Büdelsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Büdelsdorf
Büdelsdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Büdelsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 54° 19′ N, 9° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 6,5 km²
Einwohner: 9991 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1537 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24782
Vorwahl: 04331
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 034
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1
24782 Büdelsdorf
Webpräsenz: www.buedelsdorf.de
Bürgermeister: Jürgen Hein (parteilos)
Lage der Stadt Büdelsdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Büdelsdorf (dänisch: Bydelstorp, plattdeutsch: Büdelsdörp) ist eine Stadt in Schleswig-Holstein am Nord-Ostsee-Kanal, direkt nördlich von Rendsburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büdelsdorf liegt an der nördlichen Seite der Eider und des Nord-Ostsee-Kanals inmitten Schleswig-Holsteins und grenzt direkt an die Kreisstadt Rendsburg. In Büdelsdorf gibt es einen Hafen und die beiden Bundesautobahnen A 7 (Richtung Hamburg/Flensburg) und A 210 (Richtung Kiel) sind nur wenige Minuten entfernt. Diese geografische Lage führt zu einem stetigen Wachstum der jungen Stadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Besiedlung in der Umgebung von Büdelsdorf war ein Erdwerk der Trichterbecherkultur, welches vor 3400 v. Chr. datiert wird (siehe hierzu Erdwerk von Büdelsdorf). Sichtbare Zeugen dieser Zeit sind die Dolmen von Büdelsdorf. Aus der Bronzezeit wurde eine etwa um 1500 v. Chr. hergestellte Bronzeschwertklinge gefunden. Es wurden außerdem Siedlungsspuren aus der vorrömischen Eisenzeit um 500 v. Chr. nachgewiesen.

Die Siedlungsursprünge des heutigen Büdelsdorf werden etwa auf 1200 n. Chr. datiert. Verwaltungstechnisch gehörte Büdelsdorf Fræzlæt (Unterverwaltungsgebiet: Kamp), später dem Kreis Eckernförde (1867–1878), dem Kreis Rendsburg (1878–1970) und seit 1970 gehört Büdelsdorf dem Kreis Rendsburg-Eckernförde an. 1779 erhielt Büdelsdorf genaue Ortsgrenzen. Zu dieser Zeit lebten etwa 200 Menschen in Büdelsdorf. Der neue Eiderkanal, der 1784 fertiggestellt wurde, begünstigte die wirtschaftliche Situation Büdelsdorfs.

Die Carlshütte wurde 1827 gegründet. Diese Eisengießerei war damals der erste Industriebetrieb auf der jütischen Halbinsel und hatte um 1850 fast 500, um 1900 schon 1.100 und 1965 noch über 2.500 Beschäftigte. Die Carlshütte dominierte das wirtschaftliche Geschehen des Ortes über eine sehr lange Zeit.

1895 wurde der Nord-Ostsee-Kanal eröffnet. Um 1900 lebten knapp 3000 Einwohner in Büdelsdorf. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich bis 1940 auf 6000 Einwohner. Durch den Zustrom von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl 1945 auf 9000.

Rathaus von Büdelsdorf

Die Ahlmann-Carlshütte meldete 1974 ihren ersten Konkurs an. Zehn Jahre darauf, 1984, wurde ein neues Ortszentrum mit Rathaus, Bürgerhaus und Marktplatz gebaut. Im Jahr 1988 erfolgte die Umgemeindung von 1 km² Fläche aus der Nachbargemeinde Borgstedt für ein neues Industrie- und Gewerbegebiet. Die Ahlmann-Carlshütte meldete 1997 ihren zweiten Konkurs an und schloss. 1998 siedelte sich das Telekommunikationsunternehmen mobilcom (heute freenet) an. Hierzu gehört der 100 Meter hohe Sendeturm aus Fertigbeton.

Büdelsdorf erhielt am 1. Januar 2000 das Stadtrecht.[2]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

60 % der Büdelsdorfer Bevölkerung sind evangelisch-lutherisch, etwa 5 % katholisch, 32 % gehören keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft an.[3] In der Stadt gibt es zwei evangelische Kirchen, die 1928 erbaute Kreuzkirche in der Kirchenstraße und die 1972 erbaute Auferstehungskirche in der Berliner Straße.[4] Auf der Grenze zwischen Rendsburg und Büdelsdorf wurde 2009 die größte Moschee Schleswig-Holsteins eröffnet.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgerzentrum am Rathaus

Stadtvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Büdelsdorf[6]
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BWG
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Die Stadtvertretung von Büdelsdorf besteht aus 23 Mitgliedern. Sie setzt sich seit der Kommunalwahl 2013 aus zehn sozialdemokratischen (SPD), sieben christdemokratischen (CDU) Mitgliedern, vier Mitgliedern der Wählervereinigung (BWG) und zwei Mitgliedern des SSW zusammen. [7]

Bürgervorsteher ist Horst Eckert (SPD). Er folgte im Januar 2013 dem kurz zuvor verstorbenen Dieter Ellefsen. [8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister ist seit 2001 Jürgen Hein. Er wurde im Jahr 2009 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Vorgänger war der langjährige Bürgermeister Herbert Schütt (1974–2001).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Stadtwappens lautet: „Von Rot und Silber geteilt. Oben miteinander gekreuzt eine Sense und ein Dreschflegel mit goldenen Holz- und silbernen Metallteilen, unten an der Teilungslinie ein unterhalbes schwarzes Zahnrad.“ [9]

Das Wappen symbolisiert Landwirtschaft und Industrie. Bis 1827 lebte die Bevölkerung des Orts fast ausschließlich von der Landwirtschaft, die sich in der oberen Hälfte des Wappens widerspiegelt. 1827 wurde die Carlshütte erbaut, die in Büdelsdorf das Industriezeitalter einläutete und in der unteren Hälfte des Wappens symbolisch wiedergegeben wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulpturenpark im Vordergrund und das Kunst- und Kulturzentrum Kunst in der Carlshütte (KiC) im Hintergrund

Eisen Kunst Guss Museum Büdelsdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büdelsdorf hat 1963 ein Eisenkunstguss-Museum eingerichtet. Die Bestände gingen aus der Sammlung und anschließenden Stiftung durch Käte Ahlmann hervor. Das Museum wird von der Stiftung Schleswig-Holsteinischer Landesmuseen Schloss Gottorf getragen.

Kunstwerk Carlshütte und Nord Art[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände und in den Hallen der ehemaligen Carlshütte befindet sich das Kunst- und Kulturzentrum Kunstwerk Carlshütte (ehemals KiC), daran angeschlossen befindet sich ein Skulpturenpark. Jährlich von Juni bis September veranstaltet das Kunstwerk die internationale Kunstausstellung Nord Art.

Hauptartikel: NordArt

Kulturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Büdelsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale. Es handelt sich um die 1924 erbaute Direktorenvilla der Hollerschen Carlshütte.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Büdelsdorf gibt es ein Naturerlebnisbad, das von einem Förderverein getragen wird. Die größte Sportstätte ist das Eiderstadion, daneben gibt es Turnhallen an allen Schulen.

Die Büdelsdorfer Sportvereine sind der Büdelsdorfer TSV, FT Eider, der Büdelsdorfer Tennisclub, Büdelsdorfer Yachtclub, die DLRG, der SG Athletico, die Tischtennisfreunde Büdelsdorf sowie die Wassersportvereiniung an der Eider.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Büdelsdorf gibt es zwei Gewerbegebiete, den „Gewerbepark Carlshütte“ und das Gewerbegebiet "Fehmarnstraße/Wollinstraße".

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Büdelsdorf gab es im Jahr 2003 rund 660 Gewerbebetriebe. Zu den bekannteren Firmen zählt neben der Mecalac Baumaschinen GmbH (ehemals Ahlmann Baumaschinen GmbH) und der ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG noch die freenet AG. Weiterhin hat der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag ein Druckzentrum in der Stadt angesiedelt. Ebenso zu den größeren Betrieben am Ort gehören die Vereinigten Asphaltmischwerke, die Baugenossenschaft Mittelholstein eG sowie die Firma Werner Vollert Tiefbau, Kanalsanierung und Entsorgung GmbH & Co. KG.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büdelsdorf ist durch zwei Bundesautobahnen überregional angebunden, einerseits durch die A 7 von Hamburg nach Flensburg (E 45), Abfahrt Rendsburg/Büdelsdorf, andererseits durch die A 210 von Rendsburg nach Kiel.

Weiterhin kann der Ort über die B 202 von Kiel nach Sankt Peter-Ording, die B 203 von Eckernförde nach Büsum und die B 77 von Itzehoe nach Schleswig erreicht werden.

Bahnverbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Büdelsdorf befinden sich die Bahnstrecken Flensburg–Neumünster und Husum–Kiel auf einer gemeinsamen Trasse. Nächstgelegener betriebener Bahnhof ist Rendsburg. Derzeit gibt es Bestrebungen, einen verdichteten Zugverkehr zwischen Kiel und Rendsburg einzurichten, der eine Reaktivierung des Haltepunktes Büdelsdorf an neuem Standort zur Folge haben könnte.[10] Sowohl die ehemalige Station als auch der neue geplante Haltepunkt befinden sich auf dem Gebiet der Stadt Rendsburg.

Buslinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nachbarstadt Rendsburg befindet sich ein zentraler Umsteigepunkt für zahlreiche Überlandlinien, wovon mehrere mit Halten durch das Büdelsdorfer Stadtgebiet führen, so nach Eckernförde oder Gettorf. Der Stadtverkehr Rendsburg erschließt das Stadtgebiet Büdelsdorf mit den vier Linien 10, 11, 12 und 19.

Wasserwege und Häfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büdelsdorf ist über die Obereider zu erreichen, ein Sportyachthafen und der Ahlmannkai liegen in der Stadt, der Obereiderhafen Rendsburg ist für Schiffe bis 4,5 m Tiefgang befahrbar. Der Nord-Ostsee-Kanal mit dem Kreishafen in Rendsburg für Schiffe bis 9,5 m Tiefgang bietet eine Containerverladung bis 20 t.

Flughäfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist Hamburg-Fuhlsbüttel, einen Regionalflughafen gibt es in Lübeck-Blankensee. Ein Verkehrslandeplatz befindet sich südlich des Kanals in Rendsburg-Schachtholm.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Büdelsdorf gibt es insgesamt vier Schulen. Davon sind zwei, die Emil-Nolde-Schule und die Friedrich-Ebert-Schule, Grundschulen. Die Gemeinschaftsschule Heinrich-Heine-Schule wurde aus der Bertolt-Brecht-Schule (Realschule) und der Klaus-Groth-Schule (Hauptschule) gebildet. Im Jahr 2010 hat die Privatschule Mittelholstein einen Schulstandort hinter der Emil-Nolde-Schule eröffnet und bietet einen Grundschul-Zweig und einen weiterführenden Zweig an.[11]

Weiter gibt es in der Stadt fünf Kindergärten: Die beiden städtischen Kindergärten Lummerland und Liliput, den kirchlichen Kindergarten Kinderarche und zwei dänische Kindergärten (Ejderskolens Børnehave und H.C. Andersen Børnehave).[12]

Das Bürgerzentrum wird seit 2006 von der Rendsburger Volkshochschule Rendsburger Ring e.V. getragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Büdelsdorf verbundene Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büdelsdorf vermarktet sich unter dem Motto „Die junge Stadt“. In der Stadt findet donnerstags im Zentrum vor dem Rathaus ein Wochenmarkt statt. In der Stadt befindet sich weiterhin das einzige beheizte Naturfreibad Schleswig-Holsteins.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Büdelsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2000
  3. Ergebnis des Zensus 2011. In: www.Zensus2011.de. 9. Mai 2011, abgerufen am 21. August 2014.
  4. Kirchengemeinde Büdelsdorf. In: Kirchenkreis RD-ECK www.kkre.de. Abgerufen am 2. Mai 2014.
  5. Die größte Moschee Schleswig-Holsteins ist eröffnet. In: Landeszeitung www.shz.de. 12. Oktober 2009, abgerufen am 2. Mai 2014.
  6. Stadt Büdelsdorf - Politik und Verwaltung. In: www.buedelsdorf.de. Abgerufen am 3. Mai 2014.
  7. Große Enttäuschung bei der BWG. In: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung. Abgerufen am 27. Mai 2013.
  8. Die Basis für das Jahrhundertprojekt. In: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung. Abgerufen am 29. Dezember 2013.
  9. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  10. Bahnlinie nur bis zur Büsumer Straße? In: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung. 23. Juni 2010, abgerufen am 29. Dezember 2013.
  11. Privatschule baut in Büdelsdorf. In: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung. 10. Juni 2010, abgerufen am 29. Dezember 2013.
  12. Familienbroschüre 2010 der Stadt Büdelsdorf (PDF-Datei; 5,8 MB)