VW T4

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Volkswagen
Caravelle GL (langer Radstand, 1990–1995)

Caravelle GL (langer Radstand, 1990–1995)

T4
Verkaufsbezeichnung: Transporter,
Caravelle,
Multivan,
California
Produktionszeitraum: 1990–2003
Klasse: Utilities
Karosserieversionen: Kleinbus, Kastenwagen, Pritschenwagen
Motoren: Ottomotoren:
1,8–2,8 Liter
(49–150 kW)
Dieselmotoren:
1,9–2,5 Liter
(44–111 kW)
Länge: 4707–5107 mm
Breite: 1840 mm
Höhe: 1940–2430 mm
Radstand: 2920–3320 mm
Leergewicht:
Vorgängermodell: VW T3
Nachfolgemodell: VW T5

Der VW T4 ist ein Kleintransporter der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge.

1992 wurde der T4 zum Van of the Year gewählt.

Allgemeines[Bearbeiten]

Mit der Einführung des T4 (VW-interne Modellbezeichnung: Typ 70) ab August 1990 – einer kompletten Neukonstruktion – ging nach 34 Jahren auch im Volkswagenwerk Hannover die Ära des Heckantriebs und des Heckmotors zu Ende. Der T4 war das erste Transportermodell von VW, das mit zwei verschieden langen Karosserien und Radständen erhältlich war. Das neue Antriebskonzept mit vorn quer liegendem Reihenmotor mit Antrieb der Vorderräder hatte vor allem den Vorteil einer durchgehenden Ladefläche.

Die Räder waren einzeln aufgehängt, vorn an Doppelquerlenkern mit Drehstabfederung, hinten an einer Schräglenkerachse mit Schraubenfedern, die den tiefen Laderaumboden ermöglichte. Der T4 hatte eine Zahnstangenlenkung. Hydraulische Servounterstützung gab es von Anfang an bei den Transportern mit Fünfzylindermotoren, bei Caravelle GL sowie Multivan und ab 1995 serienmäßig bei allen Modellen. Die Vierzylindermodelle waren bei der Markteinführung noch mit 14″-Fahrwerk ausgerüstet. An der Hinterachse kamen bis Ende 1995 Trommelbremsen zum Einsatz. Die Bremsanlage war, wie bereits seit dem T2 üblich, mit einer lastabhängigen Bremskraftverteilung ausgerüstet, um ein gleichmäßiges Abbremsen aller Räder in allen Beladungszuständen zu gewährleisten. Ein Automatikgetriebe war nur mit Fünfzylindermotoren und eine Klimaanlage nur mit Motoren ab 2,0 l Hubraum erhältlich.

Neben dem Transporter als LKW, der in erster Linie von Firmen und Behörden genutzt wurde, erfreute sich vor allem der Multivan großer Beliebtheit, weil er mit der praktischen Innenausstattung (Klapptisch, Bett, Einzelsitze in der zweiten Reihe) viel Komfort für Reisen bot, dennoch Pkw-ähnliche Abmessungen aufwies und so auch im Alltag handlich war. In die USA wurde nur diese – dort mit wesentlich besserer Ausstattung als Eurovan bezeichnete – Version exportiert.

Der T4 war mit zwei unterschiedlichen Radständen (2920 mm und 3320 mm) erhältlich, wobei der Multivan nur mit kurzem Radstand lieferbar war. Der Aufpreis betrug anfangs 1000 DM für die lange Version.

Im Gegensatz zu den früheren Modellen T2 und T3 mit Heckmotor fehlte beim Pritschenwagen der „Tresor“ unter der Ladefläche. Der kleine verschließbare Stauraum im geschlossenen Unterbau zwischen Motor und Fahrerhaus war in kleinerer Ausführung auch bei der Doppelkabine des T3 vorhanden und wurde für den T4 von einigen Zubehörlieferanten für den nachträglichen Einbau angeboten.

Die Bundeswehr nutzte dieses Modell ab 1995 als Nachfolger für den T3-Pritsche und beschaffte etwa 5610 Fahrzeuge.

Ausstattungsvarianten des T4 in Deutschland[Bearbeiten]

Der T4 wurde in folgenden Varianten angeboten:

  • Transporter mit Aufbauten in zahlreichen Ausführungen (Kastenwagen, Kombi mit bis zu neun Sitzplätzen und einfacher Inneneinrichtung, Pritsche mit und Pritsche mit Doppelkabine, Fahrgestell mit Kabine usw.)
  • Syncro Erst ab 1993 erhältlich, da zuvor noch der T3 als syncro weiter produziert wurde. Der Allradantrieb war nur in Verbindung mit den Fünfzylindermotoren erhältlich, jedoch für alle Aufbauten und Ausstattungsvarianten und wahlweise mit Differentialsperren. Die T4-Syncros stammen alle aus Hannover und hatten das gleiche Fahrwerk wie die Fronttriebler (ohne Höherlegung), wodurch die Geländegängigkeit geringer war als beim Vorgänger.
  • Großraumlimousine Caravelle (Zusatzkürzel wie „C“ oder „CL“ wie beim T3 entfielen). Von außen kaum vom Transporter Kombi zu unterscheiden, innen jedoch mit hochwertiger Vollverkleidung und gepolstertem Himmel, mit maximal neun Sitzplätzen inkl. Fahrerplatz. Heckwischer und Kopfstützen hinten von Beginn an Serie (beim Transporter Kombi erst später)
  • Großraumlimousine Caravelle GL als Krönung des Programms: in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger, 15"-Fahrwerk und Servolenkung auch für Vierzylindermotoren, Vollradkappen, Wärmeschutzverglasung, elektrische Außenspiegel, Velourssitze und Stoffspiegel in den Seitenverkleidungen sind nur einige Beispiele der umfangreichen Serienausstattung, die im Laufe der Modelljahre erweitert wurde (z.B. um Drehzahlmesser).
  • Familien- und Freizeitmobil Multivan (Sechssitzer) Äußerlich war das vergleichsweise karge Grundmodell vom Transporter Kombi lediglich durch Details wie die Schiebetürleiste (schwarz statt blank) und Vollradkappen zu unterscheiden. Auch die Vierzylinderversionen hatten hier stets Servolenkung und 15"-Fahrwerk. Innen Vollverkleidung mit Isolierung und Holzboden mit Kunststoffbeschichtung im Fahrgastraum, Stoffboden vorne, Rücksitzbank mit Kopfstützen und als Bett umklappbar, vorne und mittig Einzelsitze mit Armlehnen (Beifahrersitz drehbar), einknöpfbare Vorhänge für alle Fenster, zwei Schiebefenster, Beifahrer-Schminkspiegel beleuchtet, Zweitbatterie und eine Kühlbox waren Serie. Der bzw. optional die beiden mittleren Einzelsitze waren bis Modelljahr 1999 fix entgegen der Fahrtrichtung (mit hochklappbarer Sitzfläche), danach drehbar ausgeführt. Zugleich entfiel die in dem Sitz integrierte Kühlbox.
  • Familien- und Freizeitmobil Multivan Allstar bzw. Classic. Mit Modelljahr 1993 wurde der vergleichsweise schlichte Multivan um eine siebensitzige Variante ergänzt, die eine für damalige Zeit gute Ausstattung aufwies: Elektrische Außenspiegel und Fensterheber vorne, Drehzahlmesser, Nebelscheinwerfer, durchgehender Stoffboden, Zentralverriegelung, Wärmeschutzverglasung, 15"-Leichtmetallfelgen, Kassettenradio mit Lautsprechern vorne und hinten, uvm. waren Serie. Der Allstar hatte außen eine silbergrau abgesetzte Schürze rundum und hellgrau/hellrosa gemusterte Sitzbezüge. Die Auswahl an Außenfarben war eingeschränkt. Der ein Jahr später nachgereichte Classic war mit einfärbiger Lackierung inklusive Stoßfängern und Sitzbezügen zeitloser gestaltet als der Caravelle GL.
  • Reisemobil California (Coach) mit Aufstelldach, Compactdach oder Nasenhochdach als einfaches Campingmobil. Radnabenkappen in Felgensilber. Ab Herbst 1992 mit dem Namenszusatz Coach, dabei entfiel die Fensterscheibe links hinten. 1994 auch als besser ausgestattetes Sondermodell California Highway.
  • Reisemobil California Exclusive ab 1995 als Campingfahrzeug mit festem Hochdach als Alkoven, stets langem Radstand und hochwertiger Serienausstattung.
  • Reisemobil Carthago Malibu mit Aufstelldach oder Hochdach in verschiedenen Ausführungen auf kurzem oder langem Radstand.
  • Kamei ClubVan, ein Fahrzeug, das von der Firma Kamei in Wolfsburg auf Basis des Caravelle gebaut wurde. Es gibt nur etwa 100 Exemplare. Typisch für ihn sind sechs Einzelsitze, wobei die zwei Sitze der dritten Sitzreihe elektronisch verstellbare Sessel sind und zwischen ihnen zwei Klapptische vorhanden sind. Bis zur Einführung des Business war es das teuerste Fahrzeug von VW; es wurde meist als Konferenzwagen genutzt. Von außen gut am Frontspoiler bzw. an der Seitenbeplankung erkennbar.
  • Caravelle Business ab Herbst 1997 (als indirekter Nachfolger der Version „Caravelle Carat“ beim T3) als edler Sechssitzer mit Lederausstattung für Wohlhabende oder Geschäftsreisende, die das Understatement lieben. Dieses Fahrzeug war vor Einführung des VW Phaeton das teuerste Auto der Marke Volkswagen.

T4-Facelift und Große Produktaufwertung (1996–2003)[Bearbeiten]

Der T4 erfuhr zum Jahresende 1995 eine „Große Produktaufwertung“ (GP), ein Eigenname von VW für Modellpflege. Bei Multivan, Caravelle und California wurde die Vorderwagenkarosserie auffällig um acht Zentimeter verlängert. Der bis dahin rechteckige Kühlergrill erhielt bei diesen gehobenen Varianten das zum damaligen Zeitpunkt VW-typische „Happy Face“, zugleich wurden die Scheinwerfer des langen Vorderwagens durch eine keilförmige Verjüngung dynamischer gestaltet und mit weißen statt gelben Blinkleuchten ergänzt. VW wollte damit die Pkw-Versionen optisch von den Transporter-Varianten abheben, die das bisherige Gesicht unverändert bis zum Produktionsende beibehielten. Wie alle T4 bekamen aber auch die einfachen Transporter neue, elastischere Stoßfänger, die von hinten durch nun zwei Nebelschlussleuchten leicht erkennbar sind (von denen in Deutschland und in vielen anderen Ländern aus rechtlichen Gründen nur die linke tatsächlich eine Leuchteinheit enthielt). Die GP umfasste auch zahlreiche technische Änderungen. So hatten alle Räder ein neues Felgendesign und Scheibenbremsen nun auch an den Hinterachsen. Sämtliche Varianten hatten nun eine Abgasanlage mit nach unten gerichteten Doppelendrohren. Im Innenraum hielten neue Schalter am Armaturenbrett Einzug, die Zifferblätter, Sitzbezüge und die Innenverkleidungen wurden optisch überarbeitet.

Gleichzeitig mit der großen Produktaufwertung kam erstmals ein TDI-Motor zum Einsatz, ein Fünfzylinderdiesel mit 2,5 l Hubraum, der bereits 1990 im Audi 100 mit 88 kW (120 PS) sein Debüt hatte, im T4 aber auf 75 kW (102 PS) gedrosselt wurde. Mit der Einführung des langen Vorderwagens wurde auch erstmals der Einbau des 2,8-l-VR6-Motors mit 103 kW bzw. 140 PS – auch hier wiederum gedrosselt gegenüber der Pkw-Version – möglich. Beide neuen Motorisierungen waren durch TDI- bzw. VR6-Schriftzüge in Kühlergrill und am Heck erkennbar, der VR6 hatte zusätzlich stets 16"-Räder und die Kühlergrill-Lamellen in Wagenfarbe lackiert. 1998 erschien schließlich der stärkste Dieselmotor, eine leistungsgesteigerte Variante des TDI-Motors mit 111 kW (151 PS), äußerlich erkennbar an einem roten „I“ im Schriftzug, 16"-Felgen und nur mit langem Vorderwagen erhältlich. Zeitgleich wurde auch eine leistungsschwächere Version des TDI mit 65 kW (88 PS) nachgereicht, dann mit einem blauen „I“ im Schriftzug. Der 1,9-l-Vierzylinder-Turbodiesel blieb hingegen bis zum Produktionsschluss ein konventioneller Wirbelkammermotor, erkennbar etwa an dem manuellen Kaltstartzug am Fahrerplatz. Auch der 2,4 l Fünfzylinder-Saugdiesel wurde nicht auf SDI-Technologie umgestellt, sondern verblieb leicht gedrosselt auf 75 PS und mit Oxi-Kat versehen im Programm. Als letzte Neuerscheinung im Jahr 2000 ersetzte eine erstarkte Version des VR6-Motors mit 150 kW bzw. 204 PS das Vorgängertriebwerk, gekennzeichnet durch einen Schriftzug V6 mit roter „6“.

Motorvarianten des T4[Bearbeiten]

Ottomotoren
Modell Zylinder/
Ventile pro
Zylinder
Hubraum
cm³
Max. Leistung Max. Drehmoment Motorkennung Bauzeitraum[1]
1.8 [M 1] 4/2 1781 49 kW (67 PS) bei 4000/min 140 Nm bei 2200/min PD 09/1990–07/1992
2.0 4/2 1968 62 kW (84 PS) bei 4300/min 159 Nm bei 2200/min AAC 09/1990–06/2003
2.5 [M 2] 5/2 2461 81 kW (110 PS) bei 4500/min 190 Nm[M 3] bei 2200/min AAF, ACU, AEU 09/1990–10/1996
2.5 [M 2] 5/2 2461 85 kW (115 PS) bei 4500/min 200 Nm bei 2200/min AET, APL, AVT 08/1996–06/2003
2.8 VR6 [M 4] 6/2 2792 103 kW (140 PS) bei 4500/min 240 Nm bei 3000–3400/min AES 01/1996–05/2000
2.8 V6 [M 4] 6/4 2792 150 kW (204 PS) bei 6200/min 245 Nm bei 2500–5500/min AMV 05/2000–06/2003
Dieselmotoren
Modell Zylinder/
Ventile pro
Zylinder
Hubraum
cm³
Max. Leistung Max. Drehmoment Motorkennung Bauzeitraum[1]
1.9 D 4/2 1896 44 kW (60 PS)[M 5] bei 3700/min 127 Nm bei 1700–2500/min 1X 09/1990–07/1995
1.9 TD 4/2 1896 50 kW (68 PS) bei 3700/min 140 Nm bei 2000–3000/min ABL 08/1992–06/2003
2.4 D [M 2] [M 6] 5/2 2370 57 kW (78 PS) bei 3700/min 164 Nm bei 1800–2200/min AAB 09/1990–09/1998
2.4 D [M 2] 5/2 2370 55 kW (75 PS) bei 3700/min 160 Nm bei 1900–2900/min AJA 04/1997–06/2003
2.5 TDI[M 7] 5/2 2461 65 kW (88 PS) bei 3600/min 195 Nm bei 1900–2500/min AJT, AYY 05/1998–06/2003
2.5 TDI[M 7] [M 2] 5/2 2461 75 kW (102 PS) bei 3500/min 250 Nm bei 1900–2300/min ACV, AUF, AXL, AYC 09/1995–06/2003
2.5 TDI[M 2] [M 4] 5/2 2461 111 kW (151 PS) bei 4000/min 295 Nm bei 1900–3000/min AHY, AXG 05/1998–06/2003
  1. Mit Vergaser, nur für einige Exportländer
  2. a b c d e f Auch als syncro erhältlich
  3. Motor ACU: Beim Verwendung von Super (95 ROZ) 195 Nm
  4. a b c Nur für Caravelle, Multivan und California erhältlich
  5. Für einige Exportländer (z. B. Österreich) 45 kW (61 PS)
  6. Von 04/1997 bis 09/1998 nur als syncro erhältlich
  7. a b Der TDI-Schriftzug ist beim 65-kW-Motor durch ein blaues „I“ gekennzeichnet, beim 75-kW-Motor ist er komplett silber und beim 111-kW-Motor durch ein rotes „I“ abgesetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: VW T4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b VW engines http://vag-codes.info, 3. Juli 2011 (englisch)