Mildstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mildstedt
Mildstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mildstedt hervorgehoben
54.4652777777789.09555555555569Koordinaten: 54° 28′ N, 9° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 8,71 km²
Einwohner: 3810 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 437 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25866
Vorwahl: 04841
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 084
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Webpräsenz: www.mildstedt.de
Bürgermeister: Bernd Heiber (SPD)
Lage der Gemeinde Mildstedt im Kreis Nordfriesland
Karte

Mildstedt (dänisch: Mildsted, friesisch: Melst) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Die Ortschaft Rosendahl (dä: Rosendal oder auch Hundeshale) liegt im Gemeindegebiet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Mildstedt liegt südöstlich von Husum in dem Geestgebiet, das von den Flüssen Treene im Osten und Arlau im Norden begrenzt wird. Direkt am westlichen Ortsrand streift die Bundesstraße 5 das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung. Zum Gemeindegebiet gehört der Naturerlebnisraum Mühlenau/Mildstedter Tannen.

Geschichte[Bearbeiten]

Mildstedt St. Lamberti-Kirche (2012)

Mildstedt, das sich an der Grenze zwischen friesischer und jütischer Besiedlung befindet, wurde 1304 erstmals erwähnt. Die Kirche St. Lamberti wurde bereits vor 1200 erbaut. Der Ort war im Mittelalter ein Handelszentrum in der Südergoesharde, und er hatte seinerzeit eine größere Bedeutung als Husum, das erst 1431 eine eigene Kapelle erhielt.

Im Verlauf des Großen Nordischen Krieges (1700−1721) zogen schwedische Truppen unter Feldmarschall Magnus Stenbock im Januar 1713 in das Herzogtum Schleswig. Im Zuge dieser Bewegungen hatten schwedische Soldaten in den Mildstedter Tannen Schanzen errichtet, die sich an der heutigen Ostenfelder Landstraße befinden.[2] Am 31. Januar 1713 drängten russische Truppen dann das schwedische Heer in die zu Holstein-Gottorf gehörende Festung Tönning. Dort wurde Magnus Stenbock im Februar 1713 mit 11.000 Mann von einer Übermacht dänischer, russischer und sächsischer Truppen eingeschlossen und nach dreimonatiger Belagerung am 16. Mai 1713 zur Kapitulation gezwungen.[3]

Nach der Gründung der preußischen Provinz Schleswig-Holstein im Jahr 1866 wurde aus dem Gebiet des Kirchspiels Mildstedt eine Kirchspielslandgemeinde gebildet: Sie umfasste die neun Dorfschaften Ipernstedt, Mildstedt, Oldersbek, Osterhusum, Rantrum, Rosendahl, Nordhusum, Rödemis und Südermarsch.

Die Dorfschaft Nordhusum wurde 1929 nach Husum eingemeindet.

Am 1. April 1934 folgte eine Auflösung der Kirchspielslandgemeinden, und die nunmehr acht Dorfschaften bildeten eigenständige Landgemeinden.[4]

Die Gemeinden Osterhusum und Rödemis wurden 1938 nach Husum eingemeindet und am 1. Juli 1974 Ipernstedt nach Rantrum. Bereits am 1. Februar 1974 wurde Rosendahl in die Gemeinde Mildstedt eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten]

Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung bekam die SPD bei der Kommunalwahl 2008 sieben Mandate. Die CDU hatte sechs und die FDP und die Wählergemeinschaft AWM je zwei.

Nach der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 ergab sich für die 17 Sitze folgende Zusammensetzung: Die SPD bekam acht Sitze zugesprochen (44,2 %), die CDU konnte vier Sitze besetzen (23,9 %), ebenso die Wählergemeinschaft AWM (23,7 %) und die FDP errang einen Sitz (8,2 %).[6]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold über zwei blauen Wellenbalken ein mit der Spitze nach vorn weisendes rotes Pflugeisen, durch das ein schrägliegender, aufrechter roter Pflugstock gesteckt ist.“[7]

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Gemeinde gewinnt durch die Nähe zu Husum die Wohnnutzung mehr und mehr an Bedeutung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Mildstedt stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Guttempler-Museum[Bearbeiten]

Das Museum in Mildstedt stellt die Geschichte der Guttempler dar und ist das einzige Guttempler-Museum in Deutschland. Weltweit gibt es nur in Boston ein weiteres Museum dieser Art.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mildstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Die Schwedenschanzen in den Mildstedter Tannen. In: Mildstedter Veranstaltungskalender 2013.
  3. Evgeniĭ Viktorovich Anisimov: The Reforms of Peter the Great. Progress Through Coercion in Russia. M.E. Sharpe, 1993, S. 135.
  4.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 182 und 183.
  6. Wahlergebnisd Mildstedt KW 2013
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein