Annweiler am Trifels

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Annweiler am Trifels
Annweiler am Trifels
Deutschlandkarte, Position der Stadt Annweiler am Trifels hervorgehoben

Koordinaten: 49° 12′ N, 7° 58′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Annweiler am Trifels
Höhe: 179 m ü. NHN
Fläche: 39,88 km2
Einwohner: 7077 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 177 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76855
Vorwahl: 06346
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 501
Adresse der Verbandsverwaltung: Messplatz 1
76855 Annweiler am Trifels
Website: www.annweiler.de
Stadtbürgermeister: Benjamin Seyfried (Unabhängig)
Lage der Stadt Annweiler am Trifels im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild

Annweiler am Trifels (Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i) ist eine Stadt und gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Südliche Weinstraße. Sie ist zugleich Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Annweiler ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annweiler liegt im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, in dessen Teilbereich Dahn-Annweiler Felsenland, nahe dessen Ostrand im Nordwesten des Landkreises Südliche Weinstraße. Der größte Teil der Gemarkung befindet sich innerhalb des Annweiler Felsenlands, das sich im Süden der Gemarkung erstreckt. Der Osten gehört zum Annweiler-Albersweiler-Ausraum, der alternativ als Trifelsland bezeichnet wird. Die Stadtgemarkung umfasst darüber hinaus eine 14,71 km² große Waldexklave in der Frankenweide nordwestlich der restlichen Stadtgemarkung; durch die Exklave ist sie die am weitesten westliche liegende Ortsgemeinde innerhalb des Landkreises Südliche Weinstraße.

Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn – einschließlich ExklavenEußerthal, Albersweiler, Birkweiler, Ranschbach, Leinsweiler, Ilbesheim bei Landau in der Pfalz, Waldrohrbach, Wernersberg und Rinnthal. Die Waldexklave grenzt im Uhrzeigersinn an Landau in der Pfalz, Albersweiler, Siebeldingen, Birkweiler, Rinnthal, Wilgartswiesen, Merzalben und Wilgartswiesen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Annweiler gehören die Ortsbezirke Bindersbach im Süden, Sarnstall im Westen, Gräfenhausen im Nordosten und Queichhambach im Osten. Im Süden der Kernstadt erstreckt sich die Siedlung Rehberg. Teil von Queichhambach sind die Weiler Rothenhof und Neumühle.

Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großer Adelsberg mit Annweiler im Vordergrund

Südlich der Stadt liegt der 497,1 m hohe Sonnenberg. Unmittelbar nördlich der Kernstadt erheben sich der Große (567,4 m) sowie der Kleine Adelsberg und nordwestlich von Gräfenhausen die Ostflanke des 529,7 m hohen Kehrenkopfes. Die Nordflanke des Rehbergs ist Teil des Stadtgebiets, auf der sich der Stadtteil Bindersbach erstreckt.

Zum südwestlichen Stadtgebiet gehört die Nordostflanke des 462,1 m hohen Ebersbergs. Im Osten der Gemarkung befindet sich der 551,9 m hohe Hohenberg. In der Waldexklave in der Frankenweide liegen der Almersberg (564,1 m), der Eiterberg, der Große Fischberg und die Ostflanke des Weißenbergs (609,9 m)

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Queich innerhalb der Annweilerer Kernstadt

Die Stadt wird von West nach Ost von der Queich durchflossen, einem linken Nebenfluss des Rheins, in den im Stadtgebiet mehrere Nebenbäche münden, darunter der Rimbach und der Ebersbach. Komplett auf Gemarkung der Stadt befinden sich der Hahnenbach und der anderthalb Kilometer lange Eisbach, der durch Zusammenfluss von Dernbach und Eußerbach entsteht. Der Hahnenbach nimmt zuvor von rechts nacheinander den Oberen sowie den Unteren Hasenbach auf.

Durch die Gemarkung der Waldexklave verläuft in Nord-Süd-Richtung der Wellbach mit mehreren Nebenbächen wie dem Eiderbach, dem Kleinen Fischbach und dem Kaltenbach.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologisch dominieren vor Ort die Annweilerer- und die Rehberg-Schichten, die jeweils aus feinkörnigen Sandsteinen bestehen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 910 mm. Die Niederschläge sind hoch. Sie liegen im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte, an 79 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die meisten Niederschläge fallen im Dezember, nämlich 1,5 mal mehr als im April. Die Niederschläge variieren nur gering und sind recht gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 4 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Nennung Annweilers geht auf das Jahr 1086 zurück. Die Gründung erfolgte, wie bei anderen Siedlungen mit der Endung -weiler, wohl im 7. oder 8. Jahrhundert. Benannt wurde Annweiler vermutlich nach einem Franken namens Anno oder Arno.[3]

In den Jahren 1125 bis 1298 wurden die Reichskleinodien, darunter die Reichskrone, auf der Reichsburg Trifels aufbewahrt. 1193, möglicherweise bis 1194, war der englische König Richard Löwenherz Gefangener auf dem Trifels.

Am 14. September 1219 verlieh König Friedrich II. Annweiler die Stadtrechte. Im 18. Jahrhundert war Annweiler die kleinste aller Reichsstädte. Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Stadt zu Pfalz-Zweibrücken. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Annweiler Sitz des gleichnamigen Kantons, dem 30 weitere Gemeinden angehörten, sowie der gleichnamigen Mairie, die zusätzlich Bindersbach, Gräfenhausen, Queichhambach und Wernersberg umfasste. 1815 hatte die Stadt 1758 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen und wechselte 1816 in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war die Stadt Bestandteil des Landkommissariats Bergzabern, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde die Stadt in den Landkreis Bergzabern eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Am 1. Oktober 1956 wurde Bindersbach als Ortsteil eingemeindet. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte Annweiler am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. Der Nachbarort Queichhambach wurde am 22. April 1972 eingemeindet. Im selben Jahr wurde die Stadt Sitz der neu geschaffenen gleichnamigen Verbandsgemeinde. Am 10. Juni 1979 folgte die Eingemeindung Gräfenhausens, womit das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung erreichte.[4]

Am 4. Juli 2017 beschloss die Landesregierung von Rheinland-Pfalz, den für 2019 vorgesehenen 35. Rheinland-Pfalz-Tag an die Stadt Annweiler zu vergeben, die zeitgleich 800 Jahre Stadtrechte feiern wollte.[5] Als Termin für das Landesfest wurde der Zeitraum des 28. bis 30. Juni 2019 festgelegt.[6]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Burg Trifels existierte einst die sogenannte Königskapelle. Während des 17. Jahrhunderts gab es in der Stadt außerdem eine französische Kirche. Am Ende des Jahres 2013 waren 37,5 % der Einwohner evangelisch und 37,0 % katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[7]

Judentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 16. Jahrhundert befand sich vor Ort ein jüdischer Friedhof. Die in Annweiler lebenden Juden gehörten zur jüdischen Gemeinde Albersweiler. Seit 2015 liegen in der Stadt mehrere Stolpersteine, die an jene jüdischen Einwohner vor Ort erinnern, die Opfer des Holocaust wurden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus

Der Stadtrat in Annweiler besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:

Wahl SPD CDU GRÜNE FDP FWG AfD Gesamt
2019[8] 5 4 4 3 5 1 22 Sitze
2014[9] 7 6 3 2 4 22 Sitze
2009 9 7 2 2 2 22 Sitze
2004 9 7 2 2 2 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe der Stadt Annweiler e. V.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benjamin Seyfried (* 1983) ist seit dem 14. August 2019 Stadtbürgermeister von Annweiler.[10] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 55,04 % für fünf Jahre gewählt worden.[11] Sein Vorgänger war Thomas Wollenweber von der SPD, der 15 Jahre lang das Amt bekleidet und nicht mehr kandidiert hatte.[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Annweiler am Trifels COA.svg
Blasonierung: „Von Gold und Schwarz gespalten, links eine wachsende rote Burg in Gestalt des Trifels mit schwarzen Fenstern, rechts eine blaugedeckte goldene Kirche in romanischen Formen mit blauen Fenstern und goldenen Turmkreuzen.“[13]

Es wurde 1950 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf das große Stadtsiegel aus dem Jahr 1230.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Ambert im Département Puy-de-Dôme (Region Auvergne-Rhône-Alpes) wurde 1988 geschlossen, mit Gorgonzola in der italienischen Region Lombardei 2008.

Seit Ende der 1980er Jahre besteht eine Partnerschaft zwischen der Freiwilligen Feuerwehr Annweiler und den Sapeurs-Pompiers Jargeau im Département Loiret.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Denkmalzonen ausgewiesen sind

  • die über der Stadt liegende Reichsburg Trifels, die teilrestauriert ist, bewirtschaftet wird und ein Museum beinhaltet
  • die historische Altstadt mit Stadtmühle und Gerberviertel samt dem „Schipkapass“ genannten Durchlass
  • der jüdische Friedhof
  • die Pirmasenser Straße im Stadtteil Sarnstall

Hinzu kommen mehrere Dutzend Einzelobjekte, die denkmalgeschützt sind. Unter ihnen befinden sich

Der Ostpreußenbrunnen erinnert als Denkmal an das Schicksal der Heimatvertriebenen.

Natur und Parkanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturbegräbnisstätte und Biotop Trifelsruhe

Die Stadt liegt im Naturpark Pfälzerwald, der wiederum zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord gehört. Mit dem Asselstein und dem Park des Kurhauses Trifels befinden sich vor Ort zwei Naturdenkmale.

Der Erholung dienen der Kurpark und der Ambertpark. Südlich außerhalb des Orts befindet sich die Naturbegräbnisstätte Trifelsruhe, die über die Straße zum Rehberg erreichbar ist. Das Naturschutzgebiet Haardtrand – Auf dem Kirchberg liegt teilweise auf Gemarkung der Stadt.

Rittersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Gemarkung der Stadt liegen zudem mehrere Rittersteine: Der Ritterstein 47 Grimmeisenpfad erinnert an den in Annweiler geborenen Albert Grimmeisen, der 1908 bei einer Klettertour tödlich verunglückte. 51 Am Zwiesel liegt innerhalb der Exklave in der Frankenweide am städtischen Wertholzlagerplatz. 221 Am Windhof weist auf die Wüstung eines Hofes hin. 228 Holderquelle bezeichnet die Quelle, die zu Ehren von Heinrich Holder benannt wurde, der zusammen mit Grimmeisen 1908 verunglückte.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 wurde im historischen Stadtkern zum ersten Mal das Richard-Löwenherz-Fest veranstaltet. Dieser Mittelaltermarkt, ein „mittelalterliches Spektakulum mit Rittern, Gauklern, Edel- und Spielleuten“, hat sich mit weit über 10.000 Besuchern auf Anhieb zur größten Veranstaltung der Stadt entwickelt.

Zu weiteren regelmäßigen Veranstaltungen der Stadt Annweiler gehören der Kultursommer, der Konzerte auf dem Rathausplatz und in der Parkanlage der Stadt bietet, das Keschdefescht rund um die Esskastanie im Oktober eines jeden Jahres sowie Märkte wie der alljährliche Kunsthandwerker- oder Weihnachtsmarkt.

Im Kaisersaal der Burg Trifels werden als Konzertveranstaltungen die Trifels-Serenaden angeboten.

Kunstpreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2008 vergibt die Stadt jährlich einen Kunstpreis der Stadt Annweiler. Der Preis besteht aus einem Preisgeld und dem Ankauf eines repräsentativen Werks des Kunstpreisträgers. Die Preisträger werden aus den Teilnehmern der im selben Jahr – seit 2003 jährlich – stattfindenden Kunstmeile des Vereins Kunst und Kultur Annweiler e. V. von einer Fachjury ausgewählt. Die Jury vergibt regelmäßig auch einen Jury-Preis.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mühlrad in der Queich
Historisch

Im 16. und 17. Jahrhundert prägten Gerber die Wirtschaft der Stadt. Jahrhundertelang befand sich in der Altstadt eine Wassermühle, die als Stadtmühle fungierte. Zudem war Annweiler Sitz des von Jean Firges (1934–2014) gegründeten Sonnenberg Verlags, der mit seinem Schwerpunkt bei der Literatur Französisch schreibender Autoren inzwischen in Landshut beheimatet ist. Während des Dritten Reichs war die Stadt Sitz der Tageszeitung Pfälzer Anzeiger.

Gegenwart

Größter Arbeitgeber in Annweiler ist die Kartonfabrik Buchmann. Sie produziert – überwiegend aus Recyclingpapier – Faltschachtelkarton als Ausgangsmaterial für Verpackungen vor allem der Konsumgüterindustrie. Die Firma Stabila stellt Präzisionsmessgeräte her. Außerdem gibt es Zulieferbetriebe der Automobilindustrie. Darüber hinaus ist die Stadt Sitz der Auma Kreditbank. Seit 1879 existiert der Trifels Kurier; ursprünglich Wochen- und zeitweise Tageszeitung, wurde er nach dem Zweiten Weltkrieg in ein Anzeigenblatt umgewandelt. Zudem ist die Stadt Standort des UKW-Hörfunksenders SWR4 Rheinland-Pfalz (Radio Ludwigshafen)

Der Weinbau ist größtenteils zum Erliegen gekommen, es existiert inzwischen lediglich im Nordosten die Lage Königsgarten. Einziges Recyclingunternehmen im Ort ist die Metall Service Pedack GmbH, welche auf das Recycling von Metallen spezialisiert ist. Seit 1976 befindet sich in der Stadt das Industriekraftwerk Annweiler, das seine Energie aus fossilen Brennstoffen bezieht. Die Stadt gehört zum Geschäftsgebiet der VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau.

Forstwirtschaft

Aufgrund der geographischen Gegebenheiten war Annweiler stark durch die Forstwirtschaft geprägt. Innerhalb der Exklave in der Frankenweide, die die Stadt 1304 von Albrecht von Habsburg geschenkt bekam, befindet sich das Forsthaus Annweiler. Zudem ist die Stadt Sitz eines Forstamtes.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene und Nahverkehr
Bahnhof Annweiler

Die Anbindung an das Schienennetz erfolgte 1874; der Bahnhof nahe der Kernstadt war zunächst Endpunkt der in Landau beginnenden Strecke, die ein Jahr später bis nach Zweibrücken durchgebunden wurde und seit 1895 bis nach Rohrbach führt. Seit 1994 bestehen stündliche Bahnverbindungen nach Landau sowie nach Pirmasens. Seit 2012 gibt es zusätzlich den Haltepunkt Annweiler-Sarnstall. Mit Annweiler West ist ein weiterer Bahnhalt innerhalb der Stadt geplant. Der Bahnhof Albersweiler befand sich im äußersten Osten der Stadtgemarkung auf dem Terrain des Ortsbezirks Queichhambach, ehe er 1984 zugunsten eines ortsnahen Haltepunktes für die entsprechende Gemeinde aufgegeben wurde.

Annweiler ist Ausgangspunkt mehrerer Buslinien des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die vor allem die übrigen Orte innerhalb der gleichnamigen Verbandsgemeinde anbinden. Die bedeutendste ist die Linie 531, die über Gossersweiler-Stein, Klingenmünster und Ilbesheim bei Landau in der Pfalz nach Landau führt. Die Linie 523 bedient die eingemeindeten Stadtteile.

Straße
Bundesstraße 48, im Hintergrund die Bundesstraße 10

Annweiler ist erreichbar über die Bundesstraße 10, die unter anderem nach Landau in der Pfalz und Pirmasens führt. Ursprünglich führte sie mitten durch die Kernstadt, ehe sie nördlich der Bebauung herumgeführt wurde. Bei der Anschlussstelle Landau-Nord ist sie an die A 65 Ludwigshafen am RheinKarlsruhe angebunden. Innerhalb der Annweilerer Stadtgemarkung führt sie in Richtung Pirmasens durch drei Tunnel; dies sind von Ost nach West der Barbarossatunnel, der Löwenherztunnel und der Staufertunnel. Der Staufertunnel gehört mit seinen 1038 Metern Länge zu den 70 längsten Straßentunneln in Deutschland. Innerhalb des Stadtgebiets ist sie als Kraftfahrstraße ausgewiesen. Die Bundesstraße 48, die von Bingen nach Bad Bergzabern verläuft, verbindet Annweiler ebenfalls mit dem überregionalen Straßennetz. Westlich der Anschlussstelle Annweiler am Trifels-West verläuft sie gemeinsam mit der Bundesstraße 10. Letztere besitzt zusätzlich die Anschlussstelle Annweiler am Trifels-Ost.

Durch die Kernstadt verläuft die Landesstraße 490, die von Niederschlettenbach und Sarnstall bis nach Queichhambach führt. Die Kreisstraße 2 verbindet die Stadtmitte mit der Burg Trifels und die Kreisstraße 3 mit Bindersbach. Die Kreisstraße 4 führt nach Gräfenhausen. Zudem ist die Stadt Sitz einer Straßenmeisterei, die dem Landesbetrieb Mobilität Speyer untersteht.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jung-Pfalz-Hütte

Auf Gemarkung der Stadt stehen mit der vom Jugendpflegeverein Jung-Pfalz betriebenen Jung-Pfalz-Hütte, der unter der Regie des Pfälzerwald-Vereins stehenden Schutzhütte an der Holderquelle und der Klettererhütte außerdem mehrere Hütten für Wanderer.

Die Stadt liegt am Queichtalradweg. Zudem führen durch sie mehrere Wanderwege, darunter der Pfälzer Mandelpfad, der im Dezember 2010 eröffnete Prädidktswanderweg Pfälzer Weinsteig und der mit einem blauen Balken markierte Fernwanderweg Staudernheim–Soultz-sous-Forêts. Durch die Waldexklave führt der Höcherbergweg, der von Niederwürzbach bis nach Böchingen verläuft und der mit einem rot-weißen Balken markiert ist.

Ein weiterer Wanderweg ist mit einem weiß-blauen Balken markiert und verläuft von Bad Münster am Stein bis nach Sankt Germanshof. Ein anderer mit der Markierung „gelber Balken“ verläuft von Contwig nach Germersheim. Ein weiterer ist mit einem grün-blauen Balken gekennzeichnet und stellt eine Verbindung mit Göllheim sowie Eppenbrunn her.

Ein mit einem blau-gelben Balken markierter Wanderweg führt zum Annweiler Forsthaus und einer mit einem roten Punkt versehener über den Almersberg.

Institutionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Hohenberg

Während der Zugehörigkeit zu Frankreich war die Stadt Sitz eines Friedensgerichts, das dem Tribunal erster Instanz Zweibrücken unterstand. Während der Zeit des Nationalsozialismus war in der Stadt eine Gauführerschule des Gaus Saarpfalz untergebracht. Bis 1966 war Annweiler Sitz eines Amtsgerichts.

Annweiler verfügt über eine Grundschule und eine Realschule plus. Weiterhin gibt es eine Schule für Lernbehinderte sowie eine Berufsbildende Schule. Das Evangelische Trifels-Gymnasium steht unter kirchlicher Trägerschaft. Während der frühen Neuzeit existierte außerdem eine Lateinschule.

Auf Gemarkung der Stadt befindet sich außerdem der Schul- und Seminarbauernhof Gut Hohenberg der Stiftung Ökologie & Landbau. Zudem ist der Pfälzer Turnerbund im Turnerjugendheim Annweiler ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicole Fessel

Zu Ehrenbürgern der Stadt wurden unter anderem der Maler Adolf Kessler im Jahr 1960 und der Theologe Georg Biundo 1976 ernannt.

Bekannte Söhne der Stadt waren im 18. Jahrhundert der Klavierbauer Matthias Christian Baumann und der Architekt Friedrich Gerhard Wahl. Ein Jahrhundert später folgten der Mediziner Georg von Rapp, der als Leibarzt die Königin Olga von Württemberg betreute, der Verleger und Politiker Eugen Jäger, der Theologe August Naegle und der Kirchenmusiker Adolf Graf. Im 20. Jahrhundert wurden unter anderem der Altphilologe Otto Seel, der Sozialpsychologe Norbert Schwarz, der Historiker Theo Schwarzmüller, die Skilangläuferin Nicole Fessel und der amtierende Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn in Annweiler geboren.

Zu den Personen, die in der Stadt wirkten, gehören der Theologe David Pareus, der 1621 vor dem Dreißigjährigen Krieg nach Annweiler floh, der Arzt Johann Lukas Jäger, der ab 1840 vor Ort praktizierte, der Soldat Friedrich Kurtz, der sich später in der Stadt niederließ und dort starb sowie der Filmemacher Rudolf Werner.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Thon (Hrsg.): 800 Jahre Stadtrecht für Annweiler. Studien zu Vorgeschichte, Wirkung und Folgen der Verleihung des Stadtrechts durch König Friedrich II. am 14. September 1219. Verlag Pfälzer Kunst Blinn, Annweiler am Trifels 2019.
  • Georg Biundo, Hans Heß: Geschichte einer alten Reichsstadt. (1. Teil: Nachdruck von Biundo: Annweiler. Geschichte einer alten Reichsstadt; 2. Teil: Der Trifelsstadt neues Gesicht). In: Annweiler anno dazumal. Bilder aus der Stadtgeschichte von 1870–1930. Kraemer, Landau in der Pfalz 1968.
  • Annweiler am Trifels. In: Verkehrsverein Annweiler am Trifels (Hrsg.): Annweiler anno dazumal. Bilder aus der Stadtgeschichte von 1870–1930. Verlag Pfälzer Kunst Blinn, Landau in der Pfalz 1980, ISBN 3-922580-03-3.
  • Annweiler am Trifels. In: Verkehrsverein Annweiler am Trifels (Hrsg.): Annweiler anno dazumal. Bilder aus der Stadtgeschichte von 1930–1950. Stock, Annweiler 1982.
  • Georg Biundo, Dennis Castens: Annweiler families. 1477–1927. Bd. 1–5. Kastens, Colorado Springs Co.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Annweiler am Trifels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Annweiler am Trifels – Quellen und Volltexte
 Wikinews: Annweiler am Trifels – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten.
  3. Erich Keyser (Hrsg.): Städtebuch Rheinland-Pfalz und Saarland. Stuttgart 1964, S. 56.
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 168 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  5. Annweiler wird Ausrichter. In: rlp.de. Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, 4. Juli 2017, abgerufen am 4. Juli 2017.
  6. 3. Talk zum Tag – Projektteam informiert über den aktuellen Stand der Planungen. (PDF) In: rlp.de. Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 19. März 2019, abgerufen am 9. April 2019.
  7. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Annweiler am Trifels, Stadt. Abgerufen am 13. April 2020.
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  10. Stadtbürgermeister Benjamin Seyfried. Stadt Annweiler am Trifels, abgerufen am 13. April 2020.
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Annweiler am Trifels, Verbandsgemeinde, 14. Ergebniszeile. Abgerufen am 13. April 2020.
  12. Benjamin Seyfried neuer Annweiler Bürgermeister. 27. Mai 2019, abgerufen am 13. April 2020.
  13. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.