Simonsberg

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Dieser Artikel befasst sich mit der Gemeinde Simonsberg; zum gleichnamigen Berg siehe Simonsberg (Berg).
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Simonsberg führt kein Wappen
Simonsberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Simonsberg hervorgehoben
54.4358.97833333333335Koordinaten: 54° 26′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 5 m ü. NHN
Fläche: 17,09 km²
Einwohner: 780 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25813
Vorwahl: 04841
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 120
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Webpräsenz: www.simonsberg.de
Bürgermeisterin: Angela Feddersen (WGS)
Lage der Gemeinde Simonsberg im Kreis Nordfriesland
Karte
Luftbild (Mai 2012)

Simonsberg ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Simonsberg liegt etwa acht Kilometer südwestlich von Husum auf der Halbinsel Eiderstedt an der Nordseeküste. Östlich verläuft die Bundesstraße 5, die Grüne Küstenstraße von Husum nach Heide.

Geschichte[Bearbeiten]

Simonsberg − eine Gründung des dänischen Königs Olaf I. − gehörte zusammen mit Lundenberg und Padelack zur Lundenbergharde. Diese ehemalige Verwaltungseinheit war bis zu einer Sturmflut im Jahre 1338 mit Alt-Nordstrand verbunden, während sie von Eiderstedt durch den nördlichen Mündungsarm der Eider getrennt war. Weitere Sturmfluten ließen die Lundenbergharde zur Insel werden, die erst 1468 durch die Bedeichung der Südermarsch mit dem Festland verbunden wurde. Durch die Gewinnung des Adolfskoogs 1579 und des Obbenskoogs 1565 wurde die Lundenbergharde an Eiderstedt angebunden.

Simonsberg selbst wurde dreimal durch Sturmfluten zerstört und weiter landeinwärts wieder aufgebaut. Nachdem die Burchardiflut von 1634 alle drei Kirchen des Kirchspiels zerstört hatte, wurde 1657 eine Kirche auf einer Warft im Gebiet des 1531 errichteten, nun gänzlich zerstörten Neuen Padelacker Koogs gebaut. Diese Kirche wurde 1829 abgebrochen.

Noch schlimmer wüteten die schweren Sturmfluten 1717/18 (vgl. Weihnachtsflut 1717), die die gesamte Harde ein Opfer der Naturgewalten werden ließen. 1500 ha Land gingen verloren. Die Überlebenden bauten Häuser aus Soden, Treibholz und Schilf und nützten 143 Jahre lang Gebiete der ehemaligen Lundenbergharde als Vorland zum Gräsen. Der ehemalige südliche Seedeich der Harde wurde nun zum nördlichen Seedeich. Nur ein winziges Stückchen wurde 1721 als neuer Koog von einem Deich geschützt.

1860 kauften die Einwohner das Land vom dänischen König zur Wiedereindeichung. 1861 wurde der neue Simonsberger-Koog eingedeicht, der allerdings bei weitem nicht die Ausdehnung der alten Harde hat.

Im Rahmen eines Landgewinnungsprogrammes unterlegt durch die nationalsozialistische Blut-und-Boden-Ideologie konnte 1934/35 der Finkhaushalligkoog eingedeicht werden (vgl. u.a. Adolf-Hitler-Koog, Hermann-Göring-Koog)[2], der aus dem Vorland der Finkhaus-Hallig und der Padelack-Hallig, wo vor 1634 die alte Padelacker Kirche gestanden hatte, mit dem entsprechenden Wattländereien bestand. Die letzte Wiedereindeichung fand nach einer großen Sturmflut 1962 im Rahmen der Deichverkürzung in den Jahren von 1965 bis 1967 statt. Ein Koog mit 30 ha Speicherbecken und 170 ha Aufstockungsflächen wurde eingedeicht. Der früher Simonsberger Koog genannte Deich wurde in „Deich der 163er“ zu Ehren des Panzergrenadierbataillons 163 umbenannt, welches diesen Deich verteidigte.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft WGS seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze und die SPD drei. Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die WGS 68,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die SPD erreichte 31,4 Prozent. Die Sitzverteilung blieb unverändert. Die Wahlbeteiligung betrug 56,6 Prozent.[4]

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Angela Feddersen (WGS) zur Bürgermeisterin gewählt. Sie folgte damit auf Erwin Kröger (WGS).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

Die erste bekannte Simonsberger Kirche - die eventuell einen noch weiter nördlich liegenden Vorgänger hatte - ging in der Burchardiflut unter. Da es nicht gelungen war, das überschwemmte Land anschließend wieder zu bedeichen, stand die 1657 erbaute Salvator-Kirche im Vorland, so dass die Gottesdienstzeiten von Ebbe und Flut abhängig waren. 1825 erlitt sie so schwere Sturmschäden, dass sie bald darauf abgerissen werden musste.

Die dritte Kirche, ein klassizistischer Backsteinbau, wurde nach Plänen des dänischen Staatsbaumeisters Christian Frederik Hansen auf der höchsten und größten Warft, die auch noch Platz für den Friedhof hatte, etwas abseits des Dorfes gebaut. Kanzel, Taufbecken und -deckel sowie das spätgotische Altarkreuz stammen aus den untergegangenen Kirchen der Lundenbergharde. Die Kirchenglocke von 1486 fand man 1830 am Grund einer Wehle wieder.

Wester-Spätinge[Bearbeiten]

NSG Wester Spätinge.jpg Wester-Spätinge ist ein knapp 27 ha großes Naturschutzgebiet in der Gemeinde.

Tourismus[Bearbeiten]

Am Schöpfwerk gibt es eine Badestelle, in der Nähe einen Campingplatz und ein Hotel befindet sich direkt am Seedeich. Im Ort gibt es eine Ferienhaussiedlung sowie diverse Ferienwohnungen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Simonsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Lars Amenda: „Volk ohne Raum schafft Raum“. Rassenpolitik und Propaganda im nationalsozialistischen Landgewinnungsprojekt an der schleswig-holsteinischen Westküste, in: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte 45 (2005), S. 4-31 (PDF; 228 kB) Abgerufen: 28. Dezember 2008
  3. Die Nordsee war wie ein reißender Fluss (17. März 2006), Abgerufen: 28. Dezember 2008
  4. Ergebnis Simonsberg Kommunalwahl 2013