Brekendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Brekendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Brekendorf hervorgehoben

Koordinaten: 54° 25′ N, 9° 38′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Hüttener Berge
Höhe: 46 m ü. NHN
Fläche: 20,47 km2
Einwohner: 984 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24811
Vorwahl: 04336
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 030
Adresse der Amtsverwaltung: Mühlenstraße 8
24361 Groß Wittensee
Website: www.brekendorf.de
Bürgermeister: Reiner Mertens (UWB)
Lage der Gemeinde Brekendorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Brekendorf (plattdeutsch Brekendörp, dänisch Brekentorp) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Brekendorf erstreckt sich im Norden der naturräumlichen Haupteinheit Schwansen, Dänischer Wohld (und Amt Hütten) (Nr. 701) in den Hüttener Bergen etwa elf Kilometer südlich von Schleswig und fünfzehn Kilometer nördlich von Rendsburg am Rammsee.[2][3] Westlich des Dorfes erstreckt sich das Bett der Brekendorfer Au, die über die Mühlenau in Owschlag den Einzugsbereich der Sorge nach Norden hin erweitert.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehmberg, Tirol, Saar, Grevensberg, Moor, Trollbek, Hammer, Nordholz, Westerholz, Lehmrade, Holzhof und Jettmark liegen im Gemeindegebiet.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar angrenzende Gemeindegebiete von Brekendorf sind:[3]

LottorfSelkGeltorf Hummelfeld
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Ascheffel
Owschlag Ahlefeld-Bistensee (Ortsteil Ahlefeld)

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geologie des Gemeindegebiets ist geprägt von dem Naturraumübergang eines nur schwach reliefierten Bereichs der Niederen Geest (auch Vorgeest genannt) im Westen und dem sich östlich daran anschließenden, im direkten Vergleich zum zuvor genannten Landschaftsraum stark reliefierten Geländebereich der Hüttener Berge. Letztere sind gekennzeichnet als Endmoränen, die während des Weichsel-Glazials hier abgelagert wurden. Mit seinem Gipfel auf der Höhenlage von 105,7 Metern über Normalhöhennull ist der Scheelsberg eine der höchsten Erhebungen im Landesteil Schleswig. Ein weiterer Gipfel im Gemeindegebiet ist der Heidberg, der als Naturdenkmal geschützt ist.[5]

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet liegt der Brekendorfer Forst. Er ist Bestandteil des Landesbetriebs Schleswig-Holsteinische Landesforsten und umschließt den als Toteisloch im Eiszeitalter entstandenen Rammsee.[3] Ein Teil des Brekendorfer Forstes gehört zum NATURA 2000-Schutzgebiet FFH-Gebiet Wälder der Hüttener Berge.

Im Westteil liegt das Brekendorfer Moor und das sich von Owschlag bis hier hinein erstreckende Westermoor etwas südlich davon.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brekendorf wurde erstmals 1196 erwähnt (Dipl. dan.). Der Name bedeutet Dorf des *Breke, wahrscheinlich einer Entsprechung zu althochdt. Brachio, eine Namensform zu got. brahw augins (≈Blick in die Augen). In Hinblick auf das k liegt jedoch eine Entsprechung zu got. brakja für Ringkampf näher[7]. Zum Vergleich geht das nördlich liegende Brekenrude auf den Pflanzennamen dän. bregne für Farnkraut zurück[8].

Bei Ausgrabungen im Gemeindegebiet wurde eine Zierscheibe aus Bronze gefunden, die wohl um 800 v. Chr. hergestellt wurde.

Im Gemeindegebiet abgebaute Steine wurden unter anderem zur Uferbefestigung des Nord-Ostsee-Kanals und zum Bau des Hindenburgdamms, der Sylt mit dem Festland verbindet, genutzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2013 haben die CDU und die Wählergemeinschaft UWB je fünf Sitze und die SPD hat einen Sitz von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Gold und Blau im Dreibergschnitt geteilt. Oben eine Ameise, unten eine kreisrunde ornamentierte Zierscheibe in verwechselten Farben.“[10]

Das Wappen wurde anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Gemeinde 1996 genehmigt. Die Ameise bezieht sich auf die Volkssage, dass der Ort aufgrund einer Ameisenplage abgerissen und an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde, die auch den Ortsnamen erklären soll: afbreken ist das niederdeutsche Wort für abbrechen. Der Dreiberg symbolisiert die Lage des Ortes am Rande der Hüttener Berge. Die Zierscheibe stellt einen Fund bei Ausgrabungen im Gemeindegebiet dar. Die Scheibe wurde wohl um 800 v. Chr. hergestellt. Die Tingierung entspricht den Farben des Landesteils Schleswig, in dem die Gemeinde liegt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radarstellung der Bundeswehr

Brekendorf ist ein Bundeswehrstandort. Hier ist ein Teil des Abgesetzten Technischen Zugs 245 der Luftwaffe stationiert und betreibt ein Phased-Array Radarsystem des Typs GM 406F zur Luftverteidigung.[11]

Daneben bieten primär die Urproduktion der Landwirtschaft sowie der Tourismus wichtige Einkommensquellen für Unternehmen. Ergänzend sind einige Kiesgruben und ein Betonwerk im Ort vorhanden.

Viele Einwohner sind aber auch Pendler, die in Rendsburg, Schleswig oder Eckernförde arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das westliche Gemeindegebiet von Brekendorf führt die Bundesautobahn 7. Der Ort ist an der Anschlussstelle Owschlag (Nr. 7) an das Fernstraßennetz angebunden. Der Autobahnabschnitt zwischen den Anschlussstellen Schleswig/Jagel und Owschlag weist zwischen den Autobahn-Rastplätzen Lottorf (Richtungsfahrbahn Nord) und Brekendorfer Moor (Richtungsfahrbahn Süd) eine Besonderheit auf – er ist als Autobahn-Behelfsflugplatz ausgebaut.[3]

Im motorisierten Individualverkehr wird die Dorflage auf der östlich parallel verlaufenden Kreisstraße 76 erreicht. Sie zweigt wenige hundert Meter weiter südlich im benachbarten Gemeindegebiet von Owschlag von der schleswig-holsteinischen Landesstraße 265 ab. Die Richtungsfahrbahn Nord schließt direkt an der Kreisstraße an.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Brekendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2021 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 11, abgerufen am 9. Januar 2022.
  3. a b c d e f Relation: Brekendorf (557139) bei OpenStreetMap (Version #12). Abgerufen am 9. Januar 2022.
  4. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 2: Boren - Ellerau. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2002, ISBN 978-3-926055-68-2, S. 101 (dnb.de [abgerufen am 11. Juni 2020]).
  5. Vgl. Liste der Naturdenkmale im Kreis Rendsburg-Eckernförde (Nr. 17)
  6. Topographische Karte SH im Digitalen Atlas Nord. Abgerufen am 9. Januar 2021.
  7. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 181
  8. Johannes Kok: Det Danske folkesprog i Sønderjylland, Bd. 2, Kopenhagen 1867, S. 96
  9. Sitzverteilung Kommunalwahl 2013 (Memento vom 20. Dezember 2013 im Internet Archive)
  10. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  11. BMVg - Die Stationierung der Bundeswehr in Deutschland (Oktober 2011) (PDF 3,3MB)