Ballersdorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ballersdorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ballersdorf
Wappen von Ballersdorf
Ballersdorf (Frankreich)
Ballersdorf
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Altkirch
Kanton Masevaux
Koordinaten 47° 37′ N, 7° 10′ OKoordinaten: 47° 37′ N, 7° 10′ O
Höhe 292–387 m
Fläche 10,72 km²
Einwohner 818 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 76 Einw./km²
Postleitzahl 68210
INSEE-Code

Rathaus- und Schulgebäude

Ballersdorf ist eine französische Gemeinde mit 818 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Sie gehört zum Kanton Masevaux und zum Gemeindeverband Porte d’Alsace.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sundgau-Gemeinde Ballersdorf liegt an der Straße und der Bahnlinie von Altkirch nach Dannemarie auf halbem Wege zwischen Belfort und Mülhausen im Tal des Roesbachs. Ballersdorf besaß auch einen Bahnhof an der Bahnstrecke Paris–Mulhouse, dieser musste aber mit der Inbetriebnahme der LGV Rhin-Rhône geschlossen werden. Er soll sobald es die Kapazität der Strecke ermöglicht wiedereröffnet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Saint-Jean-l’Evangéliste
Kapelle St. Martin

Ballersdorf wird erstmals im Jahre 823 als Balderisdorff in einer Urkunde erwähnt, deren Echtheit jedoch umstritten ist. Im Jahre 1188 wird dann ein Johannes von Badricort erwähnt und 1215 schließlich ein Jordanus von Baerdstorff.

Ballersdorf und das unmittelbar benachbarte Mettersdorf wurden während des Hundertjährigen Krieges mehrmals geplündert und zerstört. 1375 wurden beide Dörfer Opfer eines Großbrandes und zwischen 1441 und 1576 fehlt dann jede Erwähnung des Ortes Mettendorf. In Mettendorf steht heute noch die Kapelle St. Martin aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die aber zum Teil wesentlich ältere Bausubstanz enthält. Sie ist der letzte Rest des verschwunden Ortes Mettersdorf in direkter Nachbarschaft von Ballersdorf.

Zwischen 1813 und 1815 hatte Ballersdorf derart unter den Abgaben zur Finanzierung der französischen Armeen zu leiden, dass es sich bei den Nachbarorten verschulden musste. Später hatte die Gemeinde unter den drei Kriegen zwischen Frankreich und Deutschland zu leiden. Als Anfang 1943 mehr als ein Dutzend Männer aus Ballersdorf und Umgebung versuchten, der zwangsweisen Rekrutierung für die deutsche Wehrmacht bzw. der Deportation zur Zwangsarbeit in Deutschland durch die Flucht in die Schweiz zu entgehen, wurden sie an der Grenze aufgegriffen und drei von ihnen direkt erschossen, 13 weitere Männer wurden nach der Verurteilung durch ein Militärgericht in Straßburg am 17. Februar 1943 im Konzentrationslager Natzweiler-Struthof hingerichtet. Am 26. November 1944 wurde der Ort dann befreit.

Ursprünglich eine rein landwirtschaftlich geprägte Gemeinde, verfügt Ballersdorf heute über eine Gaststätte, sowie eine Reihe von Kleinbetrieben (Autowerkstatt, Fernsehreparaturen, Kunsttischlerei, u.a.).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
600 602 617 659 642 719 851

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ballersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien