Groupe Ligier

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Groupe Ligier
Rechtsform Société Anonyme
Gründung 1969
Sitz Abrest, Frankreich Frankreich
Leitung
  • François Ligier, PDG[1]
Mitarbeiterzahl 339[2]
Umsatz EUR 156 Mio.[2]
Branche Automobilhersteller
Website www.ligier.fr
Stand: 2019

Groupe Ligier, S.A. (vormals Automobiles Ligier) mit Sitz in Abrest ist ein französischer Automobilhersteller. Das Unternehmen entstand 2008 aus dem Zusammenschluss von Automobiles Ligier und seinem Wettbewerber Microcar.[3] Das Unternehmen ist seit 1969 im Automobilbau und vormals auch im Automobilsport tätig. Nachdem anfangs hauptsächlich Sportfahrzeuge hergestellt wurden, hat man sich mittlerweile ganz auf Leichtfahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotoren spezialisiert. Zwischen 1976 und 1996 nahm das Unternehmen als „Équipe Ligier“ an der Formel-1-Weltmeisterschaft teil.

Die Ligier Automotive in Magny-Cours ist ein Unternehmen des Rennfahrers Jacques Nicolet, der diesen Namen seit 2013 für Rennfahrzeuge nutzt. Ende 2018 wurde es der Name eines Unternehmens, zu dem die Rennwagenhersteller Onroak Automotive und Tork Engineering, das Rennteam OAK Racing und der Motorenhersteller Sodemo fusioniert wurden.[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ligier JS2

1969 begann das von Guy Ligier gegründete Unternehmen mit dem Bau des Sportwagens JS1 (1969–1970 mit Ford-Motor). Dieser Wagen wurde nie in Serie gebaut. Die Fahrzeuge waren auf Rennsporteinsätze zugeschnitten, erhielten aber teilweise auch eine Straßenzulassung. Ligier benannte alle Sport- und Rennwagen zum Gedenken an seinen 1968 verstorbenen Freund Jo Schlesser nach dessen Initialen. 1970 folgte der JS2 mit Ford-Motor und ab 1972 mit dem Maserati-Motor, der auch in dem ebenfalls ab 1972 im Auftrag von Citroën von Ligier gefertigten Luxuscoupé SM zum Einsatz kam. Mit dem JS2 schloss das Ligier-Werksteam das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1975 als Gesamtzweiter ab. 1980 begann Ligier sich ein neues Standbein mit der Produktion von Leichtfahrzeugen aufzubauen, die über Elektro- oder Verbrennungsmotoren verfügen. Diese zweisitzigen Autos dürfen teilweise ohne Führerschein bzw. mit einem Mopedführerschein, neu mit Führerschein „Klasse S“ oder „T“ gefahren werden.

Ligier Serie 7
Autonomer Bus EasyMile EZ10

Unter Führung von Guys Sohn, Philippe,[6] erfolgte im April 2008 der Kauf des Konkurrenten Microcar mit Unterstützung von „21 Centrale Partners“, einem von Alessandro Benetton geführten Private-Equity-Fonds, der bei dieser Transaktion die Kapitalmehrheit von der Familie Ligier übernahm.[7] 2012 übernahm der Enkel von Guy, François Ligier, die Führung im Unternehmen.[6] 2014 wurde Easymile, ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Partnerunternehmen Robosoft in Toulouse gegründet. Es entwickelt und vermarktet den autonomen elektrischen Kleinbus EZ-10, der bei Ligier gebaut wird.

Im August 2016 zog sich „21 Centrale Partners“ aus dem Unternehmen zurück, deren Beteiligung wurde von anderen Finanzinvestoren übernommen, wobei auch das Management beteiligt wurde.[1] Anfang 2021 erfolgte ein weiterer Wechsel bei den Finanzinvestoren.[8]

Modellprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ligier Flex

Unter den Marken Ligier und Microcar werden eine Reihe von Kleinstwagenmodelle mit Zweizylinder-Common-Rail-Dieselmotor von Lombardini oder Elektromotor angeboten. Seit 2010 ist Ligier auch im Bereich der Nutzfahrzeuge tätig, derzeit mit Leichtfahrzeugen der Modellreihen Pulse, Flex und Be Sun, jeweils mit Diesel- oder Elektromotor.

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ligier JS11 von 1979 auf dem Goodwood Festival of Speed 2008

Von 1976 bis 1996 unterhielt Ligier einen Rennstall, der in der Formel-1-Weltmeisterschaft engagiert war. Das Team bestritt 325 Formel-1-Rennen und erzielte neun Siege. In den späten 1970er-Jahren war es eines der erfolgreichsten Teams. Mit Beginn der Turbo-Ära ließen die Leistungen allerdings nach. Nach einigen Besitzerwechseln übernahm Alain Prost 1996 den Rennstall, um ihn von 1997 bis 2001 unter der Bezeichnung Prost Grand Prix fortzuführen.

2005 kehrte Ligier in den Motorsport zurück: In Zusammenarbeit mit Automobiles Martini wurden mit den Modellen Ligier JS49 (französische V-de-V-Serie) und Ligier JS47 (Formel 3) wieder Rennwagen gefertigt. Seit 2014 bietet die Firma OnRoak Automotive mit dem JS P2 ein Fahrzeug für die LMP2-Klasse an, welches unter dem Namen Ligier sowohl in der ELMS, WEC als auch in der amerikanischen USCC von Kunden eingesetzt wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ligier Fahrzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Siparex entre chez Ligier Group. Presseartikel zum Anlass des Eigentümerwechsels 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Les Echos, 24. August 2016, archiviert vom Original am 26. Oktober 2016; abgerufen am 26. Oktober 2016 (französisch).
  2. a b Portfolio Companies: Ligier Group Edify Investment Partners. Abgerufen am 17. Mai 2021
  3. Notre histoire: Naissance de Ligier Group. In: ligier.fr. Ligier Group SA, abgerufen am 22. Mai 2021 (französisch).
  4. Ligier Automotive : un seul nom, une seule force. 31. Dezember 2018, abgerufen am 22. Mai 2021 (französisch).
  5. Michael Brückner: Ligier Automotive – Fusion vierer Unternehmen unter neuem Namen. In: lsr-freund.de. 31. Dezember 2018, abgerufen am 22. Mai 2021 (deutsch).
  6. a b Guy Ligier, une vie à 100 à l’heure. Presseartikel anlässlich des Todes von Guy Ligier. Les Echos, 17. August 2015, abgerufen am 26. Oktober 2016 (französisch).
  7. Voitures sans permis : Bénéteau cède Microcar à Ligier. In: Ouest-France. 1. April 2008, abgerufen am 26. Oktober 2016 (französisch).
  8. Denis Meynard: Ligier va investir pour verdir ses voitures sans permis. In: Les Échos. 18. Januar 2021, abgerufen am 17. Mai 2021 (französisch).