Koldenbüttel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Koldenbüttel
Koldenbüttel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Koldenbüttel hervorgehoben
54.3863888888899.06777777777782Koordinaten: 54° 23′ N, 9° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 25,76 km²
Einwohner: 921 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 36 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25840
Vorwahl: 04881
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 070
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Webpräsenz: www.koldenbuettel.de
Bürgermeister: Detlef Honnens (WGK)
Lage der Gemeinde Koldenbüttel im Kreis Nordfriesland
Karte

Koldenbüttel (nordfriesisch: Koolnbütel, niederdeutsch: Kombüddel, dänisch: Koldenbyttel) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Luftbild (Mai 2012)
Historischer Grenzstein von Coldenbüttel

Koldenbüttel liegt im Marschgebiet der Eider-Treene-Niederung etwa acht Kilometer südlich von Husum und westlich von Friedrichstadt, wo der Nebenfluss Treene in die Eider mündet. Koldenbüttel gilt als östlichste Gemeinde Eiderstedts.

Die Bundesstraße 202 verläuft durch den Ort und verbindet ihn mit Friedrichstadt sowie in Gegenrichtung mit der Teilstrecke der Bundesstraße 5, die von Husum über Tönning nach Heide führt.

Bis zur Treeneabdämmung von 1570 war das Gemeindegebiet durch die Eider und das in die Treene fließende Wasser den Sturmfluten der Nordsee ausgesetzt. Auf dem ehemaligen Deich verläuft heute eine Straße, die früher eine direkte Straßenverbindung von Koldenbüttel nach Friedrichstadt darstellte und jetzt für den Kraftverkehr kurz vor der Einmündung auf die Bundesstraße 202 und deren Bahnübergang endet.

An der Bahnstrecke (Husum –) Abzw Hörn – Tönning – Bad St. Peter-Ording gab es seit deren Eröffnung 1854 einen Haltepunkt Büttel zur Bedienung von Friedrichstadt. Nach dem Bau der Marschbahn, welche einen zentrumsnahen Bahnhof für Friedrichstadt bot, wurde dieser Haltepunkt aufgelassen.

Geschichte[Bearbeiten]

Koldenbüttel geht auf eine ältere Siedlung/Heimatstätte „-büttel“ zurück, die zur Zeit der Völkerwanderung verlassen und vor 1000 bis 1200 Jahren wieder besiedelt wurde. Der Ortsname bedeutet dementsprechend auch „kalte (im Sinne von erkaltete, erloschene) Siedlung“.

Die St.-Leonhard-Kirche wurde um 1200 von friesischen Einwanderern, die um 1100 in Eiderstedt siedelten, errichtet. An derselben Stelle gab es in vorchristlicher Zeit eine heilige Quelle. Der Ort taucht urkundlich erstmals 1352 auf. Der einzeln stehende Kirchturm aus Holz (Glockenstapel) in Koldenbüttel ist der älteste seiner Art in Schleswig-Holstein. Das Holz, aus dem er errichtet wurde, wurde nachweislich um 1461 gefällt. Das Pastorat wurde 1658 erbaut.

Mit der Eingliederung Schleswig-Holsteins in die preußische Verwaltung als Provinz Schleswig-Holstein kam Koldenbüttel 1867 zum Kreis Eiderstedt und bildete ab 1889 einen eigenen Amtsbezirk, ab 1948 ein eigenes Amt. Seit dem 26. April 1970 gehört Koldenbüttel zum Kreises Nordfriesland. Der Ort war zunächst im Amt Friedrichstadt eingegliedert. Nach dessen Auflösung im Jahr 2008 zählt er zum Amt Nordsee-Treene.

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurde ein Gebiet mit damals etwa 30 Einwohnern an Friedrichstadt abgetreten.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Von den elf Sitzen der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft Koldenbüttel (WGK) seit der Kommunalwahl 2008 fünf Sitze und die CDU und die SPD hatten je drei Sitze. Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die WGK 55,0 Prozent der abgegebenen Stimmen und errang sechs Sitze. Die SPD kam auf 30,3 Prozent und drei Sitze. Auf die CDU entfielen 4,6 Prozent und damit ein Sitz. Ein Einzelbewerber erhielt 8,1 Prozent und kam damit in die Gemeindevertretung. Die Wahlbeteiligung betrug 64,4 Prozent.[3]

Bürgermeister[Bearbeiten]

In der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung wurde Detlef Honnens (WGK) für die Wahlperiode 2013–2018 zum neuen Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Unter grünem Wellenschildhaupt, darin eine waagerechte gesprengte goldene Kette, in Silber zwei schmale blaue Wellenbalken über einem blauen Dreispitzzinnenschildfuß, darin ein schmaler silberner Wellenbalken.“[4]

Stadtbild und Kultur[Bearbeiten]

Das Kirchdorf Koldenbüttel ist von zahlreichen Gehöften und kleineren Katen umgeben, die sich in verschiedenen Kögen noch auf Gemeindegebiet und oft auf Warften befinden. Von den einst 35 Haubargen steht heute noch einer: der Riesbüllhof. Der Schütthof wurde im Dezember 2008 durch ein Feuer zerstört.

Neben der Kirche steht das Diakonat. Das 1969 gebaute Gebäude wird noch vom Giebel seines Vorgängerbaus von 1614 gekrönt. Das Pastorat befindet sich seit 1754 im 1658 gebauten Marschbürgerhaus.

Seit 1997 findet im Ort jährlich die Veranstaltungsreihe „Koldenbüttler Sommer“ mit Konzertabenden und Kunstausstellungen statt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Beiderseits der Bundesstraße 202 haben sich in zwei Gewerbegebieten, die bis unmittelbar an Friedrichstadt heranreichen, mehrere Handwerksbetriebe und Handelsunternehmen angesiedelt. Dazu gehören mehrere Verbrauchermärkte, die den Nachbarort Friedrichstadt und die sonstige Nahregion mit versorgen.

Im Gemeindegebiet gibt es weitläufige Wohnsiedlungen, viele Einwohner pendeln nach Friedrichstadt, Husum, Tönning oder Heide.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Becker und Gert Kaster: Kulturlandschaft Eider-Treene-Sorge. Wachholtz, Neumünster 2005, S. 100–101

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Koldenbüttel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 182.
  3. Ergebnis Koldenbüttel Kommunalwahl 2013
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein