Attentat auf John F. Kennedy

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Präsident John F. Kennedy, 1962
Präsident Kennedy mit Ehefrau Jackie nach der Landung aus Fort Worth auf dem Rollfeld von Dallas Love Field

Bei dem Attentat auf John F. Kennedy, den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, am 22. November 1963 in Dallas wurde Kennedy (1917–1963) von zwei Gewehrschüssen tödlich getroffen. Als Tatverdächtiger wurde Lee Harvey Oswald (1939–1963) verhaftet und zwei Tage später in Polizeigewahrsam von dem Nachtclubbesitzer Jack Ruby (1911–1967) getötet. Nachdem die von Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson eingesetzte Warren-Kommission zu dem Ergebnis gekommen war, Oswald sei der alleinige Täter gewesen, stellte ein später einberufener Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses (HSCA) fest, es habe wahrscheinlich mehrere Täter gegeben. Forensische Evidenz dafür ist nicht aufgetaucht, vielmehr haben neuere Untersuchungen des verfügbaren Materials die Einzeltäterthese erhärtet. Bis heute wird die Frage kontrovers diskutiert, verschiedene Verschwörungstheorien sind im Umlauf, insbesondere weil die Aufklärung des Mordfalls von Beginn an durch Pannen, Versäumnisse und Fehler der Ermittlungsbehörden, Ärzte und Untersuchungskommissionen begleitet war. Das Attentat polarisierte die Öffentlichkeit nachhaltig: Eine große Mehrheit der Amerikaner nimmt an, Kennedy sei Opfer einer Verschwörung gewesen, akademische Historiker bevorzugen dagegen ganz überwiegend die Alleintäterthese.

Die Ereignisse in Dallas

Kennedys Reise durch Texas

Das Flugblatt in Form eines Steckbriefs

Kennedys Texas-Reise, die ihn nach San Antonio, Houston, Fort Worth und Dallas führen sollte, war im September 1963 angekündigt worden. Der Präsident verfolgte mit dieser Reise drei Ziele:

  • Stimmung für seine Wiederwahl 1964 zu machen,
  • Spenden für den bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf zu sammeln und
  • den Streit innerhalb der Demokratischen Partei von Texas zu schlichten, der zwischen den Konservativen um Gouverneur John Connally und den Liberalen um Senator Ralph Yarborough immer noch tobte. Schon bei der Präsidentschaftswahl drei Jahre zuvor hatte – neben Kennedys klarem Bekenntnis zu einer Gleichberechtigung der Afroamerikaner – diese Kontroverse dazu beigetragen, dass er in Texas nur eine äußerst knappe Mehrheit erreichte, obwohl der als Vizepräsident nominierte Lyndon B. Johnson aus Texas kam.

Der Präsident wurde von seiner Frau Jacqueline Bouvier-Kennedy begleitet, die bislang nie auf eine Wahlkampfreise mitgekommen war. Auch aufgrund ihrer Anwesenheit war die Stimmung der Bevölkerung sehr herzlich, als das Präsidentenpaar im offenen Wagen durch San Antonio und Houston fuhr. Die Öffentlichkeit in Dallas, einer Stadt, die als „Brutstätte rechtsgerichteten Konservatismus“ bekannt war, stand dem Besuch des Präsidenten aber skeptisch gegenüber. Ein Verband, der sich „Ermittlungsausschuss frei und amerikanisch denkender Bürger“ nannte, schaltete am Tag seines Besuchs eine Anzeige, in der Kennedy unter anderem vorgeworfen wurde, er hätte „die Monroe-Doktrin zugunsten des ‚Geistes von Moskau‘ verschrottet“. Damit wurde auf die Kuba-Politik des Präsidenten angespielt, die nach dem Debakel in der Schweinebucht und der Kubakrise, in der der Dritte Weltkrieg nur knapp hatte vermieden werden können, deutlich vorsichtiger geworden war. Auch kursierte ein Flugblatt in Form eines Steckbriefs, auf dem Kennedy wegen Hochverrats gesucht wurde.[1]

Anlass zu Besorgnis gab obendrein, dass Adlai Stevenson, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, am 24. Oktober im Dallas Memorial Auditorium von wütenden Demonstranten bespuckt und mit Protestschildern geschlagen worden war. Am Tag zuvor hatte der rechtsradikale General Edwin Walker, Mitglied der John Birch Society, am selben Ort Kennedy und Stevenson vorgeworfen, sie planten, die Souveränität der Vereinigten Staaten an die UNO zu übergeben, die in Wahrheit eine kommunistische Verschwörung sei.[2] Am 18. November 1963 hatte zudem ein geplanter Autokorso Kennedys durch Miami abgesagt werden müssen, da der Polizei Attentatspläne bekannt geworden waren.

Dennoch waren die Sicherheitsvorkehrungen unzureichend: Für den Schutz des Präsidenten waren zwar 350 Polizisten der Stadt Dallas abgestellt worden – ein Drittel ihrer Gesamtstärke –, außerdem vierzig Angehörige der Staatspolizei und fünfzehn Deputy Sheriffs aus Dallas County.[3] Außerdem waren 28 Secret-Service-Agenten zum Schutz des Präsidenten nach Dallas gekommen, von denen aber nur zwölf die Autokolonne begleiteten, in der Kennedy vorbei an 200.000 Schaulustigen vom Flughafen Dallas Love Field zum Dallas Trade Mart fahren wollte. Dort wollte er eine Rede halten, in der er sich zur Fortsetzung des militärischen Engagements der USA in Südostasien bekennen wollte.[4] Anders als in Tampa, das Kennedy wenige Tage zuvor besucht hatte, wurden die Dächer entlang der Strecke nicht gesichert. Kennedy fuhr in einem 1961er Lincoln Continental X-100 mit offenem Verdeck – Amtslimousinen mit kugelsicherem Dach gab es noch nicht. Auch fuhren keine Secret-Service-Agenten auf der Stoßstange mit, was den Präsidenten vielleicht hätte retten können. Der Politikwissenschaftler Larry J. Sabato führt das übergroße Gefühl der Sicherheit, das bei Kennedy und seiner Umgebung vorherrschte, zum einen auf dessen Risikofreude zurück, zum anderen darauf, dass seitdem dem Secret Service 1901 der Personenschutz des Präsidenten übertragen worden war, kein Attentat geglückt war.[5] Kennedy selbst sah die Gefahr eines Anschlags, blieb aber gelassen. Sein Assistent Kenneth O’Donnell erinnerte sich später an seine fatalistischen Worte:

„Wenn jemand wirklich den Präsidenten der Vereinigten Staaten erschießen wollte, wäre das keine schwierige Arbeit: Man müsste nur eines Tages mit einem Gewehr mit Zielfernrohr auf ein hohes Gebäude hinauf, niemand könnte etwas gegen einen solchen Anschlag unternehmen.“[6]

Das Attentat auf den Präsidenten

Luftaufnahme der Dealey Plaza mit dem Fahrtweg der Präsidentenlimousine

Mit Kennedy im Wagen saßen seine Frau, Gouverneur John Connally, dessen Frau Nellie Connally sowie der Fahrer William Greer und ein Leibwächter, beide vom Secret-Service. Als die Autokolonne nur noch knapp vier Kilometer vom Veranstaltungsort entfernt war, fuhr sie auf der Houston Street, die den Gebäudekomplex der Dealey Plaza nach Westen begrenzt, auf das Schulbuchdepot des Staates Texas zu. Hier bogen die Wagen in einer 120°-Kurve in westlicher Richtung in die Elm Street ein. Etwa auf halber Höhe zwischen dem Schulbuchdepot und einem hinter einem Bretterzaun gelegenen Grashügel stand Abraham Zapruder, ein Amateurfilmer, und filmte den vorbeifahrenden Wagen des Präsidenten auf Normal-8-mm-Farbfilm.

Kurz zuvor hatte sich die Frau von Gouverneur Connally angesichts der vielen freundlich winkenden Menschen am Straßenrand an den hinter ihr sitzenden Präsidenten mit den Worten gewandt: „Mr. President, man kann nicht sagen, dass Dallas Sie nicht liebt“, und Kennedy hatte zugestimmt: „Nein, das kann man ganz sicher nicht sagen.“[7] Das waren seine letzten Worte. Kurz darauf fielen um 12:30 Uhr drei Gewehrschüsse. Der erste ging fehl, die zweite Kugel durchschlug Kennedys Hals, Connallys Brust und Handgelenk und verletzte ihn am Oberschenkel. Er sank auf den Schoß seiner neben ihm sitzenden Frau, die ihn an sich drückte und so den Kollaps seiner Lunge verhinderte. Da Kennedy aus gesundheitlichen Gründen ein Korsett trug,[8] blieb er aufrecht sitzen, sodass der dritte Schuss ihn in den Kopf traf, dessen rechte Hälfte aufplatzte. Jackie Kennedy kletterte auf das Heck der Limousine und sammelte etwas von der Hirnmasse ihres Mannes auf, das dorthin gespritzt war.[9] Der Secret-Service-Mann Clint Hill, der inzwischen auf den Wagen aufgesprungen war, drängte sie in ihren Sitz zurück. Der Fahrer hatte nach dem zweiten Schuss abgebremst, um sich nach dem Präsidenten umzusehen, beschleunigte nun den Wagen zur Flucht. Mehrere Augenzeugen sahen den Gewehrlauf aus einem Fenster des fünften Stocks des Schulbuchlagers ragen.[10]

Kennedy wurde um 12.35 Uhr in die Notaufnahme des Parkland Memorial Hospital gebracht, wo sich vierzehn Ärzte um ihn bemühten. Seine Hautfarbe war aschfahl bis bläulich-weiß, die Augen reagierten nicht mehr auf Lichtreize, das Herz schlug aber noch. Nachdem er entkleidet und intubiert worden war, bemerkten die Ärzte eine kleine Schusswunde unterhalb des Adamsapfels, durch die er Sauerstoff verlor. Daher wurde eine Tracheotomie vorgenommen. Eine Herzdruckmassage blieb wirkungslos und führte nur dazu, dass große Mengen Blut und auch Hirnmasse aus der klaffenden Kopfwunde verloren gingen. Eine genauere Untersuchung der Wunde fand nicht mehr statt. Kennedy war wahrscheinlich bereits bei der Einlieferung hirntot gewesen. Gegen 13 Uhr unterzeichnete der Arzt Kemp Clark den Totenschein. Kurz darauf traf ein katholischer Priester ein und spendete ihm die Sterbesakramente.[11]

In einer improvisierten Pressekonferenz im Krankenhaus gab Pressesprecher Malcolm Kilduff den Tod des Präsidenten bekannt. Die Ärzte Malcom Perry und Clark beschrieben die Verletzungen des Präsidenten, wobei sie die Wunde vorne am Hals als Eintrittswunde und die klaffende Kopfverletzung als Austrittswunde beschrieben. Eine Einschussstelle am Kopf hätten sie nicht festgestellt.[12]

Nach texanischem Recht hätte der Leichnam in Dallas bleiben müssen, um vom zuständigen Friedensrichter untersucht zu werden. Secret-Service-Agenten setzten jedoch durch, dass er an Bord der Air Force One geschafft und zur Obduktion ins Bethesda Naval Hospital bei Washington geflogen wurde.[13] Vor dem Start legte Lyndon B. Johnson an Bord des Flugzeugs den Amtseid als 36. Präsident der Vereinigten Staaten ab.[14]

Im Bethesda Naval Hospital obduzierten drei Ärzte von 20 Uhr bis vier Uhr früh Kennedys Leichnam. Der Bruder des Präsidenten, Justizminister Robert F. Kennedy, und Jackie Kennedy waren im Krankenhaus anwesend und drängten auf einen raschen Abschluss. Aus diesem Grund unterblieben mehrere Standardprozeduren wie eine Kopfrasur zur Freilegung der tödlichen Wunde oder ein Vergleich der Einschusslöcher in Körper und Kleidung, denn diese war in Dallas geblieben. Auch ein Abgleich der Ergebnisse mit denen des Parkland Hospital fand nicht statt: Da sie nicht wussten, dass die Trachektomie die zweite Wunde beim Halsdurchschuss verdeckt hatte, röntgten die Ärzte im Bethesda den Leichnam, da sie einen Steckschuss vermuteten. Im Unterschied zu den Ärzten in Dallas kamen sie zu dem Schluss, dass die beiden Schüsse Kennedy von hinten getroffen hatten, und fanden auch die Einschusslöcher an Kennedys Hals und Kopf.[15]

Am 25. November 1963 wurde John F. Kennedy mit einem Staatsbegräbnis auf dem Nationalfriedhof Arlington beigesetzt.

Die Verhaftung Oswalds

Unmittelbar nach den Schüssen stürmten die zahlreich anwesenden Sicherheitskräfte zu dem Schulbuchlager. Einige rannten auch in die entgegengesetzte Richtung zu dem Grashügel, weil sie glaubten, die Schüsse seien von dort gekommen. Sie überstiegen den Zaun und suchten auf dem dahinter liegenden Parkplatz und dem Eisenbahngelände nach möglichen Schützen. Man fand drei Landstreicher in einem Güterwaggon, die festgenommen, nach drei Tagen aber wieder freigelassen wurden.[16] Da das Gelände ansonsten keine Möglichkeit bot, sich zu verstecken, stellte man die Suche bald ein. In der Kantine des Schulbuchlagers wurde Lee Harvey Oswald, ein 24-jähriger Gelegenheitsarbeiter, der seit dem 15. Oktober 1963 im Schulbuchlager jobbte, von einem Polizisten kontrolliert.[17] Sein Vorgesetzter Roy Truly bezeugte, dass er zur Belegschaft gehörte, und so konnte er das Gebäude verlassen, bevor es von den Sicherheitskräften abgeriegelt wurde. Er lief mehrere Blocks zu Fuß, fuhr dann mit einem Omnibus, der wegen des durch die Ereignisse bedingten Verkehrsstaus nicht vorankam, und wechselte in ein Taxi, das ihn in der Nähe seines Wohnsitzes in Oak Cliff, einem Wohngebiet von Dallas, absetzte. Gegen 13 Uhr kam Oswald in seiner Wohnung an.[18]

Der festgenommene Lee Harvey Oswald wird aus dem Texas Theatre abgeführt.

Wenige Minuten nach dem Mord gab die Polizei eine Personenbeschreibung des mutmaßlichen Attentäters durch, der von mehreren Zeugen am Fenster des Schulbuchlagers gesehen worden war. Gegen 13:15 Uhr sah der Polizist J. D. Tippit Oswald, der seine Wohnung wieder verlassen hatte und nun zu Fuß unterwegs war, und hielt ihn an. Nach einem kurzen Wortwechsel tötete Oswald den Polizisten mit vier Schüssen aus einem Revolver der Firma Smith & Wesson, Kaliber 38, und floh. Die Polizei stellte ihn in einem Kino und nahm ihn fest. Weil er sich widersetzte, kam es zu einer Rangelei, bei der ein Polizist an der Hand und Oswald im Gesicht verletzt wurde. Vor dem Kino hatte sich ein wütender Mob von über hundert Menschen versammelt, die Oswald lynchen wollten, in der irrigen Annahme, die Polizei habe ihn wegen des Kennedy-Attentats und nicht wegen des Mordes an Tippit festgenommen.[19]

Das Gewehr vom Modell Mannlicher-Carcano, das im Schulbuchdepot gefunden wurde

In der Zwischenzeit hatte die Polizei das Schulbuchdepot durchsucht. Im fünften Stock fand sie hinter Stapeln aus Buchkisten an einem Fenster ein Repetiergewehr mit Zielfernrohr, das von den Sicherheitskräften zunächst irrig als eine Mauser beschrieben wurde.[20] Später wurde erkannt, dass es sich um ein italienisches Fabrikat vom Modell Mannlicher-Carcano aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs handelte. Daneben lagen drei leere Patronenhülsen. Ein Handabdruck Oswalds auf der Waffe konnte nachgewiesen werden, auch stimmten die Spuren am Projektil, das Connallys Oberschenkel verletzt hatte, mit dem Profil des Gewehrlaufs überein. Das Gewehr und den Revolver hatte Oswald in den Monaten zuvor unter dem falschen Namen Alek Hidell auf Postfächer in New Orleans und Dallas bestellt.[21]

Oswald wurde vom FBI und der Polizei von Dallas in deren Hauptquartier unter insgesamt chaotischen Umständen vernommen: Reguläre Protokolle wurden nicht angefertigt, außerdem hatte die Presse weitgehend freien Zutritt ins Polizeigebäude. Polizeichef Jesse Curry wollte damit Gerüchten entgegentreten, Oswald werde im Polizeigewahrsam misshandelt.[22] Nicht nur die Beamten, auch Oswald hatte die Gelegenheit, vor der Presse zu sprechen. Hier wie auch bei den Vernehmungen stritt er jede Verwicklung in den Mord an Kennedy ab und erklärte, er solle zum „Sündenbock“ (engl.: patsy) gemacht werden.

Die Ermordung Oswalds

Jack Ruby erschießt Lee Harvey Oswald.

Weil zu befürchten war, dass man bei weiterer intensiver Berichterstattung der Presse keine unvoreingenommenen Geschworenen mehr finden könne, die noch nichts über den Fall wussten, wurde beschlossen, Oswald ins Bezirksgefängnis von Dallas zu überstellen. Obwohl es bereits Morddrohungen gegeben hatte, wurde der Termin mit der gleichen Großzügigkeit gegenüber der Presse bekannt gegeben wie die ersten Verhöre. Der Transfer verzögerte sich jedoch, weil das ursprünglich dafür vorgesehene Fahrzeug zu klein war, um auch die Wachen aufzunehmen. Eine weitere Verzögerung ergab sich, weil Oswald gebeten hatte, seinen Pullover mitnehmen zu können. Am 24. November 1963 um 11:21 Uhr betraten schließlich die Wachen mit ihm die Garage im Tiefgeschoss des Polizeihauptquartiers, fast genau gleichzeitig mit Jack Ruby, einem Nachtclubbesitzer aus Dallas mit Verbindungen zur Mafia, der wenige Augenblicke zuvor ins Gebäude gelangt war. Mit den Worten: „Du hast meinen Präsidenten getötet, du Ratte“, feuerte Ruby vor laufenden Fernsehkameras auf ihn.[23] Oswald wurde mit Bauchschuss ins Parkland Memorial Hospital gebracht, wo er kurz darauf an inneren Blutungen starb.

Ruby wurde im März 1964 wegen Mordes zum Tode verurteilt. Er starb im Januar 1967 an einer Lungenembolie. Über seine Motive machte er unterschiedliche Angaben. Kurz nach seinen Schüssen auf Oswald soll er nach Zeugenaussagen erklärt haben, er habe geschossen, um der von ihm verehrten Jackie Kennedy eine Zeugenaussage im Prozess zu ersparen und weil er den Verdacht, hinter der Ermordung des Präsidenten stecke eine jüdische Verschwörung, entkräften wollte: Die hetzerische Anzeige des selbsternannten „Ermittlungsausschusses“ hatte nämlich unter anderem einen jüdischen Namen getragen.[24]

Reaktionen der Öffentlichkeit

Trauerbekundungen

Staatsbegräbnis: Eine Ehrengarde drapiert die Flagge der Vereinigten Staaten über den Sarg des ermordeten Präsidenten. In der ersten Reihe sind verschiedene Staatsgäste zu erkennen, darunter Charles de Gaulle, Heinrich Lübke und Haile Selassie.

Der Tod des charismatischen Präsidenten traf die amerikanische Öffentlichkeit wie ein Schock. Als Walter Cronkite, der Nachrichtensprecher des Fernsehsenders CBS um 14.38 Uhr New Yorker Zeit landesweit den Tod des Präsidenten bekanntgab, kämpfte er mit den Tränen. Überall weinten Menschen in der Öffentlichkeit, Fremde begannen auf der Straße miteinander zu sprechen und sich zu berühren. Viele Amerikaner verließen ihre Arbeitsstelle, um am Radio oder Fernseher die Berichterstattung über das Attentat zu verfolgen.[25] Kirchenglocken läuteten im ganzen Land, die Spiele im American Football, die wie an jedem Wochenende überall stattfanden, wurden abgebrochen. Das Boston Symphony Orchestra änderte mitten in einem Konzert das Programm und spielte einen Trauermarsch. Alle Theater-Vorstellungen am Broadway wurden abgesagt, abends erloschen die Reklamelichter am Times Square in New York. Nur vereinzelt kam es zu Freudenbekundungen von politischen Gegnern Kennedys und Rassisten.[26] Fast jeder Zeitgenosse erinnerte sich später noch genau, wo er war, als er von den Ereignissen in Dallas hörte. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung litt an physischen Trauersymptomen wie Appetit- oder Schlafmangel, Nervosität oder Übelkeit.[27]

Im Ausland äußerten Politiker ihre tiefe Betroffenheit. Winston Churchill sprach von einem unermesslichen Verlust für die USA und die Welt, der Präsident von Venezuela, Rómulo Betancourt, musste wegen eines Weinkrampfs eine Pressekonferenz abbrechen. In Chile und Brasilien wurde eine mehrtägige Staatstrauer ausgerufen. Menschenscharen strömten zu den amerikanischen Botschaften, um sich in das Kondolenzbuch einzutragen. Besonders groß war die Trauer in West-Berlin: Am 25. November strömten 250.000 Menschen zum Rathaus Schöneberg, auf den Platz, wo Kennedy wenige Monate zuvor seine große Rede gehalten hatte.[28] Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt sagte:

„Eine Flamme ist erloschen für alle Menschen, die auf einen gerechten Frieden und auf ein besseres Leben hoffen. Die Welt ist an diesem Abend sehr viel ärmer geworden.“[29]

Erste Zweifel an Oswalds Alleintäterschaft

Eine noch im November 1963 durchgeführte Studie ergab, dass die Bevölkerung der USA vor allem Mitgefühl für die Witwe und die Kinder empfand, beklagte, dass ein junger, dynamischer Politiker auf der Höhe seiner Macht ermordet worden war, und große Scham darüber empfand, dass „so etwas in unserem Land geschehen“ konnte. Als relativ unbedeutend folgten mit Abstand die Bewertung der politischen Auswirkungen im Inland und auf die Beziehungen zum Ausland; man hatte Vertrauen in die neue Regierung.[30] Besonders hervorgehoben wurde, dass die Bevölkerung sich im Großen und Ganzen rasch wieder fasste. Dies wurde vor allem auf die Tatsache zurückgeführt, dass etwa 90 % einen Fernseher besaßen und tagelang fast ununterbrochen am Geschehen nach dem Attentat sowie an Begräbnisfeierlichkeiten gleichsam teilnehmen konnten, wodurch sie sich in einem mehrere Tage währenden Prozess gleichsam innerlich von Kennedy verabschieden konnten.[31]

Die Umfragen ergaben auch, dass zunächst nur 29 % der Amerikaner an die Alleintäterschaft Oswalds glaubten.[32] Die Mainstream-Presse vertrat großenteils die Alleintätertheorie. In Leserbriefen und vereinzelt auch in Leitartikeln wurde diese Vorverurteilung Oswalds kritisiert.[33] Die Zweifel beruhten auf den zum Teil irrigen und widersprüchlichen Presseberichten der hektischen ersten Tage, den Verlautbarungen der Ärzte des Parkland Hospital, die auf einer Pressekonferenz von einer Einschusswunde in der Kehle sprachen, und auf der Ermordung Oswalds durch Ruby, die den Verdacht erregte, Oswald habe mundtot gemacht werden sollen.[34]

Die Zweifel an der Alleintäterthese kamen zunächst vor allem aus Europa: In Frankreich erschien eine Artikelserie in der Zeitschrift L’Express, in Deutschland erschienen ähnliche Artikel in der Berliner Morgenpost und in der Welt.[35] Im Juni 1964 bildete sich in Großbritannien ein Who Killed Kennedy Committee, dem prominente Linksintellektuelle wie der Philosoph Bertrand Russell, der Verleger Victor Gollancz und der Historiker Hugh Trevor-Roper angehörten. Das Komitee stützte sich vor allem auf einen Katalog kritischer Fragen, den der amerikanische Anwalt Mark Lane am 19. Dezember 1963 in der kleinen linksradikalen New Yorker Wochenzeitung National Guardian veröffentlicht hatte. Lane hatte Oswalds Mutter seine Dienste angeboten, ihren Sohn posthum zu vertreten. Nach der Veröffentlichung des Warren-Berichts fasste er seine Kritik 1966 in dem Buch Rush to Judgment zusammen – ein erster Bestseller zum Kennedy-Attentat.[36]

Entstehung des Kennedy-Mythos

Der Mord an Kennedy wurde als historische Zäsur empfunden. Nach 1963 begannen sich die negativen Seiten der amerikanischen Politik immer deutlicher zu zeigen, beginnend mit den Rassenunruhen über die Morde an Martin Luther King und Robert Kennedy, den Vietnamkrieg bis hin zur Watergate-Affäre. In kontrafaktischer Spekulation wurde vielfach der Schluss gezogen, dass diese unerfreulichen Entwicklungen hätten vermieden werden können, wenn Kennedy nicht ermordet worden wäre.[37] Auch Oliver Stone ging in seinem Film JFK – Tatort Dallas davon aus, dass es unter Kennedy nicht zum Vietnamkrieg gekommen wäre.[38]

Es entstand ein Kennedy-Mythos, der den Präsidenten zu einer Heilsgestalt emporhob.[39] Hierzu trug auch seine Witwe bei, die in einem Interview das Leben und Regieren ihres Mannes als Camelot umschrieb, das mythische Schloss von König Artus und seiner Tafelrunde. Dadurch erschien das Attentat nachgerade als Königsmord, als schweres Sakrileg.[40] Laut einer amerikanischen Umfrage aus dem Jahr 2003 wurde Kennedy als größter amerikanischer Präsident neben Abraham Lincoln betrachtet.[41]

Erklärungen für die verbreiteten Verschwörungstheorien

Nach einer These des amerikanischen Journalisten Tom Bethell, die von mehreren Forschern übernommen wurde, neigen Menschen in irrationaler Weise dazu, für ein traumatisch empfundenes Ereignis eine Ursache von entsprechender Größe namhaft zu machen.[42] Im Falle Kennedys soll es bereits seiner Witwe als eine unbefriedigende Erklärung erschienen sein, dass lediglich ein „alberner, kleiner Kommunist“ ihren Mann ermordet haben könnte: „Er hatte noch nicht einmal die Befriedigung, wegen der Bürgerrechte ermordet zu werden.“[43] In ähnlicher Weise führt der Berliner Historiker Knud Krakau die Entstehung einer regelrechten „Verschwörungstheorienindustrie“ (die Zeitschrift Esquire listete bereits 1966/67 sechzig verschiedene Verschwörungs- und Mordvarianten zum Kennedy-Attentat auf[44]) darauf zurück, dass die offiziell angebotenen Erklärung für den frühen Tod des beliebten Präsidenten in der Öffentlichkeit als unbefriedigend wahrgenommen worden sei: Der im September 1964 vorgelegte Bericht der Warren-Kommission lieferte nämlich kein plausibles Tatmotiv des angeblichen Einzeltäters Oswald. Das verbreitete Verlangen nach einer „‚heilenden‘ Erklärung“ habe Verschwörungstheorien hervorgebracht die auf „einen gut funktionierenden Marktmechanismus getroffen“ seien.[45]

Sozialpsychologische Untersuchungen zur Genese von Verschwörungsdiskursen bestätigten Bethells These indes nicht. Der Philosoph Gerd H. Hövelmann glaubt, dass die ungewöhnlich große Zahl von Verschwörungstheorien zum Kennedy-Mord eher auf den hohen Grad an Sichtbarkeit dieses Verbrechens und auf die seines Erachtens offenkundigen Fälschungen und Manipulationen von Beweisen zurückzuführen seien, die es bei der Untersuchung des Mordes und bei der Verteidigung der Alleintäterschaft Oswalds gegeben habe.[46]

Untersuchungen

FBI-Ermittlungen

Nach dem Attentat auf Kennedy schaltete sich das FBI in die Ermittlungen der Polizei von Dallas ein. Am 24. November 1963, wenige Stunden nachdem Oswald erschossen worden war, erklärte FBI-Direktor J. Edgar Hoover: „Woran mir am meisten liegt, ist, etwas herauszugeben, womit wir die Öffentlichkeit davon überzeugen können, dass Oswald der wahre Attentäter ist“.[47]

Am 9. Dezember 1963, nur 17 Tage nach dem Attentat, wurde der FBI-Bericht veröffentlicht. Präsident Johnson hatte auf eine rasche Veröffentlichung gedrängt. Darin wurde festgestellt, dass drei Projektile abgefeuert worden seien: Das erste habe Kennedy in den Rücken getroffen, das zweite Connally, das dritte sei der tödliche Kopftreffer gewesen.[48]

Einer der Gründe, weshalb das FBI die Untersuchung möglichst rasch zu beenden suchte, war die Sorge um die eigene Reputabilität: Einer seiner Agenten hatte in den Wochen vor dem Attentat Informationen über Oswald gesammelt, einen bekennenden Marxisten-Leninisten, der von 1960 bis 1962 in der Sowjetunion gelebt hatte. Der Agent hatte wenige Wochen vor dem Attentat zweimal mit Oswalds weißrussischer Frau gesprochen, ihn selbst aber nie angetroffen. Oswald selbst hatte ihn daraufhin schriftlich aufgefordert, seine Frau nicht weiter zu belästigen.[49] Diese Beschwerde und weitere Unterlagen zu ihm wurden nach Oswalds Ermordung vernichtet, aus Sorge, es könnte bekannt werden, dass das FBI dem Mörder dicht auf der Spur gewesen war, das Attentat aber gleichwohl nicht verhindert hatte.[50]

Warren-Kommission

Die Warren-Kommission übergibt ihren Abschlussbericht an Präsident Johnson, September 1964.
Der Warren-Report mit den Unterschriften der Kommissionsmitglieder

Die Warren-Kommission (offizieller Name: Kommission des Präsidenten über die Ermordung von Präsident Kennedy) wurde von Kennedys Amtsnachfolger Johnson am 29. November 1963 einberufen, um die Umstände des Attentats zu untersuchen. Sie ist nach ihrem Vorsitzenden Earl Warren benannt, der damals Oberster Richter am Supreme Court war.

Die Kommission umfasste neben Warren sechs Mitglieder:

Die Kommission ging zielgerichtet und in großer Eile vor. Warren drängte die Kommissionsmitglieder, der Bericht müsse fertig sein, bevor im Sommer 1964 der Wahlkampf zu den nächsten Präsidentschaftswahlen begann. Die Kommission tagte 51 Mal, mehr als 600 Zeugen wurden befragt, etwa 3000 Beweisstücke sichergestellt. Russell und McCloy nahmen nur an wenigen Sitzungen teil. Die eigentliche Arbeit wurde von Assistenten wie Arlen Specter geleistet. Einfluss nahmen insbesondere Ford, der aus Zeitgründen den Obduktionsbericht änderte, und Dulles, der dafür sorgte, dass die Mordanschläge von CIA-Agenten auf Castro nicht zum Thema wurden.[51]

Nach nur zehnmonatiger Arbeit, die sich auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei von Dallas und des FBI stützte, wurde im September 1964 das Ergebnis zunächst den Medien mitgeteilt, danach erfolgte die Veröffentlichung des 888 Seiten starken Abschlussberichts, des so genannten Warren-Reports (offiziell: Report of the President's Commission on the Assassination of President John F. Kennedy), und einige Zeit darauf erschienen die 26 Bände mit Anhörungsprotokollen und Beweismaterial.

Der Warren-Report kam zu dem Ergebnis, dass Oswald der alleinige Täter gewesen sei und es keine Verschwörung gegeben habe. Oswald habe drei Schüsse aus dem fünften Stock des Schulbuchdepots auf die Präsidentenlimousine abgegeben und John F. Kennedy getötet. Es habe keines Meisterschützen bedurft, um innerhalb von 4,8 bis maximal sieben Sekunden drei Schüsse durch eine Baumgruppe hindurch auf ein fahrendes Ziel abzugeben. Der erste Schuss sei fehlgegangen, der zweite habe Kennedys Halswunde und sämtliche Verletzungen des vor ihm sitzenden Connally verursacht, der dritte sei der tödliche Kopftreffer gewesen. Außerdem sei Oswald für den Tod des Streifenpolizisten Tippit verantwortlich. Als Motiv nahm die Kommission eine psychische Zerrüttung Oswalds an. Hinter dessen Ermordung wollte sie ebenfalls keine Verschwörung erkennen, Ruby habe spontan und allein gehandelt. Darüber hinaus kritisierte der Warren-Bericht die offenkundigen Schwachstellen im Personenschutz des Präsidenten, was in der Folge zu dessen deutlicher Verbesserung führte.

Der Warren-Report ließ viele Zeitgenossen unbefriedigt. Vor allem die Geschichte der von Kritikern so genannten „magischen Kugel“ (engl.: magic bullet), die zu sieben Verletzungen an Kennedy und Connally geführt haben soll, stieß vielerorts auf Unglauben. Es wurde auch bald bekannt, dass die Kommission Indizien, die auf mehr als nur einen Täter deuteten, gar nicht näher verfolgt hatte. Zu keinem Zeitpunkt hatten Kommissionsmitglieder die Arbeitsergebnisse des FBI in Frage gestellt, weder Photographien noch Röntgenaufnahmen, die während der Autopsie gemacht worden waren, hatten ihnen vorgelegen.[52] Tatsächlich hatte Präsident Johnson Kommissionsmitglieder angewiesen, etwaigen Hinweisen auf eine Verwicklung Kubas oder anderer Staaten nicht nachzugehen, wie sie von Exilkubanern in den Tagen nach dem Attentat absichtsvoll gestreut worden waren:[53] Der Präsident fürchtete, die Nachricht, dass Kuba oder die Sowjetunion hinter dem Attentat stünden, könnte die Gefahr eines Dritten Weltkrieges heraufbeschwören. Senator Russell hörte bereits am 29. November 1963 von ihm die Warnung:

„Wir müssen das aus der Arena heraushalten, wo sie unter Eid aussagen, dass Chruschtschow und Castro dies oder jenes getan haben und uns in einen Krieg treiben, der vierzig Millionen Amerikaner in einer Stunde umbringen kann.“[54]

Öffentlich lobte Johnson den Bericht nach der Veröffentlichung zwar, in Hintergrundgesprächen bezweifelte er jedoch dessen Schlussfolgerungen und vermutete eine Verbindung zwischen der Ermordung Kennedys und den geheimen CIA-Projekten zur Ermordung ausländischer Staatsmänner.[55]

Heute herrscht die Ansicht vor, dass die Kommission keine unvoreingenommene und ergebnisoffene Untersuchung des Falles leistete. Die Möglichkeit, dass es auch andere Täter gegeben habe oder Oswald unschuldig sein könnte, zog die Kommission nicht in Betracht.[56]

Ermittlungen des Staatsanwalts Jim Garrison

Ausgehend von diesen Unstimmigkeiten strengte der Staatsanwalt Jim Garrison aus New Orleans im März 1967 eine gerichtliche Untersuchung an, mit der er nachweisen wollte, dass das Kennedy-Attentat Ergebnis einer Verschwörung der CIA gewesen sei, in der Oswald, der Pilot David Ferrie, bei dem Oswald in seiner Jugend eine vormilitärische Ausbildung absolviert hatte, und Clay Shaw verwickelt seien, ein undurchsichtiger Geschäftsmann, von dem er vermutete, er arbeite für die CIA. Garrison ließ Shaw verhaften und brachte im Prozess zahlreiche Indizien vor, die gegen die Alleintäterschaft Oswalds sprachen. Eine Reihe der von Garrison gesammelten Indizien ließen die Vermutung zu, Oswald sei indirekt im Auftrag der CIA tätig gewesen, in einer inoffiziellen Gruppe, der auch sein Mörder Ruby angehörte.

Er führte zum Beispiel zum ersten Mal öffentlich den Zapruder-Film vor, der zwar der Warren-Kommission vorgelegen hatte, der Öffentlichkeit aber nur in einigen Einzelbildern bekannt war, die die Zeitschrift LIFE veröffentlicht hatte. Im Film sieht man, dass Kennedys Kopf beim tödlichen Schuss nach hinten zu fliegen scheint, obwohl der angebliche Schütze doch hinter ihm im Schulbuchdepot und nicht vor ihm auf dem Grashügel gesessen haben soll. Auch stellte Garrison den Verlauf der Kugel, die laut Warren-Report insgesamt sieben Wunden bei Kennedy und Connally hinterlassen haben sollte, als völlig unglaubwürdig hin. Mehrere seiner Zeugen sagten aus, Oswald zusammen mit Shaw oder Ferrie gesehen zu haben oder gar gehört zu haben, wie sie bei einer Party über den geplanten Mord sprachen.

Garrisons Argumentation brach jedoch zusammen, als Ferrie am 22. Februar 1967 an einem geplatzten Hirn-Aneurysma starb und bekannt wurde, dass der zweite Hauptzeuge seine Aussagen unter Einfluss von Hypnose und dem Schlafmittel Thiopental gemacht hatte. Innerhalb von nur einer Stunde kamen die Geschworenen am 29. Januar 1969 zu dem einstimmigen Ergebnis, dass Shaw unschuldig war, was der amerikanische Publizist Gerald Posner als Garrisons „Fiasko“ bezeichnete.[57]

Garrison veröffentlichte über seine Ermittlungsergebnisse zwei Sachbücher, 1970 A Heritage of Stone und 1988 On the Trail of the Assassins (dt. Ausgabe 1992: Wer erschoss John F. Kennedy? – Auf den Spuren der Mörder von Dallas).

Ausschuss von Ramsey Clark

1968 befasste sich ein Ausschuss unter dem Vorsitz des damaligen Justizministers Ramsey Clark mit den medizinischen Befunden am toten Präsidenten. Der Ausschuss kam zu dem Ergebnis, dass Aufbewahrung und Herkunft der ihm vorgelegten Beweisstücke nicht immer lückenlos dokumentiert waren, bestätigte aber dennoch auf ihrer Grundlage die Ergebnisse der Warren-Kommission, wonach Kennedy von zwei Kugeln getötet wurde, die von einem hinter und oberhalb von ihm gelegenen Standpunkt aus abgefeuert worden sein mussten.[58]

Church-Komitee

Das Church-Komitee des US-Senats untersuchte 1975 nach dem Watergate-Skandal illegale Informationsbeschaffungen von CIA und FBI und zog auch deren Verhalten beim Kennedy-Attentat hinzu. Es kam zu dem Schluss, dass das FBI, die primäre Ermittlungsbehörde des Kennedy-Attentats, von Direktor Hoover und ungenannten „höheren Regierungsbeamten“ genötigt wurden, die Ermittlungen in aller Eile durchzuführen.[59] Der Church-Bericht wies darauf hin, dass hochrangige Mitglieder beider Behörden möglicherweise vorsätzlich potentiell wichtige Informationen nicht offenlegten.[60]

House Select Committee on Assassinations

Weil weiterhin Verschwörungstheorien über die Morde an den Kennedy-Brüdern und Martin Luther King umliefen, wurde 1976 ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses mit weiteren Nachforschungen betraut, das House Select Committee on Assassinations (HSCA). Nach dreijähriger Arbeit legte es 1979 einen Bericht vor, der die Ergebnisse der Warren-Kommission im Wesentlichen bestätigte, die Ermittlungen des FBI aber als „grob fehlerhaft“ (engl.: seriously flawed) kritisierte. Das FBI habe zwar das Vorleben und die Täterschaft Oswalds adäquat ermittelt, jedoch die Möglichkeit einer Verschwörung nicht sachgerecht verfolgt.[61] Als Ursache für diese Fehler benannte der Bericht die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Geheimdienste sowie „Zeitdruck und der Wunsch der nationalen Führer, die Befürchtungen der Öffentlichkeit zu beschwichtigen, es habe eine Verschwörung gegeben“.

Das Komitee bestätigte die Single-Bullet-Theorie, wonach Oswald dreimal auf Kennedy geschossen und ihn mit dem dritten Schuss getötet habe. Es erklärte es aber für hoch wahrscheinlich, dass es noch einen weiteren, unidentifizierten Schützen gegeben habe, der einen vierten Schuss vom Grashügel an der Dealey Plaza abgegeben, aber danebengeschossen habe. Hinter dem Kennedy-Attentat stecke also eine „Verschwörung“ (das englische Wort conspiracy ist in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit der kriminellen Vereinigung des deutschen Strafrechts). Die Komitee-Mitglieder konnten aber nicht angeben, wer darin verwickelt war. Auf Grundlage der ihnen vorliegenden Indizien kamen sie zu dem Schluss, dass weder die sowjetische noch die kubanische Regierung noch das FBI in den Mord verwickelt waren. Eine Verwicklung der amerikanischen Mafia oder von Castro-feindlichen Exilkubanern sei nicht auszuschließen.

Grundlage für die Annahme eines zweiten Schützen waren Aufzeichnungen des Funkkontaktes eines Motorradpolizisten in Kennedys Eskorte mit einer Polizeistation, die mit einem DictaBelt-Kunststoffband gemacht worden waren. Auf der Aufzeichnung sind keine unmittelbaren Schüsse zu hören, die Ermittler verglichen vielmehr die Impulsmuster der Aufzeichnung mit solchen, die mit einem typgleichen Gewehr gemacht worden waren, und kamen zu dem Schluss, dass mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein vierter Schuss zu hören sei.[62]

National Academy of Sciences

1982 legte die National Academy of Sciences die Ergebnisse einer ballistisch-akustischen Untersuchung vor, die sie im Auftrag des amerikanischen Justizministeriums unternommen hatte. Dabei hatte ein Ausschuss von Wissenschaftlern unter Vorsitz des Physikers Norman Ramsey die Ergebnisse des HSCA überprüft, wonach eine DictaBelt-Aufnahme der Polizei von Dallas einen vierten Schuss beweise, der vom Grashügel abgefeuert worden sei. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass es diesen Schuss nicht gegeben habe. Die entsprechenden Knallgeräusche seien erst etwa eine Minute nach den tödlichen Schüssen auf Kennedy aufgenommen worden.[63] Das Justizministerium ließ daraufhin am 28. März 1988 gegenüber dem Justizausschuss des Senats der Vereinigten Staaten erklären, die Schlussfolgerung des HSCA, es habe eine Verschwörung gegeben, sei irrig.[64] Die Frage, ob auf der DictaBelt-Aufnahme vier Schüsse zu hören sind, ist weiterhin umstritten.[65]

Mock trial der American Bar Association

Im August 1992 führte die American Bar Association, eine Vereinigung von amerikanischen Rechtsanwälten, Richtern und Jura-Studenten, einen „mock trial“ (Quasi-Prozess) gegen Oswald durch. Ein echtes Strafverfahren hatte wegen der Ermordung Oswalds nicht stattfinden können. Der Prozess dauerte zwei Tage und kam zu keinem klaren Ergebnis. Die Jury sprach zwar mit einer Mehrheit von sieben zu fünf Stimmen Oswald des Mordes an Präsident Kennedy schuldig; da jedoch die amerikanische Gerichtsverfassung für Strafprozesse Einstimmigkeit unter den Geschworenen verlangt, hätte dieses Ergebnis in einem echten Prozess einen Freispruch zur Folge gehabt. Alle sieben Richter, die an dem mock trial teilgenommen oder ihn beobachtet hatten, gaben an, sie hätten Oswald für schuldig befunden.[66]

Prüfungsausschuss für Attentatsdokumente

Im Herbst 1964 hatte Präsident Johnson angeordnet, dass die Akten der Warren-Kommission für 75 Jahre (d. h. bis 2039) gesperrt werden. 1992 beschloss dagegen der Kongress, wohl im Zusammenhang mit den zahlreichen Verschwörungstheorien, die nach Oliver Stones Verfilmung des Garrison-Prozesses vermehrt aufkamen und sich gerade an der Geheimhaltung dieser Akten stießen, ein Gesetz, (engl.: President John F. Kennedy Assassination Records Collection Act of 1992)[67] wonach alle Akten mit Bezug auf das Attentat auf Kennedy spätestens 2017 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen, sofern der Präsident der Vereinigten Staaten nicht einer Verlängerung der Geheimhaltung zustimmt.[68] Bis 1998 sammelte und veröffentlichte ein „Ausschuss zur Sichtung der Morddokumente“ (engl.: Assassination Records Review Board; kurz: ARRB) etwa 400 000 Blatt Dokumente. Ein Gutteil der Akten vor allem des HSCA, der Polizeibehörden, der Geheimdienste und des Militärs gelten aber weiterhin als geheim und bleiben für die Öffentlichkeit gesperrt. Das ARRB, dessen Aufgabe lediglich die Zugänglichmachung der Akten war, führte dennoch mehrere Untersuchungen durch und kritisierte in einem Bericht ähnlich wie der Clark-Ausschuss vor allem den schlampigen Umgang mit Dokumenten und Beweisstücken aus der Obduktion des Präsidenten, die als regelrechte „Tragödie“ bezeichnet wurde. Heute befinden sich die Aktenbestände in einem Gebäude der National Archives and Records Administration in College Park, Maryland.[69]

Zweifel an der offiziellen Darstellung

Zeugen

An der Dealey Plaza waren mehrere hundert Menschen Zeugen des Attentats. Viele von ihnen machten Aussagen, die nicht zu der offiziellen Darstellung passen. So sagten fünfzig Zeugen aus, sie hätten Schüsse gehört, die von vorne abgegeben wurden, nämlich von dem Grashügel an der Dealey Plaza.[70] Mehrere Augenzeugen gaben an, sie hätten auf dem Grashügel oder an der Unterführung Pulverdampf aufsteigen oder Männer mit Gewehren weglaufen sehen.[71]

Auch von Zeugen innerhalb des Schulbuchlagers kamen Aussagen, die nicht mit dem Ergebnis des Warren-Berichts übereinstimmen: So soll Oswald noch eine Viertelstunde vor den Schüssen im Pausenraum im Erdgeschoss gewesen sein – nach dem Warren-Report war er seit 11.55 Uhr im fünften Stock; nur anderthalb Minuten nach den Schüssen kontrollierte ein Polizist Oswald, der eine Cola trank, im Erdgeschoss des Schulbuchdepots mit gezogener Waffe. Dabei soll Oswald keineswegs einen atemlosen Eindruck gemacht haben, obwohl er in der Version des Warren-Reports unmittelbar nach dem Mord fünf Stockwerke heruntergerannt sein müsse.[72] Von Kritikern der offiziellen Version werden außerdem die Aussagen von Zeugen, die Oswald vor oder nach dem Mord an Tippit gesehen hatten, in Zweifel gezogen, zumal es für die Minuten unmittelbar vor ihrer Begegnung keine Augenzeugen gibt.[73]

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurden Berichte verschiedener Zeugen veröffentlicht, die einen oder mehrere verdächtige Bewaffnete auf dem Grashügel oder in der Nähe des dahinter liegenden Zauns gesehen haben wollten. Diese Personen sollen, je nach Version, Anzug, Uniform, Bomberjacke oder die Kleidung von Eisenbahnarbeitern getragen haben. Einige dieser Berichte schildern Ereignisse, die nicht mit den Film- und Photodokumenten der Ereignisse übereinstimmen und somit als falsifiziert gelten können. Andere erscheinen nach Einschätzung Larry Sabatos glaubhaft, doch da die Warren-Kommission darauf verzichtet hatte, ausnahmslos alle Augenzeugen aufzulisten und zu vernehmen, die auf der Dealey Plaza anwesend waren, lasse sich heute nicht mehr sicher feststellen, ob und inwieweit diese Berichte auf echten Beobachtungen beruhen.[74]

Die Verfechter der offiziellen Version verweisen zudem auf eine große Zahl an Zeugen, die diese bestätigten, wie etwa Howard Brennan, der Oswald mit dem Gewehr am Fenster im fünften Stock gesehen hatte und von dem die erste Täterbeschreibung stammt.[75] Auch habe die übergroße Mehrheit aller Ohrenzeugen (76,7 %) nur drei Schüsse gehört, an vier oder mehr Schüsse konnten sich nur 8,7 % erinnern.[76] Die unterschiedlichen Aussagen der Ohrenzeugen, was die Richtung betrifft, aus der die Schüsse kamen, ließen sich erklären, wenn man Echoeffekte in Rechnung stellt.[77] Zudem seien Augenzeugenberichte oft unzuverlässig und es komme häufig zu Verschiebungen im Erinnerungsbild, wenn Zeugen Dinge, die sie lasen oder von anderen hörten, für eigene Erinnerungen halten.[78] Insbesondere der Zapruder-Film und Oliver Stones Film JFK – Tatort Dallas hätten möglicherweise die Erinnerung von Zeugen überlagert oder verfälscht.[79] Hinzu kämen Berichte von Menschen, die sich nur wichtig machen wollten oder aus anderen Gründen behaupteten, dabeigewesen zu sein. Jim Leavelle, ein ehemaliges Mitglied der Polizei von Dallas, schätzte 2011, wenn man alle Personen versammeln würde, die von sich behaupteten, am 22. November 1963 auf dem Grashügel gewesen zu sein, „würde das Rose Bowl Stadium nicht ausreichen“.[80]

Zapruder-Film

Hauptartikel: Zapruder-Film

Wichtige Gegenargumente gegen die Version des Warren-Berichts liefert der Zapruder-Film – nach Ansicht von James D. Perry „das stärkste objektive Indiz für eine Verschwörung“. Der Film zeigt, dass Kennedys Kopf nach hinten geschleudert wird. Wenn der tödliche Schuss aus dem Schulbuchlager gekommen wäre, an dem seine Limousine gerade vorbeigefahren war, wäre eine plötzliche Bewegung nach vorne zu erwarten gewesen.[81] Vertreter der Alleintäterthese weisen darauf hin, dass wenn man den Zapruderfilm in Einzelbildern betrachtet, Kennedy sich tatsächlich zunächst ein wenig nach vorne bewegte. Die Rückwärtsbewegung seines Kopfes sei durch die Sprengwirkung des Treffers oder durch eine neurologische Reaktion auf die Verletzung zu erklären, die eine krampfhafte Versteifung der Rücken- und der Schultermuskulatur ausgelöst habe.[82]

Zudem sieht man im Zapruder-Film Connally 1,6 Sekunden später auf seine Schusswunde reagieren als Kennedy, eine Zeit, die für einen zweiten Schuss nicht ausreicht. Dies passt weder zu dem Ergebnis des Warren-Berichts, wonach eine einzige Kugel die Verletzungen beider Männer verursacht habe, noch zu dessen Behauptung, es habe nur einen einzigen Schützen gegeben.[83]

Obwohl der Zapruder-Film vielen als Beweis für eine Verschwörung gilt,[84] glauben andere Verschwörungstheoretiker, er sei eine Fälschung: Er habe sich in der Nacht zum 24. November 1963 in einem Labor der CIA befunden und sei dort massiv manipuliert worden, was man an unnatürlich raschen Bewegungen, unmöglichem Schattenfall, auf Einzelbildern auftauchenden bzw. verschwindenden Personen usw. erkenne. Der Photoingenieur Roland Zavada, der den Film Ende der 1990er Jahre im Auftrag des ARRB analysierte, gab indes an, keinerlei Hinweise auf Manipulationen entdeckt zu haben.[85]

Oswald

An der Persönlichkeit Oswalds machen Kritiker der offiziellen Darstellung weitere Zweifel fest: Zum einen sei er durchaus nicht „psychisch zerrüttet“ gewesen, wie der Warren-Bericht behauptet habe.[86] Zum anderen habe er überhaupt kein Motiv gehabt, Kennedy zu ermorden. Oswald hätte als bekennender Linker eher daran interessiert sein müssen, dass der Präsident die Politik der Entspannung und der Deeskalation gegenüber der Sowjetunion, gegenüber Kuba und Vietnam fortsetzte, die er nach der Raketenkrise und dem Abenteuer in der Schweinebucht eingeleitet habe.[87] Einen Monat vor dem Attentat hatte Oswald noch bekundet, die Kennedy-Regierung leiste „ziemlich gute Arbeit, was die Bürgerrechte betrifft“.[88] Anhänger der Alleintäterthese verweisen dagegen auf Oswalds problematische Persönlichkeit, seine Neigung zu Gewalt und seine linksradikalen politischen Überzeugungen, die sich nach seiner Festnahme darin zeigten, dass er den Polizisten erklärte, er habe nichts getan, wofür er sich schämen müsse – und nicht etwa, dass er niemanden erschossen habe.[89] Die Presse grüßte er mit erhobener Faust.[90]

Wenige Wochen vor dem Attentat soll sich Oswald bemüht haben, den Führerschein zu machen, und sich für den Kauf eines teuren Autos interessiert haben, das er sich von seinem Hilfsarbeiterlohn nicht leisten konnte. Er erwarte in naher Zukunft eine größere Summe, erklärte er. Das lässt sich als Hinweis auf eine Belohnung deuten, die ihm seine Auftraggeber oder Mitverschwörer für seine Tat in Aussicht gestellt hätten.[91]

Einige Kritiker der Alleintäterthese bezweifeln die Behauptung des Warren-Reports, Oswald habe keine Beziehungen zu den amerikanischen Geheimdiensten gehabt: Bei einem Kommunisten, als der sich Oswald seit seinem 16. Lebensjahr bekannte, der auf der sicherheitsrelevanten Basis der Spionageflugzeuge U-2 Dienst getan und anschließend zum Feind in die Sowjetunion übergelaufen sei, der sich nach seiner Rückkehr ostentativ für Castros Kuba eingesetzt und sogar versucht habe, ein Visum dorthin zu bekommen, sei das nicht glaubhaft. Hinzu kommt, dass Oswald auch Beziehungen zu Castro-Gegnern und Antikommunisten unterhielt wie George de Mohrenschildt, einem russischen Emigranten, der Kontakte zur CIA hatte und in den Monaten vor dem Attentat ein enger Freund und wohl auch Geldgeber Oswalds wurde.[92]

Andere bestreiten die politisch linke Gesinnung Oswalds. Der Historiker David E. Kaiser glaubt, dass Oswalds ungeschicktes Agieren für das linke Fair Play for Cuba Committee (deutsch: „Komitee für einen fairen Umgang mit Kuba“), dessen Generalsekretär und einziges Mitglied er in New Orleans war, nur dazu gedient haben könnte, dessen Reputabilität zu stören, ganz wie es das COINTELPRO des FBI vorsah.[93] Außerdem soll Oswald Ende September oder Anfang Oktober 1963 gemeinsam mit zwei entschiedenen Antikommunisten eine Zeugin in New Orleans besucht und sich dafür ausgesprochen haben, sowohl Castro als auch Kennedy zu ermorden.[94] Dem wird entgegengehalten, dass sich die Zeugin nicht mehr sicher war, als ihr ein Photo Oswalds vorgelegt wurde; dieser hielt sich Ende September zudem nachweislich in Mexiko-Stadt auf, wo er vergebens versuchte, ein Visum für Kuba zu erhalten, Anfang Oktober war die Zeugin bereits aus New Orleans weggezogen.[95]

Die kubanische und die sowjetische Botschaft in Mexiko-City wurden von der CIA überwacht, doch die Personenbeschreibung, die sie am 10. Oktober ans FBI und andere Bundesbehörden schickte, beschrieb nicht Oswald, sondern einen deutlich älteren, kräftigeren Mann mit zurückgehendem Haar. In der Aufnahme eines abgehörten Telefonats Oswalds mit der sowjetischen Botschaft spricht der Anrufer in schlechtem, kaum verständlichen Russisch. Oswald selbst hatte zwei Jahre in der Sowjetunion gelebt und sprach mit seiner Frau russisch – er hatte keine Sprachprobleme. Akten aus der CIA-Zentrale in Mexiko wurden 1971 von James Jesus Angleton, dem Leiter der Spionageabwehrabteilung der CIA, persönlich beiseitegeschafft. Dies hat zu dem Verdacht beigetragen, dass es nicht Oswald selbst war, der in Mexiko ein Visum für Kuba beantragte, sondern nur jemand, der sich für ihn ausgab, und dass die CIA etwas zu verbergen hatte.[96]

Obduktionsergebnisse

Offizielle Zeichnung des Hinterkopfs von JFK, angeblich gemäß der Obduktion im Bethesda-Krankenhaus nach einem Photo angefertigt. Eine kleine, fast kreisrunde Wunde ist unterhalb und rechts vom oberen Ende des Lineals erkennbar.

Kritiker des Warren-Reports weisen auf Widersprüche zwischen den Berichten der Ärzte im Parkland Hospital und den Obduktionsergebnissen aus dem Bethesda Naval Hospital hin. In Dallas hatten die Ärzte die Wunde an Kennedys Kehle für eine Eingangswunde gehalten. Bei der Obduktion wurde die Kehlkopfwunde als wesentlich größer beschrieben, was aber auf den im Parkland Hospital durchgeführten Luftröhrenschnitt zurückgeführt werden kann. Der Arzt im Parkland Hospital Robert McClelland beharrte bis zu seinem Tod darauf, dass die große Wunde an Kennedys Hinterkopf eine Austrittswunde gewesen sei.[97] Die Warren-Kommission zog ausschließlich die schriftlichen Berichte aus dem Parkland Hospital heran, auf Röntgenbilder und Photos verzichtete man. Daraufhin wurden Verdächtigungen laut, die Bilder seien gestohlen oder verändert worden. Kommissionsmitglied Gerald Ford ließ die Lokalisierung der Schusswunde am Rücken im Warren-Report verändern: Nur eine Eintrittswunde an Kennedys Hals würde zu einem Schuss von hinten und oben passen.[98]

Eine niedrigere Wunde am Rücken würde auch besser zum Einschussloch in Kennedys Kleidung passen. Hiergegen führen Vertreter der Alleintäterthese an, dass der Präsident im Moment des Schusses winkte, wodurch sich sein Jackett ausbeulte.[99] Die Aussagen aus dem Bethesda- und dem Parkland-Krankenhaus differieren auch darin, ob die Kopfwunde am Hinterkopf oder eher seitlich lokalisiert war, ob Hirn oder Kleinhirnmasse sichtbar austrat und ob an der Wunde noch Kopfbehaarung hing oder nicht; die Ärzte im Parkland Hospital hatten die zweite, kleinere Kopfwunde gar nicht bemerkt.[100] Larry Sabato erklärt die Abweichungen in den Aussagen beider Ärzteteams mit Irrtümern und Fehlern, die auf den Zeitdruck zurückführen seien, unter dem sie arbeiteten, und auf Erschöpfung: Die Obduktion im Bethesda Hospital dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Diese Fehler, vor allem aber dass der Leichnam gesetzwidrig aus Dallas fortgeschafft wurde, seien eine Ursache für die anhaltenden Kontroversen.[101]

Bei einer Überprüfung des Obduktionsberichts aus dem Bethesda Naval Hospital bestätigte das Clark-Panel, dem alle Photos und Röntgenaufnahmen vorlagen, 1968 die Ergebnisse des Warren-Berichts voll und ganz.[102] Die angeblich gefälschten Röntgenaufnahmen und Photographien der Autopsie im Bethesda Naval Hospital wurden von dem Röntgentechniker John Stringer im November 1966 in den National Archives geprüft und als genau die Bilder erkannt, die er drei Jahre zuvor angefertigt hatte. Sie bestätigen, dass Kennedy von Schüssen getroffen wurde, die von hinten kamen.[103]

Ballistik

Hauptartikel: Magic-Bullet-Theorie
Die „magische Kugel“= CE 399
Der Weg, den die „magische Kugel“ nach Darstellung Garrisons hätte nehmen müssen
Die „Theorie der magischen Kugel“ bei korrigierter Sitzanordnung und -position

Von Kritikern der Alleintäterthese werden mehrere ballistische Argumente angeführt. Vor allem die Geschichte der von Kritikern so genannten „magischen Kugel“ (engl.: magic bullet), die zu sieben Verletzungen an Kennedy und Connally geführt haben soll, stößt auf Skepsis. Diese Kugel sei beinahe unverformt auf Connallys Trage im Parkland Hospital gefunden worden. Kritiker spekulieren, dass sie nicht einfach aus der Wunde des Gouverneurs gefallen, sondern absichtsvoll dort platziert worden sei.[104] Der Finder der Kugel sei bei der Vernehmung durch die Warren-Kommission dazu gedrängt worden, anzugeben, er habe diese Kugel möglicherweise auf Connallys Trage gefunden. Bei anderen Gelegenheiten habe er eine andere Trage als Fundort angegeben.[105]

Eine Neutronenaktivierungsanalyse ergab 2004, alle gefundenen Kugeln und Fragmente einschließlich der von Connallys Trage stammten von zwei Schüssen, die aus demselben Mannlicher-Carcano-Gewehr abgefeuert worden seien.[106] Dem widersprach eine Studie der Texas A&M University aus dem Jahr 2007, nach der nicht ausgeschlossen sei, dass die gefundenen Geschosse und Geschossreste aus verschiedenen Gewehren derselben Marke abgefeuert wurden.[107]

Gegen die Theorie der einzelnen Kugel spricht nach Ansicht des Historikers Michael L. Kurtz außerdem Connallys Rückenwunde, die sein behandelnder Chirurg aus dem Parkland Hospital als normale Einschusswunde beschrieb; hätte die Kugel zuvor ein anderes Objekt getroffen, wäre eine größere Wunde zu erwarten gewesen.[108] Auch sei es unwahrscheinlich, dass eine Kugel, die mehrere Körper durchschlagen habe, unverformt blieb. Nach Aussage von Experten von Schusswunden hatten Testschüsse auf Tierkadaver und auf eine menschliche Leiche mit dem angeblichen Attentatsgewehr eine deutliche Verformung der Geschosse ergeben.[109] Zudem erinnerten sich Connally und seine Frau, dass zwei verschiedene Kugeln ihn und den Präsidenten trafen.[110]

Jim Garrison hatte im Prozess darauf aufmerksam gemacht, dass diese Kugel mehrfach ihre Richtung geändert haben müsse, um den von der Warren-Kommission angenommenen Verlauf zu nehmen. Vertreter der Alleintäterthese führen dagegen an, dass die Kritiker von einer falschen Sitzordnung Kennedys und Connallys ausgegangen seien: Dieser habe auf dem deutlich niedrigeren Notsitz unmittelbar vor dem Präsidenten gesessen, sodass laut einer dreidimensionalen Computeranalyse, die im Rahmen des mock trial der ABA 1992 angefertigt wurde, eine einzelne Kugel tatsächlich habe alle sieben Wunden verursachen können und nur von einer hohen Position hinter Kennedy aus hätte abgeschossen werden können.[111]

Der amerikanische Experte für Computeranimation Dale Myers entwarf auf der Grundlage sämtlicher zur Verfügung stehender Filme, Photographien und Baupläne in zehnjähriger Arbeit eine 3D-Simulation des Attentats. Das Ergebnis wurde 2003 in der Dokumentation The Kennedy Assassination: Beyond Conspiracy („Der Kennedy-Mord – jenseits der Verschwörung“) auf ABC gezeigt, die einen Emmy gewann. Folgt man dieser Simulation, kamen die Schüsse, die Kennedy und Connally trafen, aus einem schmalen Winkel, in dem sich auch einige Fenster im fünften Stock des Schulbuchlagers befinden, darunter auch das, von dem aus Oswald geschossen haben soll.[112]

Ebenfalls umstritten ist, ob es für einen eher durchschnittlichen Schützen wie Oswald technisch möglich war, innerhalb von maximal sieben Sekunden drei Schüsse durch eine Baumgruppe hindurch auf ein fahrendes Ziel abzugeben.[113]

Kritiker des Warren-Reports verweisen zudem auf den Zeugen James Tague, der zum Tatzeitpunkt in der Nähe der Unterführung stand und von einem Geschossfragment leicht verletzt wurde. Dass dies von einer Kugel stammte, die im über 150 Meter entfernten Schulbuchlager am anderen Ende des Platzes abgefeuert wurde, sei unwahrscheinlich. Auch hatte sich die Warren-Kommission außerstande erklärt, den Querschläger einem der drei Schüsse sicher zuzuordnen.[114] Gerald Posner vermutet, dass er von Oswalds erstem, fehlgegangenem Schuss stammte.[115]

Ruby

Hauptartikel: Jack Ruby

Kritiker der offiziellen Fassung interpretieren auch Oswalds Ermordung als Indiz für eine Verschwörung. Der Nachtklubbesitzer Jack Ruby, der Verbindungen zur amerikanischen Mafia hatte, handelte in dieser Version nicht spontan und um der von ihm verehrten Jackie Kennedy den schmerzlichen Strafprozess zu ersparen, sondern um zu verhindern, dass die wahren Hintermänner und Hintergründe des Attentats ans Licht kämen.[116] Ob Ruby spontan handelte oder in den zwei Tagen zuvor schon mehrfach versucht hatte, an Oswald heranzukommen, um ihn zu erschießen, ist umstritten: Nach Gerald Posner konnte er am 24. November gar nicht wissen, dass Oswald gerade jetzt überstellt werden sollte; auch deute sein Verhalten unmittelbar vor dem Mord – er hatte einer seiner Stripperinnen in einem Büro der Western Union Geld angewiesen und seinen Hund im Auto gelassen – nicht auf ein geplantes Attentat hin; nach David E. Kaiser hätte er Informanten innerhalb der Polizei von Dallas haben können, die ihm den Überstellungstermin verraten hätten.[117]

Ein Jahr nach seiner Verurteilung deutete Ruby in einem Fernsehinterview an, dass er selbst das Opfer einer Verschwörung sei:

„Die Welt wird niemals die wahren Tatsachen erfahren: mit anderen Worten, meine wahren Motive. […] Unglücklicherweise werden diese Leute, die so viel zu gewinnen haben und ein starkes Motiv hatten, mich in diese Lage zu bringen, in der ich bin, niemals zulassen, dass die wahren Tatsachen ans Tageslicht der Welt kommen.“[118]

Ruby bat den Vorsitzenden der Warren-Kommission, in Washington aussagen zu dürfen. Bei einer Aussage in Dallas würden er und seine Geschwister in Lebensgefahr geraten. Warren lehnte ab.[119] Gerald Posner erklärt Rubys Andeutungen einer Verschwörung, die auch ihn bedrohe, mit seinem geistigen Gesundheitszustand, der sich seit seinem Prozess deutlich verschlechtert habe. Nach Aussage seiner Schwester Eva vor der Warren-Kommission wurde er von der paranoiden Vorstellung verfolgt, die US-Regierung plane einen Holocaust an allen Juden, und wähnte, im unteren Stockwerk des Gefängnisses von Dallas, in dem er einsaß, wären bereits 160 Millionen Juden ermordet worden. Kurz vor seinem Tod erklärte er wiederum, es gebe nichts zu verbergen, er habe ganz allein gehandelt.[120]

Gegenargumente

Eines der umstrittenen „Backyard-Photos“ vom 31. März 1963
  • Photos vom 31. März 1963, auf denen Oswald mit kommunistischen Zeitungen und einem Gewehr in der Hand in seinem Hinterhof posiert, werden von Kritikern der Alleintäterthese als Fälschungen bezeichnet, weil Oswald nach seiner Festnahme ihre Authentizität bestritt und der Schatten in seinem Gesicht und der seines Körpers nicht parallel fallen würden.[121] Oswalds Witwe sagte aber später wiederholt aus, sie selbst habe die Aufnahmen gemacht.[122] Der amerikanische Informatikprofessor Hany Farid kam 2009 bei seiner Untersuchung der Bilder zu dem Schluss, es sei „in hohem Maße unwahrscheinlich, dass irgendjemand eine so perfekte Fälschung mit der Technologie habe bewerkstelligen können, die 1963 zur Verfügung stand“.[123]
  • Das Mannlicher-Carcano-Gewehr war dieselbe Waffe, mit der Oswald bereits am 10. April 1963 ein missglücktes Attentat auf den rechtsradikalen General Edwin Walker verübt hatte.[124] Dass es von zwei Polizisten zunächst als eine Mauser identifiziert worden war, was verschiedentlich als Beweis gegen eine Alleintäterschaft Oswalds angeführt wird, erklärt einer der beiden damit, dass er den Markennamen Mauser als Gattungsnamen für ein Gewehr mit Geradezugverschluss verwendet habe.[125]
  • Der Politikwissenschaftler John McAdams erklärt die zahlreichen Sichtungen Oswalds, die als Beleg für seine Verwicklung in eine Verschwörung angeführt werden, als unglaubwürdige Konstruktionen von Erinnerungen, zu denen es erst nach dem Attentat gekommen sei. So habe sich eine große Zahl angeblicher Augenzeugen lebhaft erinnert, Oswald an Orten gesehen zu haben, an denen er unmöglich gewesen sein konnte. Allein vierzehn Bewohner der Kleinstadt Alice sagten etwa aus, ihn in der ersten Oktoberwoche 1963 gesehen oder sogar mit ihm gesprochen zu haben – Oswald war an diesen Tagen jedoch nachweislich mehrere hundert Kilometer weiter nördlich in Dallas und bei seiner Familie in Irving.[126]
  • Oswald war gesehen worden, wie er am Morgen des 22. November beim Betreten des Lagerhauses einen in Papier eingewickelten länglichen Gegenstand trug. Darauf angesprochen, hatte er gesagt, es handele sich um Gardinenstangen. Das Papier fand sich im Lagerhaus, aber keine Gardinenstange.[127]
  • Zwei Kugelfragmente wurden in Kennedys Wagen gefunden, wo sie die Windschutzscheibe von innen beschädigt hatten. Das ist nur zu erklären, wenn der Schuss von hinten abgefeuert wurde.[128]
  • Die Annahme von Verschwörungstheoretikern wie Jim Garrison und Jim Marrs, Mitglieder gleich mehrerer großer Organisationen (die Mafia, die CIA, das FBI, das amerikanische Militär …) seien in den Kennedy-Mord verstrickt gewesen, wird für unglaubwürdig gehalten: Je mehr Mitwisser die angebliche Verschwörung hatte, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass Informationen darüber irgendwann an die Öffentlichkeit gelangten.[129]
  • Der Liste von über hundert gewaltsamen oder ungeklärten Todesfällen von Zeugen oder angeblichen Mitwissern des Attentats, die Jim Marrs zusammenstellte, stehen mehr als 10.000 Menschen gegenüber, die von der Warren-Kommission oder anderen Untersuchungsausschüssen im Zusammenhang mit dem Kennedy-Mord vernommen wurden und überlebten. Auch der Secret-Service-Mann Roy Kellerman wurde in diese Liste aufgenommen, der 1984 im Alter von 69 Jahren an einem Herzanfall starb. Das zeigt nach John McAdams den Mangel an Plausibilität dieser „Todesliste“, denn einen Zeugen zum Schweigen zu bringen, nachdem er 19 Jahre lang wiederholt sein Detailwissen öffentlich gemacht hat, wäre unsinnig.[130]

Verschwörungstheorien

Die Kritiker der offiziellen Version haben eine Vielzahl von Indizien und Argumenten vorgebracht, weshalb Oswald nicht der Täter oder zumindest nicht der alleinige Täter sein könne. Es ist ihnen aber nicht gelungen, sich auf eine kohärente Gegenthese zu einigen, die die offenen Fragen schlüssiger beantworten würde als der Warren-Report. Wer wirklich hinter der von ihnen angenommenen Verschwörung gegen Kennedy steckte, ist auch unter ihnen umstritten.[131] In einer Gallup-Umfragen aus dem Jahr 2003 unter 471 US-Amerikanern über 18 Jahren wurden als an dem Attentat mutmaßlich Beteiligte an erster Stelle die Mafia (von 37 % der Befragten) genannt, an zweiter Stelle die CIA (34 %), an dritter Stelle Kennedys Nachfolger Johnson (18 %) und danach Kuba und die Sowjetunion (jeweils 15 %).[132]

Mafia

Ein naheliegender Gegenstand für Verschwörungsspekulationen war La Cosa Nostra, die amerikanische Mafia. Das Attentat könnte in dieser Perspektive eine Reaktion auf den erheblichen Verfolgungsdruck sein, unter den Kennedys Bruder Robert als Justizminister führende Köpfe des organisierten Verbrechens gesetzt hatte, namentlich Sam Giancana, Santo Trafficante und Carlos Marcello. Sie alle profitierten von großzügigen Darlehen, die ihnen Jimmy Hoffa, der Chef der mafianahen Teamster-Gewerkschaft, aus der Pensionskasse seiner Organisation zu gewähren pflegte. Durch die bevorstehende Verurteilung Hoffas drohte diese Finanzquelle zu versiegen. Dadurch schien sich Kennedy der Mafia gegenüber als undankbar zu erweisen, denn einerseits hatten die Gangster im Rahmen der Operation Mongoose bei verschiedenen Anschlagsversuchen auf Castro eng mit der CIA zusammengearbeitet. Zum anderen hatte Giancana über seinen Freund Frank Sinatra für Kennedys Wahlkampf gespendet und seine Geliebte Judith Campbell mit Kennedy geteilt. Nach dem Attentat habe sich die Mafia Rubys als Handlanger bedient, um den unbequemen Oswald zu beseitigen.[133]

Nach einer Aussage seines Anwalts Frank Ragano soll Trafficante am 13. März 1987 in Tampa auf Italienisch zu ihm gesagt haben:

„Carlos [gemeint ist Carlos Marcello] hat es vermasselt. Wir hätten nicht Giovanni [das heißt John F. Kennedy] umbringen sollen. Wir hätten Bobby [gemeint ist Robert Kennedy] umbringen sollen.“[134]

Da sich Trafficante an diesem Tag aber gar nicht in Tampa aufhielt, sondern in Miami, wird diese Aussage für unglaubwürdig gehalten.[135]

CIA

In vielen Verschwörungstheorien um die Ermordung Kennedys wird die CIA genannt. Kennedy soll nach einem Bericht der New York Times nach dem Schweinebucht-Fiasko gedroht haben, er wolle die CIA „in tausend Stücke zersplittern und in alle Winde zerstreuen“.[136] Das wird als Hauptgrund für eine Gegnerschaft gesehen. Oswald erscheint in diesen Spekulationen entweder als willenloses Werkzeug, den man sich mit Mitteln der Bewusstseinskontrolle, wie sie in den 1960er Jahren gerade unter MKULTRA ausprobiert wurden, gefügig gemacht habe, oder als bloßer Strohmann. Die wahren Schützen seien die drei Landstreicher gewesen, die die Polizei kurz nach dem Attentat auf dem Bahnhofsgelände festnahm, bald aber wieder laufen ließ. In zwei von ihnen erkannten einige Kritiker des Warren-Berichts die CIA-Leute und späteren Watergate-Einbrecher Frank Sturgis und E. Howard Hunt, doch die mittlerweile freigegebenen Akten der Polizei von Dallas zeigen, dass es sich wirklich um einfache Landstreicher handelte.[137]

Lyndon B. Johnson

Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson wird nachgesagt, hinter dem Attentat zu stecken, da er nun selbst Präsident wurde und die Ermittlungen der Warren-Kommission nachweislich bremste.[138] Nach einer späteren Aussage seiner Sekretärin Evelyn Lincoln habe Kennedy bei den Präsidentschaftswahlen 1964 nicht mehr mit ihm, sondern mit Terry Sanford antreten wollen.[139] Nach dem Rechtsanwalt Barr McClellan soll Johnson am Tag vor dem Attentat zu seiner angeblichen Geliebten Madeleine Duncan Brown gesagt haben: „Übermorgen werden mir diese gottverdammten Kennedys nie wieder Ärger machen. Das ist keine Drohung – das ist ein Versprechen.“[140] Nachdem 2003 auch der History Channel des Fernsehens diese Version verbreitet hatte, protestierten die ehemaligen Präsidenten Gerald Ford und Jimmy Carter sowie einige ehemalige Mitarbeiter. Der Sender ließ McClellans Angaben überprüfen und erklärte am 2. April 2004 öffentlich die Behauptung, Johnson sei in den Kennedy-Mord verwickelt gewesen, für unbegründet und entschuldigte sich bei dessen Witwe für die Ausstrahlung.[141]

Fidel Castro

Nach einigen Verschwörungstheoretikern habe Fidel Castro Kennedy ermorden lassen, als Vergeltung für die zahlreichen Mordversuche, die CIA und Mafia gemeinsam gegen seine Person zu verantworten hätten. Im September 1963 warnte Castro öffentlich, dass führende Politiker der USA nicht sicher würden leben können, wenn sie glaubten, ihn töten lassen zu können.[142]

2006 stellte der deutsche Journalist Wilfried Huismann in seinem Dokumentarfilm Rendezvous mit dem Tod: Warum John F. Kennedy sterben musste die These auf, Oswald habe in der kubanischen Botschaft in Mexiko-Stadt im September 1963 6500 US-$ für sein Angebot erhalten, Kennedy umzubringen. Die US-Regierung habe das gewusst – Johnson erklärte 1968 einem ABC-Journalisten gegenüber: „Kennedy versuchte, Castro zu erwischen, aber Castro hat ihn als erster erwischt“[143] –, diese Spur aber aus Furcht vor einem Krieg nicht weiter verfolgt. In den deutschen Medien wurde Huismanns These mit Skepsis aufgenommen, unter anderem, weil die angebliche Übergabe des Mordlohns in der Botschaft stattgefunden haben soll, die aber, wie die Kubaner sehr wohl wussten, von den Amerikanern abgehört wurde.[144] Aus den abgehörten Telefongesprächen der Botschaft lässt sich einzig Oswalds Wunsch erkennen, via Kuba in die Sowjetunion zurückzukehren, über ein Attentat auf den Präsidenten wurde nicht gesprochen.[145]

Sowjetunion

Die Behauptung, die Sowjetunion stecke hinter dem Attentat, wurde von dem britischen Anwalt Michael Eddowess in einem 1975 erschienenen Buch vertreten. Danach habe Chruschtschow dafür gesorgt, dass nicht Oswald selbst, sondern ein Doppelgänger unter seinem Namen in die USA zurückkehrte, der dann im Auftrag des KGB den Präsidenten erschossen habe. Motiv soll Rache für die in der Kubakrise erlittene Demütigung gewesen sein. Jack Ruby sei ebenfalls ein KGB-Agent gewesen. Um seine These zu beweisen, veranlasste Eddowess 1981, dass Oswalds Leichnam exhumiert wurde. Ein Vergleich mit Oswalds zahnärztlichen Krankenakten ergab jedoch, dass der echte Oswald in dem Grab lag.[146]

Exilkubaner

Auch verschiedene militante Organisationen von Exilkubanern werden als Hintermänner des Attentats vermutet. Nach dem Historiker David E. Kaiser waren sie von dem uneindeutigen Kurs der Kennedy-Regierung enttäuscht, die auch nach der Kubakrise und dem offiziellen Ende der Operation Mongoose weiterhin auf einen Regimewechsel auf der Insel setzte und Sabotage- und Mordanschläge unterstützte oder tolerierte, andererseits aber, um international ihr Gesicht zu wahren und Vergeltungsmaßnahmen der Sowjetunion in der Berlin-Frage zu vermeiden, offiziell jede Verbindung zu rechtsgerichteten Exilgruppen abstritt.[147] Daher hätten diese Gruppen in Zusammenhang mit der Mafia Lee Harvey Oswald dazu gebracht, Kennedy zu erschießen. Der von einem scheinbaren Kommunisten ausgeführte Mord sollte die USA dazu bewegen, Krieg gegen Kuba zu führen und das Castro-Regime zu beseitigen.[148] Dieselbe These des Mordes als Teil einer Verschwörung gegen seine Regierung wurde auch von Fidel Castro vertreten, so erstmals in einer öffentlichen Rede in Havanna im November 1963.[149]

Edgar Hoover

Der 68-jährige FBI-Chef J. Edgar Hoover (1895–1972) soll versucht haben, die Kennedy-Brüder zu erpressen, ihn auch nach Überschreiten seines siebzigsten Lebensjahres im Amt zu halten, doch ohne Erfolg. Außerdem habe er die liberalen Ansichten der Kennedys und ihren Lebensstil verachtet. Daher habe er Weisung gegeben, die Mordpläne der Mafia nicht zu stören, Informationen über Oswalds Verwicklung in das Mordkomplott nicht weitergegeben und so zu seinem Gelingen beigetragen. Nach dem Attentat habe er alle Indizien über eine Verwicklung der Mafia nach Kräften unterdrückt und sich für die Einzeltäterthese starkgemacht.[150] 1964, einige Tage vor seiner Aussage in der Warren-Kommission, wurde er von Kennedys Nachfolger Johnson zum FBI-Direktor auf Lebenszeit ernannt.

Militärisch-industrieller Komplex

Der so genannte militärisch-industrielle Komplex der USA, der sich angeblich auf eine Eskalation des Vietnamkrieges vorbereitete, nachdem sich Frankreich 1954 aus Indochina zurückgezogen hatte, müsse gewusst haben, dass Kennedy bereits einen Rückzugsplan bis zum Jahr 1965 erwog. Zusätzlich habe es starke Verärgerung im amerikanischen Militär- und Geheimdienstapparat über den Umstand gegeben, dass Kennedy keine offene Militärunterstützung für die Schweinebucht-Invasion auf Kuba gewährt hatte, die von der CIA mit organisiert worden war. Im Gegenteil hatten die USA im Rahmen der Kuba-Krise der Sowjetunion zugesagt, von weiteren Versuchen der Invasion Kubas abzusehen. Vor dem gestiegenen Einfluss des militärisch-industriellen Komplexes in den USA hatte bereits Kennedys Vorgänger Dwight D. Eisenhower gewarnt.[151]

Stand der Diskussion

Täterschaft und Hintergründe des Kennedy-Attentats sind bis heute umstritten. Nach jährlichen Gallup-Umfragen seit 1963 glaubten jeweils nur zwischen 10 und 36 % der befragten US-Bürger (2013: 30 %) an einen Einzeltäter. 50 bis 81 % (2013: 61 %) glaubten an mehrere Täter, wobei die meisten davon die Mafia als Auftraggeber vermuteten. Die Prozentanteile für die Einzeltäterthese sind seit 2001 stetig gestiegen, die für die Mehrtäterthese stetig gesunken.[152]

Die Zahl der Buchveröffentlichungen zum Kennedy-Mord, die die offizielle Version anzweifeln, wird heute auf der Grundlage einer Spezialbibliographie auf mehrere Tausend geschätzt.[153] Von wenigen Ausnahmen abgesehen,[154] stammen sie aber allesamt nicht von ausgebildeten Historikern. Der britische Literaturwissenschaftler Peter Knight schreibt in seiner Geschichte der Darstellungsweisen des Attentats:

„Akademische Historiker und Kennedy-Biographen weisen einen auffallenden Mangel an Konzentration auf die spezifischen Einzelheiten des Attentats auf … Seit den 1960er Jahren ist die Repräsentation des Kennedy-Mordes ein Feld entweder von Darstellungen über Verschwörungen geworden, die von nichtprofessionellen Geschichtsschreibern ohne Verankerung im Establishment stammen, oder von Romanciers, Künstlern und Filmemachern. Jedoch haben Mainstream-Journalisten und Biographien sowie Geschichtswerke implizit Licht auf das Attentat geworfen, als die Diskussionen über Kennedys Tod sich auch in Debatten über das Erbe seiner Regierung und das Jahrzehnt, das er repräsentierte, ergingen.“[155]

Die Einzeltäterthese ist bis heute das „dominierende Paradigma“ zum Kennedy-Mord.[156] Auch die meisten historischen oder politikwissenschaftlichen Darstellungen über Leben und Politik Kennedys folgen, sofern sie auf Kennedys Tod überhaupt eingehen, der Alleintätertheorie. Nach dem Berliner Geschichtsprofessor Knud Krakau ist der Grund dafür, dass Historiographie und seriöse Publizistik dazu neigen, eine Alleintäterschaft Oswalds anzunehmen, der, dass „alle Alternativen noch weniger überzeugen“.[157]

Künstlerische Rezeption

Das Kennedy-Attentat und die sich daran anknüpfenden Verschwörungstheorien sind mittlerweile fester Bestandteil der amerikanischen Kultur. In unterschiedlichen Medien hat das Thema, oft in einer von der offiziellen These abweichenden Gestalt, künstlerischen Ausdruck gefunden.

Belletristik

In dem 1975 erschienenen Roman Illuminatus! von Robert Anton Wilson und Robert Shea, einer Satire über Verschwörungstheorien, wird geschildert, wie Kennedy an der Dealy Plaza von fünf verschiedenen Schützen gleichzeitig ermordet wird.[158]

Der postmoderne Romancier Don DeLillo erzählt in seinem 1988 erschienenen Roman Libra, wie CIA-Agenten Oswald, den eigentlichen Protagonisten des Buches, dahin manipulieren, das Attentat vorzubereiten, das sie eigentlich scheitern lassen wollen.[159] Warum es dann doch gelingt, lässt der Autor offen. Für DeLillo ist das Kennedy-Attentat ein Medienereignis, ein Beispiel für den Verlust einer kohärenten Realität, den Fernsehzuschauer durch die mediale Überrepräsentation von Gewalt und die Überfülle an teils widersprüchlichen Informationen dazu erleiden.[160] Am Ende wird Oswald sozusagen doppelt erschossen: mit Jack Rubys Revolver und mit den laufenden Fernsehkameras.[161]

Der amerikanische Schriftsteller Norman Mailer setzte sich mit dem Attentat auf Kennedy in zwei Büchern auseinander, die beide unterschiedliche Thesen zur Täterschaft vertraten. Nachdem er schon lange den Warren-Bericht scharf kritisiert hatte, veröffentlichte er 1991 den Roman Harlot’s Ghost, in dem er den Protagonisten, den CIA-Agenten namens Harry Hubbard, darüber spekulieren lässt, ob nicht Leute aus seiner eigenen Behörde den Mord an Kennedy organisiert oder die wahren Hintergründe vertuscht haben könnten.[162] 1995 folgte dann eine umfangreiche Biographie Lee Harvey Oswalds.[163] Die Genre-Einordnung dieses Buches ist schwierig: Mailer selbst nannte es „eine besondere Sorte Sachbuch, die man als Krimi einsortieren kann“,[164] der Literaturwissenschaftler Peter Knight nennt es einen „Sach-Roman“.[165] Das Werk basiert unter anderem auf Material, das Mailer in den inzwischen geöffneten Archiven des KGB gefunden hatte, sowie auf Interviews mit ehemaligen sowjetischen Agenten, die Oswald während seines Aufenthalts in der Sowjetunion überwacht hatten. Aus diesen Quellen zog Mailer nunmehr den Schluss, dass Oswald als Einzeltäter gehandelt habe.[166]

Der amerikanische Autor Stephen King veröffentlichte 2011 den Roman 11/22/63.[167] Darin hindert der Ich-Erzähler Jake Epping mittels einer Zeitreise Lee Harvey Oswald daran, sein Attentat auf John F. Kennedy auszuführen. Bei seiner Rückkehr in die Gegenwart stellt sich aber heraus, dass diese durch den veränderten Lauf der Weltgeschichte viel schlimmer geworden ist: Der Vietnamkrieg, den Epping eigentlich hatte verhindern wollen, fand auch unter Kennedy statt, das Civil Rights Act von 1964 gab es nie, Kennedys Nachfolger im Präsidentenamt wurde George Wallace, ein Anhänger der Rassentrennung, der die USA in einen Atomkrieg führte, usw. Epping gelingt es, diese Änderung der Geschichte wieder rückgängig zu machen.

Film

Eine erste Auseinandersetzung mit dem Kennedy-Attentat lieferte Henri Verneuil mit I wie Ikarus im Jahr 1979. Zwar trägt der erschossene Präsident eines namentlich nicht genannten Staates den (französischen) Namen Marc Jary, aber der Handlungsverlauf ist eng an das Attentat von Dallas angelehnt; so trägt z. B. der angebliche Attentäter den Namen „Daslow“ (ein Anagramm für „Oswald“). Ähnlich wie in der Version Jim Garrisons entpuppt sich das Attentat schließlich als eine Verschwörung des Geheimdiensts, die von Generalstaatsanwalt Volney (gespielt von Yves Montand) aufgedeckt wird.

1991 löste der amerikanische Regisseur Oliver Stone mit seinem Film JFK – Tatort Dallas eine heftige Kontroverse aus. Stone hatte die Rechte an dem 1989 erschienenen Buch Crossfire. The Plot That Killed Kennedy des Verschwörungstheorikers Jim Marrs erworben und auch selber ausgiebige Recherchen zum Kennedy-Attentat angestellt. Sein Film erzählt die Recherchen Jim Garrisons (gespielt von Kevin Costner) und seine misslungene Strafverfolgung Clay Shaws aus einer sympathisierenden Perspektive und ergibt in der Summe „ein Destillat der meisten der verschiedenen Verschwörungstheorien, die Attentatsforscher über die Jahre verbreitet hatten“.[168] Dabei mischte er häufig authentisches Filmmaterial mit selbstgedrehten Szenen in schnellen Schnitten, sodass für die Zuschauer ununterscheidbar wurde, welche Bilder authentisch sind und welche nicht. Dafür wurde Stone von der amerikanischen Qualitätspresse als demagogisch kritisiert: Er verdrehe die Geschichte, erfinde Personen und ziehe den Ruf von anderen, die real existiert haben, in den Schmutz, er mische in unverantwortlicher Weise Spekulationen und Tatsachen und beeinflusse in unfairer Weise das Geschichtsbild jüngerer Zuschauer. Stone hielt dagegen, sein Film sei als „Gegen-Mythos“ konzipiert, den er dem von der Warren-Kommission verbreiteten „Mythos“ von der Alleintäterschaft Oswalds gegenüberstellen wolle. Er sehe seinen Ansatz eher postmodern, ähnlich wie in Akira Kurosawas Film Rashomon – Das Lustwäldchen aus dem Jahr 1950, der drei verschiedene Versionen desselben Geschehens zeigt; es komme ihm darauf an, die Diskussion über das Attentat neu zu eröffnen. Tatsächlich wurde das Kennedy-Attentat in der Folgezeit wieder intensiv diskutiert. Auch an der Kinokasse war JFK – Tatort Dallas ein großer Erfolg.[169]

Der 1991 entstandene Spielfilm Jack Ruby – Im Netz der Mafia spekuliert über die Motivation und Hintergründe von Ruby (dargestellt von Danny Aiello). Unter anderem zeigt er Ruby als einen emotional instabilen, Publicity-hungrigen Menschen und beleuchtet dessen langjährige Verbindungen sowohl zur Mafia als auch zur Polizei in Dallas sowie seine Tätigkeit als FBI-Informant.

Im Spielfilm In the Line of Fire – Die zweite Chance aus dem Jahr 1993 leidet der von Clint Eastwood gespielte Protagonist, der ehemalige Secret-Service-Agent Frank Horrigan, darunter, dass er im November 1963 Kennedys Leben nicht hatte retten können. Er meldet sich trotz fortgeschrittenen Alters erneut zum Dienst und kann ein weiteres Attentat desselben psychopathischen Mörders (gespielt von John Malkovich) auf den aktuellen Präsidenten verhindern. Dadurch, dass der Attentäter erst von Horrigan getötet wird, bezieht der Film Stellung gegen die offizielle Version, nach der der 1963 erschossene Oswald der alleinige Täter war. Bilder, die Eastwood gemeinsam mit Kennedy zeigen, wurden durch Morphing geschaffen.[170]

Im Vorspann des Films Watchmen – Die Wächter aus dem Jahr 2009 sieht man in einer an den Zapruder-Film angelehnten Einstellung, wie der Comedian, einer der Protagonisten des Films, vom Grashügel aus den tödlichen Kopfschuss auf Kennedy abgibt.

Zum 50. Jahrestag des Attentats erschien 2013 der Spielfilm Parkland, der aus verschiedenen Blickwinkeln die ersten Stunden und Tage nach dem Attentat erzählt: die vergeblichen Versuche der Ärzte und Schwestern im (titelgebenden) Parkland Memorial Hospital, Kennedys und zwei Tage später Lee Harvey Oswalds Leben zu retten; die Entstehung und Entwicklung des Zapruder-Films; Maßnahmen des FBI und des Secret Service, aber auch die Ereignisse in Oswalds zerrütteter Familie, nachdem diese vom Attentat erfährt.

Popmusik

Im Lied Sympathy for the Devil aus dem 1968 aufgenommenen Album Beggars Banquet lassen die Rolling Stones den Teufel die Frage nach der Täterschaft bei den Mordanschlägen auf John F. Kennedy und seinen Bruder Robert beantworten: „After all, it was you and me“ („Alles in allem waren es du und ich“). In der ersten Fassung hatte sich Texter Mick Jagger noch allein auf das Attentat von 1963 bezogen; nachdem am 6. Juni 1968 auch Robert Kennedy erschossen worden war, änderte er die Textzeile entsprechend.[171]

Der Name der 1978 gegründeten kalifornischen Punk-Band Dead Kennedys bezieht sich auf die Ermordungen der Brüder John F. und Robert Kennedy.

Lou Reed schildert in dem Song The Day John Kennedy Died (auf dem Album The Blue Mask, 1982) detailliert, wie er von dem Attentat erfuhr und welche emotionalen Reaktionen die Nachricht auslöste.

Die schottische Shoegazing-Band The Jesus and Mary Chain provozierte 1992 mit den Zeilen „I want to die just like Jesus Christ” und „I want to die just like JFK” einen Boykott ihrer aktuellen Single Reverence bei der Fernsehsendung Top of the Pops der BBC.[172]

Literatur

  •  Vincent Bugliosi: Reclaiming History. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, ISBN 0-393-04525-0.
  •  David Kaiser: The Road to Dallas: The Assassination of John. F. Kennedy. Harvard University Press, Cambridge, MA 2008, ISBN 978-0-674-02766-4.
  • Knud Krakau: John F. Kennedy. 22. November 1963. In: Alexander Demandt (Hrsg.): Das Attentat in der Geschichte. area, Erfstadt 2003, ISBN 3-89996-001-7, S. 409–430.
  •  Peter Knight: The Kennedy Assassination (= Representing American events, 1). University Press Edinburgh, Edinburgh 2007, ISBN 978-0-7486-2411-9.
  •  Michael L. Kurtz: The JFK Assassination Debates. Lone Gunman versus Conspiracy. University Press of Kansas, Lawrence (Kansas) 2006, ISBN 0-7006-1625-X.
  •  Gerald D. McKnight: Breach of Trust. How the Warren Commission failed the Nation and why. University Press of Kansas, Lawrence (Kansas) 2005, ISBN 0-7006-1390-0.
  • James D. Perry: Assassination of John F. Kennedy. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History: An Encyclopedia, Band 1. ABC-CLIO 2003, ISBN 1-57607-812-4, S. 383–397 (Auszug (Google))
  •  Gerald Posner: Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK. Anchor Books, 1993 (Neuauflage 2003), ISBN 1-4000-3462-0.
  • Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, ISBN 978-1-62040-280-1.

Weblinks

 Commons: Attentat auf John F. Kennedy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 16–19 (hier das Zitat).
  2. David E. Kaiser: The Road to Dallas. The Assassination of John. F. Kennedy. Harvard University Press, Cambridge MA 2008, S. 347; Kathryn S. Olmsted: Real Enemies. Conspiracy Theories and American Democracy, World War I to 9/11. Oxford University Press, Oxford 2011, S. 115.
  3. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 19.
  4. „Our military and economic assistance plays such a key role in enabling those who live on the periphery of the Communist world to maintain their independence of choice. Our assistance to these nations can be painful, risky, and costly, as is true in Southeast Asia today. But we dare not weary of the task.“ (Trade Mart Speech, 1963) auf pbs.org, Zugriff am 5. Januar 2014. Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 125.
  5. Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 227 und 232 f.
  6. Aussage O'Donnels vor der Warren-Kommission am 18. Mai 1964 (online, Zugriff am 22. Juli 2013), zit. nach Alan Posener: John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 126.
  7. Gerald Posner: Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK. Random House, New York 1993, S. 233.
  8. Robert Dallek: John F. Kennedy. Ein unvollendetes Leben. DVA, Stuttgart, 2003, S. 645.
  9. Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 209.
  10. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 58–65.
  11. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 93, 98 f., 109–113; Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 208 ff.
  12. Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 210.
  13. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 146 ff.
  14. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 184–187.
  15. James D. Perry: Kennedy, John F. Assassination of. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara/ Denver/ London 2003, Band 1, S. 386 f.; Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 211–215.
  16. Vincent Bugliosi: Reclaiming History. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton & Company, New York 2007, ISBN 978-0-393-04525-3, S. 930–934.
  17. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 73.
  18. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 72–79, 86 f., 99–102, 106 und 110.
  19. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 121–143 und 162–171
  20. Gerald Posner: Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK. Random House, New York 1993, S. 271; John McAdams: JFK Assassination Logic. How to Think About Claims of Conspiracy. Potomac Books, Dulles, VA 2011, S. 199.
  21. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 233 f., 271 f. und 292–302.
  22. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 296.
  23. „You killed my president, you rat!“ Gerald Posner: Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK. Random House, New York 1993, S. 394–397.
  24. Alan Posener: John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 132 f.
  25. Bradley S. Greenberg, Edwin B. Parker (Hrsg.): The Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis. Stanford University Press, Stanford 1965, S. 154.
  26. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 153 ff. und 157f.
  27. Paul B. Sheatsley, Jacob J. Feldman: A National Survey on Public Reactions and Behavior. In: Bradley S. Greenberg, Edwin B. Parker (Hrsg.): The Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis. Stanford University Press, Stanford 1965, S. 156.
  28. Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 156 f.
  29. Judith Michel: Willy Brandts Amerikabild und -politik 1933–1992. V&R unipress, Göttingen 2010, S. 162.
  30. Paul B. Sheatsley, Jacob J. Feldman: A National Survey on Public Reactions and Behavior. In: Bradley S. Greenberg, Edwin B. Parker (Hrsg.): The Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis. Stanford University Press, Stanford 1965, S. 156.
  31. Wilbur Schramm: Communication in Crisis. In: Bradley S. Greenberg, Edwin B. Parker (Hrsg.): The Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis. Stanford University Press, Stanford 1965, S. 21 ff.
  32. Peter Knight: The Kennedy Assassination. Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 65.
  33. Helen Helga Wilson: The Mood of the Nation November 22-29, 1963. A News Documentary of a Steadfast Citizenry. Band 2, Marzani & Munsell, 1964, OCLC 8809500.
  34. Peter Knight: The Kennedy Assassination. Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 17.
  35. R. Andrew Kiel: J. Edgar Hoover. The Father of the Cold War. How His Obsession with Communism Led to the Warren Commission Coverup and Escalation of the Vietnam War. University Press of America, Lanham MD 2000, S. 139.
  36. Mark Lane: Rush to Judgement. A Critique of the Warren Commission’s Inquiry into the Murders of President John F. Kennedy, Officer J. D. Tippit and Lee Harvey Oswald. Bodley Head, London 1966; deutsch: Mark Lane: Mark Lane klagt an. Kritik am Warren-Bericht. Frick Verlag, Wien 1967. Peter Knight: The Kennedy Assassination. Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 77 ff.
  37. Siehe zum Beispiel Walter Isaacson: If Kennedy Had Lived. In: Time. vom 13. April 1992; Arthur M. Schlesinger: An End to Vietnam, No Watergate, and a Chance for Liberalism. Kennedy’s Biographer on the Might-have-beens. In: Newsweek. 131/18 (1998), S. 3 f.; Robert Dallek: JFK's Second Term. In: Atlantic Monthly. 291/5, Juni 2003; Howard Jones: Death of a Generation. How the Assassinations of Diem and JFK Prolonged the Vietnam War. Oxford University Press, New York 2003; Gallup-Umfrage vom November 2003, gallup.com, Zugriff am 22. Oktober 2011. Knud Krakau: John F. Kennedy. 22. November 1963. In: Alexander Demandt (Hrsg.): Das Attentat in der Geschichte. area, Erfstadt 2003, S. 423; James G. Blight, David A. Welch und Janet M. Lang: Vietnam If Kennedy Had Lived. Virtual JFK. Rowman & Littlefield, Lanham, MD, 2009; Andrew Roberts: What if JFK had lived? Historian Andrew Roberts 50 years on from Kennedy becoming president. In: Daily Mirror vom 20. Januar 2011 (online, Zugriff am 19. Oktober 2011)
  38. Stanley Karnow: JFK. Oliver Stone and the Vietnam War. In: Mark C. Carnes (Hrsg.): Past Imperfect. History According to the Movies. Holt, New York 1995, S. 270–273; Peter Knight: The Kennedy Assassination. Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 159 ff.
  39. John Hellmann: The Kennedy Obsession. The American Myth of JFK. Columbia University Press, New York 1997.
  40. Knud Krakau: John F. Kennedy. 22. November 1963. In: Alexander Demandt (Hrsg.): Das Attentat in der Geschichte. area, Erftstadt 2003, S. 423 f.
  41. Gallup-Umfrage vom November 2003, gallup.com, Zugriff am 22. Oktober 2011.
  42. Tom Bethell: The Quote Circuit. In: The Washington Monthly. vom December 1975, S. 39 (online, Zugriff am 2. September 2014), zitiert bei Gerd H. Hövelmann: Ach, wie gut, dass niemand weiß …! Ortho- und heterodoxe Perspektiven auf die Ermordung John. F. Kennedys. In: Andreas Anton, Michael Schetsche, Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 42 f.
  43. „He didn't even have the satisfaction of being killed for civil rights. It had to be some silly little Communist“. William Manchester: The Death of a President. November 20 – November 25, 1963. Harper & Row, San Francisco 1967, S. 409.
  44. Peter Knight: The Kennedy Assassination. Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 79.
  45. Knud Krakau: John F. Kennedy. 22. November 1963. In: Alexander Demandt (Hrsg.): Das Attentat in der Geschichte. area, Erfstadt 2003, S. 416–420, das Zitat S. 416; zum sozialpsychologischen Mechanismus siehe auch Andreas Hartmann: Germanicus und Lady Di. Zur öffentlichen Verarbeitung zweier Todesfälle. In: Waltraud Schreiber (Hrsg.): Der Vergleich. Eine Methode zur Förderung historischer Kompetenzen. Ausgewählte Beispiele. ars una Verlagsgesellschaft, Neuried 2005, S. 81 f.
  46. Gerd H. Hövelmann: Ach, wie gut, dass niemand weiß …! Ortho- und heterodoxe Perspektiven auf die Ermordung John. F. Kennedys. In: Andreas Anton, Michael Schetsche, Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 32 f. und 43.
  47. „The thing I am most concerned about … is having something issued so we can convince the public that Oswald is the real assassin“. R. Andrew Kiel: J. Edgar Hoover. The Father of the Cold War. How His Obsession with Communism Led to the Warren Commission Coverup and Escalation of the Vietnam War. University Press of America, Lanham MD 2000, S. 218.
  48. Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 135.
  49. David Kaiser: The Road to Dallas. The Assassination of John. F. Kennedy. Harvard University Press, Cambridge MA 2008, S. 345 f. und 353 f.
  50. Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 134 f.
  51. Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 135 f.
  52. James D. Perry: Kennedy, John F. Assassination of. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara/ Denver/ London 2003, Band 1, S. 384.
  53. David Kaiser: The Road to Dallas. The Assassination of John. F. Kennedy. Harvard University Press, Cambridge MA 2008, S. 388–394.
  54. „We’ve got to take this out of the arena where they’re testifying that Khrushchev and Castro did this and did that and kick us into a war that can kill 40 million Americans in an hour“. Michael R. Beschloss (Hrsg.): Taking Charge. The Johnson White House Tapes 1963–1964. Touchstone, New York 1997, S. 67, zitiert nach David Kaiser: The Road to Dallas. The Assassination of John. F. Kennedy. Harvard University Press, Cambridge MA 2008, S. 270.
  55. Peter Knight: The Kennedy Assassination. Edinburgh University Press, 2007, ISBN 978-0-7486-2411-9, S. 65.
  56. Knud Krakau: John F. Kennedy. 22. November 1963. In: Alexander Demandt (Hrsg.): Das Attentat in der Geschichte. area, Erfstadt 2003, S. 414; Michael L. Kurtz: The JFK Assassination Debates. Lone Gunman Versus Conspiracy. University Press of Kansas, Lawrence (Kansas) 2006, S. 223. James D. Perry: Kennedy, John F. Assassination of. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara/ Denver/ London 2003, Band 1, S. 384. Gerald D. McKnight: Breach of Trust. How the Warren Commission Failed the Nation and Why. Kansas University Press, Lawrence 2005. Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 135–138; Gerd H. Hövelmann: Ach, wie gut, dass niemand weiß …! Ortho- und heterodoxe Perspektiven auf die Ermordung John. F. Kennedys. In: Andreas Anton, Michael Schetsche, Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 44–48.
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  81. James D. Perry: Kennedy, John F., Assassination of. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara/ Denver/ London 2003, Band 1, S. 385 (hier das Zitat); Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 213 und 222.
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  83. James D. Perry: Kennedy, John F., Assassination of. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara/ Denver/ London 2003, Band 1, S. 385; Michael L. Kurtz: The Assassination Debates. Lone Gunman versus Conspiracy. University Press of Kansas, Lawrence 2006, S. 104–106.
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  85. Gerd H. Hövelmann: Ach, wie gut, dass niemand weiß …! Ortho- und heterodoxe Perspektiven auf die Ermordung John. F. Kennedys. In: Andreas Anton, Michael Schetsche, Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 39 f.
  86. Gerd H. Hövelmann: Ach, wie gut, dass niemand weiß …! Ortho- und heterodoxe Perspektiven auf die Ermordung John. F. Kennedys. In: Andreas Anton, Michael Schetsche, Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 44 ff.
  87. James D. Perry: Kennedy, John F., Assassination of. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara/ Denver/ London 2003, Band 1, S. 388; Peter Knight: The Kennedy Assassination. Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 84.
  88. „They are doing a pretty good job as far as civil rights are concerned.“ Zitiert bei David Kaiser: The Road to Dallas. The Assassination of John. F. Kennedy. Harvard University Press, Cambridge MA 2008, S. 348.
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  94. David Kaiser: The Road to Dallas. The Assassination of John. F. Kennedy. Harvard University Press, Cambridge MA 2008, S. 238–260.
  95. Gerald Posner: Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK. Random House, New York 1993, S. 175 ff.; Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 176 f.
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  120. Gerald Posner: Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK. Random House, New York 1993, S. 400 ff.; Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 205 f.
  121. FAKE: the Forged Photograph that Framed Lee Harvey Oswald. Dokumentation über die Geschichte des „Backyard“-Photos von Craig Maurer und Jim Marrs unter Verwendung des Materials von Jack White, 1990; Gerd H. Hövelmann: Ach, wie gut, dass niemand weiß …! Ortho- und heterodoxe Perspektiven auf die Ermordung John. F. Kennedys. In: Andreas Anton, Michael Schetsche, Michael Walter (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2014, S. 38 f.
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  124. Dorian Hayes: Oswald, Lee Harvey. In: Peter Knight (Hrsg.): Conspiracy Theories in American History. An Encyclopedia. ABC Clio, Santa Barbara/ Denver/ London 2003, Band 2, S. 566; Vincent Bugliosi: Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy. W. W. Norton, New York 2007, S. 286 f.
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  139. Larry J. Sabato: The Kennedy Half-Century. The Presidency, Assassination, and Lasting Legacy of John F. Kennedy. Bloomsbury, New York 2013, S. 224.
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  172. Robert Hilburn: Pop Music: Jesus and Mary Chain's Expanding Horizon. In: Los Angeles Times vom 26. Februar 1992.

32.779166666667-96.808055555556Koordinaten: 32° 46′ 45″ N, 96° 48′ 29″ W

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