Beynost

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Beynost
Wappen von Beynost
Beynost (Frankreich)
Beynost
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Ain
Arrondissement Bourg-en-Bresse
Kanton Miribel
Gemeindeverband Miribel et Plateau
Koordinaten 45° 50′ N, 5° 0′ OKoordinaten: 45° 50′ N, 5° 0′ O
Höhe 174–322 m
Fläche 10,64 km2
Einwohner 4.557 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 428 Einw./km2
Postleitzahl 01700
INSEE-Code
Website www.beynost.fr

Rathaus (Mairie) von Beynost

Beynost ist eine französische Gemeinde mit 4557 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Kanton Miribel im Arrondissement Bourg-en-Bresse und ist Mitglied im Gemeindeverband Miribel et Plateau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beynost liegt auf 204 m, etwa 15 Kilometer nordöstlich der Stadt Lyon und 44 km südsüdwestlich der Präfektur Bourg-en-Bresse (Luftlinie) in der Landschaft Côtière. Die Fläche des 10,64 km2 großen Gemeindegebiets umfasst sowohl einen Teil des Schwemmtals der Rhône wie auch einen Teil des Hochplateaus der Dombes. Eine etwa 100 m hohe Geländekante trennt beide Teile. Die Ortschaft liegt vollständig im unteren Abschnitt und bildet mit den Nachbarorten Saint-Maurice-de-Beynost und La Boisse eine kontinuierliche Bebauung. Das Gemeindeareal reicht bis an den Parc de Miribel-Jonage heran und wird vom Canal de Miribel durchquert, ein künstlich geschaffener Nebenarm der Rhône, der von Jons nach Caluire-et-Cuire führt. Das Gemeindegebiet wird von der Sereine entwässert, die von Montluel kommend die Grenze zur Nachbargemeinde Thil definiert und in den Canal de Miribel mündet.

Nachbargemeinden von Beynost sind Tramoyes im Norden, La Boisse im Osten, Thil und das im Département Rhône gelegene Meyzieu im Süden und Saint-Maurice-de-Beynost im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindeboden im Bereich der mittelalterlichen Kirche fanden sich Überreste einer gallorömischen Villa, sowie römische Ziegel und Inschriften.[1] Im 13. Jahrhundert gehörte Beynost, dessen Kirchbau 1183 erstmals erwähnt wird,[2] zu den Ländereien der Herren von Montluel. Während der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts änderten sich die Besitzverhältnisse mehrfach, und Beynost gelangte 1317 an den Dauphin von Viennois, dann 1343 unter die französische Krone und 1355 an die Grafen von Savoyen. Mit dem Vertrag von Lyon gelangte die Region im Jahre 1601 an Frankreich.[3] Bis zur Französischen Revolution gehörte der Ort zur Provinz Bresse, danach zum Kanton Montluel und ab 1982 zum neu ausgegliederten Kanton Miribel.[4]

Erste Kirche Saint-Julien von Beynost

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Pfarrkirche Saint-Julien wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Über die Jahrhunderte hinweg erfuhr sie eine Reihe von Veränderungen: Schiff und Apsis wurden vergrößert sowie vier Seitenkapellen angebaut. Nachdem die Kirche 1908 außer Dienst gestellt und ihr gesamtes Mobiliar in einen Neubau transferiert worden war, nutzte die Gemeinde das Gebäude von 1911 bis 1989 als Festsaal. Die einige 100 Meter entfernt stehende neue Kirche von Beynost ist ebenfalls Saint Julien gewidmet.[5]

Villa Monderoux in Beynost

Die Villa Monderoux geht in ihren ältesten Gebäudeteilen auf das 16. Jahrhundert zurück, wurde aber von ihren verschiedenen Besitzern mehrfach erweitert. Sie gelangte 2003 an die Gemeinde, die sie als Kulturzentrum nutzt, und besitzt einen Parc, der als Kulturerbe eingeschrieben ist.[5][6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 1.386
1968 1.763
1975 2.311
1982 2.714
1990 3.141
1999 3.530
2006 4.174
2011 4.471

Mit 4557 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) gehört Beynost zu den mittelgroßen Gemeinden des Département Ain. Nachdem die Einwohnerzahl bis ins erste Viertel des 20. Jahrhunderts konstant bei etwa 900 Einwohnern lag, stieg sie seitdem konstant auf die heutigen Werte an.[7] Die Ortsbewohner von Beynost heißen auf Französisch Beynolan(e)s.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Beynost gibt es mehrere Hundert Betriebe verschiedener Größen, von Einzelunternehmen bis zu Industrie- oder Handelsunternehmen mit einigen Hundert Angestellten. Ein großer Teil der erwerbstätigen Bevölkerung sind außerdem Wegpendler, die vor allem in den ähnlich strukturierten Nachbarorten und dem Großraum Lyon ihrer Arbeit nachgehen.

Beynost hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Lyon–Genève, die in Ost-West-Richtung über das Gemeindegebiet führt. Die Departementsstraße D1084 durchquert den Ort. Als ehemalige N84 verbindet sie Lyon mit Nantua und ist auch Teil der Landstraßenverbindung zwischen Lyon und der Westschweiz. Die Autobahn A42 verläuft ebenfalls durch das Gemeindegebiet und hat dort eine Mautstelle, der nächste Anschluss befindet sich in 2 km Entfernung im Nachbarort Saint-Maurice-de-Beynost. Am Nordwestrand der Gemeinde verlaufen außerdem die Ostumgehung von Lyon (Autobahn A432) und die Schnellfahrstrecke LGV Rhône-Alpes. Beide überwinden mittels langgestreckter Viadukte die Geländekante zum Plateau der Dombes.[8][9] Der nächstgelegene Flughafen ist Lyon-Saint-Exupéry in 15 km Entfernung (Luftlinie).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Beynost befinden sich eine Vorschule (école maternelle), eine staatliche Grundschule (école élémentaire) und eine Gesamtschule (collège).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabmal (links) von Alexandre und Jean Lacassagne in Beynost

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beynost – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. André Buisson: Carte Archéologique de la Gaule - Ain 01. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 1990, ISBN 2-87754-010-3, S. 157 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Marie-Claude Guigue: Topographie Historique du Département de l’Ain. Bourg-en-Bresse et Lyon, A. Brun, 1873, S. 36 (französisch, online [abgerufen am 18. Januar 2014]).
  3. É. Philipon: Dictionnaire Topographique du Département de l’Ain. Imprimerie Nationale, 1911, S. 41 (französisch, online [PDF; abgerufen am 4. Januar 2014]).
  4. Décret no 82-87 du 25 Janvier 1982 portant modification et création de cantons dans divers départements. In: Légifrance. Abgerufen am 10. August 2014 (französisch).
  5. a b Unterseite De l’histoire au patrimoine. In: Offizielle Website der Gemeinde. Abgerufen am 11. August 2014 (französisch).
  6. Parc du Clos de Monderoux in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch).
  7. Beynost - notice communal. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 11. August 2014 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  8. Eisenbahnviadukt La Côtière. In: Structurae
  9. Autobahnviadukt La Côtière. In: Structurae