Januar 2007

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Dieser Artikel behandelt aktuelle Nachrichten und Ereignisse im Januar 2007.

Tagesgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montag, 1. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausdehnung der EU mit aktuell 27 Staaten, gelb: Bulgarien, Rumänien

Dienstag, 2. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der Aborigines
  • Canberra/Australien: Die Aborigines, d. h. die australischen Ureinwohner erhalten nach einem zehnjährigen Rechtsstreit ihre Rechte auf die Regenwälder an der australischen Ostküste zurück. Sie dürfen das 6.000 Quadratkilometer umfassende Gebiet, das an die Byron Bay und an die beliebtesten Strände im Süden von Queensland angrenzt, nun zur Jagd und zum Fischfang nutzen sowie mehrere Nationalparks (Border Ranges und Toonumbar) verwalten. Gerade von Letzterem erhoffen sich die Ureinwohner zusätzliche Arbeitsplätze.[11]
  • Makassar/Indonesien: Entgegen ersten Angaben wurde das Wrack des seit gestern mit 102 Personen vermissten Passagierflugzeugs der Adam Air in den unzugänglichen Bergen von Sulawesi noch nicht gefunden; vermutlich ist die Boeing 737 ins Meer gestürzt. Die Angehörigen der Vermissten richten ihren Unmut gegen die Informationspolitik der Regierung, die zunächst von 10-12 Überlebenden gesprochen hatte.[12]
  • Berlin/Deutschland: Innenminister Wolfgang Schäuble steht wegen seines Vorhabens, den Abschuss entführter Flugzeuge in einem im Grundgesetz verankerten „Quasi-Verteidigungsfall“ zu erlauben, in der Koalition unter heftiger Kritik. Die SPD-Fraktion werde nach Aussage ihres innenpolitischen Sprechers Dieter Wiefelspütz einer Aufweichung des Grundgesetzes nicht zustimmen: „Der Vorschlag von Herrn Schäuble ist unausgegoren“ und sei nicht realisierbar; „Das Grundgesetz kennt keinen Quasi-Verteidigungsfall.“ Die SPD wirft Schäuble vor, ein anderes Verständnis von Landesverteidigung in das Grundgesetz einführen zu wollen. Die Frage, was bei drohenden Flugzeugattentaten wie 2001 in den USA das kleinere Übel sei, wird seit Jahren kontrovers diskutiert.[13]
  • Berlin/Deutschland: Das Community-Portal StudiVZ wird für bis zu 100 Millionen Euro an die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck verkauft. Die bisherigen Betreiber um Ehssan Dariani, die in den vergangenen Monaten heftig kritisiert wurden, sollen weiterhin im Management verbleiben.[14]
  • Nürnberg/Deutschland: Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird die Erhöhung der Umsatzsteuer von 16 auf 19 Prozent in den nächsten drei Jahren 190.000 Arbeitsplätze bedrohen, wenn die Mehreinnahmen großteils der Budgetkonsolidierung zugutekämen – was im Haushaltsbegleitgesetz 2006 beschlossen wurde. Zwar soll 1 Prozentpunkt der Beitragssenkung zur Arbeitslosenversicherung dienen. Gleichzeitig würden aber die steuerfinanzierten Zuschüsse zur Renten- und Krankenversicherung in fast gleicher Höhe gekürzt, was ein Nullsummenspiel sei.[15]
  • Wien/Österreich: Nach dem überraschenden Tod der Innenministerin Liese Prokop wird Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) als neuer Innenminister angelobt. Diese Doppelbelastung wird nur kurz sein, da die Verhandlungen zur Großen Koalition mit der SPÖ am 11. Januar abgeschlossen sein sollen.[16]
  • Bad Reichenhall/Deutschland: Ein Jahr nach dem verheerenden Einsturz einer Eishalle nach baulichen Mängeln unter einer Schneelast im bayerischen Bad Reichenhall gedenkt die Stadt der 15 Todesopfer (12 Kinder und drei Frauen). Um exakt 15.54 Uhr läuten für sechs Minuten alle Kirchenglocken. Oberbürgermeister Herbert Lackner (CSU) wird zusammen mit Vertretern der Hinterbliebenen und der Rettungskräfte einen Kranz an der provisorischen Gedenkstätte am einstigen Standort der Halle niederlegen.[17]
  • Spanien: Das seit einem Jahr bestehende öffentliche Rauchverbot hat 750.000 Spanier/innen veranlasst, das Rauchen aufzugeben. Der Anteil der Raucher sank von 25,8 auf 23,7 Prozent, die Nikotin-induzierten Herzinfarkte um 10 Prozent. Dabei seien 2006 rund 200 Millionen Zigarettenschachteln weniger gekauft worden als im Vorjahr, was einen Rückgang von fast fünf Prozent ausmacht. Trotz anfänglicher Skepsis befürworten nun 67 % das Gesetz, das eines der strengsten Europas ist. Probleme gibt es noch wegen zu weniger Raucherzimmer in Gaststätten und der kaum existenten Kontrollen, welche die im Großen und Ganzen positive Statistik verzerrt.[18]

Mittwoch, 3. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

THAAD-Startrampe

Donnerstag, 4. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • München: In Bayern verschärft sich die Diskussion um die Spitzenkandidatur für die bayerischen Landtagswahlen 2008 zusehends. Gabriele Pauli, die Landrätin von Fürth und prominenteste Kritikerin des CSU-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, kündigt angesichts schlechter Umfrageergebnisse für Stoiber eine CSU-Mitgliederbefragung an. Auch wenn andere CSU-Politikerinnen sich schützend vor Stoiber stellen würden, bekräftigt sie ihren Vorwurf der Frauenfeindlichkeit: „Mir scheint, dass er im Umgang mit Frauen in politischen Ämtern ein Problem hat (…) Einem Mann hätte er möglicherweise nicht wie ihr gesagt: ‚Sie sind nicht wichtig‘.“[25]

Freitag, 5. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schweiz, Australien: Der Winterthur-US-Versicherungszweig, der im Juni 2006 an den französischen Konzern Axa ging, wird an QBE Insurance weiterverkauft und zum Verschwinden des Traditionsnamens „Winterthur“ führen. Die Transaktion beläuft sich auf 1,156 Milliarden Dollar (2,2 Mrd. Franken). Die in Immobilien und Haftpflicht tätige Winterthur US erzielte 2006 Prämieneinnahmen von 1,48 Mrd. $ und 81 Mio. $ Reingewinn. Die Zustimmung der Behörden steht noch aus, wird aber im 2. Quartal erwartet.[26]
  • USA, Deutschland: Bundeskanzlerin Angela Merkel initiiert bei ihrer Kurzvisite in Washington D.C. ein neues Treffen des Nahost-Quartetts, um den Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern wiederzubeleben. US-Präsident Bush erklärt dies auf der gemeinsamen Pressekonferenz für „eine gute Idee“ der neuen G-8-Vorsitzenden. Das Ziel seien „zwei Demokratien, die das Existenzrecht der anderen unterstützen“.US-Außenministerin Condoleezza Rice werde deshalb in Kürze in den Nahen Osten reisen.[27] Das Nahost-Quartett hat sich im Sommer 2000 gebildet, als die in Oslo 1993 vereinbarten Friedensverhandlungen scheiterten.
  • Hamburg/Deutschland: Der marokkanische Terrorist Mounir al-Motassadeq steht zum dritten Mal vor Gericht. Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) muss über das Strafmaß für den Marokkaner entscheiden, der die Attentäter vom 11. September 2001 logistisch vorbereitete und „ihnen den Rücken freihielt“. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte im November 2006 den Schuldspruch des OLG aus dem August 2005 gegen al-Motassadeq verschärft und das Verfahren zur Festsetzung der Strafe nach Hamburg zurückverwiesen. Die Richter verurteilten ihn nicht nur aufgrund seiner Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sondern auch wegen Beihilfe zum Mord an 246 Passagieren und Besatzungsmitgliedern der zum Absturz gebrachten vier Flugzeuge. Der BGH sah es als sicher an, dass von dem Plan detailliert gewusst habe. Zunächst sind fünf Verhandlungstage anberaumt. Das Strafmaß kann 15 Jahre Haft umfassen.[28]

Samstag, 6. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonntag, 7. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baugleiche Lama Alouette II
  • Warschau: Der vorgesehene Erzbischof Stanisław Wielgus reicht beim Papst seinen Rücktritt ein, was dieser akzeptiert und als Interimnachfolger Kardinal Józef Glemp eingesetzt. Im Dezember 2006 wurde Wielgus vorgeworfen, beim früheren KP-Geheimdienst Informant gewesen zu sein. Eine Presseerklärung des Vatikans stellt die Beschädigung von Wielgus’ Ansehen fest, „auch bei den Gläubigen. Deshalb scheint der Verzicht […] die angemessene Lösung zu sein.“ Der Fall sei nicht der erste und kaum der letzte, doch solle man bedenken, dass das belastende Material „von Funktionären eines diktatorischen und erpresserischen Regimes angefertigt wurde“. Bereits zwei Tage zuvor veröffentlichte die polnische Tageszeitung Dziennik eine Umfrage, nach der 67 Prozent der Befragten den Rücktritt von Wielgus befürworteten.[33]
  • Salin-de-Giraud/Frankreich: Bei einem Absturz eines leichten Hubschraubers vom Typ Alouette II in der südfranzösischen Camargue nahe dem Vaccères-See werden drei Zuschauer während des Startvorgangs enthauptet. Eine weitere Frau ist lebensgefährlich verletzt. Die Opfer gehören zu den Gästen eines nahe gelegenen Restaurants, die sich den Start auf dem zugehörigen Parkplatz anschauen wollten. Die Insassen des Hubschrauber kommen ohne Verletzungen davon.[34]
  • Bischofshofen/Österreich: Der norwegische Skispringer Anders Jacobsen gewinnt die 55. Vierschanzentournee bei seiner ersten Teilnahme. Nach einem vierten Rang in Oberstdorf, einem fünften in Garmisch-Partenkirchen, dem Sieg in Innsbruck und dem zweiten Platz beim letzten Springen gewinnt die Entdeckung der Saison seinen größten Erfolg. Zweiter im Gesamtklassement wird der Österreicher Gregor Schlierenzauer vor dem Schweizer Simon Ammann. Bester Deutscher wurde Michael Uhrmann als Neunter. Skisprung-Bundestrainer Peter Rohwein steht aufgrund des durchwachsenen Abschneidens seiner Athleten weiterhin in der Kritik, wird aber den Kader zumindest bis zur Ski-WM in Sapporo betreuen.[35]
  • Adelboden/Schweiz: Beim alpinen Slalom der Herren gelingt Marc Berthod das Bravourstück, als 27. des ersten Laufs im zweiten Lauf Bestzeit mit zwei Sekunden Vorsprung zu fahren. Erstmals seit 1999 siegt damit wieder ein Schweizer in einem Torlauf. Zweiter wird der österreichische Favorit Benjamin Raich.[36]
  • Málaga/Spanien: Bei der zweiten Etappe der Rallye Dakar erringt Carlos Sainz mit seinem VW Touareg auf einem WRC-Rallye ähnlichen Parcours den Tagessieg. Sein Markenkollege Carlos Sousa bleibt auf dem ersten Rang der Gesamtwertung. Die Mitsubishi-Piloten können sich alle im Klassement verbessern, da die Plätze zwei bis vier der Tageswertung an sie gingen; Nani Roma rückt auf Gesamtrang vier vor, Stéphane Peterhansel auf den fünften Platz.[37]

Montag, 8. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstag, 9. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antonow An-26
Steve Jobs präsentiert das iPhone

Mittwoch, 10. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der ASEAN

Donnerstag, 11. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Washington, D.C./USA: Der US-Präsident George W. Bush kündigt in TV-Ansprache die vom US-Kongress kritisierte Entsendung weiterer 21.500 Soldaten in den Irak an. Außerdem bekräftigt er zum zweiten Mal seine im Dezember 2006 erstmals gemachte Aussage, die Verhältnisse im Irak unterschätzt zu haben.[53]
  • Dhaka/Bangladesch: Präsident Iajuddin Ahmed verhängt nach schweren Unruhen vor der Durchführung der am 22. Januar geplanten umstrittenen Parlamentswahl den Ausnahmezustand über sein Land. Er beabsichtigt damit „freie und faire“ Wahlen zu gewährleisten. Außerdem tritt er von seinem Amt als Chef der Übergangsregierung zurück, um es seinem Berater Fazlul Haque zu übertragen. Die Unruhen entzündeten sich aufgrund von Vorwürfen der Fälschung von Wahllisten durch die oppositionelle Awami-Liga, die der Regierung vorwirft 14 Millionen „Phantomwähler“ erfunden zu haben. Die Europäische Union und die UNO ziehen ihre Wahlbeobachter aus Bangladesch ab.[54]
Lage der Provinz Helmand in Afghanistan
  • Afghanistan: In der südafghanischen Provinz Helmand werden nach Angaben des Polizeichef Mohammad Nabi Mullahchail bei einem NATO-Angriff auf Stellungen der Taliban 16 Zivilisten und 13 Taliban getötet. Ein Sprecher der britischen Truppen behauptet hingegen, dass nach gegenwärtigen Angaben alle Getöteten zu den Taliban gehören.[55]
  • Berlin/Deutschland: Nach dreitägigem Lieferstopp kommt wieder russisches Erdöl in den Raffinerien von Leuna und Schwedt an. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, zur Zeit auch EU-Ratspräsident, kündigt neue Gespräche mit Russland über die zukünftigen Fundamente des bi- bzw. multilateralen Energiehandels an. Auch die EU-Kommission reagiert erleichtert nach der Verkündigung der Wiederaufnahme der Lieferungen.[56]
  • Wien/Österreich: Die neue Bundesregierung Gusenbauer wird angelobt. Die Veranstaltung muss unter schwerem Polizeischutz abgehalten werden, während die 1.500 bis 2.000 in erster Linie studentischen Demonstranten lauthals „Wer hat uns verraten – Die Sozialdemokraten“ skandieren. In Salzburg mauern Mitglieder des VSStÖ und der Gewerkschaftsjugend die SPÖ-Zentrale zu.[57]
  • Grenoble/Frankreich: Der russische Milliardär Michail Prochorow, Chef des Minenkonzerns OAO Norilsk, wird bei einer Razzia im Nobel-Skiort Courchevel wegen Beteiligung an einem Luxus-Callgirlring festgenommen und nach Angaben des Staatsanwalts Xavier Richaud verhört.[58]
  • Bern/Schweiz: Die Stadt Bern erhält nach juristischen Querelen ihre nächste Großbaustelle. Ab Ende Januar 2007 wird der Bahnhofplatz für 80 Millionen Franken im Zug der Sanierung von zwei Straßenbahnwendeschleifen umgebaut werden. Die zuständige Baudirektorin Regula Rytz spricht von der „größten und kompliziertesten Baustelle, welche die Stadt Bern je gesehen hat.“[59]

Freitag, 12. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BVerfG-Gebäude Karlsruhe

Samstag, 13. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonntag, 14. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montag, 15. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edmund Stoiber
  • Wildbad Kreuth/Deutschland: Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber ringt um seine politische Zukunft; er kämpfe für seine „Ziele, für den Erfolg Bayerns, für den Erfolg der CSU.“ Dabei verurteilen führende CSU-Politiker einen Bericht der Bild-Zeitung über eine außereheliche Affäre des stellvertretenden Parteivorsitzenden Horst Seehofer mit einer Büroangestellten als diffamierende Schlammschlacht, die den möglichen Nachfolger Stoibers bereits zu demontieren versuche. Stoiber stellt sich hinter Seehofer, spricht ihm sein uneingeschränktes Vertrauen aus und bezeichnet ihn als „politisches Alpha-Tier unserer Partei.“ Die bayrische SPD möchte gegebenenfalls mittels eines Volksentscheids Neuwahlen erzwingen, falls Stoiber nicht freiwillig geht.[63]
  • Bagdad/Irak: Trotz anhaltender internationaler Proteste gegen die Todesstrafe werden zwei enge Vertraute des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein hingerichtet. Dabei beweisen offizielle Filmaufnahmen der Exekution, dass einem der Hingerichteten, dem Halbbruder Saddams, Barzan Ibrahim at-Tikriti, dem einstigen Geheimdienstchef durch den Strang der Kopf abgerissen wird. Von den Sunniten wird erneut kritisiert, dass die schiitische Regierung die Todesstrafe auch über Awad Hamed al-Bander wie einen Racheakt inszeniert habe. US-Außenministerin Condoleezza Rice äußert sich enttäuscht über die „Art der Durchführung der Exekution“, während EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der italienische Ministerpräsident Romano Prodi die Hinrichtung scharf verurteilen.[64]
  • Quito/Ecuador: Der politisch linksorientierte Rafael Correa wird als neuer Präsident von Ecuador vereidigt. Dabei kündigt er entscheidende demokratische Reformen und eine Beendigung des neoliberalen Wirtschaftssystems in seinem Land an. Die notwendigen Reformen möchte er mit einem Volksentscheid durchsetzen, da er im Parlament nicht über die notwendige Mehrheit zur Verfassungsänderung besitzt.[65]
  • Sylt/Amrum: Die Sturmfronten der vergangenen Woche verursachten schwerwiegende Schäden an den Nordsee-Inseln in Schleswig-Holstein. Im Süden der Insel Sylt verzeichnet der Landschaftsverband Sylt nach dem Orkan „Fritz“ einen Landverlust von 30 bis 50 Metern. In Kampen (Sylt) werden schon Stücke aus dem Kliff gespült. Zwischen Westerland und Wenningstedt sind bereits die Vordünen bedroht. An den meisten anderen Orten wird der künstlich zum Schutz der Insel aufgespülte Strand nahezu völlig abgetragen. So seien 100.000 Kubikmeter Sand von den Wellen davongetragen worden, ohne dass man eine Chance habe, während des andauernden Sturms Gegenmaßnahmen zu treffen. Auch Amrum hat es schwer getroffen. Dort berichtet man von Dünenverlusten bis zu 20 Metern im Nordwesten der Insel. Selbst in Helgoland verliert man an den Dünen am Nordstrand geschätzte 10.000 m³ Sand, was ungefähr 1000 Lastwagenladungen entspricht.[66]
  • München: Das Bayrische Verfassungsgericht in München entscheidet, dass das bestehende Kopftuchverbot für Lehrerinnen an staatlichen Schulen in Bayern rechtens ist und weist damit eine Popularklage der Islamischen Religionsgemeinschaft ab.[67]

Dienstag, 16. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim Herrmann
  • Wildbad Kreuth/Deutschland: Der Druck auf Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber wächst weiterhin in der CSU: Nach Aussage des Vorsitzenden der Landtagsfraktion, Joachim Herrmann, müsse der Parteichef „zum richtigen Zeitpunkt den Weg für eine Erneuerung“ öffnen. Eine Verkündung auf einem Parteitag im September 2007 lehne man ab. Dabei lässt Herrmann durchklingen, dass die Mehrheit der Fraktion einen anderen Spitzenkandidaten als Stoiber wünsche. Dieser verkündet in einer halbstündigen kämpferischen Rede, zur Verfügung stehen zu wollen, „er müsse es aber nicht“ um jeden Preis.[68]
  • Messina/Sizilien: Bei einer Kollision zwischen dem Containerschiff „Susan Borchard“ und einem wesentlich kleineren Passagierschiff, dem Tragflächenboot „Segesta Jet“, in der Meerenge von Messina kommen vier Menschen der dortigen Mannschaft, darunter deren Kapitän, ums Leben. 130 Passagiere überleben die Katastrophe.[69]
  • Washington, D.C./USA: Barack Obama hat den ersten Schritt dazu gemacht, der erste afro-amerikanische Kandidat mit echten Chancen bei der Wahl zum 44. Präsident der Vereinigten Staaten und Nachfolger von George W. Bush im November 2008 gewählt zu werden. Da der Amtsinhaber kein drittes Mal antreten darf, kommt es sowohl bei den Republikanern wie auch bei den Demokraten zu Machtkämpfen. Mit der Gründung eines Sondierungskomitees, um für seinen geplanten Wahlkampf Spenden zu sammeln und Planungspersonal anzuwerben, bekundigt Obama erstmals nicht zu übersehende Ambitionen auf das Präsidentenamt, das letztmals 1988 vom afroamerikanischen Bürgerrechtler Jesse Jackson in vergleichbarer Weise angestrebt wurde.[70]
  • Havanna/Kuba: Der kubanische Staatschef Fidel Castro befindet sich angeblich nach einer Darmperforation, durch die er täglich erhebliche Mengen Flüssigkeiten verliert, in einem bedenklichen Gesundheitszustand.[71]
  • München: Der Dauerrekonvaleszent Sebastian Deisler verkündet auf einer Pressekonferenz des FC Bayern München aufgrund anhaltender gesundheitlicher Probleme seinen Abschied vom professionellen Fußballsport. Der 27-jährige Sportler galt als eines der größten technischen Talente des deutschen Profifußballs, der sich jedoch wegen seiner labilen Psyche und seiner fünffachen Knieverletzung letztlich nie international durchsetzen konnte.[72]

Mittwoch, 17. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Airbus-Logo

Donnerstag, 18. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orkan Kyrill am 18. Januar 2007, 12.30 Uhr UTC
  • Deutschland/Europa: Der Orkan Kyrill wird zum schwersten Sturm für Deutschland und Teile Europas seit fast 20 Jahren. Mit Windgeschwindigkeiten jenseits von Windstärke 12 und über 200 km/h führt er in Deutschland zu einem landesweiten Verkehrschaos, da die Deutsche Bahn erstmals in der Geschichte der deutschen Eisenbahn den Zugverkehr aus Sicherheitsgründen ab dem frühen Abend komplett einstellt. Am schlimmsten wütet der Sturm in Nordrhein-Westfalen, wo ein Motorradfahrer in Essen und eine Autofahrerin bei Lippstadt sowie zwei Feuerwehrleute von umstürzenden Bäumen erschlagen werden. In Bayern erschlägt eine herausgerissene Scheunentür einen 73-Jährigen. Ebenso verliert eine Zweijährige ihr Leben durch eine Balkontür, die dem Sturm nicht standhielt; in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg werden zwei weitere Autofahrer getötet. Die zahlreichen Autobahnbrücken über den Rhein müssen fast ausnahmslos gesperrt werden. Eine regelrechte Sturmflut an der Nordseeküste bleibt jedoch aus. Insgesamt sterben in Deutschland zehn Personen durch den Orkan Kyrill; europaweit 29 Menschen.[76]
  • München: Bayern Ministerpräsident Edmund Stoiber kündigt seinen Rücktritt für den 30. September 2007 an. Auch für die Neuwahl des CSU-Vorsitzenden im Herbst 2007 werde er nicht mehr zur Verfügung stehen.[77]

Freitag, 19. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Samstag, 20. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Montag, 22. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwin Huber

Dienstag, 23. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abhörgeräte

Mittwoch, 24. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Berlin/Bremen: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) gerät durch die Publikation von Geheimunterlagen in Widerspruch zu seinen Aussagen im Fall des Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz. Demnach hatten sich bereits im November 2002 US-Geheimdienste beim Bundesnachrichtendienst darüber beschwert, dass die deutschen Behörden trotz ihrer eigenen Ergebnisse, die ihrerseits von zwei BND-Mitarbeitern bestätigt wurden, diesem entgegen der Unschuldsvermutung die Rückkehr verweigerten. Da Steinmeier zum damaligen Zeitpunkt Kanzleramtschef war, müsste er – so der Stern – von diesem Angebot gewusst haben.[87]
  • Brüssel/München: Der Siemens-Konzern wird von der EU-Kommission mit dem Rekord-Bußgeld von 418 Millionen Euro für illegale Markt- und Preisabsprachen bestraft. Der Schweizer Konzern ABB, der die Ermittlungen angestoßen hat, ist dabei Nutznießer von der Kronzeugenregelung und geht ohne Strafe hervor. Der aus Frankreich stammende Schneider-Konzern kommt mit 8,1 Millionen Euro vergleichsweise bescheiden davon. Allerdings werden weitere Strafen auf die japanischen Konzerne Mitsubishi, Toshiba, Hitachi, Fuji und AE Power Systems „warten“.[88]
  • Wuppertal/Deutschland: Im Wuppertaler Landgericht geht der seit Dezember 2006 dauernde so genannte Todespillenprozess zu Ende. Angeklagt ist der 23-jährige Eventmanager und Student Kejdi S., der seit 2004 in 16 Fällen gewerbsmäßig zum Tode führende Medikamente über das Internet an Suizidgefährdete verkauft hat. Zwei Menschen starben, darunter eine junge Polizistin, die übrigen fielen ins Koma, überlebten dank der Hilfe Dritter die an sich tödliche Dosis von Luminal und Truxal, werden aber aufgrund von schwerwiegenden Nekrosen ihr Leben lang an den Folgen leiden. Die Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre aufgrund des gewerbsmäßigen Tatbestandes und der Tatsache, dass sich der Angeklagte unter Vortäuschung falscher Umstände als Gleichgesinnter in einschlägige Chatrooms einloggte, um dort seinem lukrativen Geschäft nachzugehen. Da Selbstmord in der Bundesrepublik im Gegensatz zum Beispiel zu Großbritannien nicht strafbar ist, kann auch die Beihilfe nicht in vergleichbarer Form, sondern nur als schwerer Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz geahndet werden. Die Verteidigung fordert eine mildere Strafe wegen Rezeptfälschung oder Medikamentenmissbrauchs. Kejdi S. wird zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. In der Urteilsbegründung hebt der vorsitzende Richter die Skrupellosigkeit, große kriminelle Energie und konspirativen Methoden hervor, mit der der Wuppertaler vorgegangen sei. Da die Staatsanwaltschaft zu Anfang von sechs Toten ausgegangen war, hatte sie fünf Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung kündigt umgehende Revision beim Bundesgerichtshof an.[89]

Donnerstag, 25. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freitag, 26. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

UEFA-Logo
  • Nyon/Schweiz: Michel Platini wird zum neuen Präsidenten des europäischen Fußballverbandes UEFA gewählt. Er setzt sich in einer erstmaligen Kampfabstimmung gegen den bisherigen Amtsinhaber Johansson durch. Dieser hatte die UEFA seit 1990 geleitet.[91]

Samstag, 27. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutschland/Potsdam: Bei der Abstimmung auf dem CDU-Landesparteitag am 27. Januar 2007 unterlag Petke mit 110 zu 112 Stimmen seinem Gegenkandidaten Ulrich Junghanns, der vom bisherigen Amtsinhaber Schönbohm favorisiert worden war.

Sonntag, 28. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dublin/Nordirland: Die Sinn Féin erkennt auf einem Sonderparteitag in einer historischen Abstimmung von 2000 Delegierten die nordirische Polizei an. Somit räumt sie ein wichtiges Hindernis auf dem Weg zur Wiederherstellung einer nordirischen Regionalregierung aus dem Weg. Laut dem Parteivorsitzenden Gerry Adams habe sie damit „die Möglichkeit geschaffen, die politische Landschaft auf dieser Insel für immer zu verändern“. Die britische Regierung versichert im Gegenzug die Rolle des Geheimdienstes MI5 auf dem Gebiet der Provinz zu beschränken.[92]

Montag, 29. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstag, 30. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittwoch, 31. Januar 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felix Magath

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Januar 2007 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. presseportal.de
  2. Website der Deutschen Ratspräsidentschaft. eu2007.de. Abgerufen am 22. Oktober 2016.
  3. Geschichte des Bundespräsidiums: Bundespräsidenten. admin.ch. Abgerufen am 22. Oktober 2016.
  4. Bundesgesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare (pdf) admin.ch. 27. Dezember 2005. Abgerufen am 22. Oktober 2016.
  5. tagblatt.ch, siebenbuerger.de, openpr.de
  6. Strenge Auflagen für die beiden Neuen. In: SZ-Online. 27. September 2006; abgerufen am 13. Juni 2017.
  7. kurier.at (Memento vom 23. Oktober 2008 im Internet Archive)
  8. ksta.de – Kölner Stadtanzeiger
  9. Ausführliches Porträt Ban Ki-moons
  10. Flugzeug mit 102 Passagieren vermisst. In: Die Welt, 1. Januar 2007
  11. tagesschau.sf.tv
  12. waz.de – Westdeutsche Zeitung
  13. zeit.de
  14. marketing-Börse: studiVZ wird von Holtzbrinck übernommen
  15. N24:Neue Mehrwertsteuer kostet Tausende Jobs (Memento vom 15. Oktober 2007 im Internet Archive)
  16. diepresse.com
  17. tagesspiegel.de
  18. ksta.de und zdf.de
  19. anbieterwechsel.strom-magazin.de
  20. finanznachrichten.de
  21. finanzen.net
  22. heise.de
  23. presseportal.de
  24. zeit.de (Memento vom 6. Januar 2007 im Internet Archive) und dradio.de – Deutschlandradio
  25. de.today.reuters.com
  26. tagesanzeiger.ch
  27. heute.de
  28. ndr.de
  29. netzeitung.de (Memento vom 2. Januar 2014 im Internet Archive)
  30. tagesanzeiger.ch
  31. netzeitung.de (Memento vom 2. Januar 2014 im Internet Archive)
  32. rallye-magazin.de
  33. kath.net und netzeitung.de (Memento vom 2. Januar 2014 im Internet Archive)
  34. netzeitung.de (Memento vom 2. Januar 2014 im Internet Archive)
  35. sportnews-online.de; n-tv.de; sueddeutsche.de
  36. swissinfo.org
  37. rallye-magazin.de
  38. sueddeutsche.de; kurier.at (Memento vom 10. Januar 2007 im Internet Archive); wienerzeitung.at; diepresse.com
  39. abendblatt.de
  40. sueddeutsche.de
  41. de.today.reuters.com
  42. stern.de
  43. Spiegel.de
  44. Abschied vom Pazifismus – tagesschau.de (tagesschau.de-Archiv)
  45. Flugzeugunglück: 30 Tote bei Flugzeugabsturz im Irak – faz.net; vol.at
  46. Bush wird mehr Soldaten schicken – tagesschau.de (tagesschau.de-Archiv)
  47. eurosport.co.uk. u. abendblatt.de
  48. iPhone Keynote 2007 Complete. In: YouTube. 3. Oktober 2011; abgerufen am 26. Juli 2013 (Video).
  49. dw-world.de
  50. de.today.reuters.com
  51. handelsblatt.com
  52. www.ftd.de – Financial Times Deutschland (Memento vom 9. März 2007 im Internet Archive)
  53. Rede zur neuen Irak-Strategie: Bush bekennt sich zu Fehlern – weitere Soldaten in den Irak– faz.net
  54. Gespannte Ruhe in der Hauptstadt Dhaka – tagesschau.de (tagesschau.de-Archiv)
  55. 20min.ch
  56. de.today.reuters.com
  57. diepresse.com
  58. Russischer Milliardär in der Luxus-Call-Girl-Falle. In: Die Welt, 12. Januar 2007
  59. nzz.ch
  60. stern.de
  61. handelsblatt.com
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  68. sueddeutsche.de
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  70. dw-world.de
  71. tagesanzeiger.ch
  72. fcbayern.t-com.de
  73. dw-world.de
  74. dw-world.de
  75. nachrichten.ch
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