Tour de France 1997

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Tour de France 1997
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Rennserie UCI-Weltrangliste
Austragungsland FrankreichFrankreich Frankreich, SchweizSchweiz Schweiz
AndorraAndorra Andorra
Austragungszeitraum 5. bis 27. Juli 1997
Etappen 21
Gesamtlänge 3942 km
Starterfeld 198 aus 25 Nationen in 22 Teams
(davon 139 im Ziel angekommen)
Sieger
Einzelwertung 1. DeutschlandDeutschland Jan Ullrich 100:30:35 h
2. FrankreichFrankreich Richard Virenque + 9:09 min
3. ItalienItalien Marco Pantani + 14:03 min
Teamwertung DeutschlandDeutschland Team Deutsche Telekom 301:51:30 h
Verlauf
Karte Tour de France 1997
Tour de France 1996 Tour de France 1998
84. Tour de France 1997 – Endstand
Streckenlänge 21 Etappen, 3942,3 km
Toursieger Jan Ullrich 100:30:35 h
(39,223 km/h)
Zweiter Richard Virenque + 9:09 min
Dritter Marco Pantani + 14:03 min
Vierter Abraham Olano + 15:55 min
Fünfter Fernando Escartin + 20:32 min
Sechster Francesco Casagrande + 22:47 min
Siebenter Bjarne Riis + 26:34 min
Achter Jose Maria Jimenez + 31:17 min
Neunter Laurent Dufaux + 31:55 min
Zehnter Roberto Conti + 32:26 min
Grünes Trikot Erik Zabel 350 P.
Zweiter Frédéric Moncassin 223 P.
Dritter Mario Traversoni 198 P.
Gepunktetes Trikot Richard Virenque 579 P.
Zweiter Jan Ullrich 328 P.
Dritter Francesco Casagrande 309 P.
Weißes Trikot Jan Ullrich 100:30:35 h
Zweiter Peter Luttenberger + 45:39 min
Dritter Michael Boogerd + 1:00:33 h
Teamwertung Team Deutsche Telekom 301:51:30 h
Zweiter Mercatone Uno + 31:56 min
Dritter Festina Watches + 47:52 min

Die 84. Tour de France fand vom 5. bis 27. Juli 1997 statt und führte auf 21 Etappen über 3942 km.

Teams/Teilnehmer[Bearbeiten]

Bei der Tour de France 1997 waren 22 Mannschaften am Start. Unter den insgesamt 198 Fahrern befanden sich 7 Deutsche, 8 Schweizer und 2 Österreicher. 139 Rennfahrer erreichten das Ziel in Paris und wurden klassifiziert.

Siehe: Komplette Liste des Fahrerfelds

Strecke[Bearbeiten]

Die Rundfahrt verlief dieses Mal in entgegengesetztem Uhrzeigersinn; nach einer Reihe von Flachetappen ging es zunächst in die Pyrenäen, danach in die Alpen. Zusätzlich stand ein Bergzeitfahren in Saint-Étienne sowie eine Etappe durch die Vogesen auf dem Programm. Das abschließende Zeitfahren auf flacher Strecke hatte das Disneyland vor den Toren von Paris als Start- und Zielort. Etappenorte außerhalb Frankreichs waren in Andorra und der Schweiz vorgesehen.

Rennverlauf[Bearbeiten]

Auf den Flachetappen glänzten insbesondere Erik Zabel mit drei Etappensiegen und Mario Cipollini mit zwei Erfolgen. Zusätzlich trug er vier Tage das Gelbe Trikot. Auf der fünften Etappe gelang ein Ausreißversuch: Etappensieger Cedric Vasseur übernahm die Führung im Gesamtklassement, die er erst in den Pyrenäen wieder abgeben sollte.

Zu den Favoriten zählten diejenigen, die schon in den Vorjahren vordere Platzierungen herausfahren konnten: Der Schweizer Alex Zülle, Zweiter von 1995, der allerdings durch einen Schlüsselbeinbruch bei der Tour de Suisse gehandicapt war; Abraham Olano, Vorjahressieger Bjarne Riis und sein Telekom-Teamkollege Jan Ullrich. Marco Pantani und Richard Virenque galten zwar als gute Kletterspezialisten, aber als relativ bescheidene Zeitfahrer, sodass sie für den Gesamtsieg weniger in Betracht zu ziehen waren. Tony Rominger, Dauerfavorit der letzten Jahre, schien mit dem Alter von 36 Jahren inzwischen seinen Zenit überschritten zu haben. Auf einer der ersten Flachetappen wurde er in einen Massensturz verwickelt und musste mit Schlüsselbeinbruch das Rennen aufgeben. Jan Ullrich war zwar zunächst nur als Helfer für seinen Teamleader Bjarne Riis vorgesehen, diese Einteilung wurde im Laufe der Rundfahrt jedoch revidiert, da Riis nicht die Erwartungen erfüllen konnte und sich Ullrich dagegen in prächtiger Verfassung zeigte. Zudem hatte Riis, der noch einmal angreifen wollte, beim letzten Zeitfahren mehrmals Probleme mit seinem Rennrad, so dass er dieses wutentbrannt in den Straßengraben schmiss.

Auf der 10. Etappe nach Arcalis (Andorra) hatte Ullrich von der Teamleitung "freie Hand" bekommen. Zu Beginn des Schlussanstiegs attackierte er aus einer Spitzengruppe mit allen Favoriten heraus, von denen ihm keiner folgen konnte. Der Deutsche gewann die Etappe mit 1:08 Minuten Vorsprung vor Pantani und Virenque und konnte sich daraufhin das Gelbe Trikot anziehen. Beim Zeitfahren in Saint-Étienne gewann Ullrich mit einem sagenhaften Vorsprung vor dem drei Minuten zuvor gestarteten Zweitplatzierten Virenque, den er dabei sogar überholte. Die folgenden Bergetappen konnten Pantani und Virenque zwar gewinnen, den Zeitvorsprung in der Gesamtwertung zu beiden konnte Ullrich aber auf den drei Etappen sogar vergrößern.

Während der Tour gab es für Ullrich zweimal eine leicht bedrohliche Situation: Einmal verlor er auf einer Alpenetappe bei einer Abfahrt den Anschluss und wartete daraufhin auf Bjarne Riis, der ihn wieder zur Spitzengruppe nach vorne fahren konnte. Die zweite Schwächephase zeigte er auf einer Etappe durch die Vogesen, aus der die Mahnung "Quäl dich, du Sau" überliefert ist, die ihm Teamkollege Udo Bölts zugerufen haben soll.

Ullrich gewann die Tour mit dem größten Vorsprung (9:09 Minuten) seit 1984. Er ist damit der einzige Deutsche, der diese Rundfahrt gewinnen konnte.

Die Etappen[Bearbeiten]

Etappen Tag Start – Ziel km Etappensieger Jersey yellow.svg Gelbes Trikot
Prolog 5. Juli Rouen 7,3 (EZF) Chris Boardman Chris Boardman
1. Etappe 6. Juli Rouen – Forges-les-Eaux 192 Mario Cipollini Mario Cipollini
2. Etappe 7. Juli Saint-Valery-en-CauxVire 262 Mario Cipollini
3. Etappe 8. Juli Vire – Plumelec 224 Erik Zabel
4. Etappe 9. Juli Plumelec – Le Puy du Fou 223 Nicola Minali
5. Etappe 10. Juli ChantonnayLa Châtre 261,5 Cédric Vasseur Cédric Vasseur
6. Etappe 11. Juli Le BlancMarennes 215,5 Jeroen Blijlevens
7. Etappe 12. Juli Marennes – Bordeaux 194 Erik Zabel
8. Etappe 13. Juli SauternesPau 161,5 Erik Zabel
9. Etappe 14. Juli Pau – Loudenvielle 182 Laurent Brochard
10. Etappe 15. Juli LuchonArcalis (AND) 252,5 Jan Ullrich Jan Ullrich
11. Etappe 16. Juli Andorra-la-Vella (AND) – Perpignan 192 Laurent Desbiens
Ruhetag
12. Etappe 18. Juli Saint-Étienne – Saint-Étienne 55,5 (EZF) Jan Ullrich Jan Ullrich
13. Etappe 19. Juli Saint-Étienne – L'Alpe d'Huez 203,5 Marco Pantani
14. Etappe 20. Juli Le Bourg-d'OisansCourchevel 148 Richard Virenque
15. Etappe 21. Juli Courchevel – Morzine 208,5 Marco Pantani
16. Etappe 22. Juli Morzine – Fribourg (CH) 181 Christophe Mengin
17. Etappe 23. Juli Fribourg (CH) – Colmar 218,5 Neil Stephens
18. Etappe 24. Juli Colmar – Montbéliard 175,5 Didier Rous
19. Etappe 25. Juli Montbéliard – Dijon 172 Mario Traversoni
20. Etappe 26. Juli Euro Disneyland – Euro Disneyland 63 (EZF) Abraham Olano
21. Etappe 27. Juli Euro Disneyland – Paris 149,5 Nicola Minali

Trikots im Tourverlauf[Bearbeiten]

Siehe: Endergebnisse in den einzelnen Wertungen

Die Tabelle zeigt den Träger des jeweiligen Trikots während der einzelnen Etappe bzw. den Führenden der jeweiligen Gesamtwertung am Abend des Vortags an.

Etappe Gelbes Trikot
Jersey yellow.svg
Grünes Trikot
Jersey green.svg
Gepunktetes Trikot
Jersey polkadot.svg
Weißes Trikot
Jersey white.svg
Teamwertung
Jersey yellow number.svg
01. Etappe Chris Boardman Chris Boardman nicht vergeben Jan Ullrich Team Deutsche Telekom
02. Etappe Mario Cipollini Mario Cipollini Arturas Kasputis
03. Etappe Laurent Brochard
04. Etappe Erik Zabel
05. Etappe
06. Etappe Cédric Vasseur GAN
07. Etappe
08. Etappe
09. Etappe
10. Etappe Team Deutsche Telekom
11. Etappe Jan Ullrich Richard Virenque Festina Watches
12. Etappe
13. Etappe Team Deutsche Telekom
14. Etappe
15. Etappe
16. Etappe
17. Etappe
18. Etappe
19. Etappe
20. Etappe
Sieger Jan Ullrich Erik Zabel Richard Virenque Jan Ullrich Team Deutsche Telekom

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tour de France 1997 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien