Gambassi Terme

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Gambassi Terme
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Gambassi Terme (Italien)
Gambassi Terme
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Florenz (FI)
Koordinaten: 43° 32′ N, 10° 57′ O43.53333333333310.95332Koordinaten: 43° 32′ 0″ N, 10° 57′ 0″ O
Höhe: 332 m s.l.m.
Fläche: 82 km²
Einwohner: 4.860 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einw./km²
Postleitzahl: 50050
Vorwahl: 055
ISTAT-Nummer: 048020
Schutzpatron: San Sebastiano (20. Januar)
Website: Gemeinde Gambassi Terme
Panorama von Gambassi Terme
Panorama von Gambassi Terme

Gambassi Terme ist eine Gemeinde mit 4860 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Florenz in der Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Gambassi Terme in der Provinz Florenz

Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 82 km². Sie liegt ca. 35 km südwestlich der Provinz- und Regionalhauptstadt Florenz an der Via Francigena[2]. Die Gemeinde liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 273 GG[3] und im Elsatal.

Die wichtigsten Gewässer im Gemeindegebiet sind der Fluss Elsa, der 6 km im Ort verbringt, und der Torrente Egola (4 von insgesamt 33 km). Beide fließen später dem Arno linksseitig zu.[4]

Zu den Ortsteilen zählen Badia a Cerreto (70 m, ca. 900 Einwohner), Case Nuove (52 m, ca. 500 Einwohner), Catignano (177 m, ca. 50 Einwohner), Pillo (162 m, ca. 100 Einwohner) und Varna (187 m, ca. 100 Einwohner).[5]

Die Nachbargemeinden sind Castelfiorentino, Certaldo, Montaione, San Gimignano (SI) und Volterra (PI).

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 1917 war die Gemeinde Ortsteil von Montaione. Danach wurde sie zusammen mit Castagno, Catignano und Varna eine eigenständige Gemeinde. Dieser Trennung ging ein etwa zwanzigjähriger Streit um den Haushalt und die Umverteilungen voran.

Der Ort selbst stammt aus der Zeit der Etrusker, wahrscheinlich im 7. Jahrhundert v. Chr. zum ersten Mal besiedelt. Die Burg Castello di Gambassi wurde am 9. Januar 1037 erstmals als Besitz des Guido del fu Ranieri dokumentiert[6] und umfasste den heutigen historischen Ortskern. Bis 1113 gehörte der Ort zum Grafen Conte Ugo del fu Uguccione de’ Cadolingi[6]. Im 12. Jahrhundert wurde Gambassi Volterra angegliedert und am Anfang des 13. Jahrhunderts wurde der Ort San Gimignano zugewiesen, fiel aber schon 1294 an die Republik Florenz. 1322 wurde Gambassi von Florenz erlaubt, eigene Statuten zu erheben[7].

Wirtschaft[Bearbeiten]

  • Seit dem Mittelalter bis zu den heutigen Tagen ist Gambassi Terme für die Glasproduktion bekannt[8][9]. Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Glasherstellung 1276, als acht Herstellungsbetriebe in den Dokumenten aufgeführt wurden[10].
  • Seit dem 14. Jahrhundert wurden die Thermalquellen des Acqua Salsa di Pillo[11] benutzt, mittlerweile zu einem modernen Thermalbad umgebaut[8]. Im Gemeindegebiet wurden zudem Teile von Thermalanlagen gefunden, die auf die Zeit der Etrusker und Römer zurückgehen und heute im Rathaus ausgestellt sind.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gambassi Terme im Winter
Chiesa di Cristo Re (auch Chiesa dei Santi Jacopo e Stefano genannt) am Ortseingang von Gambassi Terme
Pieve di Santa Maria Assunta a Chianni
  • Abbazia di San Pietro a Cerreto, Abtei im Ortsteil Badia a Cerreto. Die Eremitage entstand zwischen 1059 und 1072 durch die Kamaldulenser. Die Kirche enthielt das Werk Incoronazione della Vergine von Lorenzo Monaco (1414 entstanden für die Kirche Chiesa di Santa Maria degli Angeli in Florenz, am Ende des 16. Jahrhunderts nach Cerreto verlegt), welches sich heute in den Uffizien befindet. Im Gegenzug ließ die florenzer Stadtverwaltung ein Gemälde von Francesco Soderini (Vergine col Bambino tra i Santi Monaca e Agostino, 1726 entstanden) hier ausstellen.
  • Chiesa di Cristo Re (auch Chiesa dei Santi Jacopo e Stefano genannt[12]), 1940 entstandene Kirche nahe der älteren und 1786 zerstörten Kirche Chiesa di San Luca (auch Chiesa degli Agostiniani). Enthält von Biagio di Antonio Tucci das Werk Madonna tra i santi Giovanni Battista e Girolamo und von Pier Francesco Fiorentino das Gemälde Vergine col Bambino in trono tra i Santi Giovanni, Francesco, Matteo e Jacopo.
  • Chiesa di Santa Cristina, 1935 errichtete Kirche kurz außerhalb des Ortes an der Via Volterrana in Richtung Montaione/Volterra.
  • Chiesa di San Giovanni Battista a Varna, bereits 1230 erwähnte Kirche im Ortsteil Varna.
  • Pieve di San Frediano a Montignoso, bereits am 3. März 1144 dokumentierte Pieve im Ortsteil Montignoso.
  • Pieve di Santa Maria Assunta a Chianni, eine Pieve, die als Ort schon von Sigerich der Ernste in seinen Aufzeichnungen zur Via Francigena um 994 erwähnt wurde[13].
  • La produzione vetraria a Gambassi tra XIII e XVII secolo (Die Glasproduktion in Gambassi zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert), dauerhafte Ausstellung seit 1996[14] mit vier Sektionen (Sezioni). Der Hauptteil der Ausstellungsstücke wurde 1983 bei Ausgrabungen in der Via delle Campane und auf der Piazza del Castello (1995 bis 1998) gefunden.[15]
    • Sezione I: La produzione del vetro in Italia (Glasproduktion in Italien) [16]
    • Sezione II: La tecnologia del vetro preindustriale (Vorindustrielle Techniken der Glasherstellung) [17]
    • Sezione III: La vita quotidiana nei luoghi di produzione di Gambassi (Der Alltag in den glasherstellenden Orten um Gambassi) [18]
    • Sezione IV: La produzione del vetro lungo la Via Francigena (Die Glasproduktion entlang der Via Francigena) [19]
  • Parco comunale, öffentlicher Park kurz außerhalb des historischen Ortskerns (Castello), war ehemals Teil der Villa Sinnai. Wurde 1916 von der Familie Niccoli erstanden, die den Park mit Elementen aus Afrika bereicherte. Seit den 1930er Jahren ist der Park im Besitz der Gemeinde.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort liegt vom Fernverkehr abgeschnitten. Die nächsten Anschlussstellen an Fernstraßen befinden sich in Poggibonsi an den Raccordo autostradale 3 (Florenz-Siena, ca. 22 km entfernt) oder in Empoli an die Strada di grande comunicazione Firenze-Pisa-Livorno (ca. 25 km entfernt). Die nahegelegensten Haltepunkte am Schienenverkehr liegen in Certaldo und Castelfiorentino, beide ca. 9 km entfernt.

Die historische Via Francigena führte durch den Ort. Die Francigena ist hier verlaufsgleich mit der Via Cassia, die in älteren Dokumenten auch als Via Clodia[12] geführt wird. Zudem liegt der Ort an der Via Volterrana, die von Castelfiorentino nach Volterra führt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Gambassi Terme hat eine Gemeindepartnerschaft mit:

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gambassi Terme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Visitvaldelsa.com: La Via Francigena in Toscana nel tratto che passa da Gambassi (ital.), abgerufen am 20. Januar 2010.
  3. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 4. Oktober 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)
  4. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Gambassi Terme, abgerufen am 4. Oktober 2013 (ital.)
  5. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Florenz, abgerufen am 4. Oktober 2013 (ital.)
  6. a b Emanuele Repetti: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana.
  7. Visitvaldelsa.com: La storia di Gambassi Terme, dai conti cadolingi e il castello di Salamarzana alla famiglia dei Medici di Toscana (engl.), abgerufen am 20. Januar 2010.
  8. a b Abctuscany.com: Gambassi Terme – Florence – Tuscany Italy (ital.), abgerufen am 20. Januar 2010.
  9. Visitvaldelsa.com: L’arte del vetro a Gambassi Terme, le fornaci e i maestri bicchierai della Toscana, abgerufen am 20. Januar 2010 (ital.)
  10. Sistema Museale della Valdelsa Fiorentina (Hrsg.): Una via dell’arte in Toscana. S. 82.
  11. Visitvaldelsa.com: Il Cieco di Gambassi, Giovanni Gonnelli e le sue opere in Toscana. Nato a Gambassi nel 1603, abgerufen am 20. Januar 2010 (ital.)
  12. a b c Touring Club Italiano: Firenze
  13. Visitvaldelsa.com: Chiesa di Santa Maria Assunta in Chianni, a Gambassi antica tappa sulla Via Francigena in Toscana (ital.), abgerufen am 20. Januar 2010.
  14. Istituto e Museo di Storia della Scienza IMSS des Museo Galileo, abgerufen am 27. September 2011 (ital.)
  15. Sistema Museale della Valdelsa Fiorentina (Hrsg.): Una via dell’arte in Toscana. S. 80–104.
  16. Sistema Museale della Valdelsa Fiorentina (Hrsg.): Una via dell’arte in Toscana. S. 80–83.
  17. Sistema Museale della Valdelsa Fiorentina (Hrsg.): Una via dell’arte in Toscana. S. 83–94.
  18. Sistema Museale della Valdelsa Fiorentina (Hrsg.): Una via dell’arte in Toscana. S. 95–103.
  19. Sistema Museale della Valdelsa Fiorentina (Hrsg.): Una via dell’arte in Toscana. S. 103–104.
  20. Offizielle Webseite der Gemeinde Gambassi Terme zu den Gemeindepartnerschaften, abgerufen am 4. Oktober 2013 (ital.)
Navigationsleiste „Via Francigena

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