Renault Safrane

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Renault Safrane
Produktionszeitraum: 1992–2000
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Kombilimousine
Vorgängermodell Renault 25
Nachfolgemodell Renault Vel Satis

Der Renault Safrane war ein zwischen April 1992 und Dezember 2000[1] von Renault produziertes Fahrzeug der oberen Mittelklasse. Er ersetzte den seit Frühjahr 1984 gebauten Renault 25. Hergestellt wurde der Safrane im nordfranzösischen Renault-Werk Sandouville bei Le Havre (Normandie).

Sein Nachfolger wurde im Frühjahr 2002 der Renault Vel Satis.

Safrane (B54E, 1992–1996)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Generation
Renault Safrane (1992–1996)

Renault Safrane (1992–1996)

Produktionszeitraum: 1992–1996
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
2,0–3,0 Liter
(77–193 kW)
Dieselmotoren:
2,1–2,5 Liter
(65–83 kW)
Länge: 4734 mm
Breite: 1818 mm
Höhe: 1414–1448 mm
Radstand: 2764 mm
Leergewicht: 1370–1685 kg

Der Safrane kam im Juni 1992 als Ersatz für den damals seit acht Jahren gefertigten R25 auf den heimischen Markt, während er in Deutschland ab Januar 1993 ausgeliefert wurde.

Der Safrane weist in der Grundform starke Parallelen zum Vorgänger auf, da er wie dieser ein Schrägheck mit großer Heckklappe besaß.

Die meisten Fahrzeuge waren sehr gut ausgestattet (vor allem in der Baccara-Version). Ähnlich anderen französischen Modellen der oberen Mittelklasse gelang auch dem Safrane kein großer Durchbruch. Im Heimatland Frankreich wurden andere Fahrzeuge bevorzugt und auf den anderen Märkten (besonders Deutschland) wurden einheimische Fahrzeuge der oberen Mittelklasse vorgezogen.

Die große Kofferaumöffnung bot zwar einige Vorteile beim Beladen, traf aber außer in England und Frankreich nicht den Geschmack der Kundschaft.

Der Safrane war mit verschiedenen Motoren zu haben. Es gab einen 2,2-Liter-4-Zylinder Motor mit 107 PS, den es auch mit drei Ventilen /Zylinder und 137 PS gab. Daneben gab es den V6-Motor (bekannt als "Europa-V6" oder PRV-Motor) mit 167 PS, der aus einer Gemeinschaftsentwicklung von Renault, PSA und Volvo stammte. Als Diesel gab es anfangs einen 2,5 Liter großen und 112 PS starken Turbodiesel und ein 2,1 Liter großes und 88 PS starkes Aggregat, die aber später gestrichen beziehungsweise ersetzt wurden.

Auch eine geringe Anzahl des von Opel-Haustuner Irmscher (Karosserieteile, Innenausstattung und Bremsen) und BMW-Tuner Hartge (Turbos) überarbeiteten Safrane Biturbo gab es zeitweise bei Renault-Händlern zu kaufen. Dieser durch zwei Turbolader aufgeladene Sechszylinder leistete 263 PS und hatte entsprechende Fahrleistungen (250 km/h Spitze) bei einem allerdings deutlich höheren Verbrauch. Das Fahrzeug wurde in Kleinserie von 640 Stück bei Irmscher in Remshalden bei Stuttgart hergestellt.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2.0 i 2.0 Si 2.2 i 2.2 Si 3.0 i V6 3.0 i V6 Biturbo 2.1 dT 2.5 dT
Bauzeitraum[2] 04/1992–07/1996 12/1992–07/1996 02/1993–07/1996 11/1993–07/1996 12/1992–07/1996
Motorkenndaten
Motorkennung J7R 732/733 J7R 734/735 J7T 762 J7T 760/761 Z7X 721/722/723 Z7X 726 J8S 760 S8U 762/763
Motortyp R4-Ottomotor V6-Ottomotor R4-Dieselmotor
Anzahl Ventile pro Zylinder 2 3 2
Ventilsteuerung OHC, Zahnriemen 2 × OHC, Kette OHC, Zahnriemen OHC, Zahnräder/
Zahnriemen
Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung Vorkammereinspritzung
Motoraufladung Biturbo,
Ladeluftkühler
Turbolader, Ladeluftkühler
Kühlung Wasserkühlung
Bohrung × Hub 88,0 mm × 82,0 mm 88,0 mm × 89,0 mm 93,0 mm × 73,0 mm oder
93,0 mm × 72,7 mm
86,0 mm × 89,0 mm 93,0 mm × 92,0 mm
Hubraum 1995 cm³ 2165 cm³ 2975 cm³ oder
2963 cm³
2068 cm³ 2499 cm³
Verdichtungsverhältnis 9,2:1 9,3:1 9,2:1 9,6:1 7,6:1 21,5:1 22,5:1
max. Leistung
bei 1/min
77 kW
(105 PS)
5000
97 kW
(132 PS)
6000
79 kW
(107 PS)
5000
101 kW
(137 PS)
5750
123 kW
(167 PS)
5500
193 kW
(262 PS)
5500
65 kW
(88 PS)
4250
83 kW
(113 PS)
4200
max. Drehmoment
bei 1/min
155 Nm
2500
170 Nm
4500
175 Nm
2500
182 Nm
4500
235 Nm
4500
365 Nm
2500
187 Nm
2000
240 Nm
2400
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Vorderradantrieb Allradantrieb Vorderradantrieb
Antrieb, optional Allradantrieb
Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe
Getriebe, optional 4-Stufen-Automatikgetriebe 4-Stufen-Automatikgetriebe 4-Stufen-
Automatik-
getriebe
Messwerte1
Höchstgeschwindigkeit 189 km/h
(181 km/h)
203 km/h
(192 km/h)
189 km/h 206 km/h
(196 km/h)
220 km/h
(212 km/h)
[214 km/h]
[250 km/h] 177 km/h 195 km/h
(190 km/h)
Beschleunigung, 0–100 km/h 12,5 s
(13,9 s)
11,2 s
(12,7 s)
11,9 s 10,2 s
(11,9 s)
9,6 s
(10,2 s)
[9,8 s]
[7,2 s] 14,9 s 12,9 s
(13,7 s)
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 8,4 l S
(8,5 l S)
8,7 l S
(9,1 l S)
8,6 l S 8,7 l S
(9,2 l S)
10,1 l S
(10,2 l S)
[10,6 l S]
[10,4 l S] 6,9 l D 7,4 l D
(7,6 l D)
1 Werte in runden Klammern („( )“) für Automatikgetriebe und in eckigen Klammern („[ ]“) für Allradantrieb
  • Die Verfügbarkeit der Motoren war von Modell, Ausstattung und Markt abhängig.

Safrane (B54L, 1996–2000)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1. Generation (Facelift)
Renault Safrane (1996–2000)

Renault Safrane (1996–2000)

Produktionszeitraum: 1996–2000
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
2,0–3,0 Liter
(100–140 kW)
Dieselmotor:
2,2 Liter (83 kW)
Länge: 4768 mm
Breite: 1790–1816 mm
Höhe: 1435 mm
Radstand: 2766 mm
Leergewicht: 1450–1600 kg

Im Juli 1996 erfolgte für das Modelljahr 1997 ein optisches sowie technisches Facelift (Phase II genannt). Von da an kamen modernere Motoren zum Einsatz: ein 2,0 l 16V-Vierzylinder mit 136 PS, ein 2,5 l 20V-Fünfzylinder mit 165 PS, ein 2,2 l 12V-Vierzylinder-Turbodiesel mit 113 PS sowie ab Anfang 1999 als Topmotorisierung ein 3,0 l 24V-Sechszylinder mit 190 PS. Die Option "Allradantrieb" entfiel, und ein Automatikgetriebe war jetzt bei den V6-Modellen Serienausstattung.

Im Dezember 2000 wurde die Produktion des Safrane wegen immer weiter zurückgehenden Verkaufszahlen eingestellt. Sein Nachfolger wurde der im Frühjahr 2002 erschienene Vel Satis.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2.0 16V 2.5 20V V6 3.0 V6 24V 2.2 dT
Bauzeitraum[2] 07/1996–12/2000 07/1996–02/1999 03/1999–12/2000 07/1996–12/2000
Motorkenndaten
Motorkennung[2] N7Q 710/711 N7U 700/701 Z7X 721/722/723 L7X 713 G8T 740
Motortyp R4-Ottomotor R5-Ottomotor V6-Ottomotor R4-Dieselmotor
Anzahl Ventile pro Zylinder 4 2 4 3
Ventilsteuerung DOHC, Zahnriemen 2 × OHC, Kette 2 × DOHC, Zahnriemen OHC, Zahnriemen
Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung Vorkammer-
einspritzung
Motoraufladung Turbolader,
Ladeluftkühler
Kühlung Wasserkühlung
Bohrung × Hub 83,0 mm × 90,0 mm 93,0 mm × 72,7 mm 87,0 mm × 82,6 mm 87,0 mm × 92,0 mm
Hubraum 1948 cm³ 2435 cm³ 2963 cm³ 2946 cm³ 2188 cm³
Verdichtungsverhältnis 10,5:1 9,6:1 10,5:1 22,0:1
max. Leistung
bei 1/min
100 kW
(136 PS)
6000
121 kW
(165 PS)
6000
123 kW
(167 PS)
5500
140 kW
(190 PS)
5750
83 kW
(113 PS)
4300
max. Drehmoment
bei 1/min
182 Nm
4500
211 Nm
4600
235 Nm
4500
267 Nm
4000
250 Nm
2000
Kraftübertragung
Antrieb Vorderradantrieb
Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe 4-Stufen-Automatikgetriebe 5-Gang-
Schalt-
getriebe
Getriebe, optional 4-Stufen-Automatikgetriebe
Messwerte1
Höchstgeschwindigkeit 207 km/h
(200 km/h)
220 km/h
(215 km/h)
(210 km/h) (225 km/h) 192 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 10,5 s
(12,6 s)
9,1 s
(10,2 s)
(10,2 s) (9,5 s) 13,2 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 9,1 l S
(9,8 l S)
10,3 l S
(10,7 l S)
(13,4 l S) (11,6 l S) 7,3 l D
CO2-Emission (kombiniert) 214 g/km
(231 g/km)
244 g/km
(252 g/km)
(315 g/km) (276 g/km) 195 g/km
1 Werte in runden Klammern („( )“) für Automatikgetriebe
  • Alle ab Januar 1997 gebauten Fahrzeuge mit Ottomotor sind E10-verträglich.[3]
  • Die Verfügbarkeit der Motoren war von Modell, Ausstattung und Markt abhängig.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ausstattungslinien gab es den Safrane von April 1992 bis Juni 1996 als RN, RT und RXE, wobei RN die Grund- und RXE die Topausstattung war.

Ab der Überarbeitung im Juli 1996 orientierten sich die Ausstattungen mehr an der Motorisierung. So bildeten der 2,0 16V, der 2,5 20V, der 3,0 V6 24V (genannt Initiale Paris) und der 2,2 dT die Ausstattungslinien. Zudem gab es bei jeder Phase noch zahlreich Sondermodelle wie z. B. Elysée, Baccara und Edition.

Sicherheitstechnisch stand beim Safrane schon von Verkaufsbeginn an ABS serienmäßig zur Verfügung. Bereits ab 1994 gab es dann auch Airbags für alle Modelle. Von Anfang an gab es Airbags nur bei den V6-Modellen der Linien RT und RXE.

Inzwischen haben sich in Deutschland einige Safrane-Fangruppen gebildet.

Safrane II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renault Safrane II

Die zweite Generation des Safrane wurde 2008 auf dem mexikanischen Markt eingeführt. Technisch ist das Modell mit dem südkoreanischen Samsung SM5 eng verwandt. Die Karosserieteile des Safrane sind teilweise identisch mit denen des japanischen Nissan Teana J31.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Renault Safrane galt als das am häufigsten genutzte Dienstfahrzeug von Jacques Chirac.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Renault Safrane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bauzeit
  2. a b c Renault Safrane Motorcodes / Motorenübersicht / Motornummern / Motorenkennziffern
  3. Renault Informationen zu E10, abgerufen am 19. September 2014