BMW 8er

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BMW
BMW 850 CSi (1992–1996)

BMW 850 CSi (1992–1996)

E31
Verkaufsbezeichnung: BMW 8er
Produktionszeitraum: 05/1989–05/1999
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Coupé
Motoren: Ottomotoren:
4,0–5,6 Liter
(210–280 kW)
Länge: 4780 mm
Breite: 1855 mm
Höhe: 1340 mm
Radstand: 2684 mm
Leergewicht: 1790–1955 kg
Vorgängermodell: BMW E24
Nachfolgemodell: BMW E63

Die BMW 8er-Reihe (werksintern E31) kam im Herbst 1989 auf den Markt und ist ein Coupé der Oberklasse des Herstellers BMW. Er wurde bis Mitte 1999 produziert.

Entwicklung und Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 8er entstand unter der Leitung des BMW-Chefdesigners Claus Luthe und wurde im Sommer 1989 offiziell auf der IAA in Frankfurt vorgestellt. Die Karosserieform stammt von Klaus Kapitza, der anschließend Designchef der BMW Technik GmbH wurde.[1] Die Frontpartie war an die des M1 angelehnt. Der 8er beerbte den BMW 6er (Baureihe E24), war allerdings größer und teurer als sein Vorgänger. Die Hauptkonkurrenten des E31 waren die Coupémodelle C 126 und C 140 der S-Klasse von Mercedes-Benz. Den 8er gab es nur als Coupé. Es wurden Prototypen einer Cabriolet-Version entwickelt, denen es jedoch an Stabilität mangelte.

Die Technik und Motoren kamen teilweise vom damals aktuellen 7er, dem E32. Später wurden nach und nach neuere Motoren aus 5er und dem E38 eingeführt.

Der E31 war bis zu seiner Einstellung im Mai 1999 das teuerste Modell im BMW-Programm. Der Verkauf des E31 blieb weit hinter den Erwartungen zurück, in zehn Jahren wurden nur rund 30.000 Exemplare gebaut. Der Absatz wurde durch die weltweite Rezession der frühen 1990er Jahre, den ersten Golfkrieg und Energiepreiserhöhungen beeinflusst. Vor allem in den USA hatte sich BMW höhere Verkaufszahlen erwartet, dort erwarteten die Käufer jedoch von solch einem schweren und teuren Fahrzeug mehr Leistung. BMW beendete den Absatz des Autos in Nordamerika im Jahre 1997.

Einen Nachfolger für den 8er gab es zunächst nicht. Erst im Sommer 2003 ergänzte BMW seine Modellpalette mit einem größeren Coupé der oberen Mittelklasse, dem BMW 6er E63. Dieser basiert jedoch auf der 5er-Reihe und wurde günstiger als die konkurrierenden CL-Coupes von Mercedes-Benz angeboten.

Motorisierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs war das Fahrzeug nur als 850i mit dem bereits vom BMW 750i bekannten Zwölfzylinder-Motor mit 220 kW (300 PS) lieferbar. Die Motorisierungen wurden für den Betrieb mit Normalbenzin entwickelt, um den Betrieb in den USA zu gewährleisten (aufgrund der Oktanschwankungen des US-amerikanischen Treibstoffs). Wahlweise erfolgt hier die Kraftübertragung über ein 6-Gang-Schaltgetriebe oder eine Viergangautomatik.

Im Spätsommer 1992 wurde die Baureihe um den 850CSi mit einem 280 kW (380 PS) starken Zwölfzylinder nach oben ergänzt. Dieser wurde ausschließlich mit 6-Gang-Schaltgetriebe und einer mitlenkenden Hinterachse angeboten, die in den kleineren Zwölfzylindern umgerechnet etwa 6.000 € Aufpreis kostete. Im gleichen Jahr wurden von BMW zu Testzwecken auch 18 Exemplare eines 830i gebaut. Der hierfür verwendete Motor war der auch im E32, E34 und E38 verwendete V8 M60B30 mit 160 kW (218 PS). Keines dieser Fahrzeuge gelangte in den Verkauf, aufgrund nicht der Fahrzeugklasse entsprechender Fahrleistungen.

Ihm folgte dann im Sommer 1993 der mit einem 210 kW (286 PS) starken V8 ausgerüstete 840i. Dieses Basismodell war das erste V8-Coupé von BMW seit dem BMW 3200 CS in den 1960er Jahren. Auch hier bestand die Wahl zwischen Automatik und Schaltgetriebe.

Der 850Ci erhielt im Frühjahr 1994 einen modernisierten Zwölfzylinder mit 240 kW (326 PS), der jetzt serienmäßig eine Fünfgangautomatik erhielt. Er löste nach und nach den alten Fünfliter-V12 ab. Beide Modelle wurden jedoch ein halbes Jahr parallel produziert, beide unter dem gleichen Kürzel 850Ci. Ab Ende 1996 waren nur noch 840Ci und 850Ci im Programm, der 850CSi wurde eingestellt.

Alpina-Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firma Alpina aus Buchloe entwickelte auf Basis des 8er den Alpina B12. Der B12 wurde von 1990 bis 1994 auf Basis des 850i mit leistungsgesteigertem V12 und 257 kW (350 PS) und Automatikgetriebe gebaut. Ab 1992 war auch der handgeschaltete B12 5.7 verfügbar, eine Version des 850CSi mit größerem V12 und 306 kW (416 PS). Beide Fahrzeuge sind nicht auf die bei BMW üblichen 250 km/h abgeregelt, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 280 bzw. 300 km/h. Vom B12 5.0 wurden 97 Stück, vom B12 5.7 57 Stück produziert.

Der M8-Prototyp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Sportmodell M8 wurde 1990 lediglich ein Prototyp von der M GmbH gebaut. Andere Quellen sprechen auch von drei Fahrzeugen, von denen eines bei Erprobungsfahrten verloren ging. Der M8 gehörte zu den größten Geheimnissen von BMW. Der Prototyp soll im sogenannten Giftschrank, einer BMW-Lagerhalle in Dingolfing – angeblich unter Kistenstapeln –, eingelagert worden sein.

Der Motor des M8 wäre ein bis zu 440 kW (600 PS) starker 6-Liter-V12-Motor auf Basis des S70 gewesen, der dann letztlich in veränderter Form seinen Platz im Supersportwagen McLaren F1 gefunden hat. Auch der Motor des 850CSi (der übrigens im Fahrzeugschein als M8 angegeben ist) basiert auf dem S70-Triebwerk, allerdings mit 5,6 Liter Hubraum und nur 280 kW (380 PS). Der M8-Prototyp besaß keine Klappscheinwerfer: das Abblend- und Fernlicht waren an Stelle der schmalen Standlichter im Stoßfänger integriert. Angetrieben wurde der Prototyp vom V12, der unter anderem durch eine Einzeldrosselanlage eine Leistung von etwa 400 kW erreichte.[2]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell Motorcode Hubraum Zylinder Leistung Drehmoment 0–100 km/h Vmax Bauzeit Stückzahlen
830i[A 1] M60B30 2997 cm³ 8 160 kW (218 PS) bei 5800/min 296 Nm bei 4500/min 04/1992–12/1992 18
840i M60B40 3982 cm³ 8 210 kW (286 PS) bei 5800/min 400 Nm bei 4500/min 7,0 s 250 km/h[A 2] 07/1993–02/1996 4.728
840Ci M62B44 4398 cm³ 8 210 kW (286 PS) bei 5700/min 420 Nm bei 3900/min 6,9 s 250 km/h[A 2] 01/1995–05/1999 3.075
850i M70B50 4988 cm³ 12 220 kW (300 PS) bei 5200/min 450 Nm bei 4100/min 6,8 s 250 km/h[A 2] 05/1989–12/1992 20.072
850Ci M70B50 4988 cm³ 12 220 kW (300 PS) bei 5200/min 450 Nm bei 4100/min 6,8 s 250 km/h[A 2] 01/1993–10/1994
850Ci M73B54 5379 cm³ 12 240 kW (326 PS) bei 5000/min 490 Nm bei 3900/min 6,3 s[A 3] 250 km/h[A 2] 02/1994–05/1999 1.218
850CSi S70 B56 5576 cm³ 12 280 kW (380 PS) bei 5300/min 550 Nm bei 4000/min 6,0 s 250 km/h[A 2] 08/1992–11/1996 1.510
  1. Nur als Prototypen gebaut.
  2. a b c d e f elektronisch begrenzt bei 250 km/h
  3. Automatikversion

Bestand in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgeführt ist der Bestand an BMW E31 nach Hersteller- (HSN) und Typschlüsselnummern (TSN) in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt. Typen mit weniger als 100 Fahrzeugen werden nicht ausgewiesen. Bis 2007 beinhaltete der Bestand neben der Anzahl der angemeldeten Fahrzeuge auch die Anzahl der vorübergehenden Stilllegungen. Seit 2008 enthält der Bestand lediglich den „fließenden Verkehr“ einschließlich der Saisonkennzeichen.

HSN/TSN Modell kW 1.1.2005 1.1.2006 1.1.2008 1.1.2009 1.1.2010 1.1.2011 1.1.2012 1.1.2013 1.1.2014 1.1.2015
0005/494 850i, 850Ci 220 3.715 3.439 2.328 2.185 2.137 2.078 2.000 1.929 1.896 1.907
0005/532 840Ci 1 210 722 698 530 509 521 498 478 470 477 482
0005/553 850Ci 240 339 319 248 237 228 230 220 217 215 219
0005/588 840Ci 2 210 197 197 159 163 168 168 175 182 195 198
0575/309 850CSi 280 228 215 153 145 136 139 139 134 133 142
7909/301 850CSi 280 180 168 115 113 105 103 101 102 104
Quelle [3] [4] [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12]
1 4,0 l Hubraum.
2 4,4 l Hubraum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oldtimer-Markt 4/2009 Kaufberatung p.38 ff.
  • Niels Hamann: BMW 8er – Power & Hightech. Die V12- und V8-Coupés der 90er, Entwicklung E31, Prototypen, Serienmodelle, Sondereditionen. Schneider Media UK Ltd., 2012, ISBN 978-3-7688-5799-4 (Limitierte Luxusausgabe mit Schuber: ISBN 978-3-7688-5798-7).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: BMW E31 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fulvio Cinti in Auto & design, Heft 63 August/September 1990, Torino.
  2. BMWBLOG Exclusive: Unrivaled and Unveiled – BMW M8 Prototype. In: bmwblog.com, 13. September 2010 (englisch).
  3. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2005 nach Herstellern und Typen mit ausgewählten Merkmalen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes Sonderheft 4 zur Reihe 2, 1. Januar 2005. Kraftfahrt-Bundesamt, Mai 2005, S. 13–15, archiviert vom Original am 18. März 2006, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).
  4. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2006 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraumklassen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes Sonderheft 4 zur Reihe 2, 1. Januar 2006. Kraftfahrt-Bundesamt, Juni 2006, S. 92, archiviert vom Original am 9. Oktober 2006, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).
  5. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2008 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraumklassen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2008. Kraftfahrt-Bundesamt, Juni 2008, S. 98, 99, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).
  6. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2009 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2009. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2009, S. 104, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).
  7. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2010 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2010. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2010, S. 104, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).
  8. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2011 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2011. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2011, S. 110, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).
  9. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2012 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2012. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2012, S. 114, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).
  10. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2013 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2013. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2013, S. 26, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).
  11. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2014 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2014. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2014, S. 29, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).
  12. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2015 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. In: Statistische Mitteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes FZ 2, 1. Januar 2015. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2015, S. 29, abgerufen am 26. September 2015 (PDF).