Tour de France 1971

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58. Tour de France 1971 – Endstand
Streckenlänge 20 Etappen, 3584,2 km
Toursieger Eddy Merckx 96:45:14 h
(37,045 km/h)
Zweiter Joop Zoetemelk + 9:51 min
Dritter Lucien Van Impe + 11:06 min
Vierter Bernard Thévenet + 14:50 min
Fünfter Joaquim Agostinho + 21:00 min
Sechster Leif Mortensen + 21:38 min
Siebenter Cyrille Guimard + 22:58 min
Achter Bernard Labourdette + 30:07 min
Neunter Lucien Aimar + 32:45 min
Zehnter Vicente Lopez-Carril + 36:00 min
Grünes Trikot Eddy Merckx 202 P.
Zweiter Cyrille Guimard 186 P.
Dritter Gerben Karstens 107 P.
Bergwertung Lucien Van Impe 228 P.
Zweiter Joop Zoetemelk 179 P.
Dritter Eddy Merckx 136 P.
Teamwertung Bic

Die 58. Tour de France fand vom 26. Juni bis zum 18. Juli 1971 statt und führte auf 20 Etappen über 3.584,2 km. Zum ersten Mal seit 1905 war die Strecke damit wieder kürzer als 4.000 Kilometer. Der Belgier Eddy Merckx gewann seine dritte Tour in Folge, wenngleich seine Dominanz nicht so groß war wie bei seinen ersten beiden Siegen. Es nahmen 130 Rennfahrer an der Rundfahrt teil, von denen 94 klassifiziert wurden.

Rennverlauf[Bearbeiten]

Bereits am zweiten Tag konnte Merckx das gelbe Trikot für sich beanspruchen, mit seinem Etappensieg in Straßburg konnte er sich 21 Sekunden Vorsprung in der Gesamtwertung erarbeiten, so dass er zunächst wenig Mühe hatte, sein Trikot zu verteidigen. Auf der Etappe nach Straßburg hatte sich eine 15-köpfige Spitzengruppe, in der alle Favoriten vertreten waren, gebildet, die rund neun Minuten auf das Peloton herausfuhr.

Die 8. Etappe mit Ziel auf dem Puy de Dôme gewann der Spanier Luis Ocaña Pernia vor dem Niederländer Joop Zoetemelk. Die beiden Fahrer verringerten damit den Rückstand auf Merckx, zwei Tage später kamen sie zeitgleich mit dem Etappensieger Bernard Thévenet ins Ziel, während Merckx einen Rückstand von 1:36 Minuten hinnehmen musste und damit sein Trikot an Zoetemelk verlor. Ocaña lag nun nur eine Sekunde hinter Zoetemelk, doch auf der nächsten Etappe von Grenoble nach Orcières-Merlette attackierte der Spanier und gewann die Etappe mit einem Vorsprung von sechs Minuten vor dem Zweiten, Lucien Van Impe. Merckx als Tagesdritter hatte einen Rückstand von 8:42 Minuten, ebenso Zoetemelk. Auf dieser Etappe hätten wegen des deutlichen Vorsprunges des Spaniers eigentlich 67 der 106 noch im Rennen verbliebenen Fahrer disqualifiziert werden müssen, weil sie nach der Karenzzeit ins Ziel gekommen waren, die Jury erhöhte jedoch den Zeitkoeffizienten, so dass die Fahrer auch am nächsten Tag starten durften.

Ocaña hatte danach einen Vorsprung von fast neun Minuten im Gesamtklassement auf die hinter ihm liegenden Zoetemelk (8:43 zurück), Van Impe und Merckx (9:46 zurück), ein Toursieg war in greifbare Nähe gerückt. Selbst in Merckx' Spezialdisziplin, dem Zeitfahren, büßte Ocaña auf der 13. Etappe nur 11 Sekunden auf den Belgier ein.

Auf der 14. Etappe von Revel nach Luchon stürzten Ocaña und Merckx bei der Abfahrt vom Col de Menté bei schlechtem Wetter. Während Merckx weiterfahren konnte, stieß Zoetemelk, der nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte auf Oçana, der daraufhin das Rennen aufgeben musste. Merckx, der sich in den Tagen zuvor schon die vor ihm liegenden Fahrer bis auf den Spanier überholt hatte, war nach dieser Etappe wieder Führender in der Gesamtwertung. Trotzdem weigerte er sich zunächst, das gelbe Trikot zu tragen.

Mit seinen Etappensiegen in Bordeaux und im abschließenden Zeitfahren nach Paris baute Merckx seine Führung aus und konnte den dritten Sieg in Serie feiern. Merckx errang zudem noch das grüne Trikot. Zweiter wurde der Niederländer Joop Zoetemelk, den dritten Platz belegte der Belgier Lucien Van Impe, der auch die Bergwertung gewann.

Die Etappen[Bearbeiten]

Etappen Tag Start – Ziel km Etappensieger Gelbes Trikot
Prolog 26. Juni Mülhausen 11 (MZF) Molteni – - -
1. Etappe (a) 27. Juni Mülhausen – Basel (CH) 59,5 Eric Leman Wout Wagtmans
1. Etappe (b) Basel (CH) – Freiburg im Breisgau (DE) 90 Gerben Karstens Eddy Merckx
1. Etappe (c) Freiburg im Breisgau (DE) – Mülhausen 74 Albert Van Vlierberghe Eddy Merckx
2. Etappe 28. Juni Mülhausen – Straßburg 144 Eddy Merckx Eddy Merckx
3. Etappe 29. Juni Straßburg – Nancy 165,5 Marinus Wagtmans Eddy Merckx
4. Etappe 30. Juni Nancy – Marche-en-Famenne 242 Jean-Pierre Genet Eddy Merckx
5. Etappe 1. Juli DinantRoubaix 208,5 Pietro Guerra Eddy Merckx
6. Etappe (a) 2. Juli Roubaix – Amiens 127,5 Eric Leman Eddy Merckx
6. Etappe (b) Amiens – Le Touquet-Paris-Plage 133,5 Mauro Simonetti Eddy Merckx
Ruhetag
7. Etappe 4. Juli RungisNevers 257,5 Eric Leman Eddy Merckx
8. Etappe 5. Juli Nevers – Puy de Dôme 221 Luis Ocaña Pernia Eddy Merckx
9. Etappe 6. Juli Clermont-FerrandSaint-Étienne 153 Walter Godefroot Eddy Merckx
10. Etappe 7. Juli Saint-Étienne – Grenoble 188,5 Bernard Thévenet Joop Zoetemelk
11. Etappe 8. Juli Grenoble – Orcières-Merlette 134 Luis Ocaña Pernia Luis Ocaña Pernia
Ruhetag
12. Etappe 10. Juli Orcières-Merlette – Marseille 251 Luciano Armani Luis Ocaña Pernia
13. Etappe 11. Juli Albi – Albi (EZF) 16,3 Eddy Merckx Luis Ocaña Pernia
14. Etappe 12. Juli RevelLuchon 214,5 José-Manuel Fuente Eddy Merckx
15. Etappe 13. Juli Luchon – Superbagnères 19,6 José-Manuel Fuente Eddy Merckx
16. Etappe (a) 14. Juli Luchon – Gourette/ Les Eaux Bonnes 145 Bernard Labourdette Eddy Merckx
16. Etappe (b) Gourette/ Les Eaux Bonnes – Pau 57,5 Herman Van Springel Eddy Merckx
17. Etappe 15. Juli Mont de MarsanBordeaux 188 Eddy Merckx Eddy Merckx
18. Etappe 16. Juli Bordeaux – Poitiers 244 Jean-Pierre Danguillaume Eddy Merckx
19. Etappe 17. Juli BloisVersailles 185 Jan Krekels Eddy Merckx
20. Etappe 18. Juli Versailles – Paris 53,8 (EZF) Eddy Merckx Eddy Merckx

Weblinks[Bearbeiten]