.es

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.es ist die Top-Level-Domain von Spanien. Sie existiert seit 14. April 1988 und wird durch das Network Information Center of Spain verwaltet.[1] Derzeit sind mehr als 1,5 Millionen .es-Domains registriert.[2]

Vergabekriterien[Bearbeiten]

Die spanischen Domains müssen mindestens eine Länge von drei Zeichen besitzen, wobei es Ausnahmen, wie hp.es und pp.es gibt. Auch existieren Domains, die mit der Domainendung den Markennamen oder Dienstnamen bilden, dazu gehört beispielsweise iTun.es und Geociti.es. Jede natürliche oder juristische Person kann Inhaber einer .es-Domain sein. Ein Wohnsitz oder eine Niederlassung in Spanien sind nicht notwendig.

Es werden nicht nur Anmeldungen auf zweiter, sondern auch auf dritter Ebene durchgeführt, zum Beispiel unterhalb von .com.es und .org.es.[3] Zunächst waren Adressen direkt unterhalb von .es nicht möglich, die Vergabekriterien wurden im Jahr 2005 aber entsprechend dem Vorbild anderer ccTLDs liberalisiert.[4] Die Änderung der Vergabekriterien führte in den folgenden Jahren zu hohen Zuwachsraten.[5]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Aktivierung einer .es-Domains erfolgt nach Bestellung in der Regel innerhalb von 7 bis 10 Tagen.[3] Lange Jahre war die Registrierung von .es-Domains nur einem eingeschränkten Kreis möglich, etwa Universitäten. Die öffentliche Vergabe hat am 8. November 2005 um 7:00 Uhr begonnen, nachdem Rechteinhaber einige Wochen vorher Bestellungen einreichen konnten (Sunrise Period).[6]

Die Verfügbarkeit von .es Domains kann über eine Abfrage am Standard Whois-Server auf Port 43 festgestellt werden, allerdings muss die IP Adresse des abfragenden Clients bei der Registrierungsstelle hinterlegt werden. Seit Oktober 2007 kann die .es-Domain auch Sonderzeichen wie ñ, ç oder akzentuierten Vokale á, é, í, ó , ú und ü enthalten.

Kontroversen[Bearbeiten]

Die Top-Level-Domain wurde im Juli 2010 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Grund war eine Klage des Sportvereins FC Bayern München vor dem Oberlandesgericht Köln aufgrund der Domain fc-bayern.es.[7] Der Inhaber verletzte nach Ansicht des Gericht die Markenrechte der Klägerin.

Kritik[Bearbeiten]

Die Top-Level-Domain Spaniens steht - wie .fr für Frankreich - aufgrund der restriktiven Vergabekriterien immer wieder in der Kritik. Experten bemängelten, dass selbst kleine Länder keine so hohen Anforderungen an Interessenten stellen und ihre Domains damit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Domain Delegation Data. IANA, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  2. Oliver Schwab: .es – mehr als 1,5 Millionen Domain-Namen registriert. In: united-domains Blog. 28. März 2012, abgerufen am 12. Juli 2012.
  3. a b .es-Domain. united-domains, abgerufen am 12. Juli 2012 (Reiter „Besonderheiten“).
  4. Florian Hitzelberger: Neues von .es, .br und .iq. In: domain-recht. 10. Juli 2005, abgerufen am 13. Juni 2013.
  5. Florian Hitzelberger: Weltweit mehr als 153 Mio. Domains. In: domain-recht. 13. März 2008, abgerufen am 20. Dezember 2013.
  6. Florian Hitzelberger: Aufbruch in die Second-Level-Ära. In: domain-recht. 10. November 2005, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  7. Florian Hitzelberger: FC Bayern gewinnt vor OLG Köln. In: domain-recht. 19. Juli 2010, abgerufen am 13. Juni 2013.
  8. Florian Hitzelberger: User müssen draussen bleiben. In: domain-recht. 29. Juli 2003, abgerufen am 13. Februar 2013.