Lutzelbourg

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Lutzelbourg
Lutzelbourg (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Phalsbourg
Gemeindeverband Pays de Phalsbourg
Koordinaten 48° 44′ N, 7° 15′ OKoordinaten: 48° 44′ N, 7° 15′ O
Höhe 205–397 m
Fläche 5,84 km²
Einwohner 568 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 97 Einw./km²
Postleitzahl 57820
INSEE-Code

Ortspanorama, vom Burgberg aus gesehen

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Lutzelbourg (deutsch Lützelburg) ist eine Gemeinde im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen) in Frankreich mit 568 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt im historischen Lothringen, etwa 15 Kilometer östlich von Saarburg an der Zorn und am parallel verlaufenden Rhein-Marne-Kanal auf einer Höhe zwischen 205 und 397 m über dem Meeresspiegel. Das Gemeindegebiet umfasst 5,8 km².

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhein-Marne-Kanal in Lutzelbourg
Ruine der Lützelburg und Bahnhof

Der Ort ist nach der mittelalterlichen Burg Lützelburg benannt; in ihr wurde 1159 der Graf von Saarwerden gefangen gehalten. Die Ortschaft gehörte zuerst zum Elsass und dann zu Lothringen.[1][2] Das Schloss wurde 1523 durch die verbündeten Fürsten im Kampf gegen Franz von Sickingen verwüstet und danach zusammen mit Pfalzburg verkauft.[2] Die Ortschaft wurde 1661 von Frankreich annektiert.[3][1]

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland und das Dorf wurde dem Kreis Saarburg im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben etwas Ackerbau. Auf der Gemarkung des Dorfs gab es große Steinbrüche.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb in seinen geographischen Ausmaßen erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt und befand sich unter deutscher Verwaltung.

Zwischen Lutzelbourg und Lützelburg (Ortsteil der Gemeinde Gablingen in Bayern) gibt es seit ca. 20 Jahren eine Partnerschaft, die in Form regelmäßiger Treffen ausgestaltet wird.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anzahl Einwohner seit 1945
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 811 807 798 768 705 695 643 568

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lutzelbourg hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Paris–Strasbourg. Früher begann hier auch die schmalspurige Bahnstrecke Lutzelbourg–Drulingen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lützelburg, Kreis Saarburg, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Lützelburg (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 463 (Google Books).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 161 (Google Books).
  • C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 69 (Google Books).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 291–293 (Google Books).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lutzelbourg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 463 (Google Books).
  2. a b Sigmund Billings: Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten, Basel 1782, S. 223–224 (books.google.de).
  3. Maximilian du Prel: Die Deutsche Verwaltung in Elsass-Lothringen 1870–1879. Denkschrift mit Benutzung amtlicher Quellen. Karl J. Trübner, Straßburg 1879, S. 3–50, insbesondere S. 9 (Google Books).