung Herkunft Typ Anzahl
M-69 China VolksrepublikChina Volksrepublik China
40 mm Reaktive Panzerbüchse
-
B-300 IsraelIsrael Israel
82 mm Reaktive Panzerbüchse
-
AT-4 SchwedenSchweden Schweden
84 mm Reaktive Panzerbüchse
-
Carl Gustaf SchwedenSchweden Schweden
84 mm Reaktive Panzerbüchse
146
C90-CR (M3) SpanienSpanien Spanien
90 mm Reaktive Panzerbüchse
-
MILAN-2 Europaische UnionEuropäische Union Europäische Union
115mm Panzerabwehrlenkwaffe
-
MAPATS[22] IsraelIsrael Israel
148mm/180mm Panzerabwehrlenkwaffe
10

Flugabwehr[Bearbeiten]

MANPADS Mistral im Einsatz
Bezeichnung Herkunft Typ Anzahl
ZU-23 SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
2x 23 mm Flugabwehrkanone
98
Mistral FrankreichFrankreich Frankreich
90 mm MANPADS
25

Luftaufklärung[23][Bearbeiten]

Bezeichnung Herkunft Typ
Raven Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
UAV

Infanterie[Bearbeiten]

Die Heeressoldaten sind mit Uniformen im neuen estnischen Digitaltarnmuster (ESTDCU) ausgestattet. Die Ausrüstung eines Soldaten beinhaltet einen PASGT-Helm, Interceptor Body Armor und ein Nachtsichtgerät.

Pistolen, Schrotflinten und Scharfschützengewehre

Estnischer Soldat des Scouts Battalion mit einer Galil SAR
Waffe Herkunft Typ Version Anzahl
Heckler & Koch USP DeutschlandDeutschland Deutschland
Selbstladepistole
USP 9mm
2.000
Benelli ItalienItalien Italien
halbautomatische Schrotflinte
M3T
-
Sako TRG FinnlandFinnland Finnland
Scharfschützengewehr
TRG-42
-
IMI Galatz IsraelIsrael Israel
Scharfschützengewehr
Galil Sniper
-
PGM Hécate II FrankreichFrankreich Frankreich
Anti-Material-Waffe
Hécate II
-
modifiziertes M14 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Präzisionsschützengewehr
M-14-TP
-

Sturmgewehre und Maschinengewehre

Waffe Herkunft Typ Version Anzahl
AK4 SchwedenSchweden Schweden
Sturmgewehr
G3A3
50.000
IMI Galil IsraelIsrael Israel
Sturmgewehr
AR/ARM/SAR
12.000
Uzi IsraelIsrael Israel
Maschinenpistole
Mini-Uzi
-
IMI Negev IsraelIsrael Israel
Leichtes Maschinengewehr
Standard
-
MG3 DeutschlandDeutschland Deutschland
Universal-Maschinengewehr
Standard
-
FN MAG SchwedenSchweden Schweden
Universal-Maschinengewehr
Ksp 58
-
Browning M2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Schweres Maschinengewehr
M2HB QCB
-

Einige der Browning M2 MG's wurden auf den Sisu XA-180 Transportpanzern mit speziellen Drehtürmen montiert. Die Standardwaffe der Reservisten ist das AK 4, die schwedische Version des Schnellfeuergewehrs HK G3. Wehrpflichtige nutzen die Galil und Infanteristen, welche in Auslandseinsätze gehen, deren modifizierte Version mit verbesserter Optik und Bipod.

Es werden in der estnischen Armee zwei Maschinengewehre genutzt: das MG3 (7.62x51) für große Reichweite und das IMI Negev (5.56x45) für kürzere Distanzen. Außerdem verfügt jeder Trupp über ein Negev, wohingegen das MG3 nur ab Gruppenebene Verwendung findet.

Heeresfliegertruppe[Bearbeiten]

Es gibt Pläne zum Aufbau eines Hubschraubertransportgeschwaders für das Heer.

Einsätze[Bearbeiten]

Estnische Soldaten des Scouts-Battalion im Anschlag während einer Patrouille in Baghdad, Irak

Dem Heer ist das Zentrum für Friedenseinsätze (Rahuoperatsioonide Keskus) unterstellt. Estland nimmt seit 1995 an internationalen militärischen Operationen teil. Die Beteiligung an internationalen Operationen stellt einen wichtigen Beitrag zur Kooperation mit der NATO und anderen internationalen Organisationen dar. Neben geplanten Operationen beteiligt sich das Estnische Heer an den Rotationen der NATO Response Force und der EU Battlegroup, welche unverzügliche Erwiderungen zu entstehenden Krisen sicherstellen, einschließlich der raschen Durchführung von kollektiver Selbstverteidigung.

Im Jahr 2004 trat Estland der NATO bei , was eines der führenden Prioritäten seit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit war. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind eines der Länder, mit welchen Estland eine sehr enge Kooperation in Verteidigungs- und Sicherheitsfragen führt.

Estland war im Rahmen der Koalition der Willigen von 2004 bis Ende 2008 mit einem Kontingent von bis zu 50 Soldaten im Irak stationiert. Derzeit sind 170 estnische Soldaten, über 3 Prozent der gesamten aktiven Militärkraft, in Afghanistan stationiert und kämpfen dort an der Seite mit britischen Streitkräften. Die Einheiten wechseln regelmäßig im Turnus. Außerdem stellt Estland Friedenstruppen für die internationalen Missionen in Bosnien und dem Kosovo. Zwischen Januar und Juni 2008 waren 50 estnische Soldaten Teil der Nordic Battlegroup.


Land aktuelle Mission Organisation Einheiten und Personalanzahl
AfghanistanAfghanistan Afghanistan ISAF NATO 170 / ESTCOY,EODT,NSE
KosovoKosovo Kosovo KFOR NATO 50 / ESTPATROL,ESTRIF,BALTSQN
IrakIrak Irak NTM-I NATO 2-3 Offiziere im Führungsstab
IsraelIsrael Israel UNTSO United Nations 5 Offiziere als Militärbeobachter
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina EUFOR EU 5 Offiziere als Militärbeobachter
MaliMali Mali MINUSMA United Nations - / -
MaliMali Mali EUTM Mali EU - / -
Zentralafrikanische RepublikZentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik EUFOR RCA EU 55 / ein Zug des Heeres
Estnische Soldaten des Scouts-Battalion 2005 während einer Patrouille in Baghdad, Irak
Land frühere Mission[24] Organisation Maximale Truppenstärke / Einheit
IrakIrak Irak
MNF-I
Koalition der Willigen
50 / ESTPLA
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien
UNPROFOR
UN
- / -
LibanonLibanon Libanon
UNIFIL
UN
135 / -
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina
IFOR, SFOR
NATO
- / -


Modernisierung[25][Bearbeiten]

Die Ausbauprioritäten der Armee liegen in der Beteiligung an Missionen außerhalb des nationalen Territorium und an Operationsdurchführungen zum Schutz des Staatsgebietes von Estland - auch in Kooperation mit den Alliierten.

Laut dem Long-Term Defence Development Plan[26] der estnischen Regierung wird das Estnische Herr derzeit einem Modernisierungsprozess unterzogen. Bis zum Jahr 2018 soll das Herr mit modernen Kampfpanzern und Schützenpanzern (IFV) und Panzerhaubitzen ausgestattet werden, um eine aktive mechanisierte Brigade aufstellen zu können.[27] Außerdem sollen zusätzliche Transportpanzer beschafft werden. Mit dem Kauf von deutschen FH-70 im Jahr 2006 und finnischen 122mm Feldhaubitzen 2008 wurden bereits Ressourcen für die Artillerie geschaffen.[28] Gemäß der Planung wird die Armee außerdem Ressourcen zur taktischen Luftraumüberwachung sowie zum Lufttransport durch Hubschrauber erhalten.

Die Ausgaben des Long-Term Defence Development Plan sind vom BIP abhängig. Da sich das Bruttoinlandsprodukt nicht wie erwartet entwickelte, konnten noch nicht alle Ausbauprioritäten realisiert werden. Dem Long-Term Defence Development Plan, der von 2009 bis 2018 reicht, schließt sich nun der National Defence Developmen Plan[3] von 2013 bis 2022 an. Auch dieser sieht eine starke weiter Entwicklung des estnischen Heeres in Abhängigkeit zum BIP vor.

niederländischer Leopard 2 A6

Gepanzerte Fahrzeuge[29][30][Bearbeiten]

Fahrzeug Herkunft Typ Version Anzahl Status
Leopard 2 DeutschlandDeutschland Deutschland
Kampfpanzer
A6
50
offen
Combat Vehicle 90[31][32] NiederlandeNiederlande Niederlande
Schützenpanzer
CV 9035NL
44 (Lieferung 2015[33])
erledigt
Sisu Pasi FinnlandFinnland Finnland
Transportpanzer
XA-188
81
erledigt
International MaxxPro Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
MRAP
Standard
6
erledigt
Panzerhaubitze 2000[34] NiederlandeNiederlande Niederlande
Artilleriegeschütz
PzH 2000
-
in Verhandlung

Artillerie[35][Bearbeiten]

MILAN im Einsatz
Bezeichnung Herkunft Typ Anzahl Status
Mörser Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
M252
80
erledigt

Panzerabwehr[36][Bearbeiten]

NASAMS
Bezeichnung Herkunft Typ Anzahl Status
MILAN-2 Europaische UnionEuropäische Union Europäische Union
115mm Panzerabwehrlenkwaffe
-
erledigt
C90-CR (M3) SpanienSpanien Spanien
90 mm Reaktive Panzerbüchse
-
erledigt
Javelin missile[37][38] Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
127mm Panzerabwehrlenkwaffe
80
in Verhandlung

Flugabwehr[39][Bearbeiten]

Bezeichnung Herkunft Typ Status
NASAMS NorwegenNorwegen Norwegen
Boden-Luft-Lenkwaffensystem
offen

Luftaufklärung[40][Bearbeiten]

Eurocopter EC 635
Bezeichnung Herkunft Typ Status
Raven[41] Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
UAV
erledigt

Lufttransport[42][Bearbeiten]

Bezeichnung Herkunft Typ Status
EC635 DeutschlandDeutschland Deutschland
leichter Mehrzweckhubschrauber
offen

Quellen[Bearbeiten]

  1. maaväe ülemkolonel Artur Tiganik
  2. Martin Hurt, Lessons identified in Crimea. Does Estonia's national defence modell meet our needs? ICDS Policy Papers, Apr. 2014 online (pdf)
  3. a b http://www.kaitseministeerium.ee/files/kmin/nodes/13373_NATIONAL_DEFENCE_DEVELOPMENT_PLAN_2013.pdf
  4. http://www.ordendebatallainternacional.blogspot.com.ar/2013/03/estonia.html
  5. http://www.aripaev.ee/default.aspx?PublicationId=8ac5230f-799a-44cf-9587-4b7c9a058f73
  6. http://epl.delfi.ee/news/eesti/poola-pakub-juba-20-tanki.d?id=50799867
  7. http://de.ria.ru/security_and_military/20100128/124879686.html
  8. http://www.defenseindustrydaily.com/Dutch-XA-188-Pasi-Wheeled-APCs-for-Estonia-06602/
  9. http://epl.delfi.ee/news/eesti/kaitsevaele-ostetakse-320-miljoni-krooni-eest-81-sisu-xa-188-soomukit.d?id=51284199
  10. http://epl.delfi.ee/news/eesti/scoutspataljon-valmistub-umber-relvastuma.d?id=68387437
  11. http://news.postimees.ee/2719260/estonian-battle-equipment-buy-endangered
  12. http://news.err.ee/v/politics/43427b3e-dc18-48c7-8f8d-910b685d0656
  13. http://news.err.ee/v/politics/a0adcbc4-fb30-40c4-8c33-ea84ed1d3d75
  14. http://news.postimees.ee/2719260/estonian-battle-equipment-buy-endangered
  15. http://www.airforce-technology.com/news/newsestonia-air-force-sisu
  16. http://www.airforce-technology.com/news/newsestonian-air-force-trs-gm-400-defence-radar
  17. http://www.airforce-technology.com/news/newsestonian-air-force-trs-gm-400-defence-radar
  18. http://www.un-register.org/NationalHoldings/CountryDetail.aspx?Register_Id=489
  19. http://www.delfi.ee/news/paevauudised/eesti/eesti-hangib-soomest-haubitsaid.d?id=21331721
  20. http://www.sipri.org/research/armaments/transfers/transparency/national_reports/germany/germany_03
  21. http://www.un-register.org/NationalHoldings/CountryDetail.aspx?Register_Id=489
  22. http://www.delfi.ee/news/paevauudised/eesti/tankitorjerelva-mapats-saab-kasutada-ka-ohust-tuleva-ohu-puhul.d?id=63966769
  23. Defence Market Intelligence - Estonian Army orders Raven UAV,31. Oktober 2012
  24. http://www.mil.ee/et/operatsioonid/operatsioonid-alates-1995
  25. http://www.postimees.ee/2086486/kaitsevagi-hangib-lahingumasinaid-ja-iseliikuvaid-suurtukke
  26. englische Zusammenfassung des LTDDP
  27. Estonian battle equipment buy endangered, postimees.ee, 6. März 2014.
  28. Estland kauft 42 finnische Feldhaubitzen
  29. Erhalt von MRAP - Fahrzeugen
  30. Kauf von Panzern in näherer Zukunft
  31. http://epl.delfi.ee/news/eesti/scoutspataljon-valmistub-umber-relvastuma.d?id=68387437
  32. http://news.postimees.ee/2719260/estonian-battle-equipment-buy-endangered
  33. http://news.err.ee/v/politics/43427b3e-dc18-48c7-8f8d-910b685d0656
  34. http://news.postimees.ee/2719260/estonian-battle-equipment-buy-endangered
  35. 80 Amerikanische Mörser als Geschenk
  36. Kauf von Panzerabwehrwaffen aus Spanien sowie weiterer MILAN
  37. http://news.err.ee/v/scitech/48702cfb-56b0-432e-9d20-451c6bd5831f
  38. http://news.err.ee/v/scitech/a57296f9-7b32-4fd4-a2a4-eb591f8d0264
  39. Estland will neues Flugabwehrsystem kaufen
  40. Amerikaner wollen Drohnen liefern
  41. Defence Market Intelligence - Estonian Army orders Raven UAV,31. Oktober 2012
  42. Estnische Piloten an künftigen Hubschrauber geschult

Weblinks[Bearbeiten]