Conthil

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Conthil
Wappen von Conthil
Conthil (Frankreich)
Conthil
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Le Saulnois
Gemeindeverband Communauté de communes du Saulnois
Koordinaten 48° 54′ N, 6° 40′ OKoordinaten: 48° 54′ N, 6° 40′ O
Höhe 219–320 m
Fläche 9,31 km2
Einwohner 174 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km2
Postleitzahl 57340
INSEE-Code

Kirche Saint-Alexis

Conthil ist eine französische Gemeinde mit 174 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins, zum Kanton Le Saulnois und zum Kommunalverband Communauté de communes du Saulnois.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Conthil liegt im Saulnois, 43 Kilometer südöstlich von Metz, 24 Kilometer südwestlich von Saint-Avold und fünf Kilometer südlich von Morhange zwischen den Nachbargemeinden Zarbeling im Osten und Riche im Westen, auf einer Höhe zwischen 219 und 320 Metern über dem Meeresspiegel. Zum 9,31 km² umfassenden Gemeindegebiet gehört auch das südlich liegende Dorf Lidrequin. Die Petite Seille fließt nördlich des Ortskerns durch das Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Conthil wurde im 9. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Ernest Nègre geht davon aus, dass der Ortsname vom germanischen Namen Cunthild abgeleitet ist.[1]

Conthil gehörte zur Seigneurie von Marimont-lès-Bénestroff. Marimont-lès-Bénestroff war Sitz einer Bailliage der Habsburger. Ab 1698 gehörte Conthil zur Prévoté (Vogtei) von Dieuze.[2] 1793 erhielt Conthil als Couthil im Zuge der Französischen Revolution (1789–1799) den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung. Von 1793 bis 1801 war die Gemeinde Hauptort eines Kantons. Es gehörte von 1801 bis 1871 zum früheren Departement Meurthe. 1871 wurde die Gemeinde wegen Gebietsveränderungen durch den Verlauf des Deutsch-Französischen Kriegs (1870–1871) in das neu geschaffene Reichsland Elsaß-Lothringen des Deutschen Reiches eingegliedert. Das Reichsland Elsaß-Lothringen bestand bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1914–1918) und wurde danach aufgelöst. Conthil lag in jener Zeit im Département Moselle, diese Änderung wurde auch 1918 beibehalten, als Moselle wieder Frankreich zugesprochen wurde.

Die Ortschaft Lidrequin wurde 1960 eingemeindet. Lidrequin trug von 1871 bis 1918 den deutschen Namen „Linderchen“.[3] Die Ortschaft hatte im Jahr 1954 23 Einwohner.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 172 205 203 184 179 163 176

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde ist silbern mit einem roten Querbalken in der Mitte, was dem Gemeindewappen von Marimont-lès-Bénestroff entspricht. In der Mitte zeigt das Wappen einen goldenen aufrechten Stab, der ein Attribut des Schutzpatrons Alexius von Edessa ist.[5]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Conthil liegt auf der Départementsstraße D999. Der nächste Flughafen ist der Flughafen Metz-Nancy-Lothringen, er liegt 31 Kilometer nordwestlich von Conthil.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Band 2. Librairie Droz, 1996, ISBN 978-2-600-00133-5, S. 836 (in Google Books [abgerufen am 7. April 2010]). (französisch)
  2. Henri Lepage: Dictionnaire topographique du département de la Meurthe. In: Société d'archéologie lorraine et du Musée historique lorrain (Hrsg.): Dictionnaire topographique de la France. 6. Auflage. Band 14, Nr. 18. Imprimerie impériale, Paris 1862, S. 34+42+87 (in Google Books [abgerufen am 7. April 2010]).(französisch)
  3. Nomenclature allemande, de 1871 à 1918 (französisch)
  4. Conthil Notice Communale, Cassini.ehess.fr (französisch)
  5. Union des Cercles Génealogiques Lorrains (französisch)