Breklum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Breklum
Breklum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Breklum hervorgehoben
54.6047222222228.98444444444447Koordinaten: 54° 36′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Mittleres Nordfriesland
Höhe: 7 m ü. NHN
Fläche: 10,06 km²
Einwohner: 2343 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 233 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25821
Vorwahl: 04671
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 020
Adresse der Amtsverwaltung: Theodor-Storm-Str. 2
25821 Bredstedt
Webpräsenz: www.breklum.de
Bürgermeister: Heinrich Bahnsen (CDU)
Lage der Gemeinde Breklum im Kreis Nordfriesland
Karte

Breklum (nordfriesisch: Brääklem) ist eine Gemeinde auf der Grenze zwischen Marsch und Schleswigscher Geest im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Borsbüll (dänisch: Borsbøl; nordfriesisch: Buursbel) und Riddorf (Ridderup; Rääderup) liegen im Gemeindegebiet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Breklum liegt an der Bundesstraße 5, der Grünen Küstenstraße zwischen Husum und Niebüll und der Marschbahn von Hamburg nach Westerland. An der Nordseeküste westlich von Breklum befindet sich das Naturschutzgebiet Beltringharder Koog.

Geschichte[Bearbeiten]

Breklumer Kirche

Die ersten Spuren einer Besiedlung stammen aus der jüngeren Steinzeit (ca. 4300–2300 v. Chr.). Es wurden Siedlungsreste und Megalithgräber (Großsteingräber) gefunden, die auf eine größere Ansiedlung im Bereich des heutigen Breklum schließen lassen. Ebenso wurden Kulturgegenstände wie Tonscherben und Dolche aus Flint gefunden. Die Besiedlung lässt sich seitdem durch die Zeit verfolgen: Grabhügel und andere Funde aus der Bronzezeit (ca. 2300–550 v. Chr.), Urnenfelder aus der Eisenzeit (ca. 550 v. Chr.–400 n. Chr.) sowie Spuren einer Besiedlung aus der Wikingerzeit (800–1100 n. Chr.).

Die Breklumer Kirche, die vermutlich dem Heiligen Olaf geweiht war, wurde um 1200 errichtet. Sie gilt als ein besonderes Bauwerk der späten Backsteinromanik im Landesteil Schleswig. Die dicken Mauern, die zum Teil aus großen Feldsteinen bestehen, weist die Kirche als eine Wehrkirche aus, in der die Bewohner des Umlandes bei Überfällen Schutz finden konnten. Breklum war ein Kirchspiel, und die Kirche bildete in der Nordergoesharde ein Zentrum für die Bewohner dieser Harde. Im 14. Jahrhundert erlangten die bisher zum Kirchspiel zählenden Gemeinden Bordelum und Drelsdorf ihre jeweilige Eigenständigkeit. Bis 1530 gehörte auch Bredstedt zum Kirchspiel Breklum.[2]

Gebäude des Christian-Jensen-Kollegs – frühere Missionsanstalt

1876 gründete der Breklumer Pastor Christian Jensen (1839–1900) die Nordelbische Missionsgesellschaft (heute: Zentrum für Mission und Ökumene – Nordkirche weltweit), die bis heute Missionare ausbildet und in zahlreiche Länder und Regionen wie Indien, Ostafrika, Indonesien und China entsendet. Die Partnergemeinde Kochiakonadi befindet sich in Indien.

Nach der Gründung der preußischen Provinz Schleswig-Holstein im Jahr 1866 entstand aus dem Kirchspiel Breklum eine Kirchspielslandgemeinde. Sie umfasste die elf Dorfschaften Almdorf, Borsbüll, Breklum, Fehsholm, Högel, Lütjenholm, Riddorf, Sönnebüll, Struckum, Vollstedt und Wallsbüll.

Am 1. April 1934 wurde die Kirchspielslandgemeinde Breklum aufgelöst. Alle ihre Dorfschaften, Dorfgemeinden und Bauerschaften wurden zu selbständigen Gemeinden/Landgemeinden, so auch ihr Hauptort Breklum.[3] Noch im selben Jahr wurden die Gemeinden Borsbüll und Riddorf nach Breklum und Fehsholm und Wallsbüll nach Struckum eingemeindet. Diese Gemeinden gehören auch heute noch zur Kirchengemeinde Breklum.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

  • Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft WGB seit der Kommunalwahl 2008 acht Sitze, die CDU hat sieben und die SPD zwei.
  • Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die WGB 43,6 Prozent und damit sechs Sitze. Die CDU kam auf 38,1 Prozent und fünf Sitze. Auf die SPD entfielen 18,3 Prozent und zwei Sitze. Es waren nur noch 13 Mandate zu vergeben. Die Wahlbeteiligung betrug 51,6 Prozent.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Heinrich Bahnsen (CDU) erneut zum Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün ein asymmetrischer silberner Farnwedel, oben rechts eine silbern-rote Lutherrose.“[5]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Einzelhandelsbetriebe im Zentrum Breklums

Die Gemeinde Breklum verfügt über ein breites Angebot von Dienstleistungen und Einzelhandelsbetrieben. Außerdem befindet sich ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und psychosomatische Erkrankungen in der Gemeinde. Die Wohnnutzung ist für den Ort inzwischen wichtiger als die Landwirtschaft.

Sport[Bearbeiten]

Der SV Germania Breklum ist einer der größten nichtstädtischen Sportvereine Nordfrieslands. Am 19. Juni 2010 wurde der neue Sportpark eingeweiht.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Uwe Pörksen (* 1935), Professor für Sprache und Ältere Literatur
  • Fiede Kay (1941–2005), Sänger und Liedermacher niederdeutscher Lieder

Mit Breklum verbunden[Bearbeiten]

  • Heinrich Hansen (* 1861 in Klockries bei Lindholm; † 1940 in Breklum), evangelischer Pfarrer und Initiator der Hochkirchlichen Vereinigung

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2013 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Ortwin Pelc (Hrsg.): Das neue Schleswig-Holstein Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2006, Lemmata Breklum und Bredstedt.
  3.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, S. 251.
  4. Ergebnis Gemeindewahl Breklum 2013. auf der Webseite Amt Mittleres Nordfriesland
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  6. Mitteilung des SV Germania Breklum (PDF-Datei; 53 kB), abgerufen am 16. Mai 2012