Zum Inhalt springen

Karl-Heinz Feldkamp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Karl-Heinz Feldkamp
Karl-Heinz Feldkamp (1991)
Personalia
Geburtstag 2. Juni 1934
Geburtsort OberhausenDeutschland
Position Mittelfeld
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1952–1967 Rot-Weiß Oberhausen 316 (42)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1972–1975 SG Wattenscheid 09
1975–1976 DJK Gütersloh
1976–1978 Arminia Bielefeld
1978–1982 1. FC Kaiserslautern
1982–1983 Borussia Dortmund
1983–1984 Arminia Bielefeld
1984–1987 Bayer 05 Uerdingen
1987–1988 Eintracht Frankfurt
1988–1990 al Ahly Kairo
1990–1992 1. FC Kaiserslautern
1992–1993 Galatasaray Istanbul
1999 Beşiktaş Istanbul
2007–2008 Galatasaray Istanbul
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Karl-Heinz „Kalli“ Feldkamp (* 2. Juni 1934 in Oberhausen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und -trainer.

Als Spieler bestritt er in den 1950er und 1960er Jahren für SC Rot-Weiß Oberhausen in der Oberliga und der zweiten Liga 316 Spiele, in denen er 42 Tore erzielte.

Mit 408 Bundesligaspielen als Trainer gehört er zu den erfahrensten Trainern seines Fachs. Er wurde mit dem 1. FC Kaiserslautern 1991 Deutscher Meister und gewann als einziger Trainer mit drei verschiedenen Vereinen den DFB-Pokal. Darüber hinaus war er mit al Ahly Kairo und Galatasaray Istanbul erfolgreich in den Meisterschaften von Ägypten und der Türkei.

Feldkamp debütierte in der Saison 1952/53 in der ersten Mannschaft von Rot-Weiß Oberhausen, die nach dem Abstieg von 1951 in der 2. Liga West spielte. Ab der Saison 1954/55 etablierte er sich als Stammspieler und behielt diese Rolle bis 1965. 1957 gelang der größte Erfolg dieser Zeit, als RW Oberhausen als Tabellenzweiter wieder in die Oberliga aufstieg. Die besten Platzierungen in der Oberliga waren ein vierter Platz 1961 und ein dritter Platz 1962. Nach Einführung der Bundesliga spielte RWO in der zweitklassigen Regionalliga West, wo sich die Mannschaft im oberen Mittelfeld etablierte. Nach der Saison 1966/67, in der Feldkamp nur noch dreimal eingesetzt wurde, beendete er seine aktive Karriere. Insgesamt erzielte er in 316 Ligaspielen 42 Tore für RWO.[1] 2004 wurde er in die Jahrhundert-Elf von Rot-Weiß Oberhausen aufgenommen. Während seiner Zeit in Oberhausen spielte er auch mit seinem älteren Bruder Friedel Feldkamp zusammen.

Anfänge als Trainer in der Regionalliga

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldkamp begann seine Trainerkarriere in der Saison 1972/73 bei der SG Wattenscheid 09, wo er Friedhelm Schulte ablöste. Dort leitete er die Entwicklung des Vereins hin zum Profibetrieb ein und beendete gleichzeitig sein 23 Jahre lang bestehendes Angestelltenverhältnis bei einem Oberhausener Stahlwerk. 1974 gewann er mit der SG die Meisterschaft der Regionalliga West, was die Qualifikation für die neu eingeführte 2. Bundesliga sicherte. In der ersten Zweitligasaison belegte die SG Platz sieben. Prominente Spieler jener Zeit waren der argentinische Nationalspieler Carlos Babington, vom Mäzen Klaus Steilmann verpflichtet, und der Bundesliga-Torschützenkönig von 1971 Lothar Kobluhn. Der talentierte „Spargeltarzan“ Hans Bongartz wechselte für eine Ablösesumme von 770.000 Mark zum FC Schalke 04.

Nach dem 14. Spieltag der Saison 1975/76 wurde Feldkamp, zu diesem Zeitpunkt Tabellenachter, durch Helmut Witte ersetzt. Im Dezember übernahm er den abstiegsbedrohten Ligakonkurrenten DJK Gütersloh, konnte den Abstieg jedoch nicht verhindern. Zur Saison 1976/77 wurde Feldkamp Trainer von Arminia Bielefeld in der 2. Liga Nord und führte die Mannschaft von Platz neun im Vorjahr auf Rang zwei. In den Aufstiegsspielen gegen den Südstaffelzweiten TSV 1860 München gewann Arminia das Hinspiel mit 4:0. Feldkamp mahnte jedoch: „Dieser Sieg ist noch lange kein Freibrief für den Bundesliga-Aufstieg. Am 4. Juni steht uns in München noch eine heiße Schlacht bevor.“ Tatsächlich verlor Bielefeld das Rückspiel mit 0:4, und auch das Entscheidungsspiel im Frankfurter Waldstadion ging mit 0:2 verloren. In der Folgesaison führte Feldkamp Bielefeld als Tabellenersten in die Bundesliga.

Dritte Plätze mit Kaiserslautern – Pokalsiege mit Bayer 05 Uerdingen und Eintracht Frankfurt

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldkamp trainierte von 1978 bis 1982 den 1. FC Kaiserslautern in der 1. Fußball-Bundesliga. Unter seiner Leitung wurde der Verein in den ersten beiden Jahren jeweils Dritter (darunter Herbstmeister 1978/79) und erreichte 1981 das DFB-Pokalfinale, das mit 1:3 gegen Eintracht Frankfurt verloren wurde. Im UEFA-Pokal der Saison 1981/1982 scheiterte Kaiserslautern erst im Halbfinale am IFK Göteborg (mit Trainer Sven-Göran Eriksson), der den Wettbewerb schließlich auch gewann. Herausragend in derselben Saison war der 5:0-Sieg gegen Real Madrid im Viertelfinal-Rückspiel auf dem Betzenberg nach einer 1:3-Niederlage im Hinspiel. 1981 und 1982 beendete Kaiserslautern die Bundesliga jeweils auf Rang vier. Die vier Jahre unter Feldkamp waren tabellarisch die bis dato besten des Vereins seit Bestehen der Fußball-Bundesliga.

Danach folgten kurze Stationen bei Borussia Dortmund (1982/83) und erneut bei Arminia Bielefeld (1983/84). Von 1984 bis 1987 trainierte er Bayer 05 Uerdingen, mit dem er 1985 durch einen 2:1-Sieg im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München erstmals den Titel gewann. Im Europapokal der Pokalsieger der Saison 1985/1986 erreichte Uerdingen das Halbfinale und sorgte mit dem Wunder von der Grotenburg für Schlagzeilen, als im Rückspiel gegen Dynamo Dresden ein 1:3-Halbzeitrückstand in ein 7:3 gedreht wurde und somit die 0:2-Hinspielniederlage wettgemacht werden konnte.

1987 übernahm Feldkamp Eintracht Frankfurt und gewann im Jahr darauf den DFB-Pokal (1:0 gegen VfL Bochum). Anschließend wechselte er zu Al Ahly Kairo.

Meistertitel und Pokalsieg mit Kaiserslautern und Meisterschaft mit Galatasaray

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 1990 kehrte Feldkamp in die Bundesliga zu dem in Abstiegsnot geratenen 1. FC Kaiserslautern zurück und löste dort Gerd Roggensack als Cheftrainer ab. Er sicherte zunächst den Klassenerhalt und gewann im selben Jahr den DFB-Pokal. Feldkamp ist bis zum heutigen Tag der einzige Trainer, dem es gelang, mit drei verschiedenen Vereinen den DFB-Pokal zu gewinnen. In der Saison 1990/1991 wurde er mit Kaiserslautern sensationell Deutscher Meister. In der darauffolgenden Saison 1991/92 belegte der Verein in der Bundesliga Platz fünf und scheiterte im Europapokal der Landesmeister nur knapp aufgrund der damals noch gültigen Auswärtstorregel am späteren Sieger des Wettbewerbs FC Barcelona unter Johan Cruyff (0:2/3:1).

Zur Saison 1992/93 wechselte Feldkamp zu Galatasaray Istanbul, wo er Mustafa Denizli ablöste. Mit Spielern wie Hakan Şükür, Falko Götz und Uğur Tütüneker wurde er direkt Meister. Danach zog er sich zurück und empfahl seinen langjährigen Co-Trainer Reiner Hollmann als Nachfolger, der die Titelverteidigung schaffte.

Rückkehr auf die Trainerbank nach sieben Jahren Pause

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 übernahm Feldkamp Beşiktaş Istanbul für die letzten zehn Spiele der Saison 1998/99. Er folgte auf John Toshack und Fuat Yaman. Unter seiner Leitung holte Beşiktaş acht Siege und zwei Unentschieden, verpasste den Titel jedoch knapp. Sein Nachfolger Hans-Peter Briegel scheiterte später in der Champions-League-Qualifikation.

In den 1990er Jahren arbeitete Feldkamp als Experte für das ZDF; u. a. analysierte er neben Moderatoren wie Dieter Kürten und Wolf-Dieter Poschmann die Länderspiele der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Von 1996 bis 1997 war er im Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern.

2007 kehrte er als Trainer zu Galatasaray Istanbul zurück und trat im April 2008 von seinem Amt zurück. Mit Spielern wie Hakan Şükür, Lincoln Cássio de Souza Soares und Rigobert Song lag Galatasaray zwei Punkte hinter Fenerbahçe, bevor Nachfolger Cevat Güler noch Meister wurde. Am 26. November 2008 wurde Feldkamp Technischer Direktor und arbeitete später mit Bülent Korkmaz.

Erfolge als Trainer

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Auszeichnungen
  • Kicker-Trainer des Jahres: 1980, 1991
Commons: Karl-Heinz Feldkamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Karl-Heinz Feldkamp (Memento vom 14. April 2015 im Internet Archive), Spielerdatenbank von SC Rot-Weiß Oberhausen Rhld.