Saint-Cyr-sur-Menthon

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Saint-Cyr-sur-Menthon
Wappen von Saint-Cyr-sur-Menthon
Saint-Cyr-sur-Menthon (Frankreich)
Saint-Cyr-sur-Menthon
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Ain
Arrondissement Bourg-en-Bresse
Kanton Vonnas
Gemeindeverband Veyle
Koordinaten 46° 17′ N, 4° 58′ OKoordinaten: 46° 17′ N, 4° 58′ O
Höhe 181–217 m
Fläche 16,93 km2
Einwohner 1.761 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 104 Einw./km2
Postleitzahl 01380
INSEE-Code
Website mairie-saint-cyr-sur-menthon.fr

Dorfkirche von Saint-Cyr-sur-Menthon

Saint-Cyr-sur-Menthon ist eine französische Gemeinde mit 1761 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Kanton Vonnas im Arrondissement Bourg-en-Bresse.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Cyr-sur-Menthon liegt auf 208 m, etwa 21 Kilometer westnordwestlich der Präfektur Bourg-en-Bresse, 11 km östlich der Stadt Mâcon und 58 km nördlich der Stadt Lyon (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im südlichen Teil der historischen Provinz Bresse. Nachbargemeinden von Saint-Cyr-sur-Menthon sind Bâgé-Dommartin im Norden, Saint-Genis-sur-Menthon im Osten, Perrex im Süden sowie Saint-Jean-sur-Veyle im Westen.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des 16,93 km2 großen Gemeindegebiets umfasst einen Teil der südlichen Bresse, eine nur schwach reliefierte Ebene im Bresse-Saône-Graben, die sich östlich der Saône erstreckt. Das Gemeindegebiet wird im Wesentlichen vom Menthon nach Südwesten hin zur Veyle entwässert, einem linken Nebenfluss der Saône. Im Nordwesten der Gemeinde gibt es außerdem einige Kanalhaltungen, die mit dem Virolet verbunden sind. Das Gemeindegebiet teilt sich auf in drei ähnlich große Teile: einen Mittelteil mit dem Dorfkern, einen Ostteil auf der anderen Seite des Menthon und einen Nordteil auf der anderen Seite der Autobahn A40, deren Trasse die Gemeinde durchquert. Felder und sonstige landwirtschaftliche Flächen machen mit Anteilen von 48 % bzw. 37 % die Hauptnutzung des Gemeindebodens aus, gefolgt von Wiesen (8 %) und Wäldern (4 %).[1]

Das moderne Gebäude der Gemeindeverwaltung (mairie)

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Saint-Cyr-sur-Menthon gehören neben dem eigentlichen Ortskern noch viele weitere Gemeindeteile, Weilersiedlungen und Gehöfte, die über das ganze Gemeindegebiet verstreut sind. Die bedeutenderen darunter sind:

  • La Mulatière (214 m) nördlich der A40, umgeben von den Weilern Les Mirtanges, La Manche und Piquerand,
  • Les Croix Vieilles (211 m) südlich der A40 und ganz im Osten der Gemeinde,
  • La Tuilerie (214 m) an der Hauptstraße westlich von Saint-Cyr,
  • Les Chanelets (205 m) nördlich von Saint-Cyr,
  • Les Druillets (210 m) und Les Gambys (198 m) am Südrand der Gemeinde,
  • Aringe (203 m) und Marillat (191 m) auf der anderen Seite des Menthon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reste der Motte (frz.: poype) von Saint-Cyr

An zwei verschiedenen Stellen auf dem Gemeindegebiet wurden römische Ziegel sowie ein kleiner Münzschatz gefunden, der Sesterzen aus der Zeit bis Kaiser Severus Alexander enthielt.[2]

Im Hochmittelalter bestand in Saint-Cyr eine kleine Herrschaft mit Motte und Festem Haus, in der im 11. Jahrhundert ein Familiengeschlecht gleichen Namens residierte und die von der Herrschaft Bâgé abhing. Gleichzeitig besaß der Ort eine Kirche, die im Jahr 994 erstmals erwähnt wurde (Ecclesia que est in honore Sancti Cirici). Ihr Patrozinium ist der Hl. Quiricus, der Zusatz -sur-Menthon erschien erstmals 1442. Der heutige Weiler Aringe existiert ebenfalls seit mindestens dem 10. Jahrhundert, als er unter den Namen Ariangas und Aringas erwähnt wurde. Die anderen Weiler sind frühestens seit dem 14. und 15. Jahrhundert dokumentiert (Apud lo Drulliey, 1359 sowie Villagium Millaterie, 1493).[3]

Im Jahr 1272 übernahm die Grafschaft Savoyen die Oberhoheit über Saint-Cyr, als das Geschlecht Bâgé in männlicher Linie ausstarb und Alleinerbin Sibylle de Bâgé ihre Ländereien als Mitgift in die Heirat mit Amadeus V. von Savoyen einbrachte. Dabei konnte die Familie von Saint-Cyr ihr Lehen erneuern.[3] Als Teil der Bresse gelangte Saint-Cyr mit dem Vertrag von Lyon 1601 an das Königreich Frankreich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bressemuseum mit der Ferme des Planons

In Saint-Cyr-sur-Menthon stehen vier Bauernhöfe vorwiegend aus dem 17. Jahrhundert, die im typischen Stil der Bressehäuser errichtet sind, das heißt aus Holzfachwerk, das mit Lehmziegeln ausgefacht ist. Ihre sarazenischen Kamine sind jeweils als monument historique klassifiziert. Die Höfe sind im einzelnen: Ferme dite de la Grange du Clou (17. Jh., gesamtes Gebäude unter Denkmalschutz),[4] Grange des Carons,[5] Ferme à Tavernay[6] und Ferme des Planons (14.–17. Jahrhundert).[7] Drei von ihnen befinden sich in La Mulatière, wobei die Ferme des Planons heute das Kernstück des Bressemuseums Musée départemental de la Bresse – Domaine des Planons darstellt. Neben der Architektur eines typischen Bresse-Hofes erklärt es Brauchtum und historisches Alltagsleben in der Bresse und ist mit einem 20 ha großen Park teilweise als Freilichtmuseum angelegt. Außer der Hofgruppe gibt es ein 2005 errichtetes, modernes Hauptgebäude und einen zweiten Zugang über einen eigenen Autobahnparkplatz an der A40.

Die Dorfkirche wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts im neugotischen Stil erbaut und ersetzte den mittelalterlichen Vorgängerbau. Am Ufer des Menthon befindet sich eine kleine Parkanlage mit einer renovierten alten Mühle.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 811
1968 809
1975 822
1982 983
1990 1.243
1999 1.314
2006 1.515
2011 1.674

Mit 1.761 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016)[8] gehört Saint-Cyr-sur-Menthon zu den kleineren Gemeinden des Département Ain. Nachdem die Einwohnerzahl 1856 einen historischen Höchststand von 1414 erreicht hatte, war sie in der zweiten Hälfte des 19. und ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rückläufig. Seit den 1970er Jahren wird wieder eine Bevölkerungszunahme verzeichnet, die bis heute anhält.[9] Die Ortsbewohner von Saint-Cyr-sur-Menthon heißen auf Französisch Saint-Cyrien(ne)s.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Cyr-sur-Menthon ist bis heute ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf mit Schwerpunkt Geflügelzucht und etwa einem Dutzend aktiven Höfen. In dem Gewerbegebiet Les Teppes hat das Unternehmen Lamberet seinen Hauptsitz, ein großer Hersteller von Kofferaufbauten für Kühlwagen-Nutzfahrzeuge mit etwa 350 Arbeitsplätzen in der Gemeinde. Daneben gibt es noch verschiedene Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung, vor allem im Raum Bourg-en-Bresse aber auch in Mâcon, ihrer Arbeit nachgehen.[10]

Die A40 bei Saint-Cyr-sur-Menthon

Die Ortschaft liegt an der Departementsstraße und ehemaligen Nationalstraße D1079 Mâcon–Bourg-en-Bresse. Ein Netz von Nebenstraßen erschließt die Weiler und Gehöfte und führt weiter in die südlichen und nördlichen Nachbargemeinden. Die nächsten Teilanschlussstellen an die A40 befinden sich in rund 4 bzw. 8 km Entfernung. Südlich von Saint-Cyr-sur-Menthon verläuft die Bahnstrecke Mâcon–Ambérieu-en-Bugey mit mehreren Haltepunkten des TER Rhône-Alpes und TGV-Bahnhöfen in Mâcon und Bourg-en-Bresse. Als Flughafen in der Region kommt Lyon-St-Exupéry (75 km) in Frage.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Cyr-sur-Menthon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten 2006 von CORINE Land Cover, abrufbar z. B. unter www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr.
  2. André Buisson: Carte Archéologique de la Gaule - Ain 01. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 1990, ISBN 2-87754-010-3, S. 131 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b É. Philipon: Dictionnaire Topographique du Département de l’Ain. Imprimerie Nationale, 1911, S. 16, 158, 285, 373 (französisch, online [PDF; abgerufen am 4. Januar 2014]).
  4. Ferme dite de la Grange du Clou, La Mulatière in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch).
  5. Grange des Carons, La Mulatière in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch).
  6. Ferme à Tavernay in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch).
  7. Ferme des Planons in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch).
  8. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  9. Saint-Cyr-sur-Menthon – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 12. Oktober 2015 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  10. Commune de Saint-Cyr-sur-Menthon – Dossier complet. In: INSEE. Abgerufen am 12. Oktober 2015 (französisch).