Sarrebourg

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Sarrebourg
Wappen von Sarrebourg
Sarrebourg (Frankreich)
Sarrebourg
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Sarrebourg
Gemeindeverband Communauté de communes de Sarrebourg-Moselle Sud
Koordinaten 48° 44′ N, 7° 3′ OKoordinaten: 48° 44′ N, 7° 3′ O
Höhe 244–325 m
Fläche 16,40 km²
Einwohner 12.306 (1. Januar 2013)
Bevölkerungsdichte 750 Einw./km²
Postleitzahl 57400
INSEE-Code
Website Sarrebourg

Rathaus Sarrebourg

Sarrebourg (deutsch: Saarburg, lothr. Saarburch/Saarbuerj) ist eine französische Gemeinde mit 12.306 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Moselle in der Region Lothringen. Sie liegt in einem weiten Becken am Oberlauf der Saar. Die nächsten Großstädte sind Straßburg, Saarbrücken und Nancy.

Sarrebourg ist eine Unterpräfektur (frz. sous-préfecture) des Départements Moselle und Verwaltungssitz des Gemeindeverbands Sarrebourg (Communauté de Communes de l’agglomération sarrebourgeoise).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor etwa 2000 Jahren entstand die römische Poststation Pons Saravi dort, wo die Römerstraße von Reims nach Straßburg die Saar an einer Furt überquerte. An der Kreuzung großer Straßen und inmitten eines fruchtbaren Beckens gelegen, entwickelte sich der Ort zum Handelszentrum. Die Villa Saint-Ulrich mit ihren 33 Einzelgebäuden zeugt von der damaligen Bedeutung des Ortes.

Mitte des 3. Jahrhunderts begann die Invasion der Germanen in die römischen Provinzen am Rhein. Die ersten Befestigungsanlagen entstanden. Im Jahre 259/260 fiel der Limes, um 455 die Rheingrenze. Damit begann die fränkische Besiedelung des Gebiets um Saarburg.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der Merowinger war die Stadt wegen ihrer Lage an der Straße vom Oberrhein über die Salinen im Seille-Gebiet nach Metz ein wichtiges Zentrum und ist 713 als Münzstätte Sareburgo belegt, in der Zeit der Karolinger 818 als castrum. 713 hält hier ein Graf Willibert Gericht, 720/721 ein Graf Adalchard. Letzterer Name verweist auf den späteren karolingischen Seneschall Adalhard.

Im Vertrag von Meerssen im Jahre 870, in dem das östliche Lotharingien dem Ostfrankenreich zugeschlagen wird, wird das Gebiet um Sarrebourg als Oberer Saargau bezeichnet. 966 ist eine Grafschaft Sarrebourg (comitatus Saraburg) belegt, Graf ist Odacher, vermutlich ein Nachfahre des 893 im nördlich angrenzenden Bliesgau amtierenden Odaker aus dem Geschlecht der Wigeriche.

Sarrebourg wird in der Folgezeit greifbar als Lehen der Bischöfe von Metz an die Grafen von Metz.

Zur Zeit Kaiser Ottos (967–983) amtierte Folmar I., „Graff zu Sarburg“, welcher 982–995 zugleich Graf im Bliesgau war.[1] Dessen Nachfahren traten auf als Grafen von Metz, Herren von Lunéville und Hombourg-Haut und waren Vasallen des Bischofs von Metz.

1171 oder später, nach dem Tod von Folmar VII., dem letzten agnatischen Nachkommen Folmars I., wurde jener beerbt durch seinen Vetter Hugo X. von Dagsburg.[2]

Nach dem Tod von Gertrud von Dagsburg im Jahre 1225 zog das Bistum Metz die vergebenen Lehen (Grafschaft Metz, Herrenstein bei Neuwiller-lès-SaverneTurquestein, die Saarburg und Saaralb) als erledigt ein und übten von da an unmittelbar die Kontrolle über die Gegend aus.[3]

1240 wurde die Stadtbefestigung erweitert. Eine wirtschaftliche Blüte setzte ein, die ihren Höhepunkt im 14. Jahrhundert hatte. Die Glas- und Keramikproduktion war eine der Grundlagen dieses Aufschwungs.

Die Beziehungen nach Metz verschlechterten sich. Am 2. November 1464 unterstellte sich Sarrebourg per Vertrag dem Herzogtum Lothringen.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt verwüstet. Es folgten Pest und Hungersnöte, so dass Herzog Leopold sich schließlich gezwungen sah, Immigranten aus Tirol, der Schweiz und Italien nach Lothringen zu rufen.

Im Frieden von Vincennes 1661 kam Sarrebourg zu Frankreich und gehörte nun zu dem Landstreifen, der Frankreich mit dem Elsass verband und Lothringen spaltete. Die zerstörte Stadt wurde wieder aufgebaut.

Von 1871 bis 1918/19 gehörte Sarrebourg zum Deutschen Reich. Entsprechend dem Friedensvertrag von Frankfurt zwischen der Französischen Republik und dem Deutschen Reich vom 10. Mai 1871 musste Frankreich größere Gebiete des Elsass und Lothringens an das Deutsche Reich abtreten. Auch die Stadt Sarrebourg wurde damit 1871 an das Deutsche Reich angegliedert. Mit der neu geschaffenen Verwaltungsstruktur war die Stadt unter dem deutschen Namen Saarburg der Verwaltungssitz des Landkreises und Kantons Saarburg im Bezirk Lothringen des Reichslandes Elsaß-Lothringen. Als Verkehrs- und Verwaltungsmittelpunkt sowie umfangreiche Garnison (Stab der 59. Infanterie- und 30. Kavalleriebrigade, ein Infanterieregiment Nr. 97, die Ulanen-Regimenter Nr. 11 und Nr. 15 und zwei Abteilungen Feldartillerie Nr. 15) erlebte die Stadt eine Zeit des Wohlstandes.

Heute ist Sarrebourg ein florierendes Handelszentrum mit Industrie in den Bereichen Metallverarbeitung, Druckerzeugnisse, Schuhproduktion (Mephisto) und Agrarerzeugnisse.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 11.080 11.413 12.615 12.699 13.311 13.330 12.786

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Bartholomäus
  • Kirche St. Bartholomäus
  • Franziskanerkapelle (Chapelle des Cordeliers) aus dem 13. und 16. Jahrhundert mit einem großen Glasfenster von Marc Chagall
  • Heimatmuseum (Musée du Pays de Sarrebourg)
  • Gallo-römische Villa Saint-Ulrich

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wirkten im Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Clemens Müller (1875–unbekannt), Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Saarburg
  • Pierre Messmer (1916–2007), französischer Premierminister, Minister, Bürgermeister von Sarrebourg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sarrebourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johannes Hoops, Heinrich Beck (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 26. Walter de Gruyter, 2004, S. 14 (google.de)
  2. Andreas Schommer: Das Grafenhaus “Metz - Lunéville - Blieskastel”. Abgerufen am 16. September 2016.
  3. Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. Erste Section. A-G. In: J. S. Ersch, J. G. Gruber (Hrsg.): Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge von genannten Schriftstellern bearbeitet. 29. Theil. F. A. Brockhaus, Leipzig 1837, S. 19 (google.de).