BMW F82

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BMW
BMW M4 Coupé (seit 2014)
BMW M4 Coupé (seit 2014)
F82, F83
Verkaufsbezeichnung: M4
Produktionszeitraum: seit 2014
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Coupé,
Cabriolet
Motoren: Ottomotor
3,0 Liter
(317–368 kW)
Länge: 4671–4689 mm
Breite: 1870 mm
Höhe: 1383–1392 mm
Radstand: 2812 mm
Leergewicht: 1510–1865 kg
Vorgängermodell BMW M3 Coupé / BMW M3 Cabrio

Der BMW F82, Verkaufsbezeichnung M4, ist ein Sportcoupé und die höchstmotorisierte Variante der 4er-Reihe von BMW. Das Cabrio selber Baureihe trägt die Werksbezeichnung F83.

Nach der Vorstellung des Coupés im Internet Ende 2013, einer offiziellen Vorstellung auf der NAIAS 2014,[1] startete der M4 im Frühjahr 2014 zunächst als Coupé; das Cabrio, Anfang 2014 auf der NYIAS offiziell präsentiert,[2] kam im Herbst auf den Markt. Sie lösten Coupé und Cabrio des BMW M3 ab. Die viertürige Limousine, die den gleichen Motor hat und technisch weitgehend identisch mit dem M4 ist, wird weiterhin als M3 (F80) vermarktet.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Motor ist wie bei der M3-Limousine ein Biturbo-Reihen-Sechszylinder mit 2979 cm³ Hubraum[1] mit Ladeluftkühlung[3]. Er ist vom BMW N55 abgeleitet, bietet eine maximale Leistung von 317 kW (431 PS) und ein maximales Drehmoment von 550 Nm zwischen 1850 und 5500 min−1.[1]

Zur Wahl stehen ein manuelles Sechsgang-Getriebe und ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, letzteres bewirkt trotz 25 Kilogramm mehr Gewicht die schnellere Beschleunigung.

Der neue Turbo-Motor verbraucht weniger Kraftstoff als der Hochdrehzahl-V8-Motor des Vorgängers. Mit 8,8 bzw. 8,3 Liter auf 100 Kilometer hat er einen um 25 Prozent geringeren Kraftstoffverbrauch als der M3 der vierten Generation und erfüllt die Abgasnorm EU6. Damit der Motor auch bei extremer Fahrweise immer gut geschmiert wird, sorgt eine Trockensumpfschmierung für den Ölfluss. Die Ölwanne des M4 ist aus Magnesium gefertigt. Der Motor erlaubt Drehzahlen bis 7.500/min.[1]

Bei der Entwicklung des M4 war eine Bedingung die möglichst konsequente Leichtbauweise. Das Sechsgang-Handschaltgetriebe inklusive Zwei-Scheiben-Kupplung wiegt 12 Kilogramm weniger als das des Vorgängers. Die Motorhaube mit dem charakteristischen „Powerdome“ und die Kotflügel sind aus Aluminium gefertigt. Das Dach besteht aus kohlenfaserverstärktem Kunststoff (CFK), was 6 kg Gewicht einspart.[4] Auch die Domstrebe besteht aus CFK und wiegt nur 1,5 Kilogramm, bietet jedoch eine Steifigkeit, die mit Aluminium nicht erreicht werden würde. Die Gelenkwelle und die Heckklappe bestehen ebenfalls aus CFK; zahlreiche Fahrwerksbauteile aus geschmiedetem Aluminium.[1] Mit diesen Maßnahmen konnte das Leergewicht gegenüber dem Vorgänger um 83 Kilogramm verringert werden,[1][5] es beträgt aber immer noch mehr als 1,5 Tonnen.

Neben dem Gewicht spielt bei einem Sportwagen auch die Aerodynamik eine Rolle. Die „M-Kiemen“ hinter den Vorderrädern reduzieren die Verwirbelungen an den vorderen Radläufen. Der Unterboden ist glatt verkleidet. Der cw-Wert liegt bei 0,34 (Stirnfläche 2,23 m²).[6]

Das neuentwickelte „Aktive M Differenzial“ optimiert die Traktion und Fahrstabilität beim Spurwechsel und Herausbeschleunigen aus Kurven, bei hoher Kurvengeschwindigkeit, sowie bei unterschiedlicher Straßenbeschaffenheit. Die Traktionsoptimierung erfolgt über eine elektronisch gesteuerte Lamellensperre zur Reduzierung der Drehzahlunterschiede zwischen den Hinterrädern. Das Hinterachs-Sperrdifferential sperrt variabel von null bis 100 Prozent.

Die Charakteristik von Gaspedal, Lenkung, Dämpfung und Schaltung lässt sich in jeweils drei verschiedenen elektronischen Einstellungen anpassen. Am Lenkrad gibt es zwei programmierbare M-Tasten in Reichweite des linken Daumens – so lässt sich mit einem Tastendruck das bevorzugte Setup für unterschiedliche Situationen aktivieren.

Die elektronisch gesteuerten Stoßdämpfer des „Adaptiven M Fahrwerks“ passen sich innerhalb von Millisekunden permanent den Fahrbahnbedingungen sowie dem Fahrstil an und sollen so für optimalen situationsabhängigen Fahrbahnkontakt, eine optimierte Traktion und noch agileres Handling sorgen. Über die Einstellungen „Comfort“, „Sport“ und „Sport+“ kann die Fahrwerkauslegung von komfortabel bis sportlich-dynamisch konfiguriert werden. Der Modus „Comfort“ sorgt für komfortable Fortbewegung bei Alltagsfahrten und weiterhin für Sicherheit bei plötzlichen Ausweichmanövern. Im „Sport“ Modus werden bei ausreichendem Komfort die Radbewegungen reduziert und der Fahrbahnkontakt direkter; dieser Modus soll ideal für Landstraßen und wellige Rennstrecken sein. Minimale Radbewegungen und maximale Fahrdynamik auf ebener Fahrbahn und Rennstrecken werden mit der Einstellung „Sport+“ erreicht.

Das „M Doppelkupplungsgetriebe“ ist ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit sogenannter „Drivelogic“, welches laut BMW speziell für die „M Hochdrehzahlmotoren“ ausgelegt ist. Das System verfügt über traktionsoptimierte automatische Gangwahl, Launch Control, „Low Speed Assistance“ sowie eine „Auto Start Stopp“-Funktion. Es ermöglicht sehr schnelle Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung. Dabei leiten zwei Teilgetriebe (eines für die Gänge R/2/4/6, eines für die Gänge 1/3/5/7) mit jeweils eigener Kupplung die Motorkraft unvermindert an die Hinterräder weiter. Die Steuerung erfolgt automatisch oder manuell über Schaltpaddles am Lenkrad oder den Schalthebel. Wie auch bei der „Launch Control“, die einen Start aus dem Stand mit maximaler Beschleunigung erlaubt, bedeutet dies: Schalten bei Vollgas, ohne Kupplungspedal, mit durchgehender Kraftübertragung. Die Drivelogic stellt hierfür sowohl im automatisierten (D-Modus) als auch im manuellen Betrieb (S-Modus) jeweils drei Schaltprogramme zur Wahl – von extrem sportlich bis komfortabel oder verbrauchsoptimiert.

Der M4 wird serienmäßig mit LED-Scheinwerfern und LED-Rückleuchten ausgeliefert.

M4 GTS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

M4 GTS (Retro Classics 2018)
M4 GTS, Heckansicht

Auf der Tokyo Motor Show im Oktober 2015 stellte BMW das auf dem Coupé aufbauende Sondermodell M4 GTS vor. Dieses ist auf 700 Exemplare limitiert und war schon im November 2015 ausverkauft.[7] Der Motor stammt aus dem M4, leistet im Sondermodell durch Wassereinspritzung aber 368 kW (500 PS). Weitere Weltneuheit in einem Serienfahrzeug waren die OLED-Rückleuchten. Das Gewicht des Modells wurde durch mehr Einsatz von Carbon, u. a. für die Motorhaube, und einem Auspuff aus Titan weiter reduziert. Eine Carbon-Keramik-Bremse gehört zur Serienausstattung.[8] Ausgeliefert wurden die ersten Fahrzeuge Ende April 2016 zu Preisen von 142.600 €.[9]

M4 DTM Champion Edition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den BMW M4 gab es erstmals im Jahr 2014 als DTM Champion Edition, in Anlehnung an den Sieg Marco Wittmanns in der DTM-Saison 2014. Das Modell orientiert sich farblich an Wittmanns M4 DTM der Saison 2014. Die 2014er Champion Edition ist auf 23 Exemplare, Wittmanns Startnummer, limitiert.[10]

Nach dem Sieg in der Saison 2016, veröffentlichte BMW erneut eine DTM Champion Edition des M4. Der M4 DTM Champion Edition setzt auf den aus dem M4 GTS bekannten Motor mit 368 kW (500 PS) und Wassereinspritzung. Sämtliche Leistungsdaten sind mit denen des GTS identisch. Das Modell ist auf 200 Stück limitiert und äußerlich mit der Grundfarbe weiß an die Fahrzeuge der DTM angelehnt. Der größte optische Unterschied zum GTS liegt in dem kleineren Spoiler, sowie dem Wegfall der orangefarbenen Designelemente. Der Preis liegt mit 148.500 € leicht über dem des ausverkauften GTS.[11]

M4 CS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BMW M4 CS auf der IAA 2017
BMW M4 CS Heck mit charakteristischer Spoilerlippe

Auf der Auto Shanghai im April 2017 präsentierte BMW den auf dem Coupé basierenden M4 CS. Dieser unterscheidet sich im Wesentlichen vom Serienmodell durch eine um 21 kW (29 PS) gesteigerte Leistung, ein um 35 kg gesenktes Leergewicht und ein sportlicheres Fahrwerk. Äußerlich ist er an einen modifizierten Frontspoiler und am Heck durch eine Spoilerlippe und OLED-Rückleuchten zu erkennen. Ebenso wie der GTS hat er eine Carbon-Keramik-Bremsanlage.

Gebaut wird das mindestens 116.900 € teure Fahrzeug seit Juli 2017 in München. Limitiert wird der M4 CS lediglich durch den Produktionszeitraum von 2017 bis 2019.[12]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

M4 Coupé M4 Coupé Competition M4 Coupé CS M4 Coupé GTS M4 Cabrio M4 Cabrio Competition
Bauzeitraum seit 04/2014 seit 01/2016 07/2017–06/2018 04/2016–02/2017 seit 10/2014 seit 01/2016
Motor Ottomotor
Motorbauart R6
Gemischaufbereitung Direkteinspritzung
Aufladung Bi-Abgasturbolader(1)
variable Ventilsteuerung Valvetronic
Motortyp S55B30
Hubraum 2979 cm³
max. Leistung
bei 1/min
317 kW (431 PS)/
5500–7300
331 kW (450 PS)/
7000
338 kW (460 PS)/
6250
368 kW (500 PS)/
6250
317 kW (431 PS)/
5500–7300
331 kW (450 PS)/
7000
max. Drehmoment
bei 1/min
550 Nm/
1850–5500
600 Nm/
4000–5380
600 Nm/
4000
550 Nm/
1850–5500
Getriebe, serienmäßig 6-Gang-Schaltgetriebe 7-Gang-DKG 6-Gang-Schaltgetriebe
Getriebe, optional 7-Gang-DKG 7-Gang-DKG
Antrieb, serienmäßig Hinterradantrieb
Beschleunigung,
0–100 km/h in s
4,3 [4,1] 4,2 [4,0] 3,9 3,8 4,6 [4,4] 4,5 [4,3]
Beschleunigung,
0–200 km/h in s
13,8 [13,6] 15,0 [14,8]
Höchstgeschwindigkeit,
km/h
250
280(2)
280 305 250
280(2)
Leergewicht EU in kg 1635 [1660] 1575 1510 1825 [1865]
Kraftstoffverbrauch
(nach ECE-Fahrzyklus,
kombiniert in l/100 km)(3)
8,8 [8,3] 8,4 8,5 9,1 [8,7]
CO2-Emission,
kombiniert in g/km(3)
204 [194] 197 199 213 [203]
Abgasnorm nach
EU-Klassifikation
Euro 6

[13] Technische Daten des M4 Coupé
[14] Technische Daten des M4 Cabrio

  • Werte in [ ] Klammer gelten für DKG Drivelogic.
(1) Zwei Turbolader im „Mono-Scroll-Prinzip“ („Echter“ Bi-Turbo)
(2) mit M Driver's Package
(3) abhängig von der gewählten Bereifung

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: BMW M4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Das neue BMW M4 Coupé. Bayerische Motoren Werke AG, abgerufen am 2. März 2014 (Offizielle Homepage des Herstellers).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Uli Baumann: Neue BMW M3 und M4 ab 2014: Sixpack bringt Kraft und Leichtigkeit - auto motor und sport. In: auto-motor-und-sport.de. 11. Dezember 2013, abgerufen am 20. Juni 2018 (offenbar upgedated mit Fotos von der Messe).
  2. Benny Hiltscher: BMW M4 Cabrio: Offenes Vergnügen mit 431 PS in New York. In: autozeitung.de. 4. April 2014, abgerufen am 20. Juni 2018.
  3. Bimmertoday vom 23. April 2014, Gespräch mit dem Leiter Motoren-Entwicklung der M GmbH Jürgen Poggel über Details des S55, abgerufen am 17. November 2018.
  4. springerprofessional.de vom 26. September 2013, Mit Sechszylinder-Reihenmotor und CFK-Dach: BMW zeigt M3 Limousine und M4 Coupé, abgerufen am 17. November 2018.
  5. Attila Langhammer: BMW M3 (2014): Vorstellung - So kommt der neue BMW M3. In: autobild.de. 11. Dezember 2013, abgerufen am 8. Januar 2017.
  6. press.bmwgroup.com, Technische Daten M3 Limousine und M4 Coupé (03/2014), abgerufen am 17. November 2018.
  7. Robin Hornig: BMW M4 GTS (2016): Preis, Vorstellung und Marktstart - Alle M4 GTS sind vergeben. In: autobild.de. 27. November 2015, abgerufen am 8. Januar 2017.
  8. BMW-Information mit Datenblatt (Seite 31) M4 GTS von Oktober 2015, (Pdf, 431 kB) abgerufen von press.bmwgroup.com am 17. November 2018.
  9. Tom Grünweg: Autogramm BMW M4 GTS: Der Raserei verpflichtet. In: Spiegel Online. 14. April 2016, abgerufen am 8. Januar 2017.
  10. Patrick Freiwah: BMW M4 DTM Champion Edition: Sondermodell 2014 - autozeitung.de. In: autozeitung.de. 20. Oktober 2014, abgerufen am 20. Juni 2018.
  11. Uli Baumann: BMW M4 DTM Champion Edition: Sondermodell zum Wittmann-Titel - auto motor und sport. In: auto-motor-und-sport.de. 17. Oktober 2016, abgerufen am 20. Juni 2018 (DTM Champion Edition 2016).
  12. Uli Baumann: Sportcoupé mit mehr Wumms in die Mitte. In: auto-motor-und-sport.de. 19. April 2017, abgerufen am 1. Mai 2017.
  13. BMW M4 Coupé : Technische Daten. In: bmw.de. Archiviert vom Original am 23. Juni 2015; abgerufen am 8. Januar 2017.
  14. BMW M4 Cabrio : Technische Daten. In: bmw.de. Archiviert vom Original; abgerufen am 8. Januar 2017.