Ciriaco Sforza

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Ciri Sforza
Ciriaco Sforza (2013)
Personalia
Voller Name Ciriaco Sforza
Geburtstag 2. März 1970
Geburtsort Wohlen (AG), Schweiz
Grösse 180 cm
Position Zentrales Mittelfeld / Libero
Junioren
Jahre Station
1976–1978 FC Villmergen
1978–1986 FC Wohlen
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1986–1988 Grasshopper Club Zürich 66 0(5)
1988–1990 FC Aarau 22 0(3)
1990–1993 Grasshopper Club Zürich 75 0(7)
1993–1995 1. FC Kaiserslautern 61 (15)
1995–1996 FC Bayern München 30 0(2)
1996–1997 Inter Mailand 26 0(1)
1997–2000 1. FC Kaiserslautern 91 0(4)
2000–2002 FC Bayern München 36 0(1)
2002–2006 1. FC Kaiserslautern 47 0(1)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1991–2001 Schweiz 79 0(7)
Stationen als Trainer
Jahre Station
2006–2008 FC Luzern
2009–2012 Grasshopper Club Zürich
2014–2015 FC Wohlen
2015–2015 FC Thun
2019–2020 FC Wil
2020–2021 FC Basel
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Ciriaco «Ciri» Sforza (* 2. März 1970 in Wohlen, Kanton Aargau) ist ein ehemaliger Schweizer Fussballspieler und heutiger -trainer. Als Spieler zählt Sforza zu den erfolgreichsten Schweizer Fussballern der 1990er-Jahre. Nach Abschluss seiner Spielerkarriere schlug er die Trainerlaufbahn ein und betreute von 2006 bis 2021 verschiedene Schweizer Vereine. Zuletzt war er bis April 2021 Cheftrainer des FC Basel.

Vereinskarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ciriaco Sforza ist der Sohn italienischer Einwanderer und wurde in Wohlen, einer Kleinstadt im Kanton Aargau, geboren. Seit 1990 besitzt er das Schweizer Bürgerrecht. Sforza hat drei Schwestern, sein Vater Fortunato war Anstreicher und unterstützte das fußballerische Talent seines Sohnes.[1] Zunächst war Sforza Jugendspieler des FC Villmergen sowie beim FC Wohlen, bevor er 1986 in die Nachwuchsabteilung des Traditionsvereins Grasshopper Club Zürich wechselte. Eine Lehre zum Installateur brach Sforza ab,[2] da er schon früh den Sprung in den Profikader schaffte. Als Einwechselspieler gab er am 2. Spieltag der Saison 1986/87 gegen den FC St. Gallen (2:2) sein Debüt. Gegen Ende der Rückrunde kam Sforza regelmäßig im Mittelfeld der Grasshoppers zum Einsatz und brachte es insgesamt auf 21 Spiele (ein Tor). Im Folgejahr gewann er mit dem GCZ durch einen 2:0-Finalsieg über den FC Schaffhausen den Schweizer Cup. Nachdem Ottmar Hitzfeld zur Saison 1988/89 neuer Trainer in Zürich geworden war und Sforza zum Rechtsverteidiger umschulen wollte, wechselte dieser im Januar 1989 im Tausch für Thomas Wyss innerhalb der Nationalliga A zum FC Aarau. Bei Aarau spielte Sforza weiterhin auf seiner Lieblingsposition im Mittelfeld und konnte mit dem Verein zweimal in Folge in der Abstiegsrunde den Klassenerhalt sichern.

Nachdem sich Sforza in der höchsten Spielklasse etablieren konnte, kehrte er im Sommer 1990 zu den Grasshoppers zurück. Die Ablösesumme lag bei 770.000 Schweizer Franken.[3] Hitzfeld setzte den 20-Jährigen fortan an der Seite von Thomas Bickel, Marcel Koller und Alain Sutter im zentralen Mittelfeld ein und der Neuzugang entwickelte sich zum Leistungsträger. 1990/91 gewann er mit den Hoppers die Schweizer Meisterschaft (28 Einsätze/ein Tor) und gab sein Debüt für die Nationalmannschaft. Am 31. Mai 1993 verloren die Grasshoppers das Cupfinale deutlich mit 4:1 gegen den FC Lugano. Mittlerweile galt Sforza als einer der hoffnungsvollsten Spieler des Landes und erhielt 1993 die Auszeichnung als Schweizer Fussballer des Jahres.

1. FC Kaiserslautern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 1993 unternahm Sforza den nächsten Karriereschritt. Er entschied sich für einen Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga und war mit 2,4 Millionen D-Mark Ablöse zu diesem Zeitpunkt der teuerste Transfer der Vereinsgeschichte.[4] Mit dem ebenfalls neu verpflichteten Andreas Brehme stand ihm ein routinierter Führungsspieler im Mittelfeld zur Seite und gleich am ersten Spieltag (16. August 1993) erzielte Sforza beim 2:0-Auswärtssieg über den 1. FC Köln ein Tor. Von Beginn an übernahm der Neuzugang die zentrale Rolle des Spielmachers und drückte der von Friedel Rausch trainierten Mannschaft seinen Stempel auf. Sforza bereitete 12 Tore vor und war mit acht Treffern in 29 Partien selbst torgefährlich.[5] Die Roten Teufel hielten den Meisterschaftskampf 1993/94 lange offen. Beim 4:0 gegen den FC Bayern München am 31. Spieltag, dem Höhepunkt einer Aufholjagd mit sechs Siegen zum Saisonende, war Sforza der überragende Matchwinner (ein Tor, drei Vorlagen).[6] Am Saisonende wurde Kaiserslautern mit nur einem Punkt Rückstand hinter den Bayern Vizemeister. In der Folgesaison (1994/95) belegte Sforza mit dem FCK den 4. Tabellenplatz. Er hatte seine starke Form aus dem Vorjahr bestätigt und das Interesse von Bayern München auf sich gezogen. Nach dem Bekanntwerden des bevorstehenden Transfers zu den Bayern im März 1995, zog Sforza den Unmut der Fans auf sich und wurde bei Heimspielen im Fritz-Walter-Stadion gnadenlos ausgepfiffen. Dies ging sogar so weit, dass Friedel Rausch die Stadionregie anwies, Sforza nicht zu häufig auf der Anzeigetafel einzublenden.[7] Der 1. FC Kaiserslautern konnte den Abgang der Leistungsträger Stefan Kuntz und Ciriaco Sforza nicht kompensieren und musste 1995/96 erstmals aus der Bundesliga absteigen.

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bayern zahlten eine Ablösesumme in Höhe von 7 Millionen Mark für Sforza, der als Wunschspieler des neuen Trainers Otto Rehhagel galt („Der Ciriaco ist unser Spiritus rector“).[8] Beim Rekordmeister startete der Mittelfeldstratege mit vielen Vorschusslorbeeren, erlebte jedoch 1995/96 eine durchwachsene Saison (zwei Tore und sechs Vorlagen in 30 Einsätzen).[9] Ausgerechnet beim 2:3-Auswärtssieg gegen Kaiserslautern am 6. Spieltag erzielte Sforza per Freistoß einen Treffer und lieferte eines seiner besten Spiele ab.[10] Die Beziehung zwischen Trainer und Verein blieb unterkühlt, weshalb Rehhagel Ende April 1996 entlassen wurde. Unter dem als Interims-Trainer einspringenden Vereinspräsidenten Franz Beckenbauer hatte Sforza einen schweren Stand. Trotz eines prominent besetzten Kaders (u. a. Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann, Mehmet Scholl) reichte es für die Bayern in der Bundesliga nur zu einem enttäuschenden zweiten Platz hinter Borussia Dortmund, während sie international den UEFA-Pokal gewinnen konnten. Dabei hatte Sforza in beiden Finalspielen gegen Girondins Bordeaux in der Startelf gestanden. Während seiner Zeit bei den Bayern erwarb sich Sforza den Ruf, kein einfacher Charakter zu sein und wurde von Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge sogar als Stinkstiefel bezeichnet. Als Manager Uli Hoeneß dem Mittelfeldspieler vorwarf, seine Ablösesumme durch schwache Leistungen drücken zu wollen, wehrte sich Sforza vehement und bezeichnete die Aussage öffentlich als Frechheit.[11] Nach nur einem Jahr beendete Sforza sein Engagement in München und strebte nicht ohne Nebengeräusche einen vorzeitigen Vereinswechsel an.[12]

Inter Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 1996/97 wechselte Sforza zu Inter Mailand in die italienische Serie A. Trainer war Roy Hodgson, unter dem Sforza bereits in der Schweizer Nationalmannschaft gespielt hatte. Der Neuzugang sollte dem Mittelfeld die fehlende Kreativität bringen und führte sich am 1. Spieltag mit dem Siegtreffer zum 1:0 gegen Udinese Calcio gut ein. Zwei Tage später traf er auch beim 3:0-Auswärtssieg über EA Guingamp in der 1. Runde des UEFA-Pokals. Obwohl Sforza sein fußballerisches Potenzial aufblitzen ließ, konnte er nach einem vielversprechenden Beginn im weiteren Saisonverlauf aufgrund fehlender Konstanz nicht nachhaltig beeindrucken. Problematisch war, dass der englische Nationalspieler Paul Ince dieselbe Position im zentralen Mittelfeld für sich beanspruchte und bei gleichzeitigem Einsatz wenig mit Sforza harmonierte. Inter landete in der Serie A auf dem dritten Platz, stieß jedoch international ins UEFA-Pokal-Finale vor. Dort unterlagen die favorisierten Mailänder den legendären Eurofightern des FC Schalke 04 im Giuseppe-Meazza-Stadion nach Elfmeterschießen und beendeten die Spielzeit ohne Titel. Anschließend verließen Hodgson, Ince und Sforza den Verein. Obwohl sich Sforza mit dem Engagement im Heimatland seiner Eltern einen Kindheitstraum erfüllt hatte, bedauert er heute seine Zeit bei Inter Mailand und bezeichnet sie als Enttäuschung und Fehler.[13]

1. FC Kaiserslautern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sforza in der Meistersaison 1997/98

Im Juli 1997 folgte Sforza dem Lockruf von Otto Rehhagel und kehrte für 6,5 Millionen Mark zum 1. FC Kaiserslautern zurück. Nach einem Jahr in der 2. Bundesliga war dem Klub soeben der sofortige Wiederaufstieg gelungen und als unbestrittener Königstransfer verbreitete die Rückkehr des verlorenen Sohnes eine gewisse Euphorie unter den Fans. Der überraschende 1:0-Auftaktsieg bei Bayern München sollte der Startschuss in die fußballerisch historische Saison 1997/98 sein und die Roten Teufel setzten sich am 4. Spieltag an die Tabellenspitze. Die Mannschaft bildete ein ungemein geschlossenes und kampfstarkes Kollektiv, aus der lediglich Torjäger Olaf Marschall und Mittelfeldregisseur Sforza (drei Tore und neun Vorlagen in 32 Spielen) herausragten.[14] Von Beginn an übernahm er die Rolle des taktisch gereiften Spielmachers und war als Kapitän der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz. Als umsichtiger Stratege ordnete er das Spiel und seine Mitspieler, beschleunigte oder verlangsamte instinktiv das Tempo. Zweifellos befand sich Sforza auf dem sportlichen Höhepubkt seiner Karriere und zählte zu den besten Spielern der Bundesliga.[15][16] Im Oktober 1997 erzielte er mit einem direkt verwandelten Freistoß das Tor des Monats (1:2-Niederlage gegen Bayern München im DFB-Pokal). Als erster Aufsteiger überhaupt wurde Kaiserslautern am 33. Spieltag (4:0 über den VfL Wolfsburg am 2. Mai 1998) sensationell Deutscher Meister und versetzte den Betzenberg sowie die ganze Westpfalz in einen regelrechten Ausnahmezustand.[17]

„Ciriaco war damals sehr wichtig für unser Spiel. Er war ein Stratege auf dem Platz, konnte das Spiel sehr gut lesen, eine absolute Leaderfigur … Ciri war der verlängerte Arm von Otto Rehhagel, er achtete als Organisator immer auf die richtige Einstellung der Mannschaft, war taktisch unheimlich wichtig für uns.“

Als amtierender Meister trat Kaiserslautern 1998/99 erstmals in der finanziell lukrativen UEFA Champions League an. Die gestiegenen Ansprüche und die ungewohnte Doppelbelastung führten allerdings nach durchwachsenem Start zum zwischenzeitlichen Abrutschen der Mannschaft ins Bundesliga-Mittelmaß. Der Abgang des langjährigen Abwehrchefs Miroslav Kadlec konnte nicht kompensiert werden, wodurch die Defensive sehr unsicher wirkte. Daher beorderte Rehhagel den umsichtigen, abgeklärten Sforza ab dem 11. Spieltag vom Mittelfeld auf die Libero-Position. Obwohl er mit anhaltenden Schienbeinschmerzen zu kämpfen hatte, wusste Sforza zu überzeugen. Durch die Umstellung stabilisierte sich die Mannschaft und fand Anschluss an die Spitzenteams. In der Champions League zogen die Pfälzer als Gruppensieger ins Viertelfinale ein, blieben jedoch im nationalen Duell mit Bayern München chancenlos (0:2, 0:4). Für Unruhe während der Rückrunde sorgte Sforza durch ein Interview mit dem Kicker, in welchem der Kapitän öffentlich personelle Versäumnisse der sportlichen Leitung anprangerte und Verstärkungen forderte. Weitere unzufriedene Spieler äußerten daraufhin ihren Wechselwunsch und auch Sforza, der nicht mehr in der ihm zugedachten Rolle des Abwehrchefs spielen wollte, liebäugelte mit einem Wechsel zu Borussia Dortmund. Vereinsführung und Trainer bestanden allerdings auf der Einhaltung des gültigen Vertrages. Am Saisonende 1998/99 verpasste Kaiserslautern nach einer 1:5-Niederlage bei Eintracht Frankfurt die sicher geglaubte Champions-League-Qualifikation und belegte den 5. Tabellenplatz.

1999/2000 ging Sforza in seine dritte Spielzeit mit dem 1. FC Kaiserslautern. Nachdem Rehhagel seinen Wechselwunsch ignoriert und stattdessen mit dem französischen Weltmeister Youri Djorkaeff einen neuen Spieler auf dessen Lieblingsposition verpflichtet hatte, eskalierte Ende August 1999 die Auseinandersetzung zwischen Trainer und Führungsspieler. Sforza warf Rehhagel in einem Interview mit der Welt am Sonntag „gravierende Fehler im Arbeits- und Führungsstil“ vor: „Die Zeit von Befehlen und Gehorsam ist vorbei – in allen Lebensbereichen. Wer das nicht versteht, wird Probleme bekommen“, prophezeite der Mittelfeldspieler dem 61 Jahre alten Trainer.[19] Zudem kritisierte er neben Rehhagels Einkaufspolitik („Wir hatten im letzten Jahr keinen Libero und haben jetzt keinen Libero. Dafür haben wir jetzt zwei Mal die Nummer zehn“)[20] den Umgang mit den Spielern, der insbesondere junge Talente wie Michael Ballack oder Thomas Riedl zum Weggang bewegt habe. Der Verein reagierte auf die öffentliche Kritik mit einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 Mark und der vorübergehenden Suspendierung Sforzas.[21] Die Machtprobe am Betzenberg überschattete zwischenzeitlich die sportlichen Ereignisse und ohne ihren Kapitän ging die Mannschaft am 4. Spieltag bei Werder Bremen mit 0:5 unter. Nach einer Aussprache zwischen Sforza, seinem Berater Martin Wiesner und dem Vorstandsvorsitzenden Jürgen Friedrich durfte er in die Mannschaft zurückkehren. Obwohl das Verhältnis zu Rehhagel nachhaltig zerrüttet war, blieb Sforza Kapitän.[22] Mit Mario Basler verpflichtete Kaiserslautern in der Winterpause einen weiteren Mittelfeldspieler, weshalb Sforza in der Rückrunde wieder auf die Libero-Position wechselte. Die Bundesliga wurde erneut auf dem 5. Tabellenplatz beendet, international war Kaiserslautern in der 3. Runde des UEFA-Pokals am RC Lens (2:1, 1:4) gescheitert. Wenig überraschend trennten sich Sforza und der Verein nach der Saison.

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. Mai 2000 wurde Sforzas Rückkehr zum FC Bayern München verkündet und im Alter von 30 Jahren unternahm er einen zweiten Anlauf beim deutschen Rekordmeister. Die Ablösesumme lag bei stattlichen 10 Millionen Mark und er unterschrieb einen Dreijahresvertrag.[23] Die erneute Verpflichtung hatte er der Fürsprache von Ottmar Hitzfeld zu verdanken, der mittlerweile das Traineramt ausübte. Im Gegensatz zu seiner Zeit in Kaiserslautern war Sforza nicht der unangefochtene Führungsspieler, sondern nahm neben den Platzhirschen Stefan Effenberg, Oliver Kahn oder Mehmet Scholl eine weitaus weniger dominante Rolle ein.[24] Von Hitzfeld wurde Sforza als Libero eingesetzt, lief allerdings seiner Form hinterher. Die Erwartungen konnte er nicht erfüllen und stand zu Beginn der Rückrunde zunehmend in der Kritik.[25] Schließlich fand sich Sforza am 20. Spieltag auf der Reservebank wieder und seine Degradierung wurde durch Mobbing-Vorwürfe angeheizt, demnach sich einige Spieler während des Wintertrainingslagers in Marbella für einen Tausch auf der Libero-Position ausgesprochen haben sollen. Sforza ging mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit und forderte intern ein klärendes Gespräch. Für diesen Schritt erhielt er jedoch Kritik und Rummenigge konterte, Sforza solle „erstmal seine Leistung extern bringen. Er muss auch lernen selbstkritisch und nicht so empfindlich zu sein.“[26] Anschließend fiel er nach einer Meniskus-Operation verletzungsbedingt mehrere Wochen aus[27] und brachte es in der Rückrunde nur noch zu zwei weiteren Einsätzen (32. und 33. Spieltag)[28] sowie einer Einwechselung im Champions League-Halbfinale gegen Real Madrid. Nach einem dramatischen Saisonfinale wurden die Bayern vor Schalke 04 deutscher Meister 2000/01 und gewannen am 23. Mai 2001 den ersehnten Champions League-Titel gegen den FC Valencia (5:4 im Elfmeterschießen). Im Endspiel war Sforza nicht zum Einsatz gekommen.[29]

Im November 2001 gewann er den Weltpokal, wo er in Tokio gegen CA Boca Juniors in der 75. Minute von Trainer Ottmar Hitzfeld für Owen Hargreaves eingewechselt wurde. In der nächsten Saison gelang dem FC Bayern München keine Titelverteidigung: in der Bundesliga, wo Sforza noch 16 Mal eingesetzt wurde, wurden sie Zweite und in der Champions League, wo Sforza bis zur Zwischenrunde in fünf Partien dabei war, schieden sie im Viertelfinale aus.

1. FC Kaiserslautern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab August 2002 war er wieder für Kaiserslautern in der Bundesliga aktiv, machte verletzungsbedingt jedoch nur noch wenige Spiele. Ein Höhepunkt war noch das Erreichen des Finales im DFB-Pokal 2002/03, wo Sforza ab der 2. Runde bis zum Halbfinale in allen Spielen dabei war, aber beim 1:3 im Endspiel gegen die Münchener nicht mehr. Sein letztes Spiel als Profi absolvierte Sforza im Oktober 2005, als sich der 1. FC Kaiserslautern und Borussia Dortmund 3:3 trennten. Sforza, der gerade erst die einzige Rotsperre seiner Bundesligakarriere abgesessen hatte, wurde in der Halbzeit ausgewechselt und nach der Partie von Trainer Michael Henke suspendiert. Obwohl sich Sforza nach Henkes Rauswurf im November 2005 noch einmal als Spieler anbot, wurde er auch von dessen Nachfolger Wolfgang Wolf nicht weiter berücksichtigt. Der 1. FC Kaiserslautern stieg zum Saisonende als Drittletzter aus der Bundesliga ab.

Sforza war mit 265 Partien der Schweizer Rekordspieler in der Bundesliga, bis er im Jahr 2022 von Yann Sommer übertroffen wurde.[30]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sforza (1994)

Nach seiner Einbürgerung wurde Sforza von Uli Stielike für den Kader der Schweizer Nationalmannschaft nominiert und gab sein Länderspiel-Debüt am 21. August 1991 in Prag gegen die Tschechoslowakei (1:1).

„Ich habe es mir damals genau überlegt. Am Ende kam ich zur Überzeugung, dass ich für die Schweiz spielen will. Ich bin hier geboren, hier aufgewachsen. Ich wurde hier gefördert und gefordert. Ich bin sehr glücklich wie alles gekommen ist.“

Ciriaco Sforza[31]

Unter dem neuen Trainer Roy Hodgson erlebte die Nati einen sportlichen Aufschwung und Sforza zählte zusammen mit Stéphane Chapuisat und Adrian Knup zu den großen Fußball-Hoffnungen des Landes. Bis 2001 absolvierte er 79 Länderspiele für die Eidgenossen und erzielte sieben Tore. Zu seinen Karrierehöhepunkten zählt die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1994 in den USA, in der die Schweiz bis ins Achtelfinale vordrang und Spanien mit 0:3 unterlag, und die Teilnahme an der Europameisterschaft 1996 in England, dort aber in der Vorrunde ausschied. 1999 wurde er zum Besten Schweizer Nationalspieler des Jahres gewählt.

Karriere als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits parallel zu seiner letzten Spielzeit in der Bundesliga erwarb Sforza die A-Lizenz als Trainer. Von Beginn der Saison 2006/07 bis zum August 2008 war er Trainer beim Schweizer Super-League-Club FC Luzern. Zuletzt absolvierte er im Frühjahr 2007 parallel zu seiner Tätigkeit in Luzern den Fussball-Lehrer-Lehrgang des Deutschen Fussball-Bundes an der Hennes-Weisweiler-Akademie der Deutschen Sporthochschule Köln und verfügt daher über die UEFA-Pro-Lizenz.

Im Juni 2009 wurde Sforza als neuer Trainer der Grasshoppers Zürich vorgestellt. Nach dem dritten Platz in seinem ersten Jahr und einem siebten Platz 2011 wurde sein Vertrag mit den Grasshoppers um zwei Jahre verlängert. Zum Saisonende 2011/12 trennte sich der Club von Sforza. Den Zweitligisten FC Wohlen führte Sforza in der Saison 2014/15 auf den dritten Platz und damit zum besten Ergebnis in der Vereinsgeschichte. Am 26. Juli 2015 gab der FC Thun auf seiner Homepage die Verpflichtung Sforzas als Trainer für zwei Spielzeiten bekannt,[32] im gegenseitigen Einverständnis wurde das Engagement aber bereits per 30. September 2015 beendet. Ab April 2019 war er Trainer des FC Wil in der Challenge League und erhielt einen Dreijahresvertrag.[33]

Ende August 2020 zog Sforza seine Ausstiegsklausel beim FC Wil und wechselte zum FC Basel, wo er die Nachfolge von Marcel Koller antrat und einen Zweijahresvertrag unterzeichnete.[34] Am 6. April 2021 gab der FC Basel bekannt, im gegenseitigen Einverständnis das Engagement aufgrund ausbleibendem sportlichen Erfolg zu beenden.[35]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ciriaco Sforza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/ciriaco-sforza-im-bewegenden-interview-und-dann-kamen-die-traenen-einfach-so-id17686002.html
  2. https://www.welt.de/print-welt/article662162/Ein-Schlitzohr-zum-Spielen-geboren.html
  3. https://www-goal-com.cdn.ampproject.org/v/s/www.goal.com/de/amp/meldungen/ciriaco-sforza-itw-bundesliga-fc-bayern-fck-interview/vnnq9q8tz7qv1dir731i0pdpe?amp_gsa=1&amp_js_v=a9&usqp=mq331AQKKAFQArABIIACAw%3D%3D#amp_tf=Von%20%251%24s&aoh=16681416237493&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com
  4. https://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/mensch-sforza-depressionen-bezwungen-jetzt-fcb-trainer-id16061457.html
  5. https://www.kicker.de/ciriaco-sforza/spieler-einsaetze/dfb-pokal/1993-94/1-fc-kaiserslautern
  6. https://www.kicker.de/klautern-gegen-bayern-1994-bundesliga-11193/aufstellung
  7. https://www-kicker-de.cdn.ampproject.org/v/s/www.kicker.de/titel_stratege_und_klartext_ciriaco_sforza_wird_50_jahre_alt-771116/artikel.amp?amp_gsa=1&amp_js_v=a9&usqp=mq331AQKKAFQArABIIACAw%3D%3D#amp_tf=Von%20%251%24s&aoh=16682608642027&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&ampshare=https%3A%2F%2Fwww.kicker.de%2Ftitel_stratege_und_klartext_ciriaco_sforza_wird_50_jahre_alt-771116%2Fartikel
  8. https://www.welt.de/print-welt/article662162/Ein-Schlitzohr-zum-Spielen-geboren.html
  9. https://www.kicker.de/ciriaco-sforza/spieler-einsaetze/bundesliga/1995-96/fc-bayern-muenchen
  10. https://www.kicker.de/klautern-gegen-bayern-1995-bundesliga-10359/spielinfo
  11. https://www-kicker-de.cdn.ampproject.org/v/s/www.kicker.de/titel_stratege_und_klartext_ciriaco_sforza_wird_50_jahre_alt-771116/artikel.amp?amp_gsa=1&amp_js_v=a9&usqp=mq331AQKKAFQArABIIACAw%3D%3D#amp_tf=Von%20%251%24s&aoh=16684011556491&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&ampshare=https%3A%2F%2Fwww.kicker.de%2Ftitel_stratege_und_klartext_ciriaco_sforza_wird_50_jahre_alt-771116%2Fartikel
  12. https://www.welt.de/print-welt/article653755/Keine-Einigung-Sforza-muss-in-Muenchen-bleiben.html
  13. https://ligalive.net/ciriaco-sforza-star-in-der-provinz-mitlaeufer-beim-fc-bayern/
  14. https://www.kicker.de/ciriaco-sforza/spieler-einsaetze/bundesliga/1997-98/1-fc-kaiserslautern
  15. https://www.kicker.de/bundesliga-winter-1997-98/offensives-mittelfeld/rangliste
  16. https://www.kicker.de/bundesliga-sommer-1998/offensives-mittelfeld/rangliste
  17. https://www.blick.ch/sport/fussball/international/bundesliga/am-2-mai-vor-22-jahren-als-sforza-mit-lautern-als-aufsteiger-meister-wurde-id15871867.html
  18. https://11freunde.de/artikel/stratege-und-zitteraal/391048
  19. https://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-bereitet-sforza-seinen-abgang-vor-a-39001.html
  20. https://www.welt.de/print-welt/article582073/Sforza-wagt-Aufstand-in-der-Ottokratur-Kaiserslautern-bestellt-ihn-zum-Rapport.html
  21. https://www.welt.de/print-welt/article510247/Sforza-als-Wiederholungstaeter.html
  22. https://www.spiegel.de/sport/fussball/ciriaco-sforza-ich-bereue-nichts-a-41266.html
  23. https://www.spiegel.de/sport/fussball/bayern-muenchen-sforzas-wechsel-ist-perfekt-a-78076.html
  24. https://m-faz-net.cdn.ampproject.org/v/s/m.faz.net/aktuell/sport/fussball-sforza-auf-die-bank-verbannt-114200.amp.html?amp_gsa=1&amp_js_v=a9&usqp=mq331AQKKAFQArABIIACAw%3D%3D#amp_tf=Von%20%251%24s&aoh=16688861822096&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&ampshare=https%3A%2F%2Fwww.faz.net%2Faktuell%2Fsport%2Ffussball-sforza-auf-die-bank-verbannt-114200.html
  25. https://rp-online.de/sport/fussball/sforza-steht-gegen-lyon-unter-hohem-druck_aid-8217559
  26. https://www.welt.de/print-welt/article431706/Sforza-beklagt-Mobbing-beim-FC-Bayern.html
  27. https://www.tagesspiegel.de/sport/krankenstand-sforza-erneut-operiert-und-weitere-nachrichten-765040.html
  28. https://www.kicker.de/ciriaco-sforza/spieler-einsaetze/bundesliga/2000-01/fc-bayern-muenchen
  29. https://www.kicker.de/bayern-gegen-valencia-2001-champions-league-522733/aufstellung
  30. Schweizer Rekordmann Sommer lobt «95 Minuten bei 100 Prozent Konzentration». Abgerufen am 29. August 2022 (deutsch).
  31. https://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/mensch-sforza-depressionen-bezwungen-jetzt-fcb-trainer-id16061457.html
  32. Mitteilung (Memento des Originals vom 24. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.fcthun.ch auf der Homepage des FC Thun
  33. Andreas Babst: Ciriaco Sforza darf wieder Trainer sein. In: Neue Zürcher Zeitung vom 1. April 2019.
  34. Felix Bingesser und Andreas Böni: Koller-Nachfolger: Ciriaco Sforza wird Trainer in Basel. 25. August 2020, abgerufen am 25. August 2020.
  35. Author Stefan Lenze [1]Website FCBasel 6. April 2021
  36. Torschütze des Monats Oktober 1997