Groupe Ligier

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Groupe Ligier
Rechtsform Société Anonyme
Gründung 1969
Sitz Abrest, FrankreichFrankreich Frankreich

Leitung

  • François Ligier, PDG[1]
Mitarbeiter 225[1]
Umsatz EUR 125 Mio.[1]
Branche Automobilhersteller
Website www.ligier.fr
Ligier-Emblem auf einem Fahrzeug

Groupe Ligier, S.A. (vormals Automobiles Ligier) mit Sitz in Abrest ist ein französischer Automobilhersteller mit den Marken Ligier und Microcar. Das Unternehmen ist seit 1969 im Automobilbau und vormals auch im Automobilsport tätig. Nachdem anfangs hauptsächlich Sportfahrzeuge hergestellt wurden, hat man sich mittlerweile ganz auf Leichtfahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotoren spezialisiert.

Zwischen 1976 und 1996 nahm das Unternehmen als „Équipe Ligier“ an der Formel-1-Weltmeisterschaft teil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1969 begann das von Guy Ligier gegründete Unternehmen mit dem Bau des Sportwagens JS1 (1969–1970 mit Ford-Motor). Dieser Wagen wurde nie in Serie gebaut. Die Fahrzeuge waren auf Rennsporteinsätze zugeschnitten, erhielten aber teilweise auch eine Straßenzulassung. Ligier benannte alle Sport- und Rennwagen zum Gedenken an seinen 1968 verstorbenen Freund Jo Schlesser nach dessen Initialen. 1970 folgte der JS2 mit Ford-Motor und ab 1972 mit dem Maserati-Motor, der auch in dem ebenfalls ab 1972 im Auftrag von Citroën von Ligier gefertigten Luxuscoupé SM zum Einsatz kam. Mit dem JS2 schloss das Ligier-Werksteam das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1975 als Gesamtzweiter ab.

1980 begann Ligier sich ein neues Standbein mit der Produktion von Leichtfahrzeugen aufzubauen, die über Elektro- oder Verbrennungsmotoren verfügen. Diese zweisitzigen Autos dürfen teilweise ohne Führerschein bzw. mit einem Mopedführerschein, neu mit Führerschein „Klasse S“ oder „T“ gefahren werden.

Unter Führung von Guys Sohn, Philippe,[2] erfolgte im April 2008 der Kauf des Konkurrenten Microcar mit Unterstützung des 21 Centrale Partners, ein von Alessandro Benetton geführter Private-Equity-Fonds, der bei dieser Transaktion die Kapitalmehrheit von der Familie Ligier übernahm.[3] 2012 übernahm der Enkel von Guy, François Ligier, die Führung im Unternehmen.[2]

Im August 2016 zog sich 21 Centrale Partners aus dem Unternehmen zurück, deren Beteiligung wurde von mehreren Finanzinvestoren übernommen.[1]

Modellprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den Marken Ligier und Microcar werden eine Reihe von Kleinstwagenmodelle mit Lombardini Zweizylinder Common-Rail Dieselmotor oder Elektromotor angeboten.

Seit 2010 ist Ligier auch im Bereich der Nutzfahrzeuge tätig, derzeit mit Leichtfahrzeugen der Modellreihen Pulse, Flex und Be Sun, jeweils mit Diesel- oder Elektromotor. 2014 wurde Easymile, ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Partnerunternehmen Robosoft in Toulouse gegründet, um den von Ligier gebauten autonomen elektrischen Kleinbus EZ-10 zu entwickeln und zu vermarkten.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ligier JS11 von 1979 auf dem Goodwood Festival of Speed 2008
Hauptartikel: Équipe Ligier

Von 1976 bis 1996 unterhielt Ligier einen Rennstall, der in der Formel-1-Weltmeisterschaft engagiert war. Das Team bestritt 325 Formel-1-Rennen und erzielte neun Siege. In den späten 1970er-Jahren war es eines der erfolgreichsten Teams. Mit Beginn der Turbo-Ära ließen die Leistungen allerdings nach. Nach einigen Besitzerwechseln übernahm Alain Prost 1996 den Rennstall, um ihn von 1997 bis 2001 unter der Bezeichnung Prost Grand Prix fortzuführen.

2005 kehrte Ligier in den Motorsport zurück: In Zusammenarbeit mit Automobiles Martini wurden mit den Modellen Ligier JS49 (französische V-de-V-Serie) und Ligier JS47 (Formel 3) wieder Rennwagen gefertigt. Seit 2014 bietet die Firma OnRoak Automotive mit dem JS P2 ein Fahrzeug für die LMP2-Klasse an, welches unter dem Namen Ligier sowohl in der ELMS, WEC als auch in der amerikanischen USCC von Kunden eingesetzt wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ligier Fahrzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Siparex entre chez Ligier Group. Presseartikel zum Anlass des letzten Eigentümerwechsels. Les Echos, 24. August 2016, abgerufen am 26. Oktober 2016 (franz).
  2. a b Guy Ligier, une vie à 100 à l’heure. Presseartikel anlässlich des Todes von Guy Ligier. Les Echos, 17. August 2015, abgerufen am 26. Oktober 2016 (franz).
  3. Voitures sans permis : Bénéteau cède Microcar à Ligier. Ouestfrance, 1. April 2008, abgerufen am 26. Oktober 2016 (franz).