Hattstedtermarsch

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Hattstedtermarsch führt kein Wappen
Hattstedtermarsch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hattstedtermarsch hervorgehoben
54.5486111111118.9751Koordinaten: 54° 33′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 35,26 km²
Einwohner: 295 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25856
Vorwahl: 04846
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 043
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Webpräsenz: www.amt-nordsee-treene.de
Bürgermeister: Jan Ingwersen (WGH)
Lage der Gemeinde Hattstedtermarsch im Kreis Nordfriesland
Karte

Hattstedtermarsch (dänisch: Hatsted Marsk, friesisch: Haatstinger Määrsch) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt nördlich von Husum im Urstromtal der Arlau und wird im Bereich der besiedelten Köge durch diese nach Norden begrenzt. Im Beltringharder Koog bildet dagegen der nördliche Damm des Arlau-Speichbeckens die südliche Gemeindegrenze. Die Westgrenze markiert heute der Landesschutzdeich des Beltringharder Koogs.

Die Besiedlungsstruktur der Hattstedtermarsch ist gekennzeichnet durch mehrere kleinere Ansammlungen von Häusern, jeweils an Straßen oder früheren Deichlinien, auf Warften und alten Sandbänken. Daneben gibt es auch noch viele einzeln stehende Häuser und Bauernhöfe.

Ein Teil des als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Beltringharder Koogs, sowie der Hattstedter Neuer Koog und der heute mit dem Gemeindenamen bezeichnete ehemalige Hattstedter Alter Koog befinden sich im Gemeindegebiet. In der Vergangenheit war dieses Gebiet Teil des früheren Verwaltungsbezirks Südergoesharde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der Hattstedtermarsch geht zurück auf die Eindeichung zweier Köge. Der heute den Namen der Gemeinde tragende Hattstedter Alter Koog wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts dem Meer abgerungen. Kurze Zeit später, im Jahr 1500 erfolgte die Bedeichung des Hattstedter Neuer Koog (im Volksmund aufgrund seiner Lage zum älteren Siedlungsgebiet auch Nordkoog genannt).

Erste Siedlungsaktivitäten in der damals weitestgehend noch unbedeichten Marschbucht vor der namensgebenden Geestrandsiedlung Hattstedt gab es jedoch bereits früher. So geht man heute davon aus, dass bereits Angelsachsen vor dem 5. Jahrhundert in diesem Gebiet wirtschafteten.

Von diesem Zeitpunkt an sollten aber noch einige Jahrhunderte bis zur Gemeindegründung vergehen. Erste gemeinschaftlich zu organisierende Aufgabe war die Wasserbewirtschaftung (Entwässerung). Vor allem die Schwierigkeiten in diesem Bereich machte ein gemeinschaftliches Vorgehen notwendig. So schlossen sich die einzelnen Siedlungen dieses Gebiet zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Hattstedtermarsch-Commüne zusammen, einem Zweckverband, welcher für diesen Aufgabenbereich verantwortlich zeichnete. Diese später als Dorfschaft bezeichnete Gemeinschaft bildete den Ursprung der im Jahre 1934 gegründeten eigenständigen Landgemeinde im Amtsbezirk Hattstedt. Nach Auflösung der Amtsbezirke im Jahr 1948 wurde die Gemeinde Teil der Kirchspielslandgemeinde Hattstedt, die sich noch im gleichen Jahr in Amt Hattstedt umbenannte. Die Gemeinde gehörte ebenso wie das Amt zum Kreis Husum, ab 1970 zum Kreis Nordfriesland.

Vor allem die schweren Sturmfluten aus den Jahren 1962 und 1976 bereitete den Küstenschützer der Region großes Kopfzerbrechen. Vor allem die mit vielen Kurven anfällige Außendeichslinie im Bereich des Hattstedter Neuer Koog war für Deichbrüche stark anfällig. Aus diesem Grund wurden Pläne für eine Eindeichung der gesamten Nordstrander Bucht erstellt, die zum Bau des teilweise zur Gemeinde gehörigen Beltringharder Koogs führte.

Heute ist mit dem neuen Koog sowohl die Gefahr der Überschwemmung weiter Marschgebiete im mittleren Nordfriesland gebannt. Gleichzeitig bildet der neue Koog eine hervorragende Entwicklungsmöglichkeit für die Gemeinde im Bereich des Fremdenverkehrs.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hatte die Wählergemeinschaft WGH seit der Kommunalwahl 2008 sieben Sitze und die Wählergemeinschaft WGHGr zwei. Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 kandidierte nur noch die WGH. Bei einer Wahlbeteiligung von 51,3 Prozent errang sie die neun Sitze.[2]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Für die Wahlperiode 2013–2018 wurde Jan Ingwersen (WGH) zum Bürgermeister gewählt. Er folgte damit auf Elline Lorenzen, die zur Ehrenbürgermeisterin ernannt wurde.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Landwirtschaft war früher die Haupteinkommensquelle. Sie hat in den letzten Jahrzehnten allerdings einen starken Strukturwandel durchgemacht, wodurch im Ganzen ihre Bedeutung zurückgegangen ist. Dafür haben sich in den letzten Jahren vermehrt andere Wirtschaftszweige etabliert. Kleinunternehmen haben sich vor allem in den Sektoren Tourismus und Handwerk, in kleinerem Ausmaß auch im Bereich der Windenergie gebildet.

Hotel Arlauschleuse

Tourismus[Bearbeiten]

Direkt am Beltringharder Koog und an der Arlau liegt das bekannte Hotel Arlau-Schleuse. Daneben gibt es viele private Ferienwohnungen und -häuser.

Mit der Eindeichung des Beltringharder Kooges 1987 hat die Hattstedtermarsch ihre Badestellen und damit eine Attraktion verloren. Mittlerweile befinden sich die nächsten Badestellen unweit der Gemeinde in Schobüll oder am Lüttmoorsiel.

Aktivurlaubern bieten sich aber weiterhin Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Das weite und zum Teil kurvige Straßennetz eignet sich zum Fahrrad- oder Motorradfahren oder zum Inline-Skating. Die Gewässer der Arlau oder des Jelstroms bieten Möglichkeiten zum Angeln. Die Arlau ist darüber hinaus auch für kleine Kanutouren geeignet. Naturliebhaber kommen bei Exkursionen im Beltringharder Koog auf ihre Kosten.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Gebiet der Hattstedtermarsch verlaufen mit der B 5 und der Marschbahn die wichtigsten Verkehrsadern der Westküste Schleswig-Holsteins. Der aktuelle Verlauf der Bundesstraße markiert heute die Grenze zur sogenannten Ostermarsch, einem Teilgebiet des Hattstedter Alter Koog. Die Bundesverkahrswegeplanung sieht für die Zukunft eine Neutrassierung der B 5 vor. Sie wird dann weiter östlich größtenteils direkt an die Eisenbahntrasse angrenzen. Mit der Verlegung wird das Ziel verfolgt, die benachbarten Dörfer Hattstedt bzw. Struckum, sowie weiter nördlich Breklum und Bredstedt vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Die übrigen Verkehrswege im Gemeindegebiet sind vergleichsweise schmal aber dennoch in fester Bauweise ausgeführte Wirtschaftswege.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hattstedtermarsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Ergebnis Hattstedtermarsch Kommunalwahl 2013
  3. Wechsel an der Spitze Husumer Nachrichten vom 4. Juli 2013, abgerufen am 5. Juli 2013