BMW E38

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BMW
BMW 7er (1994–1998)

BMW 7er (1994–1998)

E38
Verkaufsbezeichnung: 7er
Produktionszeitraum: 1994–2001
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
2,8–5,4 Liter
(142–240 kW)
Dieselmotoren:
2,5–3,9 Liter
(105–180 kW)
Länge: 4984–5124 mm
Breite: 1862 mm
Höhe: 1425–1435 mm
Radstand: 2930–3070 mm
Leergewicht:
Vorgängermodell: BMW E32
Nachfolgemodell: BMW E65

Das mit der internen Baureihenbezeichnung BMW E38 versehene Oberklasse-Modell wurde als dritte Generation der BMW 7er-Reihe im Oktober 1993 auf der IAA in Frankfurt/Main der Öffentlichkeit präsentiert und ab Juni 1994, als Nachfolger des BMW E32, im BMW-Werk Dingolfing gefertigt. In dieser Baureihe kam erstmals eine völlig neu entwickelte Integral-Hinterachse zum Einsatz. Ein weiteres Novum stellte die integrierte Navigations-Software dar.

Von der Baureihe wurden insgesamt 327.560 Exemplare gefertigt, bis im Herbst des Jahres 2001 durch die vierte Generation BMW E65 die Ablösung erfolgte.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Zur Modelleinführung im Herbst 1994 wurden zunächst die aus der Baureihe E32 bekannten Achtzylinder-V-Motoren BMW M60 mit 3,0 und 4,0 Liter Hubraum (730i und 740i) angeboten. Beide Modelle verkauften sich etwa gleich häufig. Kurz nach Produktionsstart wurde der BMW 750i (bzw. iL mit um 14 cm verlängertem Radstand) vorgestellt, dessen Zwölfzylinder-V-Motor BMW M73 sich in überarbeiteter Form präsentierte und u. a. einen Hubraumzuwachs um 0,4 auf nunmehr 5,4 Liter und eine Leistungssteigerung auf 240 kW aufwies. Im Jahr 1995 kam im 728i der Reihensechszylinder BMW M52 mit 142 kW (193 PS) zum Einsatz, welcher fortan die Basismotorisierung darstellte.

Bei der technischen Überarbeitung Anfang 1996 kamen zu den Airbags für Fahrer und Beifahrer gegen Aufpreis Seiten- und Kopfairbags hinzu, auch im Fond. Zuvor wurden im Sommer 1995 der Hubraum der 3,0- und 4,0-Liter-Motoren durch die neue Motorenbaureihe BMW M62 auf 3,5 (735i) bzw. 4,4 Liter (weiterhin als 740i bezeichnet) vergrößert. Das maximale Drehmoment stieg von 290 auf 320 bzw. von 400 auf 420 Nm. Der 735i leistete jetzt 175 kW (235 PS) statt 160 kW (218 PS).

Die Leistungsangabe des 740i blieb mit 210 kW (286 PS) unverändert, er verfügte aber über ein höheres Drehmoment. Auch ein Sechszylinder-Dieselmotor mit Wirbelkammereinspritzung und 105 kW (143 PS) war nun im Modell 725tds lieferbar. Die Modelle 725tds bis 740i wurden bis zum Facelift im Spätsommer 1998 serienmäßig mit Handschaltgetriebe ausgeliefert, danach nur noch der 728i.

Während für den 730i ein weiterentwickeltes manuelles 5-Gang-Getriebe angeboten wurde, erhielt der 740i ein neuentwickeltes 6-Gang-Getriebe. In der Praxis wurden allerdings meist Automatik-Versionen geordert.

Modellpflege[Bearbeiten]

Im August 1998 wurde der 7er modifiziert, wobei Frontscheinwerfer, Nieren, Heckleuchten und Seitenschweller überarbeitet wurden. Für die Achtzylinder wurde die variable Nockenwellensteuerung VANOS eingeführt, die die Leistung des 735i auf 175 kW (238 PS) und 345 Nm steigerte, die des 740i blieb dagegen nominal unverändert bei 210 kW (286 PS). Nur das Drehmoment wurde auf 440 Nm angehoben. Die 6-Gang-Variante des 740i entfiel.

Neu war hingegen ein 3,0-Liter-Sechszylinder-Dieselmotor mit Direkteinspritzung im Modell 730d mit zunächst 135 kW (184 PS), später mit 142 kW (193 PS), der den 725tds ablöste. Ab Mai 1999 wurde zudem mit einem 180 kW (245 PS) leistenden 3,9-Liter-Achtzylinder der damals stärkste Serien-PKW-Dieselmotor der Welt (740d) angeboten.

Im April 2000 wurde der Abstandsregeltempomat (Aktive Geschwindigkeitsregelung) eingeführt. Drei Radarkeulen messen einen Fahrwinkel von 8° auf eine Distanz von max. 150 m aus. Radarkeulen und Auswerteelektronik inklusive Längsregelung sind im ACC-Sensor integriert.

Karosserievarianten[Bearbeiten]

Das Modell wurde ausschließlich als viertürige Stufenhecklimousine gebaut.

BMW L7 (2000)

Die mit Benzinmotor ausgerüsteten Varianten waren auch als Langversion erhältlich. Diese mit einem zusätzlichen „L“ gekennzeichneten Fahrzeuge waren um 14 Zentimeter verlängert. Das dadurch geschaffene Platzangebot kam ausschließlich den Fondpassagieren zugute.

Ab 1997 fertigte BMW in kleiner Anzahl den L7. Ein 750iL wurde an der B-Säule zugunsten des Fonds nochmals um 25 Zentimeter verlängert. Der L7 war in erster Linie für die Märkte Europa, Asien und Arabien vorgesehen. Der Verkaufspreis betrug über 250.000 D-Mark. Insgesamt wurden 899 Fahrzeuge geordert.

Modelle und Motorisierungen[Bearbeiten]

Modell Motorcode Hubraum Bauart Zylinder Ventile Leistung Drehmoment Beschl.
0-100
km/h
Höchst-
geschw.
km/h
Bauzeit Stückzahl
Benzinmotoren
728i M52B28 2793 cm³ Reihe 6 24 142 kW (193 PS) bei 5300/min 280 Nm bei 3950/min 8,6 s 227 km/h 08/1995–08/1998 728i: 38.947
728iL: 6816
142 kW (193 PS) bei 5500/min 280 Nm bei 3500/min 8,6 s 228 km/h 08/1998–10/2001
730i M60B30 2997 cm³ V 8 32 160 kW (218 PS) bei 5800/min 290 Nm bei 4500/min 8,3 s 235 km/h 06/1994–08/1995 730i: 20.876
730iL: 2137
735i M62B35 3498 cm³ V 8 32 173 kW (235 PS) bei 5700/min 320 Nm bei 3300/min 7,6 s 244 km/h 01/1996–08/1998 735i: 21.481
735iL: 6963
175 kW (238 PS) bei 5800/min 345 Nm bei 3800/min 8,2 s 243 km/h 08/1998–10/2001
740i M60B40 3982 cm³ V 8 32 210 kW (286 PS) bei 5800/min 400 Nm bei 4500/min 6,9 s 250 km/h 06/1994–08/1995 740i: 88.853
740iL: 91.431
740i/740iL M62B44 4398 cm³ V 8 32 210 kW (286 PS) bei 5400/min 420 Nm bei 3900/min (bis 08/98)
440 Nm bei 3600/min
6,8 s 250 km/h 08/1995–10/2001
750i/750iL M73B54 5379 cm³ V 12 24 240 kW (326 PS) bei 5000/min 490 Nm bei 3900/min 6,6 s 250 km/h 12/1994–10/2001 15.759
Dieselmotoren
725tds M51D25 2497 cm³ Reihe 6 12 105 kW (143 PS) bei 4600/min 280 Nm bei 2200/min 11,4 s 206 km/h 04/1996–08/1998 9053
730d M57D30 2926 cm³ Reihe 6 24 135 kW (184 PS) bei 4000/min 390 Nm bei 1750/min 9,2 s 227 km/h 08/1998–04/2000 12.336
142 kW (193 PS) bei 4000/min 410 Nm bei 2000/min 8,9 s 220 km/h 04/2000–10/2001
740d M67D40 3901 cm³ V 8 32 180 kW (245 PS) bei 4000/min 560 Nm bei 1750–2500/min 8,4 s 242 km/h 05/1999–10/2001 3450

Bestand in Deutschland[Bearbeiten]

Aufgeführt ist der Bestand an BMW E38 nach Hersteller- (HSN) und Typschlüsselnummern (TSN) in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt. Typen mit weniger als 100 Fahrzeugen werden nicht ausgewiesen. Bis 2007 beinhaltete der Bestand neben der Anzahl der angemeldeten Fahrzeuge auch die Anzahl der vorübergehenden Stilllegungen. Seit 2008 enthält der Bestand lediglich den „fließenden Verkehr“ einschließlich der Saisonkennzeichen.

HSN/TSN Modell Leistung (kW) 1.1.2005[1] 1.1.2006[2] 1.1.2008[3] 1.1.2009[4] 1.1.2010[5] 1.1.2011[6] 1.1.2012[7] 1.1.2013[8] 1.1.2014[9]
0005/543 730i, 730iL 160 6.729 6.061 3.704 3.427 3.197 2.931 2.700 2.346 2.113
0005/544 740i, 740iL 1 210 5.895 5.208 3.557 3.347 3.119 2.866 2.611 2.296 2.040
0005/546 750i, 750iL, L7 240 5.558 5.219 3.824 3.570 3.360 3.075 2.809 2.517 2.275
0005/564 728i, 728iL 142 14.401 13.456 9.968 9.439 9.023 8.668 8.126 7.505 6.895
0005/583 750iL 2 240 137 108
0005/584 735i, 735iL 173 4.642 4.303 3.088 2.920 2.736 2.588 2.384 2.147 1.942
0005/585 740i, 740iL 3 210 8.267 7.639 5.700 5.436 5.224 4.956 4.648 4.322 3.921
0005/589 725tds 105 1.451 1.333 810 672 599 509 434 344 293
0005/635 730d 135 2.292 2.049 1.269 1.084 930 810 687 564 471
0005/636 740d 175 149 123
0005/640 735i, 735iL 175 2.740 2.545 1.951 1.851 1.789 1.729 1.627 1.505 1.415
0005/656 740d 180 1.961 1.774 1.085 927 814 682 578 505 420
0005/677 730d 142 3.128 2.853 1.924 1.689 1.508 1.324 1.153 1.009 861
1 4,0 l Hubraum.
2 Sonderschutzfahrzeug.
3 4,4 l Hubraum.

BMW Alpina B12[Bearbeiten]

Auf Basis des BMW 750i entwickelte Alpina 1995 den B12 5.7 mit 5,7 Liter Hubraum und 284 kW (386 PS), ab 1999 (Facelift) den Alpina B12 6.0 mit 6 Liter Hubraum und 315 kW (428 PS). Diese Modelle sind im Gegensatz zu den BMW-Werksauslieferungen nicht elektronisch auf 250 km/h Höchstgeschwindigkeit begrenzt, sondern erreichen Höchstgeschwindigkeiten von 280 bzw. 291 km/h.

Der E38 in Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Modelle dieser 7er-Baureihe sind in den folgenden Filmen und Fernsehserien zu sehen:

Film-/Serientitel Jahr Schauspieler Modell
Die Schutzengel 1995 Gérard Depardieu
Ein Fall für zwei 1994–1996 Rainer Hunold
Der Morgen stirbt nie 1997 Pierce Brosnan 750iL
The Game 1997 Michael Douglas 750iL
Derrick 1994–1998 Horst Tappert
Der Staatsfeind Nr. 1 1998 Will Smith 740iL
Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding 1999 Diether Krebs 740i
24 2001 Kiefer Sutherland 740iL
The Guardian – Retter mit Herz 2001–2004 Simon Baker 740iL
Joe Jedermann 2001 Tim Allen 740iL
The Hire (Ambush) 2001 Clive Owen 740i
The Transporter 2002 Jason Statham 735i (750i Handschalter)
666 – Traue keinem, mit dem du schläfst! 2002 Jan Josef Liefers 730d
Bad Santa 2003 Billy Bob Thornton 740iL
Bumer 2003 750iL
Dick und Jane 2005 Jim Carrey 740iL
Stirb Langsam 4.0 2007 Bruce Willis 740i
The Double 2011 Richard Gere 750iL
Morgen, ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film 2008 Holger Müller Sonderschutzausführung
Transformers 2007 Shia LaBeouf 740iL
Der unglaubliche Hulk 2008 Edward Norton
Showtime 2002 Pedro Damián

Trivia[Bearbeiten]

  • Der E38 war das erste in Deutschland verfügbare Auto mit ab Werk lieferbarem Navigationssystem (ab 1994, bei Mercedes ab 1995). Dessen Bordmonitor ermöglichte es auch, im Stand fernzusehen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: BMW E38 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2005 nach Herstellern und Typen mit ausgewählten Merkmalen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes Sonderheft 4 zur Reihe 2, 1. Januar 2005. Kraftfahrt-Bundesamt, Mai 2005, S. 15, 16, archiviert vom Original am 18. März 2006, abgerufen am 2. Januar 2015 (PDF).
  2. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2006 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraumklassen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes Sonderheft 4 zur Reihe 2, 1. Januar 2006. Kraftfahrt-Bundesamt, Juni 2006, S. 92, archiviert vom Original am 9. Oktober 2006, abgerufen am 2. Januar 2015 (PDF).
  3. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2008 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraumklassen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2008. Kraftfahrt-Bundesamt, Juni 2008, S. 98, abgerufen am 2. Januar 2015 (PDF).
  4. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2009 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2009. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2009, S. 104, abgerufen am 2. Januar 2015 (PDF).
  5. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2010 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2010. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2010, S. 104, abgerufen am 2. Januar 2015 (PDF).
  6. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2011 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2011. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2011, S. 109, 110, abgerufen am 2. Januar 2015 (PDF).
  7. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2012 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2012. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2012, S. 114, abgerufen am 2. Januar 2015 (PDF).
  8. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2013 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2013. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2013, S. 26, abgerufen am 2. Januar 2015 (PDF).
  9. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2014 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2014. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2014, S. 29, abgerufen am 2. Januar 2015 (PDF).