Morhange

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Morhange
Wappen von Morhange
Morhange (Frankreich)
Morhange
Region Lothringen
Département Moselle
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Grostenquin
Gemeindeverband Centre Mosellan
Koordinaten 48° 55′ N, 6° 38′ OKoordinaten: 48° 55′ N, 6° 38′ O
Höhe 221–305 m
Fläche 15,38 km²
Einwohner 3.489 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 227 Einw./km²
Postleitzahl 57340
INSEE-Code
Website www.morhange.fr

ehemaliges Gerichtsgebäude

Morhange (deutsch Mörchingen) ist eine französische Gemeinde mit 3489 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Moselle in der Region Lothringen. Der Ort gehört zum Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle und zum Kanton Grostenquin.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Morhange liegt etwa in der Mitte zwischen Saarbrücken und Nancy, je etwa 50 Kilometer von Metz, Nancy und Saarbrücken entfernt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend von Morhange war bereits früh besiedelt. Auch die Römer erkannten die verkehrsgünstige Lage. Der Name des Ortes änderte sich im Laufe der Zeit, von Morehenges im Mittelalter über Morchingen, Morhanges zu Morhange de la Haute Tour zur Zeit der Französischen Revolution. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt zerstört. Von 1871 bis 1918 gehörte sie als lothringische Kreisstadt zum Deutschen Reich und war preußische Garnison. In der Schlacht bei Mörchingen zu Beginn des Ersten Weltkrieges erlitt die französische 2. Armee unter General de Castelnau eine schwere Niederlage gegen die deutsche 6. Armee. Von 1940 bis 1944 war die Stadt erneut dem Deutschen Reich angegliedert. 1992 gab die französische Armee ihre Garnison Morhange auf, was einen Bevölkerungsrückgang zur Folge hatte.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 4.170 4.478 4.724 4.674 4.460 4.050 3.867

Soldatenfriedhof Morhange[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingang des Soldatenfriedhofes

Östlich des Bahnhofes am Rande des Hellenwaldes befindet sich ein deutscher Soldatenfriedhof. Er wurde im August 1914 als Teil des schon länger bestehenden Garnisonsfriedhofes angelegt, um im Rahmen der Grenzschlachten gefallene Soldaten aufzunehmen. Nach Kriegsende wurden die Verstorbenen französischer Nationalität an einen anderen Platz verlegt und stattdessen die Überreste deutscher Gefallener aus der Umgebung an diesen Platz umgebettet, außerdem Opfer der Stellungskriege der Jahre 1915–1918 sowie im Lazarett Verstorbene. Heute liegen dort 4754 deutsche Kriegstote, davon 1966 in Einzelgräbern, die übrigen in zwei Gemeinschaftsgräbern, begraben.[1]

Ehemalige Bismarcksäule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Anhöhe nördlich des Stadtkerns wurde am 25. August 1901 die erste von insgesamt nur zwei Bismarcksäulen im Reichsland Elsaß-Lothringen eingeweiht. Beide Säulen waren vom Typ Götterdämmerung. Während die Säule von Morhange im November 1918 abgerissen wurde blieb die andere, auf dem Berg St. Quentin in der Nähe von Scy-Chazelles gelegen, erhalten.[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage Morhanges im lothringischen Eisenbahnnetz

Beim Bau der Eisenbahnstrecke von Rémilly nach Rieding durch die Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen 1877 wurde eine Streckenführung gewählt, die nordöstlich an Mörchingen vorbeiführte. An dieser erhielt der Ort einen Bahnhof (ursprünglicher Name Mörchingen-Baronweiler) in etwa drei Kilometern Entfernung zum Zentrum. Ab 1911 verband eine Dampfstraßenbahn Bahnhof und Ort miteinander. Bereits 1914 wurde der Betrieb aufgrund der Kriegsereignisse vorübergehend, ab 1917 dann endgültig eingestellt. Heute verkehren am Bahnhof Morhange die Eisenbahnlinien 21 und 22 des TER Lorraine (Metrolor). Das Angebot umfasst täglich knapp zehn Züge je Richtung von und nach Metz einerseits bzw Saarburg und Straßburg andererseits.[3]

Durch den Ort und quer zur Eisenbahnstrecke verläuft die Departementsstraße D674 von Saargemünd nach Nancy. Bis zu ihrer Abstufung im Jahre 2006 war die Straße als Nationalstraße N74 klassifiziert.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1974 besteht eine offizielle Partnerschaft mit Feuchtwangen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eckart Hachfeld (1910−1994), deutscher Schriftsteller, Texter und Drehbuchautor

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Morhange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Soldatenfriedhof Morhange auf der Website des VDK.
  2. Bismarcksäule Mörchingen auf der Website Bismarcktueme.de
  3. Bahnhof Morhange auf der Website von Metrolor.