Ariel Motors

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Ariel Red Hunter

Ariel Motors Ltd. war ein britischer Hersteller von Fahrrädern, Motorrädern und Pkw mit Sitz in Birmingham. Heute wird der Markenname von der Ariel Ltd verwendet.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1847 gegründet. Man stellte zunächst Luftreifen für Kutschen her. 1870 stellte man ein besonders leichtes Hochrad her und gab ihm den Namen Ariel. 1885 begann man mit der Fertigung von Niederrädern.

1896 wurde das erste motorisierte Dreirad mit einem 2,25-PS-Motor von De Dion-Bouton hergestellt, 1901 kamen vierrädrige Fahrzeuge hinzu. 1902 kaufte die Components Ltd. von Charles Sangster die Firma und begann mit der Fertigung von Motorrädern. 1932 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden, doch Charles Sangsters Sohn, Jack Sangster, kaufte die Konkursmasse und führte die Produktion der Motorräder weiter. Fahrräder wurden fortan nicht mehr hergestellt.

Die Kraftwagenfertigung endete zunächst 1915 und wurde zwischen 1922 und 1925 nochmals kurz aufgenommen.

Ariel Square Four

Die Motorräder wurden zunächst mit Motoren von White and Poppe ausgerüstet, die man ab 1904 unter Lizenz selbst herstellte. 1914 bestand das Fertigungsprogramm aus einem 348-cm³-Zweitaktmotorrad und Maschinen mit Seitensteuerung von 498 und 670 cm³.

1925 wurde Val Page eingestellt, der einen neuen Motor konstruierte. Zu dieser Zeit stieß auch Edward Turner als weiterer Konstrukteur und Vic Mole als Verkaufsleiter zu Ariel. Mit der Vorstellung der Red Hunter-Serie begann das Unternehmen zu prosperieren. Im November 1930 konnte mit einem Vierzylinder-Viertakt-Motorrad, der „Square Four“, eines der außergewöhnlichsten Motorräder dieser Zeit vorgestellt werden. Das Motorrad mit zunächst 500 cm³ verfügt über zwei Kurbelwellen; die Zylinder sind im Quadrat angeordnet.

Ariel Modell VB[Bearbeiten]

Das Modell VB wurde mit dem alten seitengesteuerten 598-cm³-Einzylindermotor ausgeliefert. Mit 86 mm Bohrung und 126 mm Hub war der Motor sehr langhubig ausgelegt. Er leistete 13 KW/18 PP bei 4400/min. Damit war eine Höchstgeschwindigkeit von 105 km/h möglich. Die ungefederte Hinterachse in Verbindung mit der Teleskopgabel passte eigentlich nicht in die Zeit mit dem veralteten seitengesteuerten Triebwerk, gab es doch parallel dazu bereits seit 1933 die 500er VH-Motoren mit OHV-Steuerung. Trotzdem wurde dieser Motor in der VB von 1933 bis zum Firmenende 1958 gebaut. Bei diesem Typ wurde die „gearbox“-Ausführung BA verbaut. Üblich bei diesen englischen Klassikern ist die rechts angelegte Gangschaltung, die obendrein den ersten Gang nach oben hat. Heute sind die seitengesteuerten VBs fast gänzlich ausgestorben, die NH und VH mit gefederter Hinterschwinge und OHV-Motor sind noch allenthalben anzutreffen. Der größere Fankreis ist heute bei den Square-Four-Vierzylindern zu finden, die der Marke Ihren Premiumcharakter gaben. Das nebenstehende Modell ist weitgehend Original mit Ausnahme der Rückleuchte, bei der Ausführung des Auspufftopfes gibt es auch Fishtail-Ausführungen. Die nur 20 mm breiten Trommelbremsen vorne wie hinten haben dank ihres Durchmessers ausreichende Funktion. Single-Motoren wurden mit 350 cm³ OHV in den Modellen NH und Red Hunter angeboten. 500-cm³-OHV gab es als VH, VHA, VCH und Red Hunter. 600-cm³-SV ausschließlich als VB-Modell. Die Teileversorgung scheint nur mehr im Vereinigten Königreich zu existieren, als verlässliche Quelle gilt Draganfly.co.uk aus Bungay, im Osten der Insel zwischen Ipswich und Norwich. Dokumentationen existieren fast ausschließlich in englischer Sprache. Folgende Baujahre werden kommuniziert: NH 350cc o.h.v. singles 1933–58 VH 500cc o.h.v. singles 1933–58 VB Side valve singles 1933–58 KH 500 twins, Fieldmaster 1948–57 FH 650 twins, Huntmaster 1954–58 All singles 1933–58 4F o.h.c. SQ 4 1931–36 4G Iron engine 1000cc SQ 4 1937–48 MK I Alloy engine 2 pipe SQ 4 1949–51 SQ 4 All o.h.v. SQ 4 1937–58 RG

Ariel VB 600 1953

1936 konnte Jack Sangsters die Triumph-Werke übernehmen, wo Turner Geschäftsführer wurde. 1951 verkaufte Sangster beide Firmen an BSA und wurde dort Aufsichtsratsmitglied.

1959 wurde die komplette Modellpalette ausgetauscht. Man produzierte nur noch Zweitakt-Motorräder, die auf Entwicklungen von Adler basierten. Gegen die japanischen Motorräder konnten diese Modelle jedoch nicht auf Dauer bestehen. Die Produktion wurde 1967 eingestellt. 1970 stellte man ein Dreirad-Moped mit Laura-Zweitaktmotor vor, ein Kurvenneiger, dem jedoch kein Erfolg beschieden war.

Ariel-Veteranen[Bearbeiten]

Unter den ältesten fahrtüchtigen Motorrädern finden sich mehrere Ariel. Regelmäßig geben sich zum Beispiel Ariel-Motorräder ein Stelldichein beim London Brighton Run, dem ältesten kontinuierlich veranstalteten Rennen der Welt, bei dem lediglich Motorfahrzeuge zugelassen sind, die nachweisbar über einhundert Jahre alt sind.

Motorradmodelle[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ariel Motors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien