Leer (Ostfriesland)
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Leer | |
| Höhe: | 3 m ü. NN | |
| Fläche: | 70,3 km² | |
| Einwohner: | 34 052 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 484 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 26789 | |
| Vorwahl: | 0491 | |
| Kfz-Kennzeichen: | LER | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 57 013 | |
| Stadtgliederung: | 9 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausstraße 1 26789 Leer |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Wolfgang Kellner (parteilos) | |
| Lage der Stadt Leer (Ostfriesland) im Landkreis Leer | ||
Die Stadt Leer in Ostfriesland ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises in Niedersachsen. Mit rund 34.000 Einwohnern ist sie, nach Einwohnern gerechnet, nach Emden und Aurich die drittgrößte Stadt Ostfrieslands.
Durch ihren Seehafen ist die an Ems und Leda gelegene Stadt seit Jahrhunderten vom Handel geprägt. Sie ist, gemessen nach der Zahl der bereederten Schiffe, nach Hamburg der zweitgrößte Seereederei-Standort Deutschlands.[1] Leer ist zudem die wichtigste Einkaufsstadt Ostfrieslands und beheimatet eines der größten deutschen Handelsunternehmen, die Bünting-Gruppe.
Leer ist Sitz der Evangelisch-reformierten Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland, des Kommandos Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst der Bundeswehr und einer der fünf Standorte der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven. Am Standort Leer hat die Seefahrtsschule des Fachbereichs Wirtschaft (Emden) ihren Sitz.
Im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert war Leer Sitz des Häuptlings Focko Ukena, der für kurze Zeit der mächtigste Häuptling Ostfrieslands war.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Geographische Lage
Leer lag ursprünglich an der Leda, hat sich aber im Laufe der Zeit bis an die Ems ausgebreitet. Die Stadt ist für Seeschiffe erreichbar. Die Ortschaft Leerort, bei der die Leda in die Ems mündet, gehört zur Stadt Leer. In der Nähe der Stadt befindet sich die Grenze zur niederländischen Provinz Groningen.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Die Stadt Leer liegt zentral innerhalb des gleichnamigen Landkreises. Sie grenzt an sechs der elf weiteren Kommunen des Kreises, namentlich (im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten) die Samtgemeinde Hesel, die Samtgemeinde Jümme, die Gemeinde Westoverledingen, die Stadt Weener sowie die Gemeinden Jemgum und Moormerland.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
- Leer (Kernstadt)
- Leerort
- Heisfelde
- Loga
- Logabirum
- Nüttermoor
- Hohegaste
- Nettelburg (südlich der Leda, im Overledingerland)
- Bingum (westlich der Ems, im Rheiderland)
[Bearbeiten] Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Leer
Das Dorf Leer wurde deutlich vor dem Jahr 800 gegründet. Der Name der Stadt geht wahrscheinlich auf das alte germanische Wort „Hleri“ zurück, das eine umzäunte Weide bezeichnet und auf die Tätigkeit der Bewohner als Viehzüchter hinweist. Im Jahr 791 missionierte der Friesenapostel Liudger die Leeraner und gründete die erste Kapelle im ostfriesischen Raum am Westrand der damaligen Siedlung.
Mit der Annahme des Christentums wurden die Leeraner Teil des Frankenreichs von Karl dem Großen. Im Hochmittelalter gehörte Leer zum freien friesischen Gau Moormerland. Im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert war Leer Sitz des Häuptlings Focko Ukena, der für eine kurze Zeit der mächtigste Häuptling Ostfrieslands war. Nach seiner Vertreibung im Jahr 1430 bauten die Hamburger nahe Leer die Festung Leerort, die später von dem neuen ostfriesischen Grafen Ulrich I. und seinen Nachfolgern zur stärksten Festung Ostfrieslands ausgebaut wurde.
Im Jahr 1508 verlieh Edzard der Große dem Flecken Leer das Marktrecht. Edzard führte auch die Reformation in Ostfriesland ein. Zunächst lebten Lutheraner und Reformierte in Leer nebeneinander, dann setzten sich die Reformierten durch. Die reformierte Gemeinde übernahm die Verwaltung des Marktfleckens und wurde sehr wohlhabend. Sie richtete 1525 die erste Volksschule und gründete unter dem reformierten Grafen Graf Johann 1584 eine Lateinschule in Leer. Von 1588 bis 1594 war Ubbo Emmius Rektor der Lateinschule.
Leer gelangte durch seine Handwerker, besonders die Leinenweber, zu Wohlstand. Im Jahr 1570 wurde die Waage an die Leda verlegt und damit zur Keimzelle der späteren Hafenwirtschaft. Nach 1600 gab es auch wieder Lutheraner im Ort. Die lutherische Kirche (Lutherkirche) wurde 1675 errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Leer durch die Mansfelder Söldner verwüstet.
Im Jahr 1744 starb der letzte Fürst aus der Cirksena-Familie und Leer kam mit Ostfriesland an Preußen. Der Ort wurde von Friedrich dem Großen gefördert und nahm einen erneuten wirtschaftlichen Aufschwung. Im 18. Jahrhundert begann langsam die Industrialisierung in Leer. Verschiedene Fabriken siedelten sich an.
Die alte reformierte Kirche „St. Liudger“ wurde 1785 abgebrochen. Lediglich die Krypta blieb bis in die heutige Zeit erhalten. Die Einweihung der neuen Kirche erfolgte am 16. September 1787. Durch Napoleon kam Leer von 1806 bis 1810 an das Königreich Holland und danach an Frankreich. Cramer von Baumgarten wurde 1812 von der französischen Verwaltung als Maire (Bürgermeister) eingesetzt und war somit der erste Leeraner Bürgermeister.
Im Jahr 1815 wurde Leer mit Ostfriesland dem Königreich Hannover zugeschlagen Das Stadtrecht erhielt Leer im Jahre 1823 von König Georg IV. zugesprochen. Leer baute in der Folgezeit seinen Hafen und seine Infrastruktur aus. Im Jahr 1856 erhielt die Stadt mit einem Bahnhof an der „Hannoverschen Westbahn“ von Emden nach Rheine eine erste Eisenbahnverbindung. Am 6. August 1861 verlieh Georg V., König von Hannover, der Stadt ihr erstes Stadtwappen.
Im Jahr 1866 kamen Ostfriesland und Leer wieder zu Preußen. Die jüdische Gemeinde baute von 1883 bis 1885 erstmals eine Synagoge in Leer. Im Jahr 1887 begann die Planung für das Rathaus der Stadt, da durch den Nachlass eines Leeraner Bürgers von rund 160000 Goldmark die Mittel dazu verfügbar wurden. Nach fünf Jahren Bauzeit wurde das Rathaus am 29. Oktober 1894 eingeweiht.
Von 1900 bis 1903 baute Leer seinen Hafen tidefrei um. Die Ledaschleife wurde von dem Fluss abgetrennt und mit einer Seeschleuse mit der Leda verbunden. Mit einer großen Feier weihte die Stadt den neuen Hafen am 19. September 1903 ein.
Von 1925 bis 1928 wurden erneut umfangreiche Baumaßnahmen in der Stadt durchgeführt. Für den zeitweise größten Viehmarkt Europas errichtete die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Dr. vom Bruch auf der Halbinsel Nesse eine neue Viehmarktanlage.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 hatten die Juden in Leer unter Repressionen staatlicher Organe zu leiden. Im Jahr 1938 wurde die Leeraner Synagoge zerstört. Fast 90 Prozent der jüdischen Leeraner wurden im Holocaust ermordet, überlebt haben nur etwa 20 bis 30 Personen. Leer erlitt erst in den letzten Kriegstagen bei der sinnlosen Verteidigung der Stadt gegen die vorrückenden Kanadier schwere Schäden.
1950 verlieh der Niedersächsische Minister des Innern der Stadt Leer das Recht, ein neues Wappen offiziell zu führen. Das neue Stadtwappen basierte auf einem Siegelabdruck von 1639. Am 1. Oktober 1955 wird Leer der Status einer selbstständigen Stadt zugesprochen. In den Jahren 1968 wurden Heisfelde und Loga zu Leeraner Stadtteilen, Leerort wurde 1971 eingemeindet, Bingum, Hohegaste, Logabirum, Nettelburg und Nüttermoor folgten schließlich 1972.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
(jeweils zum 31. Dezember)
- 1998–33.437
- 1999–33.600
- 2000–33.849
- 2001–34.109
- 2002–34.088
- 2003–33.979
- 2004–33.682
- 2005–34.367
- 2007–34.553
[Bearbeiten] Religionen
[Bearbeiten] Christentum
Leer ist traditionell protestantisch ausgerichtet, und so finden sich im Stadtgebiet vor allem lutherische und reformierte Kirchengemeinden. Die Evangelisch-reformierte Kirche hat sogar ihren Hauptsitz in Leer. Weiterhin ist das religiöse Leben der Stadt von einer großen Vielfalt geprägt. In Leer gibt es unter anderem Gemeinden der Pfingstbewegung, Baptisten, Mennoniten, Methodisten, Adventisten, Katholiken, der Neuapostolischen Kirche, aber auch Mormonen.
- Lutherische Gemeinden
- Evangelisch-lutherische Lutherkirchengemeinde Leer
- Evangelisch-lutherische Christuskirchengemeinde Leer
- Evangelisch-lutherische Paulusgemeinde Heisfelde
- Evangelisch-lutherische Petruskirchengemeinde Loga
- Evangelisch-lutherische Friedenskirchengemeinde Loga
- Evangelisch-lutherische Matthäikirchengemeinde Bingum
- Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Logabirum
- Reformierte Gemeinden
- Evangelisch-reformierte Gemeinde Nüttermoor
- Evangelisch-reformierte Gemeinde Leer (mit den Gemeindebezirken „Große Kirche“ und „Heisfelde“)
- Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Loga
- Katholische Gemeinden
- Römisch-katholische St. Marien-Gemeinde Leer-Loga
- Römisch-katholische St. Michael-Gemeinde Leer
[Bearbeiten] Judentum
Die 1883 bis 1885 erbaute Synagoge der jüdischen Gemeinde wurde in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 zerstört.
Siehe auch: Jüdische Gemeinde Leer
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat
Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Stadt Leer
Von 1964 bis 2006 stellte die SPD-Fraktion ununterbrochen die Mehrheit im Rat der Stadt. Auch in der aktuellen Wahlperiode (bis 2011) ist sie zumindest die stärkste Fraktion. Ergebnisse der letzten Ratswahl vom 10. September 2006:
- SPD: 42,5 % / 16 Sitze
- CDU: 28,2 % / 7 Sitze (von 11 gewählten traten vier Ratsleute noch vor der Konstituierung des neuen Rats aus der Fraktion aus und gründeten die Fraktion für Leer)
- AWG: 12,2 % / 4 Sitze
- Grüne: 10,1 % / 4 Sitze
- FDP: 4,8 % / 2 Sitze
- LA: 2,3 % / 1 Sitz
- Fraktion für Leer: 4 Sitze (gebildet aus 4 über die CDU-Liste gewählten Ratsleuten)
Bürgermeister ist der parteilose Wolfgang Kellner, ehemaliges SPD-Mitglied. Kellner ist in der Stichwahl am 24. September 2006 wiedergewählt worden und amtiert bis 2011.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen der Stadt Leer zeigt ein stilisiertes weißes „L“ auf einem blauen Wappenschild. Links und rechts davon befinden sich zwei weiße sechszackige Sterne. Über dem „L“ ist eine ebenfalls weiße stilisierte Rose mit vier Blättern zu sehen. Die Stadt nahm das Wappen, das von einem alten Siegel des Fleckens Leer (älteste Abbildung von 1659) abgeleitet ist, im Jahr 1950 an. Das im Jahre 1861 vom König von Hannover verliehene Wappen erschien den Stadtoberen als zu überladen.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Leer unterhält Partnerschaften mit dem britischen Trowbridge und mit dem polnischen Elbląg (Elbing).
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Leer ist sehr bekannt für seine historische Altstadt, darin besonders das Rathaus im Stil der Niederländischen Renaissance von 1894 und die Historische Waage, an deren Kaimauer auch der Museumshafen mit vielen alten Tjalken und Schleppern liegt. Eine regionale Berühmtheit ist auch der Plytenberg unweit der Ems. Die nähere Umgebung der Stadt bietet außerdem viele Wanderstrecken durch die für die Region typischen Wallheckenlandschaften. Die Große Kirche und die Lutherkirche mit ihren überregional bedeutenden Orgeln sind auch sehr bekannt und ein besonderer Anziehungspunkt für Touristen.
[Bearbeiten] Theater
Leer ist Spielort der Niedersächsischen Landesbühne Nord mit Sitz in Wilhelmshaven. Weiterhin sind mehrere Laientheater und Heimatbühnen in der Stadt beheimatet.
[Bearbeiten] Museen
In Leer gibt es das Heimatmuseum, das Teemuseum der Bünting-Gruppe, das Böke-Museum, mit Werken des Künstlers Karl-Ludwig Böke, das Haus „Samson“, ein Museum zur Wohnkultur im 18./19. Jahrhundert, sowie den Museumshafen mit historischen Schiffen. Das Schiff „Prinz Heinrich“ wird zurzeit restauriert und wird nach der Fertigstellung ein weiteres Museum zur Schifffahrtsgeschichte beherbergen.
[Bearbeiten] Musik
Das Akkordeon-Orchester der Stadt Leer g.e.V. besteht seit 1950 und ist eines der größten Orchester dieser Art in Norddeutschland. Seit den 1970ern finden regelmäßig Besuche zwischen diesem Verein und der Stadt Trowbridge (England) statt. Inzwischen ist durch diesen Austausch eine offizielle Partnerschaft zwischen diesen Städten entstanden. In Leer befindet sich zudem eine Kreismusikschule.
Im Kulturzentrum Zollhaus werden regelmäßig Konzerte, Kabarettveranstaltungen, Ausstellungen und Kindertheater angeboten. Das Kulturzentrum ist mit 8000 kulturinteressierten Besuchern im Jahr eine überregional ausstrahlende Einrichtung. Das alte, denkmalgeschützte Backsteingebäude wird vom Zollhausverein seit 15 Jahren betrieben.
[Bearbeiten] Jugend
Eine wichtige Einrichtung für die Jugendlichen der Stadt Leer ist das städtische Jugendzentrum Leer (JuZ). Dieses bietet eine reiche Anzahl an Angeboten für Jugendliche und veranstaltet viele Konzerte mit teilweise recht bekannten Interpreten (z. B. Blumfeld, Wir sind Helden,Jennifer Rostock, Beginner). Weitere Einrichtung für Jugendliche sind der Leda-Treff in der Oststadt, sowie „Der Treff“ in der Moormerlandsiedlung.
[Bearbeiten] Bauwerke
- Harderwykenburg
- Haneburg
- Evenburg
- Philippsburg
- Fernmeldeturm Leer-Nüttermoor (Höhe: 160 Meter, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich)
- Wasserturm
- Haus Samson mit Museum für Ostfriesische Wohnkultur
- Jann-Berghaus-Brücke: eine der größten Klappbrücken Europas, wird zur Zeit für die Kreuzschifffahrt auf der Ems (Meyer-Werft) verbreitert.
- Ledasperrwerk
[Bearbeiten] Parks
Die Stadt Leer bietet viele Grünflächen und Erholungsgebiete, zum Beispiel:
- Schlosspark der Evenburg
- Philippsburger Park
- Julianenpark
- Naherholungsgebiet Leeraner Westerhammrich
[Bearbeiten] Sport
In Leer gibt es 41 Sportvereine mit mehr als 11.000 Mitgliedern. Zu den größten Sportvereinen zählen der VfL Germania Leer, Frisia Loga und der VfR Heisfelde.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
In jedem Jahr findet hier im Herbst der Gallimarkt mit dem Galliviehmarkt statt, einer der größten Jahrmärkte in Nordwestdeutschland. Im Jahr 2008 fand die Feier zu 500 Jahren Gallimarkt statt. Zudem wird alle zwei Jahre in Leer die Ostfrieslandschau ausgerichtet.
Jedes Jahr im Juli findet die Veranstaltung Leer Maritim [2] - Internationales Tourenskippertreffen - statt. Während der drei Tage andauernden Veranstaltung finden zahlreiche Ereignisse rund um den leeraner Sport- und Freizeithafen statt. Sportlicher Höhepunkt ist hierbei eine Drachenbootregatta. Alle zwei Jahre (ungerade Jahre) wird zudem ein Stadtfest gefeiert.
Von 2003 bis 2006 wurde das Open-Air-Rockfestival „Rock am Deich“ jährlich in der Stadt abgehalten (2002 fand dies in Weener statt), 2009 soll dies unter dem Namen „Leer rockt“ wiederbelebt werden. Der Ossiloop startet alljährlich im Leeraner Julianenpark.
Ein fester Bestandteil der Sportszene ist der Citylauf Leer der Polizeiinspektion Leer/Emden am 1. Septembersonntag mit über 2000 Läufern. Der Reinerlös der Veranstaltung -bisher ca. 100.000 €- spendet die Polizei Vereinen, die sich um kranke und benachteiligte Kinder kümmert.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Leer befindet sich am Schnittpunkt der wichtigsten Ost-West- sowie der Nord-Süd-Verkehrsachsen in Ostfriesland - sowohl in puncto Straßenverkehr als auch in puncto Schienenverkehr. Zudem liegt sie an der Ems und somit an einer Bundeswasserstraße. Leer ist damit die am verkehrsgünstigsten gelegene Stadt Ostfrieslands - abgesehen von der Tatsache, dass der Emder Hafen stromabwärts, somit näher an der Nordsee und damit für den (See-)Schiffsverkehr günstiger liegt. Die Stadt Leer bezeichnet sich selbst daher auch als Tor Ostfrieslands.
[Bearbeiten] Straßenverkehr
Leer ist an die beiden Bundesautobahnen A 28 (Bremen−Oldenburg−Leer) und A 31 (Bottrop−Leer−Emden) angeschlossen. Für die Stadt Leer gibt es vier Autobahnauffahrten (von West nach Ost: Bingum, Leer-West, Leer-Nord und Leer-Ost).
Im Norden der Stadt befindet sich das Autobahndreieck Leer mit der A 28 und der A 31. Im Nordwesten der Stadt befindet sich der Emstunnel im Zuge der A 31. Der Tunnel ist neben dem Elbtunnel in Hamburg einer von zweien im Mündungsbereich eines deutschen Stroms, der wegen der großen Höhe der den Fluss passierenden Seeschiffe (vor allem der Meyer Werft) angelegt wurde - Brücken würden hier deutlich größere Ausmaße annehmen müssen.
Die B 70 führt durch die Stadt in Richtung Papenburg bzw. Meppen. Die B 70 kreuzt in Leer die B 436/E 22, die dort beginnt und nach Sande führt. Von Leer bis zur niederländischen Grenze sind es ca. 20 km.
[Bearbeiten] Bahnverkehr
Am Leeraner Bahnhof treffen drei Bahnlinien aufeinander: Die Emslandstrecke von Münster über Rheine nach Emden (- Norddeich Mole), die Strecke von Oldenburg und die Strecke von Leer nach Groningen (Niederlande)
- IC Luxemburg - Norddeich, zweistündlich
- RE „Emsland-Express“ Münster - Emden, stündlich
- IC Leipzig (einmal am Tag nach Berlin) - Norddeich (vierstündlich)
- RE Oldenburg - Norddeich, stündlich (zweistündlich von Hannover)
- Arriva Leer - Groningen zweistündlich
[Bearbeiten] Flugverkehr
Im nördlichen Stadtteil Nüttermoor liegt der Flugplatz Leer-Papenburg.
[Bearbeiten] Fahrrad
Leer ist bekannt für seine Fahrradfreundlichkeit. Im Jahr 2002 wurde die Stadt in einem erstmalig durchgeführten landesweiten Wettbewerb als fahrradfreundlichste Kommune Niedersachsens ausgezeichnet. Grund dafür ist eine große Anzahl von Fahrradstraßen.
[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen
Leer ist nach Hamburg der zweitgrößte Reedereistandort Deutschlands: 20 Prozent der deutschen Handelsmarine sind in Leer beheimatet.
Mit der Bünting-Gruppe hat eines der größten Handelsunternehmen Deutschlands seinen Sitz in Leer (Ostfriesland). Zu Bünting gehören u. a.: die Combi-Verbrauchermärkte, famila Nordwest und Markant Nordwest. Bünting beschäftigt zirka 6000 Mitarbeiter, davon jedoch nicht alle in Ostfriesland. Der Name Bünting ist in der Öffentlichkeit allerdings vor allem mit dem zugehörigen Teehandelshaus verknüpft, das als eines von dreien in Ostfriesland den echten Ostfriesentee produziert. Gegründet wurde das Unternehmen im Jahre 1806.
Ebenfalls ist die in Leer ansässige Spirituosenfabrik Folts & Speulda zu den bedeutenden Unternehmen zu zählen. Der Folts-Kruiden ist eine in Nordwestdeutschland geschätzte Spirituosenspezialität.
Seit 1925 sitzt in Leer auch die Egbert Wilts GmbH. Seit ihrer Gründung 1913 in Emden durch Bäckermeister Egbert Wilts hat sie sich bis heute zu einem der führenden Großhändler für Farben, Tapeten und Bodenbeläge Norddeutschlands entwickelt.
Seit 1889 ist die Firma M. Neemann OHG in Leer ansässig – zunächst als Verlag und Produzent von Papierbeuteln, bevor nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Leer das Kunststoff-Zeitalter begann: Heute beliefert Neemann mit rund 200 Mitarbeitern viele Konsumgüterhersteller und Händler mit Folien und Beuteln.
Die Firma ELV Elektronik AG (vormals Elektronik Literatur Verlag) hat in Leer-Logabirum ihren Sitz und zirka 300 Beschäftigte.
Das Leda-Werk in Leer, gegründet 1873, stellt nicht nur gusseiserne Bauteile für die Industrie her, sondern ist heute auch als Hersteller hochwertiger Kaminöfen, Heiz- und Kamineinsätze bekannt.
Im Leeraner Hafen sind weitere Industriebetriebe ansässig, darunter die Ölmühle Connemann, das Umschlag- und Logistikunternehmen Rhenus Wtag, verschiedene Werften und die zur Interseroh-Gruppe gehörende Firma Evert Heeren (Recycling und Rohstoffe).
Leer gilt als die Einkaufsstadt Ostfrieslands und weist die höchste Einzelhandelszentralität unter den ostfriesischen Städten auf.
[Bearbeiten] Medien
In Leer ist die Ostfriesen-Zeitung ansässig, die in ganz Ostfriesland erscheint. Am Ort ist sie de facto die einzige lokale Tageszeitung. Die Stadt befindet sich zwar auch im Verbreitungsgebiet der Rheiderland-Zeitung, allerdings beschränkt sich dies vor allem auf den Leeraner Ortsteil Bingum, der im Rheiderland liegt.
Außerdem gibt es in der Stadt ein Studio des Bürgerrundfunksenders Radio Ostfriesland. In Leer sind zudem verschiedene anzeigenfinanzierte Blätter (Ostfriesland Kompakt,Sonntags-Report, Kurier am Freitag, Leer Aktuell u. a.) beheimatet, die wöchentlich oder monatlich erscheinen und die lokale Berichterstattung ergänzen. Zudem gibt es einige kleinere Verlage wie Rautenberg und De Utrooper, die Regionalliteratur herausgeben.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
Leer ist Sitz der Evangelisch-reformierten Kirche - Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland.
Das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst (Kdo SES) ist als Teil der Eingreifkräfte des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr mit ca. 900 Soldaten in der von-Lettow-Vorbeck-Kaserne in Leer stationiert.
Der Rettungsdienst der vom Landkreis Leer beauftragt wird, wird vom DRK betrieben. Dem DRK unterstehen sechs Rettungswachen: Leer (Hauptsitz), Borkum, Bunderhee, Hesel, Rhauderfehn und Weener.
[Bearbeiten] Bildung
In Leer sind sieben städtische Grundschulen und zahlreiche weiterführende Schulen ansässig. Dazu gehören die beiden Gymnasien Teletta-Groß-Gymnasium und Ubbo-Emmius-Gymnasium, zwei der größten Gymnasien in Niedersachsen. Mehrere gymnasiale Oberstufen mit fachlicher Ausrichtung bieten die Berufsbildenden Schulen an, die in Leer beheimatet sind.
Die traditionsreiche Seefahrtschule in Leer, genauer gesagt das Institut für Seefahrt am Fachbereich Wirtschaft, ist Teil der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven.
Leer ist Sitz der Volkshochschule des Landkreises, der Berufsakademie Ost-Friesland, der Kreismusikschule, des Studienseminars Leer, der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie und anderer Bildungseinrichtungen.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Focko Ukena (1370–1436), ostfriesischer Häuptling
- Gustaaf Willem van Imhoff (1705–1750), Gouverneur von Niederländisch-Indien 1743 – 1750
- Onno Klopp (1822–1903), Publizist und Historiker
- Heinrich Vosberg (1833–1891), Landschaftsmaler
- Bernhard Bavink (1879–1947), Naturwissenschaftler und Philosoph
- Albrecht Janssen (1886-1972), Schriftsteller und Übersetzer
- Wilhelmine Siefkes (1890–1984), Schriftstellerin
- Lena Stumpf (* 1924), Leichtathletin, Sportlerin des Jahres 1949
- Peter Ehlebracht (* 1940) - Mitglied der Komikerband Insterburg & Co
- Friedel Grützmacher (* 1942), Politikerin
- Heiner Altmeppen (* 1951), Maler und Grafiker
- Horst Bösing (* 1954 in Leer), Deutscher Komponist und Musikproduzent
- Gesine Multhaupt (* 1963), Politikerin (SPD) und Mitglied des Deutschen Bundestages
- H.P. Baxxter (bürgerlich: Hans Peter Geerdes; * 1966), Frontmann der Techno-Band Scooter
- Garrelt Duin (* 1968), deutscher Politiker (SPD) und Mitglied des Deutschen Bundestages
- Okka Rau (* 1977), Beachvolleyballspielerin
- Christina Hennings (* 1984), Vizeweltmeisterin 2006 im Rudern (Frauenachter)
[Bearbeiten] weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- Ubbo Emmius (1547–1625), Theologe, Historiker, Pädagoge und Gründungsrektor der Universität Groningen (Niederlande)
- Johann Westermann (1741–1784), deutscher Lyriker des Barock
- Johann Ludwig Hinrichs (1818–1901), Mitbegründer der deutschen Baptistengemeinden. Er war von 1849 bis 1853 der erste Pastor der Baptistengemeinde Leer
- Ernst Reuter (1889–1953), wuchs in Leer auf und besuchte u. a. das Ubbo-Emmius-Gymnasium
- Erwin Jaenecke (1890–1960), deutscher General, Ritterkreuz- und deutscher Ordensträger. Legte in Leer sein Abitur ab.
- Marron Curtis Fort (* 1938), Sprachwissenschaftler, Spezialist für Saterfriesisch und Plattdeutsch
- Karl Dall (* 1941), Komiker
- Karl-Ludwig Böke (1927–1996), Bildhauer und Künstler
- Hermann Hoffmann (1928–1997), deutscher Radiomoderator beim WDR und NDR, Musiker und Komiker, Erfinder des Piratensenders „Sender Zitrone“
- Ludger Abeln (* 1964), Fernsehmoderator des Norddeutschen Rundfunks
- Josef Piontek (* 1940), Fußballspieler und Trainer
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Borkum | Brinkum | Bunde | Detern | Filsum | Firrel | Hesel | Holtland | Jemgum | Leer (Ostfriesland) | Moormerland | Neukamperfehn | Nortmoor | Ostrhauderfehn | Rhauderfehn | Schwerinsdorf | Uplengen | Weener | Westoverledingen

