Achterwehr

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Wappen Deutschlandkarte
Achterwehr
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Achterwehr hervorgehoben

Koordinaten: 54° 19′ N, 9° 58′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Achterwehr
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 15,66 km2
Einwohner: 1042 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24239
Vorwahl: 04340
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 001
Adresse der Amtsverwaltung: Inspektor-Weimar-Weg 17
24239 Achterwehr
Website: www.achterwehr.de
Bürgermeisterin: Anne Katrin Kittmann (SPD)
Lage der Gemeinde Achterwehr im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Achterwehr ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein westlich von Kiel. Große Gebiete der Gemeinde gehören zum Naturpark Westensee.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Achterwehr erstreckt sich westlich von Kiel am oberen Flusslauf der Eider kurz vor seinem heutigen Abfluss über den nach dem Ort benannten Achterwehrer Schifffahrtskanal in den Nord-Ostsee-Kanal.[2] Es liegt im nordwestlichen Teilbereich der naturräumlichen Haupteinheit Ostholsteinisches Hügel- und Seenland (Nr. 702).[3] Im Gemeindegebiet befinden sich der Ahrensee und der Poolsee.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlungsgeografisch lässt sich die Gemeinde Achterwehr gliedern in die amtlich festgestellten Wohnplätze des Dorfes gleichen Namens und die weiteren Dorflagen Hohenschulen (zzgl. Gut) und Schönwohld, außerdem das Gut Marutendorf.[4]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar angrenzende Gemeindegebiete von Achterwehr sind:[2]

Quarnbek Melsdorf
Felde Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
WestenseeMolfseeMielkendorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achterwehr wurde erstmals 1375 im Urkundenbuch der Stadt Lübeck erwähnt.[5] Der Ortsname ist plattdeutsch und bedeutet „Hinter dem Wehr“. Um 1900 zählte Achterwehr 229 Einwohner; im Ort gab es eine Postagentur, ein Dampfsägewerk, ein Wirtshaus, einen Kaufmann, eine Schmiede sowie fünf Handwerker. Die Mehrheit der übrigen Bewohner arbeitete auf dem Gutshof.[6]

Gut Hohenschulen

Das Gut war ursprünglich ein Meierhof des Gutes Klein-Nordsee in Brandsbek (heute Teil der Gemeinde Felde) und wurde erst 1801 als eigenständige Einheit abgetrennt. Das heutige Gutshaus und die Meierei wurden um 1802 erbaut. Unter seinem ersten Besitzer O. J. D. Wulff wurde es offiziell in den Kreis der Adligen Güter Holsteins aufgenommen. Als Besitzer folgten auf den genannten Wulff (1801–1816) Georg v. d. Steenhof (1816–1822), Schreiber v. Cronstern (1823–1868) und – als prominentester Besitzer – der schleswig-holsteinische Oberpräsident Graf Carl von Scheel-Plessen (1868–1892).[7] Seit 1948 wird es als Versuchsgut für das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Christian-Albrechts-Universität in Kiel genutzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung, Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus elf Mitgliedern bestehende Gemeindevertretung setzt sich seit Mai 2018 aus vier Mitgliedern der CDU, drei Mitgliedern der SPD und vier Mitglieder des Bürgervereins "Lebendige Gemeinde" zusammen. Die amtierende Bürgermeisterin ist seit 2013 Anne Katrin Kittmann (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen beschreibt die Funktion eines Bohlenwehres mit den unterschiedlichen Wasserhöhen und nimmt somit Bezug auf den Ortsnamen Achterwehr (Hinter dem Wehr).

Blasonierung: „In Blau ein goldener Pfahl, begleitet rechts von einer gesenkten, links von einer erhöhten silbernen Wellenleiste; über der rechten und unter der linken Wellenleiste jeweils eine silberne Blüte mit drei spatelförmigen, spitz auslaufenden Blütenblättern.“[8]

Zum besseren Verständnis: Wappen werden stets in der Blickrichtung des Schildträgers und nicht des Betrachters beschrieben. Daher ist vom Betrachter aus gesehen, die linke Seite heraldisch rechts und umgekehrt.[9]

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Achterwehr stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

In Achterwehr ist die GAK Galerie für aktuelle Kunst Achterwehr ansässig, in der wechselnde Kunstausstellungen stattfinden.[11]

Im Dorf Achterwehr befindet eine 500 Jahre alte Eiche, in Schönwohld eine noch ältere Eibe.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Achterwehr liegt an der Bahnstrecke Kiel-Hassee–Osterrönfeld. Hier halten Züge der Regionalbahn­linie 75 vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein im Stundentakt.

Durch das nördliche Gemeindegebiet verläuft die Trasse der Bundesautobahn 210 zwischen Kiel und Rendsburg. Die mit dem Gemeindenamen bezeichnete Anschlussstelle befindet sich aber unmittelbar an der Grenze im Gemeindegebiet von Felde.[2]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Henze: Eine Idylle wie aus dem Bilderbuch. In: Wolfgang Henze (Hrsg.): Schleswig-Holstein-Topographie (Aasbüttel - Bordesholm) : Städte und Dörfer des Landes. Band 1. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2001, ISBN 3-926055-58-8, S. 15–17.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Achterwehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2021 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d Relation: Achterwehr (548502) bei OpenStreetMap (Version #6). Abgerufen am 19. Dezember 2021.
  3. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. )7, abgerufen am 19. Dezember 2021.
  4. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (PDF) Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, 1992, S. 69, abgerufen am 19. Dezember 2021.
  5. Urkundenbuch der Stadt Lübeck, Bd. IV, S. 260
  6. Henning Oldekop: Topographie des Herzogtums Holstein, 1. Bd., Kiel: 1908, S. 54
  7. Henning Oldekop: Topographie des Herzogtums Holstein, 1. Bd., Kiel: 1908, S. 53–54
  8. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  9. Heraldik: rechts und links. Abgerufen am 24. April 2018.
  10. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 1: Aasbüttel - Bordesholm. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2001, ISBN 978-3-926055-58-3, S. 15 (dnb.de [abgerufen am 29. Juli 2020]).
  11. GAK Galerie für aktuelle Kunst Achterwehr. Abgerufen am 4. Mai 2015 (deutsch).
  12. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 1: Aasbüttel - Bordesholm. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2001, ISBN 978-3-926055-58-3 (dnb.de [abgerufen am 13. April 2020]).