Bundesstraße 87n

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Bundesstraße 87n in Deutschland
Bundesstraße 87n
Basisdaten
Betreiber: Bundesrepublik Deutschland
Gesamtlänge: 57 km

Bundesland:

Ausbauzustand: geplant

Die Bundesstraße 87n (Abkürzung: B 87n) ist eine geplante Bundesstraße in Hessen und Thüringen. Die aus Naturschutzgründen umstrittene Straße soll die Wirtschaftsräume Fulda und Meiningen verbinden und die Anbindung Südthüringens an die Metropolregion Frankfurt am Main verbessern. Ein weiterer Bauabschnitt ist im Raum Leipzig in Planung und ebenso umstritten.

Zum Schutz des Biosphärenreservats Rhön soll die Straße weitestgehend durch einen ortsdurchfahrtsfreien Ausbau der bereits bestehenden Landesstraßen L 3174 (Hessen) sowie L 1124 (Thüringen) entstehen, ein autobahnähnlicher Ausbau ist nicht vorgesehen. Eine Verbindung zur bestehenden Bundesstraße 87 gibt es nicht. Die Planungen wurden vom Bundesverkehrsministerium im Januar 2013 vorerst gestoppt.[1]

Geplanter Verlauf[Bearbeiten]

Die Trasse soll in West-Ost-Richtung verlaufend an der AS Fulda-Mitte der A 7 beginnen und über Tann (Rhön) und Kaltensundheim durch die Rhön und den Meininger Ortsteil Herpf führend rund vier Kilometer nördlich von Meiningen bei Walldorf (Werra) in die Bundesstraße 19 münden.[2] Die Trasse ist unterteilt in den Abschnitt 1: Hessen (ca. 21 km), den Abschnitt 2: Rhönquerung (ca. 16 km) und den Abschnitt 3: Thüringen (ca. 20 km).[3] Geplant sind an Steigungen Überholspuren und bei der Rhönquerung ein 2,1 Kilometer langer Tunnel durch den Weidberg zwischen Unterweid und Oberweid.

Planungsstand[Bearbeiten]

Die B 87n ist als Vordringlicher Bedarf mit besonderem naturschutzfachlichem Planungsauftrag im Bundesverkehrswegeplan 2003 eingestuft[4] und befindet sich seit 2006 im Raumordnungsverfahren, das mittlerweile fast abgeschlossen ist. Geprüft werden auf Thüringer Seite noch Ortsumgehungsvarianten von Oberkatz und Kaltensundheim.

Im Januar 2013 lehnte das Bundesverkehrsministerium die Streckenführung insbesondere auf hessischer Seite über Tann (Rhön) wegen naturschutzfachlicher Bedenken ab und stoppte somit die Planungen für die Bundesstraße.[5] Die Länder Hessen und Thüringen setzen sich weiter für den Bau der wichtigen Verbindung zwischen beiden Ländern ein und prüfen jetzt alternative Streckenführungen.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

1996 wurde von den Bundesländern Hessen und Thüringen beschlossen, zwischen Meiningen und Fulda eine Bundesstraße als zweispurigen „Rhönschnellweg“ (B 87n) zu bauen. Bedingt durch die Deutsche Teilung fehlt hier seit der Deutschen Wiedervereinigung eine leistungsfähige Straßenverbindung von Südthüringen nach Osthessen.[7] Ein zuvor angedachter Weiterbau der A 66 zur A 71 bei Meiningen wurde nicht weiter verfolgt. Probleme entstanden bisher durch das unwegsame Gelände in der „Hohen Rhön“ und das Biosphärenreservat Rhön. Als Baubeginn war zunächst 2012 und dann frühestens das Jahr 2015 vorgesehen.

Proteste[Bearbeiten]

Gegen den Bau der Bundesstraße gibt es Widerstand von Naturschutzverbänden und Bürgerinitiativen, die eine Gefährdung der Rhön und insbesondere des Biosphärenreservats befürchten[8][9]. Obwohl die Bürger der anliegenden Ortschaften die Trasse grundsätzlich begrüßen, gab und gibt es in einzelnen Gemeinden Proteste gegen bestimmte Ortumgehungsvarianten. Von einigen Gegnern der Trasse werden die prognostizierten Verkehrszahlen in Zweifel gezogen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fuldaer Zeitung: B87n ist wohl vom Tisch, erschienen am 26. Januar 2013
  2. Fuldaer Zeitung, erschienen am 26. November 2008
  3. Übersichtskarte zum Trassenverlauf. In: www.energieland.hessen.de. Abgerufen am 19. Juni 2011.
  4. Bundesverkehrswegeplan 2003, Seiten 88 und 133/34 (pdf; 3,5 MB)
  5. Fuldaer Zeitung, erschienen am 29. Januar 2013
  6. Fuldaer Zeitung: Alternative Routen werden geprüft, erschienen am 1. Februar 2013
  7. www.deges.de: Strassenprojekt B87n Fulda-Meiningen
  8. Bund Hessen
  9. fulda-meiningen.de/

Siehe auch[Bearbeiten]