Schierensee

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schierensee (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schierensee
Schierensee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schierensee hervorgehoben
Koordinaten: 54° 15′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Molfsee
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 9,18 km²
Einwohner: 379 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24241
Vorwahlen: 04305, 04347
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 141
Adresse der Amtsverwaltung: Mielkendorfer Weg 2
24113 Molfsee
Webpräsenz: www.schierensee.de
Bürgermeister: Manfred Kaiser (KWG)
Lage der Gemeinde Schierensee im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Schierensee ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Sie ist vor allem durch das gleichnamige Gut bekannt.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schierensee liegt nur wenige Kilometer südwestlich von Kiel im Naturpark Westensee. Östlich verläuft die A 215 von Kiel zum Autobahndreieck Bordesholm (A 7). Nördlich des Ortes liegen der Große Schierensee und der Kleine Schierensee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet der heutigen Gemeinde Schierensee lassen sich Siedlungsspuren von der Steinzeit bis ins Mittelalter nachweisen. Schriftlich erwähnt wird Schierensee erstmals 1470, als der auf Gut Bossee ansässige Gosche von Ahlefeld (1400–1475), dem das Land rund um den Westensee gehörte, das Dorf Groß-Schierensee und die Rottenburg an das Kloster Bordesholm verkaufte.[2] Reste der in der Urkunde erwähnte Rottenburg wurden 1834 am Ufer der Großen Schierensees gefunden. Sie werden auf etwa 1300 datiert.[3]

Auf der Rantzau-Tafel ist der Zustand des Herrenhauses, vermutlich eine kleine Wasserburg, um 1580 abgebildet.[4] Damals gehörte das adlige Gut Peter Rantzau, dem Bruder von Daniel Rantzau, dem Herrn von Deutsch-Nienhof, nach dessen Tod es häufig den Besitzer wechselte. 1704 bis 1729 gehörte das Gut Peter Marquard von Gude, der die Bibliothek seines Vaters Marquard Gude mitbrachte, die 1710 dank Leibniz` Vermittlung nach Wolfenbüttel gelangte.[5]

1752 kaufte Caspar von Saldern das Gut.[6] 1776 begann er mit dem Neubau des Gutshauses und der Anlage eines Landschaftsgartens auf dem Heeschenberg. Nach seinem Tod blieb das Gut in den Händen der Nachkommen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich Schierensee von einer rein landwirtschaftlich orientierten Gemeinde zu einer Wohngemeinde entwickelt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2008 hat die Wählergemeinschaft KWG alle neun Sitze in der Gemeindevertretung.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Durch einen silbernen Schrägwellenbalken von Grün und Blau geteilt. Oben drei goldene Ähren schrägbalkenweise, unten ein nach links schwimmender silberner Hecht.“[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Schierensee stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Gut Schierensee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW
Das ehemalige (erste) Gutshaus Schierensee

Caspar von Saldern, kaiserlich-russischer Staatsminister und geheimer Rat, war seit 1752 Eigentümer des Guts und legte den Grundstock zu der umfangreichen Bildersammlung. Das Herrenhaus wurde zwischen 1776 und 1782 mit barocken und klassizistischen Stilelementen erbaut und mit einem sehr fortschrittlich gestalteten Landschaftsgarten versehen.

Ein großer Teil der Inneneinrichtung und der Kulturschätze des Guts stammt original aus dem 18. Jahrhundert und steht genau wie das Gebäude selbst und der umliegende Park unter Denkmalschutz. Der Landschaftsgarten wird zurzeit restauriert. Die im Gutshaus gesammelten Kulturgüter werden laufend ergänzt.

Das Herrenhaus wurde von 1969 bis 1971 vom Hamburger Verleger Axel Springer renoviert. Heute gehört das Gut der Günther Fielmann Stiftung Schierensee und wird landwirtschaftlich genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adrian von Buttlar, Margita Marion Meyer (Hrsg.): Historische Gärten in Schleswig-Holstein. 2. Auflage. Boyens & Co., Heide 1998, ISBN 3-8042-0790-1, S. 226–232.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Hamburg, Schleswig-Holstein. 3. überarbeitete und aktualisierte Auflage, Deutscher Kunstverlag, München 2009, ISBN 978-3-422-03120-3, S. 825–827.
  • Eva von Engelberg-Dočkal: Kulturkarte Schleswig-Holstein. 1000mal Kultur entdecken., 2. Auflage, Wachholtz-Verlag, Neumünster 2005, ISBN 3-5290-8006-3.
  • Carl-Heinrich Seebach: Schierensee. Geschichte eines Gutes in Holstein; 2. erw. Auflage Neumünster 1981.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schierensee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Paul von Hedemann-Heespen: Die ältere Geschichte der Kirche zu Westensee; Kiel 1898; S. 12
  3. Seebach: Schierensee. Geschichte eines Gutes in Holstein; S. 12
  4. Darstellung auf der Rantzau-Tafel (Nr. 2)
  5. Seebach: Schierensee. Geschichte eines Gutes in Holstein; S. 20
  6. Johannes von Schröder: Topographie des Herzogthums Holstein, des Fürstenthums Lübek und der freien und Hanse-Städte Hamburg und Lübek, Theil 2: J–Z, Oldenburg in Holstein: Fränckel 1841, S. 312
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein