Tour de France 1966

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53. Tour de France 1966 – Endstand
Streckenlänge 22 Etappen, 4329,1 km
Toursieger Lucien Aimar 117:34:21 h
(36,821 km/h)
Zweiter Jan Janssen + 1:07 min
Dritter Raymond Poulidor + 2:02 min
Vierter José-Antonio Momene + 5:19 min
Fünfter Marcello Mugnaini + 5:27 min
Sechster Herman Van Springel + 5:44 min
Siebenter Francisco Gabica + 6:25 min
Achter Roger Pingeon + 8:22 min
Neunter Karl-Heinz Kunde + 9:06 min
Zehnter Martin Van Den Bossche + 9:57 min
Grünes Trikot Willy Planckaert 211 P.
Zweiter Gerben Karstens 189 P.
Dritter Edward Sels 178 P.
Bergwertung Julio Jiménez 123 P.
Zweiter Joaquim Galera 98 P.
Dritter Aurelio Gonzalez 51 P.
Teamwertung KAS

Die 53. Tour de France fand vom 21. Juni bis zum 14. Juli 1966 statt und führte auf 22 Etappen über 4.303 km. Erneut konnte sich der als Favorit gestartete Franzose Raymond Poulidor nicht durchsetzen. Es nahmen 130 Rennfahrer an der Rundfahrt teil, von denen 82 klassifiziert wurden.

Rennverlauf[Bearbeiten]

Der Deutsche Rudi Altig siegte auf der ersten Etappe mit 47 Sekunden Vorsprung und übernahm das gelbe Trikot, dass er bis zum Fuß der Pyrenäen verteidigen konnte. Während der 12. Etappe nach Revel gelang Altig ein weiterer Sieg. Auf dieser Etappe übernahm der Kölner Karl-Heinz Kunde die Gesamtführung und konnte fünf Tage lang in gelb fahren. Am Ende der Rundfahrt erreichte Kunde mit dem 9. Platz seine einzige Top 10 - Platzierung im Gesamtklassement der Tour de France. Rudi Altig konnte die Gesamtwertung des kämpferischsten Fahrers für sich entscheiden.

Raymond Poulidor konnte nach seinem Sieg im zweiten Zeitfahren in Vals-les-Bains auf den Gesamtsieg hoffen, schließlich hatte er zum ersten Mal den starken Zeitfahrer Jacques Anquetil in dessen Spezialdisziplin geschlagen. Doch nach dem Zeitfahren lag Poulidor bereits fast fünf Minuten hinter dem Niederländer Jan Janssen und dem weitgehend unbekannten Franzosen Lucien Aimar.

Auf der ersten schweren Etappen in den Alpen nach Briançon gewann der Spanier Julio Jiménez, der am Ende der Tour auch die Bergwertung für sich entscheiden konnte. Die Favoriten Anquetil und Poulidor beäugten sich gegenseitig und fuhren gleichzeitig ins Ziel, wie auch am nächsten Tag auf der Etappe nach Turin. Auf dieser Etappe fuhr Aimar genügend Vorsprung auf die beiden Franzosen sowie den Niederländer Janssen heraus, so dass er bis Paris nicht mehr eingeholt werden konnte.

Poulidor bemerkte die Gefahr durch seinen Landsmann zu spät, er konnte seinen Rückstand nur noch verringern und belegte am Ende den dritten Gesamtrang. Mit Janssen als Tourzweitem stand erstmals ein Niederländer auf dem Podium. Anquetil stieg auf der 19. Etappe bei seiner letzten Tour-Teilnahme durch eine Krankheit geschwächt aus. Er konnte aber trotzdem zum Sieg seiner Mannschaft beitragen, da Poulidor durch ihn abgelenkt war, als Anquetils Teamgefährte Aimar die entscheidenden Minuten auf Poulidor herausfuhr.

In Bordeaux kam es zu einem Streik der Fahrer nach einer unangekündigten Doping-Kontrolle der französischen Justiz. Fünf Kilometer nach dem Start hielten die Fahrer an und Rik Van Looy forderte als Sprecher der Fahrer, keine nächtlichen Kontrollen mehr durchzuführen. Als auf der 13. Etappe erneut Kontrollen stattfanden, wurden sechs Fahrer positiv getestet.

Die Etappen[Bearbeiten]

Etappen Tag Start – Ziel km Etappensieger Gelbes Trikot
1. Etappe 21. Juni NancyCharleville-Mézières 208,5 Rudi Altig Rudi Altig
2. Etappe 22. Juni Charleville-Mézières – Tournai (BEL) 198 Guido Reybrouck Rudi Altig
3. Etappe (a) 23. Juni Tournai (BEL) – Tournai (BEL) 20,8 (MZF) Televizier Rudi Altig
3. Etappe (b) 23. Juni Tournai (BEL) – Dunkerque 131,5 Gerben Karstens Rudi Altig
4. Etappe 24. Juni Dunkerque – Dieppe 205 Willy Planckaert Rudi Altig
5. Etappe 25. Juni Dieppe – Caen 178,5 Franco Bitossi Rudi Altig
6. Etappe 26. Juni Caen – Angers 216,5 Edward Sels Rudi Altig
7. Etappe 27. Juni Angers – Royan 252,5 Albert Van Vlierberghe Rudi Altig
8. Etappe 28. Juni Royan – Bordeaux 137,5 Willy Planckaert Rudi Altig
9. Etappe 29. Juni Bordeaux – Bayonne 201 Gerben Karstens Rudi Altig
Ruhetag
10. Etappe 1. Juli Bayonne – Pau 234,5 Tommaso De Pra Tommaso De Pra
11. Etappe 2. Juli Pau – Luchon 188 Marcello Mugnaini Jean-Claude Lebaube
12. Etappe 3. Juli Luchon – Revel 218,5 Rudi Altig Karl-Heinz Kunde
13. Etappe 4. Juli Revel – Sète 191,5 Georges Vandenberghe Karl-Heinz Kunde
14. Etappe (a) 5. Juli MontpellierVals-les-Bains 144 Jo de Roo Karl-Heinz Kunde
14. Etappe (b) 5. Juli Vals-les-Bains – Vals-les-Bains 20 (EZF) Raymond Poulidor Karl-Heinz Kunde
15. Etappe 6. Juli PrivasLe Bourg-d'Oisans 203,5 Luis Otano Karl-Heinz Kunde
16. Etappe 7. Juli Le Bourg-d'Oisans – Briançon 148,5 Julio Jiménez Jan Janssen
17. Etappe 8. Juli Briançon – Turin (ITA) 160 Franco Bitossi Lucien Aimar
Ruhetag
18. Etappe 10. Juli Ivrea (ITA) – Chamonix 188 Edy Schutz Lucien Aimar
19. Etappe 11. Juli Chamonix – Saint-Étienne 264,5 Ferdinand Bracke Lucien Aimar
20. Etappe 12. Juli Saint-Étienne – Montluçon 223,5 Henk Nijdam Lucien Aimar
21. Etappe 13. Juli Montluçon – Orléans 232,5 Pierre Beuffeuil Lucien Aimar
22. Etappe (a) 14. Juli Orléans – Rambouillet 111 Edward Sels Lucien Aimar
22. Etappe (b) 14. Juli Rambouillet – Paris 51,3 (EZF) Rudi Altig Lucien Aimar

Weblinks[Bearbeiten]