Raúl González Blanco

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Raúl

Raúl González Blanco bei seiner
Vorstellung bei Al-Sadd (Mai 2012)

Spielerinformationen
Voller Name Raúl González Blanco
Geburtstag 27. Juni 1977
Geburtsort MadridSpanien
Größe 180 cm
Position Sturm
Vereine in der Jugend
1987–1990
1990–1992
1992–1994
San Cristóbal de Los Ángeles
Atlético Madrid
Real Madrid
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1994
1994
1994–2010
2010–2012
2012–
Real Madrid C
Real Madrid B
Real Madrid
FC Schalke 04
al-Sadd Sport Club
7 0(13)
1 00(0)
550 (228)
66 0(28)
39 0(11)
Nationalmannschaft
1994
1995
1995–1996
1996
1996–2006
Spanien U-18
Spanien U-20
Spanien U-21
Spanien U-23
Spanien
2 00(4)
5 00(3)
9 00(8)
4 00(2)
102 0(44)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 6. April 2014

Raúl González Blanco (* 27. Juni 1977 in Madrid), kurz Raúl, ist ein spanischer Fußballspieler. Der langjährige Kapitän, Rekordspieler und Rekordtorschütze von Real Madrid gewann drei Mal die Champions League und ist mit 71 Treffern der Rekordtorschütze dieses Wettbewerbs. Raúl gilt als torgefährlicher, dribbelstarker, leichtfüßiger und sehr fairer Spieler, der auch auf dem linken oder rechten Flügel eingesetzt werden kann.

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Als Jugendlicher spielte Raúl zuerst für San Cristóbal de Los Ángeles, ein Team des Madrider Stadtviertels, in dem seine Familie lebte. Im Alter von 13 Jahren wechselte er zu Atlético Madrid. Mit der U-15 von Atlético Madrid wurde Raúl daraufhin Meister, jedoch löste Präsident Jesús Gil y Gil aus Kostengründen die gesamte Nachwuchsabteilung auf. Daraufhin wechselte Raúl im Sommer 1992 zum Lokalrivalen Real Madrid, wo er für die U-16 (Cadete A), U-18 (Juvenil B) und U-19 (Juvenil A) spielte. 1994 wechselte er ins C-Team, wo ihm 13 Tore in den ersten sieben Spielen gelangen.

Real Madrid[Bearbeiten]

Raúl 2009 im Trikot von Real Madrid

Am 29. Oktober 1994 feierte Raúl mit 17 Jahren und vier Monaten unter Trainer Jorge Valdano sein Debüt in der Primera División und ging als jüngster Spieler Real Madrids in die Vereinsgeschichte ein. In Madrid wurde er bald zur Symbolfigur und zum legitimen Nachfolger Emilio Butragueños, dessen Rückennummer 7 er übernahm. Raúl erzielte in seiner ersten Saison sieben Tore in 29 Spielen und wurde spanischer Meister. Er wuchs zum Schlüsselspieler mit erheblichem Anteil an Reals großen Erfolgen (Champions-League-Siege 1998, 2000 und 2002; Meistertitel 1997, 2001, 2003, 2007 und 2008; Weltpokalsieger 1998 und 2002) heran. Außerdem wurde er 1999 und 2001 Torschützenkönig (span.: Pichichi) der Primera División und erhielt diesen Titel auch 2000 und 2001 in der Champions League. Beim Weltpokalfinale in Tokio im Dezember 1998 erzielte Raúl gegen CR Vasco da Gama den Siegtreffer zum 2:1 für Real Madrid. Dieser Treffer wurde mit der Zeit zu einem der bekanntesten Tore von Raúl und wurde „Gol del Aguanis“ getauft. Aktuell (13. April 2014) ist er mit 71 Treffern der erfolgreichste Torschütze in der UEFA Champions League.[1] Seit dem Abgang von Fernando Hierro 2003 bis zu seinem Abschied 2010 war er Kapitän von Real Madrid.

Real Madrid gewann zwischen 2003 und 2007 keine großen Titel und stand unter teils heftiger Kritik von Medien und Fans. Besonders Raúl wurde für das Formtief mitverantwortlich gemacht und war zeitweise nur als Ersatzspieler präsent. Für die Spielzeit 2006/07 wurde Fabio Capello als Trainer verpflichtet, unter dem Raúl zunächst einen Stammplatz erhielt. Zu Beginn der Saison 2007/08 präsentierte er sich unter Trainer Bernd Schuster wieder gut in Form, sein Verein schloss die Hinserie als Tabellenerster mit bisher nie erreichten 47 Punkten ab und eroberte mit 85 Punkten überlegen den Meistertitel, zu dem Raúl mit 18 Toren und starken Leistungen maßgeblich beitrug. Nachdem Bernd Schuster Anfang Dezember 2008 entlassen worden war, erzielte Raúl beim ersten Spiel unter dem neuen Trainer Juande Ramos (3:0 gegen Zenit Sankt Petersburg in der Champions League am 10. Dezember 2008) zwei Treffer.

Am 15. Februar 2009 schoss er beim 4:0-Sieg über Sporting Gijón sein 308. Tor im Trikot der „Königlichen“ und überbot somit die bisherige Vereins-Bestmarke von Alfredo Di Stéfano mit 307 Toren aus den Jahren 1953 bis 1964. Seit dem 12. April 2009 ist er nach Andoni Zubizarreta (333) und Manuel Sanchís Hontiyuelo (312) der dritte Spieler, der auf 300 Siege in der spanischen Liga zurückblicken kann.[2]

Nach der Saison 2007/08 wurde vom Verein bekanntgegeben, dass Raúls Trikotnummer 7 nach Auslauf seines Vertrages (noch bis 2011, allerdings im Juli 2010 aufgelöst) nicht mehr an zukünftige Spieler vergeben werden sollte. Dies konnte allerdings nicht eingehalten werden, da die Statuten der Primera División keine Auslassung von Trikotnummern zulassen. Zur Saison 2010/11 erhielt Cristiano Ronaldo (bisher #9) die 7. Zur Ehrung von Raúl wird sein Trikot im Museum von Real Madrid ausgestellt. In seiner letzten Spielzeit war er nach den Verpflichtungen von Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Kaká nur noch Ersatzspieler.

FC Schalke 04[Bearbeiten]

Raúl im Trikot des FC Schalke 04

2010 verabschiedete er sich aus Madrid[3] und wechselte zum FC Schalke 04, der zur Saison 2010/11 bereits seinen Mannschaftskameraden Christoph Metzelder verpflichtet hatte. Dort erhielt er einen Zweijahresvertrag.[4]

Sein erstes Spiel absolvierte er gegen den Hamburger SV beim LIGA total!-Cup 2010 auf Schalke,[5] sein erstes Pflichtspiel für die „Knappen“ bestritt Raúl am 1. Spieltag der Saison 2010/11 ebenfalls gegen den Hamburger SV. Sein erstes Bundesligator erzielte er am 25. September 2010 (6. Spieltag) beim 2:2-Unentschieden im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, seinen ersten Doppelpack für Schalke erzielte er in der Champions-League-Gruppenphase beim 3:1-Erfolg über Hapoel Tel Aviv. Im Bundesligaspiel gegen Werder Bremen am 20. November 2010 erzielte er zum ersten Mal drei Treffer in einem Pflichtspiel für die Gelsenkirchener, dies konnte er am 18. Dezember 2010 im Heimspiel gegen den 1. FC Köln und am 17. Dezember 2011 wiederum gegen Werder Bremen wiederholen.

Am 15. Februar 2011 erzielte Raúl gegen den FC Valencia sein 71. Tor in Vereinswettbewerben der UEFA[6] (jeweils eins davon im Weltpokal und im Super-Cup) und führt seitdem die Liste der erfolgreichsten Torschützen in der Geschichte des Fußball-Europapokals alleine an. Am 1. Dezember 2011 erzielte Raúl mit seinem 2:1-Siegtreffer gegen Steaua Bukarest sein erstes Tor in der Europa League.

Mit dem Gewinn des DFB-Pokals 2010/11 gewann Raúl zum ersten Mal in seiner Karriere einen nationalen Pokal.[7]

Raúls Tor zum zwischenzeitlichen 4:1 beim 5:1-Sieg über den 1. FC Köln am 2. Spieltag der Saison 2011/12 wurde im August 2011 zum Tor des Monats und später auch zum Tor des Jahres gewählt. Beim 4:0-Sieg über den 1. FC Nürnberg im November 2011 trug Raúl in Vertretung des verletzten Benedikt Höwedes erstmals die Kapitänsbinde in einem Spiel für Schalke.

Raúl verlängerte seinen zum 30. Juni 2012 auslaufenden Vertrag nicht und verließ den Verein zum Saisonende.[8] Ihm zu Ehren sollte die Rückennummer 7 zunächst nicht mehr vergeben werden. Raúl wurde im Juni 2013 durch die Jahreshauptversammlung in die Ehrenkabine des FC Schalke 04 aufgenommen. Am 27. Juli 2013 absolvierte Raúl mit al-Sadd Sport Club sein Abschiedsspiel von Schalke 04 gegen seinen alten Verein in Gelsenkirchen, wobei ein Karriereende des Spaniers bisher noch nicht geplant ist.[9] Bei diesem Abschiedsspiel spielte Raúl je eine Halbzeit für beide Vereine und erzielte mit dem zwischenzeitlichen 8:0 zusammen mit Julian Draxler das Tor des Monats Juli 2013, welches auch zum Tor des Jahres 2013 gewählt wurde.[10] Bei seiner Auswechslung übergab er seine Nummer 7 symbolisch an Max Meyer.

al-Sadd Sport Club[Bearbeiten]

In der Sommerpause 2012 verpflichtete der al-Sadd Sport Club Raúl.[11][12] In seiner ersten Saison gewann er am vorletzten Spieltag gleich die Meisterschaft in der Qatar Stars League.[13]

Statistik[Bearbeiten]

Raúl erzielte 44 Tore in 102 Spielen für die spanische Nationalmannschaft sowie 66 Tore in 132 Spielen für Real Madrid und 5 Tore in 12 Spielen für Schalke 04 in der Champions League. Somit ist er der beste Torschütze in der Geschichte des 1955 als Europapokal der Landesmeister eingeführten Wettbewerbs. Mit seinem Treffer am 28. September 2005 gegen Olympiakos Piräus schaffte er es als erster Spieler, die 50-Tore-Marke in der Champions League zu durchbrechen. Er überholte damit die Real-Legende Alfredo Di Stéfano und führt derzeit die ewige Torschützenliste der Champions League an, außerdem ist er mit insgesamt 77 Toren der erfolgreichste Torschütze in offiziellen Vereinswettbewerben der UEFA (71 Treffer in der Champions League, sowie 4 Treffer in der Europa League und jeweils ein Tor im UEFA Super Cup und im Weltpokal). Er ist mit 228 Ligatoren in 550 Spielen (Stand: 4. Juli 2010) der drittbeste Torschütze der Primera División und der beste Torschütze in der Geschichte von Real Madrid mit 323. Am 15. Februar 2009 überholte er mit einem Doppelpack beim 4:0-Auswärtssieg gegen Gijon Alfredo di Stèfano, welcher bis zu diesem Tag 307 Pflichtspieltore erzielt hatte.

Am 21. April 2007 absolvierte Raúl beim Liga-Heimspiel gegen den FC Valencia sein 600. Pflichtspiel für die „Königlichen“. Überdies absolvierte er am 11. Januar 2009 gegen RCD Mallorca sein 500. Ligaspiel (allesamt für Real Madrid) und schoss dabei das Tor zum 0:2 (Endstand 0:3). Er ist weltweit der 18. Spieler, dem bei drei verschiedenen Weltmeisterschafts-Endrunden jeweils mindestens ein Treffer gelang.

Am 19. Februar 2012 gelang Raúl sein 400. Pflichtspieltreffer, er erzielte beim 4:0 des FC Schalke gegen den VfL Wolfsburg das 1:0.

Raúl gelangen mit Madrid und Schalke 79 Siege in der UEFA Champions League. Damit war er bis zum 1. Oktober 2013 alleiniger Rekordhalter, bevor der Wert zunächst von seinem Landsmann Xavi eingestellt und am 6. November 2013 auf 80 Siege gesteigert worden war.[14]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Raúl stand im Aufgebot der Spanier für die Olympischen Spiele 1996, bei denen er jedoch mit seiner Mannschaft im Viertelfinale ausschied. Zwei Jahre nach seinem ersten Ligaspiel für Real Madrid feierte er im Oktober 1996 gegen Tschechien sein Debüt in der spanischen A-Nationalmannschaft. Raúl erzielte seitdem in 102 Spielen 44 Tore und ist damit nach David Villa bester Torschütze in Spaniens Geschichte.

Beim WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino am 12. Oktober 2005 löste er Fernando Hierro, von dem er bereits 2002 die Kapitänsbinde übernommen hatte, als Feldspieler mit den meisten Länderspielen ab. In den Jahren nach 2003 saß er im Nationalteam zeitweise auf der Ersatzbank. Es folgte die enttäuschende Europameisterschaft 2004 und eine ansehnliche, aber letztlich ebenfalls unbefriedigende Weltmeisterschaft 2006. Für das Qualifikationsspiel zur Fußball-Europameisterschaft 2008 am 7. Oktober 2006 in Schweden wurde er erstmals seit zehn Jahren nicht in die spanische Auswahl berufen und seither nicht wieder aufgeboten. Trainer Luis Aragonés betonte jedoch, Raúl sei nicht endgültig aus der Nationalelf verbannt. Allerdings nominierte ihn dieser trotz 18 Saisontoren auch für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz nicht. Auch unter Vicente del Bosque, Nachfolger des nach der Europameisterschaft zu Fenerbahçe Istanbul gewechselten Aragonés, gehört er nicht zum Kader der spanischen Nationalmannschaft. Mit seinen 102 Länderspielen hat Raúl nach Iker Casillas (150), Xavi (128), Andoni Zubizarreta (126), Sergio Ramos (111), Xabi Alonso (107) und Fernando Torres (106) die siebtmeisten Einsätze (Stand 11.Oktober 2013).

Erfolge und Titel[Bearbeiten]

Titel mit Real Madrid
Titel mit dem FC Schalke 04
Titel mit dem al-Sadd Sport Club
Auszeichnungen

Persönliches[Bearbeiten]

Raúl wurde im Stadtbezirk Villaverde im Süden Madrids geboren und wuchs dort im Viertel Colonia Marconi auf, einer für Mitarbeiter der Firma Marconi errichteten Siedlung. Sein erster Verein war CD San Cristóbal de los Ángeles, ebenfalls in Villaverde beheimatet. Sein Vater Pedro war ein Fan von Atlético Madrid, wo sein Sohn auch seine Karriere begann. Raúl ist seit dem 30. Juni 1999 mit dem spanischen Model Mamen Sanz verheiratet und Vater von vier Söhnen und einer Tochter.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raúl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Raúl bester Europapokalstürmer aller Zeiten
  2. Raul steigt auf - Real bleibt dran
  3. Raúl verabschiedet sich von Real
  4. Raul wechselt zum FC Schalke 04
  5. 2:1 gegen Hamburg: Premieren-Vorlage und Comeback-Treffer
  6. Raùls Profil bei der UEFA, gesichtet am 7. April 2011
  7. Premiere eines Weltstars - Raul gewinnt erstmals Pokal
  8. Raul verlässt den FC Schalke 04 am Saisonende
  9. FC Schalke 04: Raul bekommt Abschiedsspiel. goal.com. 8. April 2013. Abgerufen am 10. Mai 2013.
  10. Schalke 04 - Endlich wieder vorne
  11. Raul in Alsadd
  12. Raul spielt zukünftig in Katar
  13. Sportal: Katar: Raul holt den Meistertitel mit Al-Sadd, abgerufen am 14. April 2013.
  14. fifa.com: "Barça"-Star Xavi mit Siegrekord