Valdir Pereira

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Didi 1959 vor einem Spiel im Rahmen der Copa América
Brasilien 1958: Vicente Feola (Trainer), Djalma Santos, Zito, Bellini, Nílton Santos, Orlando, Gilmar - Garrincha, Didí, Pelé, Vavá, Zagallo

Didi, eigentlich Valdir Pereira (* 8. Oktober 1928 in Rio de Janeiro; † 12. Mai 2001), war ein brasilianischer Fußballspieler.

Als Mittelfeldstar führte Didi sein Land Brasilien zu zwei Weltmeisterschaftstiteln 1958 und 1962. Insgesamt bestritt er 68 Länderspiele und schoss dabei 20 Tore. Vom 13. Mai bis 20. September 1959 war er zusammen mit Nílton Santos Rekordnationalspieler Brasiliens. Beide machten beim 2:0 gegen England ihr 54. Länderspiel und lösten den Vorgänger Zizinho ab. Sie wurden dann von Djalma Santos abgelöst, der den Rekord auf 98 Spiele ausdehnte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Karriere startete er beim Provinzverein Americano FC (RJ) (1945-46). Über Lençoes São Paulo (1946) und Madureira Riode Janeiro (1946-50), kam er 1950 schließlich zu einem der großen Vereine des Landes, Fluminense Rio de Janeiro. Im selben Jahr, am 19. Juli, schoss er das allererste Tor im neuerbauten Stadion von Maracanã während des Eröffnungsspiels, einem Freundschaftsspiel zwischen den Jugendauswahlen der Bundesstaaten Rio de Janeiro und São Paulo.

1952 gab er sein Debüt in der brasilianischen Nationalmannschaft beim 2:0-Sieg gegen Mexiko am 6. April. In den folgenden Jahren avancierte er zum Stammspieler. Sein Markenzeichen war die so genannte Folha Seca, ein Schuss mit dem Außenrist, bei dem sich die Flugbahn des Balles auf für den Torhüter überraschende Weise (einem herabfallenden trockenen Blatt gleich) verändert. Bei der WM 1954 bestritt er drei Spiele und erzielte zwei Treffer, schied aber im Viertelfinale gegen den Titelfavoriten Ungarn aus.

Ab 1956 spielte er für Fluminenses Lokalrivalen Botafogo FR der mit ihm und unvergesslichen Weltstars wie Nilton Santos und Garrincha in einer Mannschaft seine zweite Goldene Ära durchlief. Am 21. April 1957 sicherte er mit einem direkt verwandelten Freistoß acht Minuten vor dem Spielende im WM-Qualifikationsspiel gegen Peru die Teilnahme Brasiliens an der Fußball-Weltmeisterschaft 1958, die sein Karrierehöhepunkt werden sollte. Brasilien wurde zum ersten Mal in der Geschichte Weltmeister und Didí wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt.

1959 wechselte er einem mehrere Kubikpeseten umfassenden Angebot folgend zum amtierenden Europapokal-Sieger Real Madrid. Es heißt allgemein, dass sich letztendes neben Alfredo Di Stéfano und Ferenc Puskás nicht genug Platz für einen dritten Star in der Mannschaft fand. Nur 19 Partien (6 Tore) bestritt er in der Liga, wo es nur zur Vizemeisterschaft reichte, und bei Real Madrids fünften und letzten Europapokaltriumph in dieser Ära, der in einem 7:3 Finalsieg über Eintracht Frankfurt in Glasgow kulminierte, kam er gar nicht zum Einsatz. Da kehrte er gerne zu Botafogo zurück. Zum Abschluss seiner Spielerlaufbahn spielte er von 1962 bis 1966 beim FC São Paulo. Seinen Länderspielabschied hatte Didi am 17. Juni 1962 beim 3:2-Sieg im Weltmeisterschaftsfinale gegen die Tschechoslowakei in Santiago de Chile.

1962, nach dem Gewinn seiner zweiten WM, beendete er seine internationale Karriere und wechselte ins Trainergeschäft u.a. bei FC São Paulo, 1971/72 CA River Plate, 1972/75 Fenerbahçe Istanbul und Cruzeiro Belo Horizonte. 1970 nahm er als Nationaltrainer von Peru an der Fußball-Weltmeisterschaft teil und führte das südamerikanische Land bis ins Viertelfinale. In der Vorrunde verlor er gegen Deutschland mit 1:3 und im Viertelfinale gegen Brasilien mit 2:4.

Trainerstationen: 1963/64 Sporting Cristal (Peru), 1964 Botafogo, 1965 Veracruz (Mexiko), 1966/67 FC São Paulo, Saudi-Arabien, Atlético Mineiro, Cruzeiro Belo Horizonte (beide Brasilien), 1972–1975 Fenerbahçe Istanbul

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Péris Ribiero: Didi: o gênio da folha-seca, Gryphus Editora, Rio de Janeiro. 2014.