Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog führt kein Wappen
Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog hervorgehoben
54.8666666666678.63333333333331Koordinaten: 54° 52′ N, 8° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Südtondern
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 13,49 km²
Einwohner: 188 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25924
Vorwahl: 04668
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 034
Adresse der Amtsverwaltung: Marktstraße 12
25899 Niebüll
Webpräsenz: www.amt-suedtondern.de
Bürgermeister: Christian Nissen (WGL)
Lage der Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog im Kreis Nordfriesland
Karte

Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten]

Der Koog liegt südlich der Bahnstrecke Niebüll–Sylt an der Nordsee.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 kam die Wählergemeinschaft Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog (WGL) auf 72,0 Prozent der abgegebenen Stimmen und fünf Sitze. Die CDU erreichte 28,0 Prozent und kam auf zwei Sitze. Die Wahlbeteiligung betrug 61,1 Prozent.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten]

In der konstituierenden Vertretersitzung am 11. Juni 2013 wurde Christian Nissen (WGL) für die Wahlperiode 2013–2018 erneut zum Bürgermeister gewählt.

Geschichte[Bearbeiten]

Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog, vom Hindenburgdamm aus gesehen

Der Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog war der letzte Koog in Schleswig-Holstein, der zur Landgewinnung errichtet wurde. Spätere Köge wie der Hauke-Haien-Koog oder der Beltringharder Koog wurden aus Gründen des Küstenschutzes erschlossen und sind nur teilweise oder gar nicht besiedelt.

Die Eindeichung des Koogs mit einem 8,5 Kilometer langen Außendeich war das größte Deichbauvorhaben der Nachkriegszeit in Schleswig-Holstein. Da sich infolge des Zweiten Weltkrieges zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene in Schleswig-Holstein ansiedelten, sollte im Rahmen des Programmes Nord neues Siedlungsland geschaffen werden. Das Programm Nord wurde vom damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Friedrich Wilhelm Lübke vorangetrieben, der auch Namensgeber ist.

Zum ersten Mal wurde ein Deich in eigentlich unvorbereitetes Wattenmeer hineingebaut. Das bis dahin übliche Verfahren der Eindeichung geschah in Gebieten, die schon Jahrzehnte vorher vorbereitet waren und in denen sich schon ansatzweise Land gebildet hatte. Dieser Deichbau beschäftigte rund eintausend Arbeiter. Am 16./17. September 1954 zerstörte eine Sturmflut größere Teile der Deichschlussbrücke. Das Wasser spülte große Mengen Baumaterialien weg. Die Lage begann kritisch zu werden, da der Deich noch vor den Herbst- und Winterstürmen fertiggestellt werden musste, um noch größere Schäden zu vermeiden.

Nachdem der Deich erfolgreich am 21. Oktober 1954 geschlossen werden konnte, musste das Land noch entwässert und infrastrukturell erschlossen werden, bis sich 1958/1959 die ersten Familien ansiedeln konnten. Die ursprüngliche Besiedelung bestand aus 41 Einheits-Bauernhöfen, einer Schule und einer Gastwirtschaft mit Krämerladen. Zu gleichen Teilen wurden einheimische Bauern und Vertriebene aus den Ostgebieten angesiedelt.

Schule und Kindergarten gibt es nicht mehr, aber einige Höfe werden nach wie vor – inzwischen in dritter Generation – von den Familien der ersten Siedler bewirtschaftet. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist die Windenergie.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das heutige Bild des Koogs wird von zahlreichen Windenergieanlagen geprägt. Die Gemeinde war 2009 bis 2011 die Nummer Eins der Solarbundesliga.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Tassenpegel im Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog steht als technisches Denkmal in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Web-Redaktion: Ergebnisse der Gemeindewahl 2013 im Amt Südtondern. In: www.amt-suedtondern.de. Amt Südtondern, abgerufen am 22. Juni 2013.
  3. Solarthemen