Felix Brych

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Felix Brych
Felix Brych
Persönliches
Name Felix Brych
Geburtstag 3. August 1975
Geburtsort München, Deutschland
Beruf Abteilungsleiter Bayerischer Fußballverband
Vereinsinformationen
Verein SV Am Hart München
Spiele nach Spielklasse
Jahre Spielklasse Spiele
seit 2001
seit 2004
seit 2007
seit 2007
2. Bundesliga
1. Bundesliga
Länderspiele
Europapokal
100
214
39
57
Turniere
Endspiele
Auszeichnungen
  • DFB-Schiedsrichter des Jahres 2013
  • DFB-Schiedsrichter des Jahres 2015
  • DFB-Schiedsrichter des Jahres 2016
Stand: 13. Juli 2016

Felix Brych (* 3. August 1975 in München) ist ein deutscher Fußballschiedsrichter und Jurist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brych schrieb seine Dissertation über die Förderung des Berufssports durch Kommunen und arbeitet beim Bayerischen Fußball-Verband als Abteilungsleiter Talentförderung & Schiedsrichter.[1] Er lebt in München und ist ledig.

Fußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brych ist seit 1999 DFB-Schiedsrichter und pfeift für den SV Am Hart München. Seit 2001 leitet er Spiele der 2. Bundesliga und seit 2004 Spiele der Bundesliga. Sein Bundesligadebüt gab er am 28. August 2004 in der Partie Hertha BSC gegen den 1. FSV Mainz 05. In der Bundesliga kam er bisher auf 202 Einsätze (Stand: November 2015).[2] Im Oktober 2003 leitete er ein Spiel in der südkoreanischen K-League, seit 2008 pfeift er außerdem Spiele in der saudi-arabischen Liga. Seit Januar 2007 ist er FIFA-Schiedsrichter. Mit der Partie FC Liverpool gegen PSV Eindhoven gab er 2008 sein Debüt in der UEFA Champions League. Sein erstes Länderspiel als Schiedsrichter war das EM-Qualifikationsspiel Luxemburg gegen Rumänien im Jahr 2007 (0:2). Bei der UEFA wurde er 2008 in die zweithöchste Kategorie befördert; seit der Saison 2009/2010 gehört er der Elitegruppe an. Nach der Saison 2012/13 wurde Brych am 13. Juni vom DFB als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet.[3]

Brych wurde für die Olympischen Spiele 2012 berufen.[4] Dort leitete er zunächst das Spiel zwischen dem Senegal und Uruguay (Ergebnis 2:0) am 29. Juli 2012, bei dem Uruguay erstmals ein olympisches Fußballspiel verlor. Dabei verteilte er sechs Gelbe und eine Rote Karte.[5] Im Spiel Brasilien gegen Honduras zeigte er acht Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten.[6]

Brych kam am 15. Mai 2013 im Finale der UEFA Europa League in Amsterdam zwischen Benfica Lissabon und dem FC Chelsea als Vierter Offizieller zum Einsatz (Hauptschiedsrichter war der Niederländer Björn Kuipers).[7] Als Schiedsrichter nahm er am FIFA-Konföderationen-Pokal 2013 in Brasilien teil.[8]

Zu den ungewöhnlichsten Spielen, die er leitete, gehörte die Begegnung zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und dem VfB Stuttgart in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokal 2007/08. Dort verteilte Brych sieben Gelbe und vier Rote Karten. Er vergab die schnellste Rote Karte der Bundesligageschichte im ersten Spiel der Saison 2010/11 beim Spiel 1. FC Köln gegen 1. FC Kaiserslautern. Er stellte nach nur 87 Sekunden Youssef Mohamad wegen Verhinderung einer klaren Torchance vom Platz.[9] In der Bundesliga-Saison 2013/14 geriet Brych in die Kritik, als er am neunten Spieltag bei der Begegnung TSG 1899 Hoffenheim gegen Bayer 04 Leverkusen einen Ball, der durch ein Loch im Netz von außen scheinbar im Tor landete, schlussendlich als Tor wertete und dem Gegner Hoffenheim ein eigentlich reguläres Tor aberkannte, so dass Leverkusen mit 2:1 gewann.[10]

Brych leitete am 20. November 2013 das Interkontinental-Playoffrückspiel zwischen Neuseeland und Mexiko in Wellington, das Mexiko mit 4:2 gewann und sich damit für die WM qualifizierte, nachdem es das Heimspiel im Aztekenstadion in Mexiko bereits mit 5:1 gewonnen hatte.

Am 15. Januar 2014 wurde Brych zusammen mit seinen Assistenten Mark Borsch und Stefan Lupp als eines von 25 Schiedsrichtergespannen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien benannt.[11][12] Am 15. Mai 2014 leitete er das Finale der Europa League zwischen dem FC Sevilla und Benfica Lissabon in Turin, das der FC Sevilla mit 4:2 nach Elfmeterschießen gewann.

Brych leitete zusammen mit seinen Assistenten Mark Borsch und Stefan Lupp das Finale des DFB-Pokals 2014/15 am 30. Mai 2015 im Berliner Olympiastadion zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg. Robert Hartmann war als 4. Offizieller eingeteilt.[13]

Am 15. Dezember 2015 wurde Brych als einziger Schiedsrichter aus dem deutschsprachigen Raum zur Fußball-Europameisterschaft 2016 nominiert. Damit gehört er zu den sieben Schiedsrichtern der Europameisterschaft 2016, die auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien Spiele leiten durften.[14]

Turniere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsätze beim Olympischen Männer-Fußballturnier 2012 in London[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phase Datum Spielort Heimmannschaft Gastmannschaft Ergebnis
Gruppenphase 29. Juli 2012 London SenegalSenegal Senegal UruguayUruguay Uruguay 2:0 (2:0)
Viertelfinale 04. Aug. 2012 Newcastle upon Tyne BrasilienBrasilien Brasilien HondurasHonduras Honduras 3:2 (1:1)

Einsätze beim Konföderationen-Pokal 2013 in Brasilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phase Datum Spielort Heimmannschaft Gastmannschaft Ergebnis
Gruppenphase 22. Juni 2013 Belo Horizonte JapanJapan Japan MexikoMexiko Mexiko 1:2 (0:0)

Zudem fungierte Brych bei drei Spielen als Vierter Offizieller.

Einsätze bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phase Datum Spielort Heimmannschaft Gastmannschaft Ergebnis
Gruppenphase 14. Juni 2014 Fortaleza UruguayUruguay Uruguay Costa RicaCosta Rica Costa Rica 1:3 (1:0)
Gruppenphase 22. Juni 2014 Rio de Janeiro BelgienBelgien Belgien RusslandRussland Russland 1:0 (0:0)

Einsätze bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phase Datum Spielort Heimmannschaft Gastmannschaft Ergebnis
Gruppenphase 16. Juni 2016 Lens EnglandEngland England WalesWales Wales 2:1 (0:1)
Gruppenphase 22. Juni 2016 Nizza SchwedenSchweden Schweden BelgienBelgien Belgien 0:1 (0:0)
Viertelfinale 30. Juni 2016 Marseille PolenPolen Polen PortugalPortugal Portugal 1:1 n. V. (1:1, 1:1), 3:5 i. E.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix Brych: Möglichkeiten und Grenzen der gemeindlichen Förderung des Berufssports aus rechtlicher Sicht (= Schriftenreihe Studien zur Rechtswissenschaft. Band 153). Kovač, Hamburg 2004, ISBN 3-8300-1644-1, zugleich: Dissertation, Universität Regensburg, 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptabteilung Sport auf den Seiten des Bayerischen Fußball-Verbandes, abgerufen am 19. November 2011
  2. Einsätze als Bundesliga Schiedsrichter, abgerufen am 16. November 2015
  3. Brych Schiedsrichter des Jahres 2013, dfb.de vom 13. Juni 2013, abgerufen am 13. Juni 2013
  4. Zwei deutsche Referees bei Olympia. In: transfermarkt.de. 12. April 2012, abgerufen am 16. August 2015.
  5. london2012.com: Spielbericht Senegal – Uruguay
  6. FIFA.com: Spielbericht Brasilien – Honduras
  7. Kuipers pfeift Finale der UEFA Europa League (Memento vom 25. Juni 2013 im Internet Archive)
  8. Schiedsrichter für FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013 bestimmt. In: de.fifa.com. 13. Mai 2013, abgerufen am 16. August 2015.
  9. http://sportbild.bild.de/SPORT/bundesliga/2010/08/21/koeln-lautern/rekord-rot-fuer-fc-verteidiger-mohamad-pleite-gegen-fck.html , abgerufen am 22. August 2010
  10. Skandalsieg gegen Hoffenheim: Leverkusen mit Phantom-Tor an Tabellenspitze. In: Spiegel Online. 18. Oktober 2013, abgerufen am 16. August 2015.
  11. dfb.de: „Felix Brych fährt zur WM in Brasilien“
  12. FIFA World Cup 2014 refereeingworld
  13. http://www.dfb.de/news/detail/felix-brych-leitet-dfb-pokalfinale-in-berlin-122395/
  14. Wer von den WM-Schiedsrichtern 2014 ist auch bei der EM 2016 dabei? In: em2016.net. em2016.net, 17. Dezember 2015, abgerufen am 5. Januar 2016 (deutsch).