Waabs

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Waabs
Waabs
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Waabs hervorgehoben
Koordinaten: 54° 32′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Schlei-Ostsee
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 33,27 km2
Einwohner: 1440 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24369
Vorwahlen: 04352, 04358
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 166
Adresse der Amtsverwaltung: Holm 13
24340 Eckernförde
Webpräsenz: www.ostsee-waabs.de
Bürgermeister: Udo Steinacker (CDU)
Lage der Gemeinde Waabs im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte
Gut Ludwigsburg
Torhaus

Waabs (dänisch: Vabs, historisch auch Vabenæs[2], niederdeutsch: Woobs[3]) ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Sie besteht aus den Dörfern Kleinwaabs (dä: Vabs), Großwaabs (Store Vabs) und Langholz (Langholt) und schließt die Ortsteile Aschenberg (Askbjerg), Booknis (Bognæs), Hökholz (Høgholt), Hülsenhain (Hylsenhajn), Karlsminde, Lehmberg (Lemberg), Ludwigsburg (Ludvigsborg), Neuschlag, Sophienhof, Ritenrade, Rothensande und Waabshof ein. Sie entstand durch die Auflösung der Gutsbezirke im Jahr 1928.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waabs liegt etwa 10 km nordöstlich von Eckernförde an der Eckernförder Bucht auf der Halbinsel Schwansen. Nach der überwiegend gebräuchlichen Abgrenzungsdefinition beginnt die Eckernförder Bucht bei Booknis-Eck innerhalb der Gemeinde. Westlich von Waabs verläuft die Schwansenstraße von Kappeln nach Eckernförde. Zur Gemeinde Waabs gehören rund 12 km Naturstrand, an dem sich einige Campingplätze befinden. In der Gemeinde liegt der Aassee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die lange Siedlungsgeschichte weisen die zahlreichen Hünengräber im Gemeindegebiet hin. Das in der Jungsteinzeit errichtet und 1976-78 restaurierte, 57 m lange Hünenbett von Waabs-Karlsminde ist als archäologisches Denkmal öffentlich zugänglich. Der Langholz Dolmen, die Langbetten von Rothensande und der Sophienhof Dolmen sind weitere Beispiele.

Waabs wurde 1382 erstmals als groten Wopensee erwähnt, später auch unter den Namen Wapenisse (1462), Wapendsee (1481) und Waabskirch (1641).

Gut Ludwigsburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrenhaus des Gutes Kohøved (dänisch: „Kuhhof“), wie es ursprünglich hieß, liegt in einem Grabensystem, da es auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Wasserburg erbaut wurde. Es soll im Mittelalter ein bischöfliches Lehnsgut gewesen sein mit einem Herrensitz und einem Dorf, wird jedoch 1396 erstmals als ritterlicher Besitz erwähnt. Im 18. Jahrhundert war es im Besitz des Grafen Friedrich Ludwig von Dehn (1697–1771), des eingesetzten Statthalters von Schleswig-Holstein.

Das heutige barocke Herrenhaus wurde mit seinen Gärten Anfang des 18. Jahrhunderts für Ludwig von Dehn ausgeführt, der auch den Hof in Ludwigsburg umbenannte. Besonders erwähnenswert ist die Bunte Kammer mit ihrem barocken Raumschmuck. Außerdem können Räume im Herrenhaus wie der Goldene Saal und der Gewölbekeller für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten genutzt werden.

Heute befinden sich ein Reiterhof, auf dem auch Trakehner, Araber, Holsteiner und Deutsche Reitponys gezüchtet werden, ein Hofladen sowie ein Café auf dem Gut.

Marienkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Kirche in Waabs stammt in ihren ältesten Teilen aus der Gotik und erhielt durch die Errichtung des Turmes am Ende des 16. Jahrhunderts und die Wölbung des Schiffes durch drei querrechteckige Kreuzrippengewölbe im Jahre 1608 ihre heutige Form. Die Kirche beherbergt einige bemerkenswerte Kunstwerke, wie eine Reihe gotischer Holzskulpturen. Sie sind wohl Reste eines um 1460 geschaffenen großen Marienaltars. Der Schnitzaltar ist ein Werk des 17. Jahrhunderts. Neben der hölzernen Taufe aus dem Jahre 1674 ist seit einigen Jahren auch der frühgotische Taufstein aus gotländischem Kalkstein wieder in Benutzung genommen. Die geschnitzte Kanzel wurde im Jahre 1600 von Jürgen Koberch, einem Bildschnitzmeister der Eckernförder Bildschnitzschule, geschaffen. Sehenswert sind auch die noch vorhandenen Teile des Rantzaugestühls aus den Jahren 1580/90 und 1608 mit geschnitzten Wappen und Ahnentafeln. Spätgotische Wandmalereien zeigen Darstellungen der zwölf Apostel und des Jüngsten Gerichts, umrahmt von Akanthusblättern und Distelblüten, Symbol für das Martyrium Christus. Um 1900 waren die Malereien stark überarbeitet worden, 1968 geweisst und 2011 zum Großteil wieder freigelegt.[4] Die Kirche erhielt schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine Orgel. Über die Jahrhunderte hatte sich der Kirchturm nach Norden geneigt. Mauerrisse und Holzwurm kamen hinzu. 2014 fand eine Notsicherung statt, 2017 folgten weitere bauliche Restaurierungsmaßnahmen. 1997 wurde zu diesem Zwecke der Förderverein Marienkirche Waabs e.V. gegründet.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze, die Wählergemeinschaft WGW und die SPD jeweils drei Sitze.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten von Blau und Gold, darauf eine bewurzelte, rechts von einer Ähre, links von einem Fisch begleitete Buche in verwechselten Farben.“[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Waabs ist der Fremdenverkehr eine der Haupteinnahmequellen. Daneben ist das Gemeindegebiet überwiegend landwirtschaftlich geprägt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Kulturdenkmale der Gemeinde Waabs befinden sich in der Liste der Kulturdenkmale in Waabs.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Kappel (* 1946), Wirtschaftswissenschaftler
  • Gustav Carl Liebig (1930–2007), Marineoffizier, Schiffskommandant, zuletzt Konteradmiral der Bundesmarine
  • Carl Prien (1818–1896), Klassischer Philologe, Lehrer und Abgeordneter

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Waabs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2016 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Slesvignavne.dk: Waabs
  3. vgl. plattdtsch.: Lüttwoobs für Kleinwaabs
  4. a b Amelie Seck: Zwischen Wiesen und Dünen. In restauro: die Marienkirche in Waabs. In: Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Hrsg.): Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. Nr. 4. Monumente Publikationen, 2017, ISSN 0941-7125, S. 36, 37.
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein