Erich Linemayr

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Erich Linemayr (* 24. Jänner 1933 in Linz, Österreich; † 4. Juni 2016[1]) war ein österreichischer FIFA-Schiedsrichter. In seiner Laufbahn pfiff er drei Partien bei Fußball-Weltmeisterschaften, zwei 1974 in der Bundesrepublik Deutschland, eine 1978 in Argentinien. Außerdem leitete er zwei Spiele bei der Fußball-Europameisterschaft 1980 in Italien und das Finale des Europapokal der Landesmeister 1978/79.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Alter von 13 Jahren begann er seine Karriere als Fußballspieler beim lokalen SK Admira Linz, bei dem er in weiterer Folge jahrelang aktiv war und im Alter von 20 Jahren, aus Rücksichtnahme auf seinen Beruf, seine Karriere als Aktiver beendete. Dem Fußballspielen den Rücken gekehrt, wandte er sich der Leichtathletik zu, die er auch täglich nach Arbeitsende ausüben konnte. So war er vor allem als Mittelstreckenläufer aktiv und brachte es binnen fünf Jahren auf 16 oberösterreichische Landesmeistertitel. Um Pönale zu sparen wurde er im März 1956 von Verantwortlichen der Admira Linz überredet die Schiedsrichterprüfung abzulegen. Nach erfolgreichen Prüfungen begann er seine Schiedsrichtertätigkeit in der dritthöchsten Spielklasse des Landes. Während viele Schiedsrichter der damaligen Zeit die Strafraumszenen per Distanz nach Gefühl und im Zweifelsfall für die Verteidiger entschieden, hielt sich Linemayr zumeist in Strafraumnähe auf, weshalb es unter seiner Leitung auch mehr Strafstöße gab. Dies brachte ihm den Spitznamen „Elfermayr“ ein.

Nachdem er 1963 Schiedsrichter in der Staatsliga wurde, wurde er nur drei Jahre später zum FIFA-Schiedsrichter berufen und war in dieser Tätigkeit vielfach im Einsatz. In seiner Karriere zwischen 1966 und 1981 pfiff er 52 Europacup-Spiele und 30 Länderspiele. Bekannt wurde er unter anderem als Schiedsrichter der Wasserschlacht von Frankfurt. Außerdem pfiff er das „Spiel“ Chile gegen UdSSR 1973, das am 21. November 1973 in Santiago de Chile stattfand. Dabei handelte es sich um ein Qualifikationsspiel für die Fußball-WM 1974. Die Sowjetunion war aus Protest gegen den Militärputsch und die Folterungen des Pinochetregimes nicht angetreten; Chiles Mannschaft stand alleine auf dem Platz und gewann 1:0.[2]

Da er aufgrund seiner sportlichen Tätigkeit vor allem in Österreich zur damaligen Zeit sehr populär war, wurde er auch des Öfteren in diverse Fernsehsendungen eingeladen, so unter anderem auch in die deutsche Fernsehshow Dalli Dalli. Aufgrund der 48-Jahre-Regel beendete er im Jahre 1981 seine Laufbahn als Schiedsrichter und begann eine zweite erfolgreiche Funktionärslaufbahn. In weiterer Folge war er 20 Jahre lang Regelreferent und 15 Jahre lang Obmann-Stellvertreter des OÖSK, dem oberösterreichischen Schiedsrichterverband. Des Weiteren war er 22 Jahre lang Regelreferent des ÖFB, ebenso lange Beobachter in der Bundesliga, 15 Jahre lang Mitglied des Sentates 4 der Bundesliga, sowie zwei Jahrzehnte lang (bis 2003) internationaler Beobachter der UEFA.

Hauptberuflich war der Träger zahlreicher Ehrenzeichen bis Ende der 1980er in einem großen Linzer Farbengeschäft tätig. Zu seinen Ehrungen zählen unter anderem der Ehrenring des OÖSK, den er 1979 erhielt, oder die Verleihung des Titels Konsulent vom Land Oberösterreich für seine Verdienste um das Sportwesen. 1996 wurde er zum Ehrenobmann des OÖSK ernannt und blieb dies auf Lebenszeit.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. Artikel im Magazin 11 Freunde