Renault Espace I

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Renault
Renault Espace (1984–1988)
Renault Espace (1984–1988)
Espace I (Typ J11)
Verkaufsbezeichnung: Espace
Produktionszeitraum: 1984–1990
Klasse: Van
Karosserieversionen: Kombi
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,2 Liter
(74–88 kW)
Dieselmotor:
2,1 Liter
(65 kW)
Länge: 4365 mm
Breite: 1777 mm
Höhe: 1660 mm
Radstand: 2580 mm
Leergewicht: 1195–1389 kg
Nachfolgemodell Renault Espace II

Renault Espace I (Typ J11) bezeichnet die erste Generation der Großraumlimousine Espace von Renault.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der französische Autohersteller Matra entwickelte in den Jahren 1978 bis 1982 eine Großraumlimousine (Van) und brachte sie 1984 zusammen mit Renault als Renault Espace (= Raum) zur Serienreife.

Ursprünglich war das Fahrzeug für Talbot als Nachfolger des Ende 1983 eingestellten Talbot-Matra Rancho gedacht, einer zum PSA Peugeot Citroën-Konzern gehörenden Marke. PSA sah für das Modell jedoch keine Absatzmöglichkeiten und zudem war der Fortbestand der Marke Talbot unsicher. Renault übernahm in der Folge das Konzept bzw. den fast fertigen Van und behielt den ursprünglichen Entwurf nahezu unverändert bei. Die Marktfähigkeit für diese Art von Automobil wurde anfangs oft in Frage gestellt, erwies sich im Nachhinein jedoch als kommerzieller Erfolg. Für das Design war Antonis Volanis verantwortlich.

Innovation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegbereitend war nicht allein das Raumkonzept des Espace mit seinen sieben Sitzen, von denen fünf einzeln herausnehmbar waren, sodass sich der Kofferraum bis auf 3 Kubikmeter Laderaum erweitern ließ, sondern besonders der von dem im Kunststoff-Karosseriebau erfahrenen Autohersteller Matra entwickelte mehrschichtige Polyesteraufbau.

Die Rohkarosse des Espace, bestehend aus Stahlblech-Pressteilen der Bodengruppe, der vorderen Spritzwand sowie der Dachrahmen und -holme, wird zunächst punktgeschweißt und anschließend als Fertigteil vollständig feuerverzinkt. Vorübergehend angebrachte Stahlklammern verhindern dabei Verformungen als Folge der Erwärmung.

Das Feuerverzinken dient beim Renault Espace nicht nur dem Korrosionsschutz. Das flüssige Zink dringt durch die Kapillarwirkung in Spalten und Ritzen ein und verlötet praktisch sämtliche Einzelkomponenten der Konstruktion zusätzlich zum Punktschweißen. Dadurch wird die Torsionssteifigkeit des Espace-Rahmens verbessert, und die Blechdicke konnte in den Verbindungen bei gleicher Belastbarkeit reduziert werden.[1]

Anschließend wurden Verbundwerkstoff-Flächenteile an den Rahmen angebracht.

Hierdurch konnte die Fahrzeugmasse des 4,25 Meter langen Espace von 1200 kg auf dem Niveau eines Mittelklasse-Pkw gehalten werden.

Die im Verhältnis zur Größe des Fahrzeugs geringe Fahrzeugmasse erlaubte bei einer Motorisierung durch einen Ottomotor mit zwei Liter Hubraum und einer Maximalleistung von 81 kW (110 PS) gute Beschleunigungswerte. Durch die bei Modellvorstellung mit 58° noch unüblich stark geneigte Frontscheibe wurde der günstige Luftwiderstandsbeiwert mit 0,32[2] ermöglicht, der seinerzeit zumindest in Frankreich Assoziationen zum Train à grande vitesse (TGV) nach sich zog. So wurde mit dem Zweiliter-Ottomotor mit 81 kW (110 PS) eine Höchstgeschwindigkeit von über 175 km/h erreicht, bei moderaten Verbräuchen in der Ausstattung 2000GTS nach DIN 70300 von 6,8 Liter je 100 km bei 90 km/h, 9,4 Liter je 100 km bei 120 km/h und 10,8 Liter je 100 km Superkraftstoff im Stadtverkehr.[3]

Modellgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von März 1984 bis Dezember 1990[4] erste erhältliche Generation des Espace wurde intern als Typ J11 bezeichnet. Er brachte es nach schleppendem Anfang auf 191.674 Zulassungen.

Anfang 1988 wurde die Frontpartie verändert und das Heck verlängert. Daraufhin kam dann auch eine Allradversion hinzu, deren Kardanwelle für den Antrieb der Hinterräder aus Verbundmaterial (Kohlenstofffaser mit Epoxidharz) bestand.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[5] 2,0 2,2 2,1 dT
Bauzeitraum 03/1984–12/1990 01/1988–12/1990 03/1988–12/1990 07/1986–12/1990 10/1984–12/1990
Motorkenndaten
Motorkennung J6R 234/236 J6R 734 J7R 760 J7T 770 J8S 240/774
Motortyp R4-Ottomotor R4-Dieselmotor
Anzahl Ventile pro Zylinder 2
Ventilsteuerung OHC, Zahnriemen
Gemischaufbereitung Vergaser Saugrohreinspritzung Vorkammer-
einspritzung
Motoraufladung Turbolader,
Ladeluftkühler
Kühlung Wasserkühlung
Bohrung × Hub 88,0 mm × 82,0 mm 88,0 mm × 89,0 mm 86,0 mm × 89,0 mm
Hubraum 1995 cm³ 2165 cm³ 2068 cm³
Verdichtungsverhältnis 9,2:1 10,0:1 9,2:1 21,5:1
max. Leistung
bei 1/min
81 kW
(110 PS)
/5500
74 kW
(101 PS)
/5500
88 kW
(120 PS)
/5500
81 kW
(110 PS)
/5000
65 kW
(88 PS)
/4250
max. Drehmoment
bei 1/min
160 Nm
/3000
158 Nm
/3000
164 Nm
/4500
170 Nm
/3500
181 Nm
/2000
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Vorderradantrieb
Antrieb, optional Allradantrieb (Quadra)
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe
Messwerte[A 1]
Höchstgeschwindigkeit 175 km/h 170 km/h 178 km/h
[175 km/h]
175 km/h
[170 km/h]
165 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 11,9 s 12,6 s 11,5 s
[11,4 s]
10,0 s
[11,1 s]
13,3 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 9,0 l S 8,5 l S 8,9 l S
[9,7 l S]
9,5 l S
[10,3 l S]
6,8 l D
  1. Werte in eckigen Klammern („[ ]“) für Allradantrieb.
  • Die Verfügbarkeit der Motoren war von Modell, Ausstattung und Markt abhängig.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Renault Espace I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Institut Feuerverzinken: Komplette Espace-Karosserie in einem Zinkbad
  2. http://oldievan.de:/ Pressemappe zum Renault espace von 1984.
  3. Auto-Motor-Sport:Reise in die Zukunft: Renault Espace 1984 und 2009.
  4. Bauzeit
  5. Renault Espace auf cars-data.com (abgerufen am 6. Juni 2014, englisch)