Riemannsche ζ-Funktion
Die riemannsche ζ-Funktion (Zeta-Funktion nach Bernhard Riemann) ist eine spezielle mathematische Funktion, die in der analytischen Zahlentheorie, einem Teilgebiet der Mathematik, eine zentrale Rolle spielt. Ihre entscheidende Bedeutung erlangt die riemannschen ζ-Funktion durch den Zusammenhang zwischen der Lage ihrer komplexen Nullstellen und der Verteilung der Primzahlen. Die genaue Lage dieser Nullstellen ist Gegenstand der riemannschen Vermutung, eines der wichtigsten, ungelösten Probleme der Mathematik. Ausgehend von einer Definition als Dirichlet-Reihe, findet die riemannsche ζ-Funktion in zahlreichen mathematischen Disziplinen Anwendung:
- in der analytischen Zahlentheorie im Zusammenhang mit Primzahlen, zahlentheoretischen Funktionen und weiteren Dirichlet-Reihen,
- in der Analysis durch besondere Funktionswerte und das Auftreten in unendlichen Reihen sowie
- in der Wahrscheinlichkeitstheorie, zum Beispiel bei der Zipf-Verteilung.
Erstmals untersucht wurde die Zeta-Funktion im 18. Jahrhundert von Leonhard Euler, der bedeutende Aussagen bezüglich ihrer fundamentalen Eigenschaften treffen konnte. In der Zeit danach folgten viele weitere Entdeckungen, die bedeutendsten unter ihnen von Riemann, der den tiefgründigen Zusammenhang zwischen der Zeta-Funktion und Primzahlen aufzeigte.
Definition[Bearbeiten]
Die Zeta-Funktion wird in der Literatur generell über ihre elementare Reihendarstellung definiert.
Für komplexe Zahlen
, deren Realteil
größer als 1 ist, ist die Zeta-Funktion definiert durch die Dirichlet-Reihe
Die Beschränktheit der Definitionsmenge dieser Darstellung wird ersichtlich, wenn man zum Beispiel versuchte, die
-Funktion an der Stelle
über die Dirichlet-Reihe auszuwerten. Man hätte dann
was ganz offensichtlich keinen endlichen Grenzwert besitzt. Daher ist der Definitionsbereich der Dirichlet-Reihe auf die um 1 verschobene rechte Hälfte der komplexen Zahlenebene, also auf alle
, beschränkt; somit kann die Dirichlet-Reihe auch nur in diesem Zahlenbereich für eine Berechnung der Zeta-Funktion herangezogen werden. Innerhalb ihres Definitionsbereiches ist die besagte Dirichlet-Reihe zudem absolut konvergent.
Trotz dieser Einschränkungen ist die Dirichlet-Reihe die Basis für alle anderen Darstellungen der Zeta-Funktion. Um die riemannsche Zeta-Funktion für alle Zahlen der komplexen Zahlenebene (mit Ausnahme der Zahl 1) berechnen zu können, bedient man sich des Konzepts der analytischen Fortsetzung. Eine analytische Fortsetzung stellt anschaulich einen alternativen Ausdruck für eine Funktion bereit, der den Definitionsbereich des ursprünglichen Ausdrucks verallgemeinert.
Beispiele für analytische Fortsetzungen befinden sich im Abschnitt Andere Ausdrücke für die Zeta-Funktion.
Euler-Produkt[Bearbeiten]
Eine wesentliche Eigenschaft der Zeta-Funktion ist ihre Verbindung zu den Primzahlen. Euler, der als erster diesen Zusammenhang entdeckte, betrachtete dafür das später nach ihm benannte Euler-Produkt:
Hierbei stellt jeder einzelne Faktor des Produktes eine geometrische Reihe gebildet über den Wert
dar, während sich das gesamte Produkt über alle Primzahlen
erstreckt. Das Euler-Produkt ist deshalb so erstaunlich, da Primzahlen aufgrund ihrer chaotischen Verteilung sehr schwer in analytischen Ausdrücken unterzubringen sind. Jedoch stellt es eine überraschend einfache Identität zwischen den „chaotischen Primzahlen“ und einer wohl geordneten Reihe dar.
Um Eulers Gedankengang nachzuvollziehen, multipliziert man das obige Produkt komplett aus, wobei sich unter Anwendung der Regel über das Produkt (zweier, dreier, ... unendlich vieler) unendlicher geometrischer Reihen
- usw.
der folgende Ausdruck ergibt:
wenn
die
-te Primzahl ist. Nun griff Euler auf den Fundamentalsatz der Arithmetik zurück, dass es für jede natürliche Zahl
eine eindeutige Primfaktorzerlegung gibt, so dass für jede dieser Zahlen
genau eine natürliche Folge
existiert, so dass
gilt. Daraus folgt schließlich
da die Summen jeweils unabhängig alle Folgeglieder über alle natürlichen Zahlen einschließlich 0 summieren. Somit wird jede erdenkliche Kombination der Primfaktorzerlegung genau einmal durchlaufen. Da die Dirichletreihe für die betrachteten Werte
absolut konvergiert, spielt die Reihenfolge der Summanden keine Rolle, weshalb die Produktschreibweise gegen denselben Grenzwert konvergiert. Zusammen mit der Formel
für die geometrische Reihe ist es schließlich möglich, die im unendlichen Produkt befindlichen Summen
zu einem geschlossenen Ausdruck zu bringen, und man gelangt schließlich zu:
Diese auf den ersten Blick völlig harmlose Tatsache macht die Zeta-Funktion zu einem zentralen Gegenstand der modernen Zahlentheorie. Sie war ausschlaggebend für Bernhard Riemanns Arbeit Über die Anzahl der Primzahlen unter einer gegebenen Größe. Dort gelang es Riemann, aus dieser geschlossenen Formel konkrete Informationen über die Primzahlverteilung zu gewinnen.
Anmerkung: Da das Euler-Produkt äquivalent zur Dirichlet-Reihen-Darstellung der Zeta-Funktion ist, konvergiert es ebenfalls nur auf der um 1 verschobenen rechten Halbebene, also für alle komplexen Zahlen
mit
.
Funktionalgleichung[Bearbeiten]
Auf ganz
gilt als Identität zwischen meromorphen Funktionen
Aus dieser geht durch einfache Umformung die alternative Darstellung
für alle
hervor. Hierbei bezeichnet
die Gammafunktion, die die Fakultät auf komplexe Zahlen verallgemeinert.[2][3]
Die Funktionalgleichung schafft einen eindeutigen Zusammenhang zwischen bedeutenden mathematischen Funktionen und war ein wichtiger Anhaltspunkt für Riemanns Arbeiten über Primzahlen. So bietet sie beispielsweise wertvolle Erkenntnisse über die Lage der Nullstellen der Zeta-Funktion.
Alternativ zu der obigen Funktionalgleichung definierte Riemann in seiner Arbeit die Funktion:
für die
gilt. Sie wird auch als riemannsche Xi-Funktion bezeichnet.[4]
Ein Herleitungsansatz für die Funktionalgleichung befindet sich im Abschnitt Beziehung zur Thetafunktion.
Geschichte[Bearbeiten]
Im Gegensatz zu den Primzahlen oder der euklidischen Geometrie ist die mathematische Entdeckungsgeschichte der riemannschen Zetafunktion sehr jung. So sind alle bis heute wesentlichen Entdeckungen zu dieser Funktion in den letzten 350 Jahren gemacht worden. Dies liegt zum einen daran, dass in der Zeit davor die notwendigen mathematischen Methoden noch nicht ausgereift waren. Die Zeta-Funktion besaß zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung noch keinerlei offensichtliche Anwendung in der Praxis. Ein Grund, weshalb sie trotzdem die Aufmerksamkeit vieler Mathematiker erhielt, war, dass sie trotz ihrer sehr simpel wirkenden Struktur nicht so triviale Eigenschaften besitzt wie beispielsweise die geometrische Reihe.
Einer der ersten Mathematiker, der sich mit einem Vorläufer der heute definierten Zeta-Funktion intensiv und ausführlich auseinandersetzte, war Leonhard Euler. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts versuchten Mathematiker, den exakten Grenzwert der unendlichen Reihe
zu bestimmen. Leonhard Euler, der im Jahre 1735 dieses schwierige Basler Problem mit Hilfe eigener neuartiger Techniken löste[5], untersuchte anschließend den verallgemeinerten Ausdruck
(Euler verwendete das „reelle
“, die Schreibweise mit komplexer Variablen
wurde erst über Riemann populär) in der Hoffnung, weitere und außerdem weit bedeutendere Aussagen über diese Reihe treffen zu können. Da die Methoden der komplexen Analysis Euler zu seinen Lebzeiten weitestgehend noch nicht bekannt waren, war er auch noch nicht im Stande, das Problem der Primzahlen in der Weise anzugehen wie später Riemann. Jedoch gelangen ihm einige wichtige Aussagen.
So fand er zum Beispiel die Formel
(Euler selbst verwendete noch nicht das
als Funktionssymbol) und berechnete neben
per Hand[6] den Wert
Auch entdeckte Euler das nach ihm benannte Euler-Produkt
und konnte mit seiner Hilfe die Divergenz der Reihe der Kehrwerte aller Primzahlen
nachweisen.[7] Diese Tatsache war für ihn ein Indikator dafür, dass Primzahlen wesentlich dichter liegen müssten als Quadratzahlen, da er im Basler Problem ja gezeigt hatte, dass die unendliche Summe der Kehrwerte aller Quadratzahlen gegen einen endlichen Grenzwert strebt. Auch die von Riemann später bewiesene Funktionalgleichung soll Euler schon bekannt gewesen sein.
Im Jahr 1859 setzte Bernhard Riemann in seiner Arbeit Über die Anzahl der Primzahlen unter einer gegebenen Größe die Zeta-Funktion in zentralen Zusammenhang zu den Primzahlen. Zwar hatte Euler schon ein Jahrhundert zuvor die Gültigkeit des Euler-Produktes aufgezeigt, jedoch war es erst mit Riemanns Herangehensweise möglich geworden, daraus konkrete Informationen über Primzahlen selbst zu gewinnen. Riemann, der selbst ein Schüler von Gauß war, schrieb in seiner achtseitigen Arbeit eine funktionentheoretische Interpretation und Auswertung des Euler-Produkts, die einen Zusammenhang zwischen Primzahlen und den nicht-trivialen Nullstellen der Zeta-Funktion schaffte. Damit war ihm ein völlig neuer Zugang zu dem Primzahl-Rätsel gelungen. In ihr führte er auch zum ersten Mal das griechische
(Zeta) als Funktionssymbol ein. In seiner Arbeit formulierte er außerdem seine bis heute unbewiesene berühmte riemannsche Vermutung, die eine wichtige Aussage über die genaue Lage der Nullstellen der Zeta-Funktion macht. Daher beschäftigte sich Riemann ebenfalls mit der numerischen Berechnung seiner Zeta-Funktion und fand sogar die ziemlich genaue Lage einiger nicht-trivialer Nullstellen in der komplexen Ebene, ohne dafür eine Rechenmaschine zu benutzen. Seine Formel wurde später von dem deutschen Mathematiker Carl Ludwig Siegel bei der Auswertung seiner Dokumente wiederentdeckt und wird seit diesem Zeitpunkt Riemann-Siegel-Formel genannt.
Da viele von Riemanns Aufzeichnungen nach seinem Ableben von seiner Haushälterin verbrannt wurden, kann bis heute nur spekuliert werden, wie weit seine Untersuchungen tatsächlich gingen. [8]
Im Jahre 1910 veröffentlichte der indische Mathematiker S. Ramanujan im Journal of the Indian Mathematical Society einen Artikel, in dem unter anderem die folgende Gleichung behauptet wurde:
Die meisten Mathematiker, die diese Gleichung zu Gesicht bekamen, hatten sie als offensichtlichen Schwachsinn gewertet. So kam es, dass Professor Hill vom University College in London schrieb:
„Mr. Ramanujan ist ein Opfer der Fallstricke des sehr schwierigen Gebietes der divergenten Reihen geworden.“
Als Ramanujan jedoch den britischen Mathematiker Godfrey Harold Hardy in Cambridge brieflich auf seine Theorie aufmerksam machte, wurde diesem in der Gleichung die korrekte Auswertung des Werts
bewusst, auch wenn sie bezüglich ihrer mathematischen Formalität natürlich inkorrekt war. Hardy war sich sicher, dass Ramanujan, trotz seiner fremden Art Mathematik zu betreiben, ein Genie sein müsse.[9]
Eigenschaften[Bearbeiten]
Konvergenzverhalten der Dirichlet-Reihe[Bearbeiten]
Die elementare Darstellung der Zeta-Funktion über die Dirichlet-Reihe
ist nicht für alle beliebigen
gültig. Das liegt daran, dass diese Reihe nur für bestimmte komplexe Zahlen
konvergiert, das heißt in unendlicher Aufsummierung gegen einen endlichen Grenzwert strebt. Wählen wir ein
mit
(also mit positivem Realteil) können wir über die nun folgenden Betrachtungen auf das Konvergenzverhalten der Dirichlet-Reihe schließen.
Über das Majorantenkriterium[Bearbeiten]
Nutzt man das sogenannte Majorantenkriterium, so sucht man eine Majorante (in diesem Falle eine zweite Reihe), deren Konvergenz erstens einfach zu zeigen ist und die zweitens größere Summanden-Beträge und somit auch einen höheren Grenzwert besitzt als den der Dirichlet-Reihe. Anschaulich bedeutet dies, über einen Größenvergleich beider Reihen die Konvergenz (und somit Endlichkeit) der kleineren Dirichlet-Reihe zu beweisen, indem die Konvergenz der größeren Reihe bewiesen wird, denn etwas mit einem kleineren Absolutbetrag als eine endliche Zahl muss ebenfalls endlich sein.
Als Ansatz bietet es sich an, die Reihe
in unendlich viele Teile aufzuspalten und all diesen Teilen jeweils eine einfache „Teilmajorante“ zuzuordnen. Es gilt
Die Folge dieser „Teilmajoranten“ ist eine geometrische Folge, denn es gilt
. Zu jedem Folgeglied kann genau ein Segment der Dirichlet-Reihe zugewiesen werden (wie in der oberen Darstellung gut zu erkennen ist). Da jedes einzelne dieser Folgeglieder größer ist als das zu ihm gehörende Segment, muss die aus der geometrischen Folge bestehende geometrische Reihe im Gesamten ebenfalls größer sein als die Zeta-Funktion. Man hat also
Der Ausdruck auf der linken Seite der Ungleichung ist für alle
konvergent und endlich, daher muss das gleiche auch für die Zeta-Funktion gelten. Bei
divergiert die geometrische Reihe (Majorante) jedoch. Es ist daher zu vermuten, dass das gleiche für die Zeta-Funktion gilt, was bedeuten würde, dass die Reihe
keinen Grenzwert besitzt. Das ist auch tatsächlich der Fall, für eine Beweisidee siehe auch harmonische Reihe. Folglich ist die Dirichlet-Reihe für alle
mit
ebenfalls divergent und darf hier nicht mehr zur Berechnung der Zeta-Funktion verwendet werden. Dafür kann man analog zum Majorantenkriterium das Minorantenkriterium mit der harmonischen Reihe als Minorante verwenden, um die Divergenz aller Reihen
mit
zu beweisen.
Nicht zuletzt kann man als logische Konsequenz mit Hilfe von
für alle reellen
und
über
die absolute Konvergenz der Dirichlet-Reihe für alle
mit
folgern.
Über das Integralkriterium[Bearbeiten]
Auch das Integralkriterium bietet eine einfache Möglichkeit, auf den Konvergenzbereich der Dirichlet-Reihe zu schließen. Ist nämlich die Reihe
für ein
konvergent, so muss das dazugehörige Integral
ebenfalls existieren. Dieses Integral ist aber im Vergleich zur Dirichlet-Reihe sehr einfach auszuwerten.
Das Integral existiert also, sofern der Realteil von
weder 1 noch kleiner als 1 ist.
Das beweist die Konvergenz der Dirichlet-Reihe in der um 1 verschobenen rechten Halbebene
.
Verhalten in der komplexen Ebene[Bearbeiten]
Die
-Funktion ist eine in ganz
holomorphe Funktion, das bedeutet, dass sie an allen Stellen außer
ableitbar ist. Darüber hinaus ist sie in ganz
meromorph.
An der Stelle
besitzt sie, aufgrund der Divergenz der harmonischen Reihe, einen Pol erster Ordnung mit Residuum 1, das heißt, es gilt:
Weiter gilt:
Strebt also der Realteil des Arguments gegen unendlich, so tendiert der Funktionswert der Zeta-Funktion stets gegen 1, unabhängig vom Imaginärteil des Arguments.
Eine einfache Erklärung hierfür ist das Verhalten der Dirichlet-Reihe. Wird nämlich der Realteil des Arguments stark vergrößert, so liefern die Reihenglieder nach 1 nur noch verschwindend kleine Beiträge.
Vergleiche hierzu auch den komplexen Graph der Zeta-Funktion zu Beginn des Artikels, der in Richtung der positiven reellen Achse zunehmend konstant rot gefärbt ist.
Spiegelung konjugierter Argumente[Bearbeiten]
Zu einer komplexen Zahl
definiert man ihre Konjugation über
. Es gilt nun für alle
:
Das bedeutet: Wenn für ein reelles Zahlenpaar
mit 
mit
gilt, so gilt gleichzeitig
Mit anderen Worten: Verändert man das Vorzeichen des Imaginärteils des Arguments, so verändert sich auch das Vorzeichen des Imaginärteils des Funktionswertes.
Beweisen lässt sich dies über die Dirichlet-Reihe:
Obwohl die Dirichlet-Reihe nicht global konvergiert, wird diese Eigenschaft in ganz
beibehalten. Auch die Tatsache, dass die Zeta-Funktion auf der reellen Achse nur reelle Werte annimmt und in ganz
holomorph ist, kann als Begründung herangezogen werden.
Universalitätssatz von Woronin[Bearbeiten]
Nach dem Universalitätssatz von Woronin ist die riemannsche
-Funktion imstande, jede beliebige (holomorphe) Funktion in einer nullstellenfreien Kreisscheibe mit Radius 1/4 beliebig genau zu approximieren.
Als anschaulichen Vergleich stelle man sich dafür vor, dass es für jede (holomorphe) Funktion eine Art „Landkarte“ gibt, die Höhen und Tiefen sowie Himmelsrichtung der Funktionswerte in der komplexen Ebene darstellt. Der Universalitätssatz besagt nun, dass man, wenn man die Landkarte der Zeta-Funktion in einem bestimmten unendlichen Bereich scannen würde, früher oder später auf Gebiete stieße, die Ausschnitten der Landkarten anderer Funktionen, also mit samt aller darin eingetragenen „Berge“ und „Täler“, sehr ähneln - ja, sogar beliebig genau ähneln. Als einzige Voraussetzung gelte hierbei jedoch, dass auf dem Kartenausschnitt der fremden Funktion nie der Wert 0 eingetragen sei.
Formal ausgedrückt: sei
eine zusammenhängende, kompakte Teilmenge (Gebiet) des Streifens
.
Sei
nun eine in ganz
holomorphe Funktion, die außerdem für kein
verschwinde. Es existiert dann für jedes
ein
, sodass
für alle
.
Der Universalitätssatz ist insofern bemerkenswert, da sich seiner Aussage nach die
-Funktion im kritischen Streifen äußerst chaotisch verhalten muss, was zunächst widersprüchlich zu der (vermutlich) perfekt symmetrischen Lage ihrer Nullstellen zu sein scheint. Viele Mathematiker vermuten daher, dass sich hinter diesen abstrakten Eigenschaften eine fundamentale Theorie verbirgt.
Die Aussage, dass sich die
-Funktion selbst über den Universalitätssatz approximieren lässt, ist äquivalent zur riemannschen Vermutung.[10]
Spezielle Funktionswerte[Bearbeiten]
Funktionswerte für gerade natürliche Zahlen[Bearbeiten]
Die Funktionswerte der riemannschen Zeta-Funktion für positive gerade Zahlen haben eine enge Beziehung zur Kreiszahl
. Für eine positive ganze Zahl
ist
wobei
die
-te Bernoulli-Zahl bezeichnet. Somit lässt sich jeder Funktionswert
in der Form
schreiben, wobei
und
ganze Zahlen sind. Daraus folgt auch sofort, dass jeder Wert
für natürliche Zahlen
irrational ist.
Beispielsweise ist
Diese Formeln wurden von Euler entdeckt und 1735 in seiner Arbeit De Summis Serierum Reciprocarum erstmals veröffentlicht. Das Auffinden des Werts von
ist auch als das Basler Problem bekannt.
Daneben gibt es auch die bemerkenswerte Rekursionsformel
für natürliche Zahlen
, die Euler noch nicht bekannt war.[11]
Funktionswerte für ungerade natürliche Zahlen[Bearbeiten]
Über den Wert der Zeta-Funktion für ungerade natürliche Zahlen ist nur sehr wenig bekannt. Beispielsweise weiß man, dass die Apéry-Konstante
irrational ist, was 1979 von dem französischen Mathematiker Roger Apéry bewiesen wurde.[12]
Um 1900 fand Matyáš Lerch[13] einen besonders eleganten Ausdruck für
:
Durch Arbeiten von Lerch und S. Ramanujan inspiriert,[14] entwickelte der Kanadier Simon Plouffe ab 1995 weitere Ausdrücke dieser Art:
Eine allgemeine Formel für alle ungeraden positiven ganzen Zahlen der Form
mit
ist:[15]
wobei
die
-te Bernoulli-Zahl ist. Dies vereinfacht sich zu einer alternativen Darstellung, die Zeta-Werte gerader Argumente mit einschließt:
Die Dezimalentwicklungen der ersten ungeraden Zeta-Werte sind:
Funktionswerte für nichtpositive ganze Zahlen[Bearbeiten]
Im Gegensatz zu den Zeta-Werten positiver ganzer Argumente, über die im Falle der ungeraden Werte bis heute nahezu nichts bekannt ist, sind die Funktionswerte für nichtpositive ganze Zahlen sämtlich bekannt. Insbesondere sind sie alle rational. Sie hängen, wie die Zeta-Werte gerader positiver Zahlen, sehr eng mit den Bernoulli-Zahlen zusammen.
Aus der Funktionalgleichung und Eulers Formel für gerade Zeta-Werte gelangt man für eine natürliche Zahl
zu:
Aus
für ungerade n geht schließlich die für alle natürlichen Zahlen
gültige Darstellung
hervor, mit deren Hilfe man insbesondere
ableiten kann. Weitere Werte sind:
Bezüglich des Wertes
schrieb der indische Mathematiker S. Ramanujan in einem seiner Artikel die (formal natürlich inkorrekte) Gleichung:
siehe auch im Abschnitt Geschichte.
Mit Hilfe der Funktionalgleichung kann man auch die Ableitung im Nullpunkt bestimmen [17]:
Funktionswerte für halbzahlige Argumente[Bearbeiten]
Für die Funktionswerte für halbzahlige Argumente gilt:
Dieser Wert wird u. a. in der Physik bei der Berechnung der kritischen Temperatur für die Ausbildung eines sogenannten Bose-Einstein-Kondensats und in der Spinwellen-Theorie bei magnetischen Systemen benötigt.
Nullstellen[Bearbeiten]
Triviale Nullstellen[Bearbeiten]
Aus der Darstellung als Euler-Produkt kann man leicht folgern, dass
für
gilt. Zusammen mit der Funktionalgleichung ergibt sich, dass die einzigen Nullstellen außerhalb des kritischen Streifens
die „trivialen“ Nullstellen
sind.
Nicht-triviale Nullstellen[Bearbeiten]
Neben den trivialen Nullstellen besitzt die Zeta-Funktion weitere Nullstellen im kritischen Streifen
. Diese werden auch als nicht-triviale Nullstellen bezeichnet. Das hat den Grund, dass bis heute nur sehr wenig über die genaue Lage dieser Nullstellen bekannt ist.
Asymptotische Verteilung[Bearbeiten]
Riemann gab in seiner Arbeit eine Formel zur asymptotischen Verteilung der nicht-trivialen Nullstellen an. Er behauptete, die Anzahl
der Nullstellen innerhalb des Rechtecks
erfülle die asymptotische Äquivalenz
wobei der Fehler die Größenordnung
besitzt. Seinen Gedankengang begründete er über eine Auswertung des nullstellenzählenden Integrals
wobei
die riemannsche Xi-Funktion bezeichnet. Unglücklicherweise aber fand sich in seinen Aufzeichnungen kein einziger Hinweis, wie er dieses Integral berechnet hatte. Da Riemann selbst ein Genie auf dem Gebiet solcher Berechnungen war, ging man davon aus, dass er die Auswertung schlicht für zu trivial hielt, um sie detailliert zu behandeln. Riemann ging sogar so weit zu behaupten, dass die Anzahl der Nullstellen auf der kritischen Geraden ebenfalls ungefähr bei seiner Auswertung von
läge. Da er jedoch auch hierfür keinen formalen Beweis lieferte, kann bis heute nur spekuliert werden, wie er es schaffen konnte, solch eine starke Aussage mit seinen Mitteln herzuleiten. Erst über 50 Jahre später konnte Mangoldt beweisen, dass Riemann zumindest bei seiner Angabe der Nullstellen im Rechteck
Recht gehabt hatte. [18]
Lage auf der kritischen Geraden[Bearbeiten]
Im Jahr 1914 konnte Hardy zeigen, dass unendlich viele nicht-triviale Nullstellen auf der kritischen Geraden
liegen. Unter anderem machte er sich in seinem Beweis zu nutze, dass
eine gerade Funktion ist. 1921 verbesserte er zusammen mit seinem Freund und Kollegen John Edensor Littlewood die Aussage auf das wesentlich stärkere Resultat, dass für ausreichend große Werte
die Anzahl der Nullstellen im Rechteck
asymptotisch
beträgt, wobei
eine positive Konstante bezeichnet. Selberg verbesserte dieses Ergebnis 1942 auf
. [19]
Explizite Berechnung der Primzahlfunktion[Bearbeiten]
Über die nicht-trivialen Nullstellen kann der Wert der Primzahlfunktion
an der Stelle
explizit bzw. exakt berechnet werden. Es gilt nach Riemann:
und weiterführend:
wobei
der Integrallogarithmus und
die Möbiusfunktion bezeichnet. Bezüglich Konvergenz ist zu beachten, dass die Summe
die Nullstellen nach ihrer Konjugation paarweise addiert. Des Weiteren sind die Terme in der Summe als
zu verstehen (denn: Verwechslungen können bei der Auswertung von
über den Hauptzweig des komplexen Logarithmus entstehen.)
Die riemannsche Vermutung[Bearbeiten]
Die Lage der Nullstellen im kritischen Streifen hängt eng mit Aussagen über die Verteilung der Primzahlen zusammen. Beispielsweise ist die Aussage, dass auf dem Rand des kritischen Streifens keine Nullstellen liegen, ein möglicher Zwischenschritt beim Beweis des Primzahlsatzes. Weitere Vergrößerungen des „nullstellenfreien Bereiches“ implizieren Restgliedabschätzungen im Primzahlsatz. Riemann vermutete im Jahr 1859, dass alle Nullstellen auf der parallel zur imaginären Achse verlaufenden Geraden
liegen. Diese so genannte riemannsche Vermutung konnte bislang weder bewiesen noch widerlegt werden.
Der Verlauf der Zeta-Funktion in der komplexen Ebene, besonders entlang von parallel zur imaginären Achse verlaufenden Streifen, wird wegen des Zusammenhangs mit der Primzahlverteilung und des davon unmittelbar betroffenen sogenannten Faktorisierungsproblems seit kurzem auch gezielt mit physikalischen Methoden untersucht, und zwar mit Interferenz-Methoden analog zur Holographie. Man teilt dazu die definierende Summe in zwei Teile mit positiver bzw. negativer Phase auf, ψ bzw. ψ*, die man anschließend zur Interferenz bringt.[20]
Die Imaginärteile der „ersten“ Nullstellen sind beispielsweise [21]
| ±k | ±Im ρk |
|---|---|
| 1 | 14,134725141734693790… |
| 2 | 21,022039638771554993… |
| 3 | 25,010857580145688763… |
| 4 | 30,424876125859513210… |
| 5 | 32,935061587739189690… |
| 6 | 37,586178158825671257… |
| 7 | 40,918719012147495187… |
| 8 | 43,327073280914999519… |
| 9 | 48,005150881167159727… |
| 10 | 49,773832477672302181… |
Über die Eigenschaften dieser Imaginärteile (Irrationalität, Transzendenz, …) ist bis heute nichts bekannt.[22]
Anwendung und Auftreten[Bearbeiten]
Das prominenteste Anwendungsgebiet der riemannschen Zeta-Funktion ist die analytische Zahlentheorie. Ein Beispiel ist ihre Verbindung zum Primzahlsatz, der ein sehr wichtiges Resultat in der Primzahlforschung der Neuzeit darstellt. Aber darüber hinaus tritt sie auch im Kontext mit unendlichen Reihen und Wahrscheinlichkeitsrechnung auf. Es sind ebenfalls Anwendungsgebiete aus der Physik bekannt.
Zusammenhang zum Primzahlsatz[Bearbeiten]
Wie bereits der 15-jährige Gauß vermutete, wächst die Anzahl aller Primzahlen
unter einer gegebenen Schranke
asymptotisch gleich wie der Ausdruck
. Es gilt also
Dieser sogenannte Primzahlsatz wurde jedoch erst hundert Jahre später unabhängig von Hadamard und Poussin bewiesen.
Erstaunlicherweise ist der Primzahlsatz gleichbedeutend mit der Aussage, dass die Zeta-Funktion auf der Geraden
keine Nullstellen besitzt. Die Grundidee dieses nicht-trivialen Zusammenhangs findet sich in der Analyse der Dirichletreihe
wobei
hier die Mangoldt-Funktion bezeichnet, die sich durch
definiert. Für den Primzahlsatz ist das Wachstum der Mangoldt-Funktion von besonderem Interesse, weshalb Tschebyschow die beiden Funktionen
und
einführte und zeigte, dass die Aussagen
äquivalent sind. Der Beweis, dass
für alle reellen
ist sehr trickreich, und es kann aus ihm gefolgert werden, dass sich die Funktion
holomorph auf die gesamte abgeschlossene Halbebene
fortsetzen lässt. Somit ist sie holomorph auf ganz
, da
keine weiteren Nullstellen rechts der Gerade
besitzen kann (siehe Euler-Produkt). Da
(wie man über viele Ausdrücke von
leicht nachweist) bei
einen Pol erster Ordnung mit Residuum 1 besitzt, strebt der Ausdruck
für alle
(also auch
) und
gleichmäßig gegen eine stetige Funktion. Daher lässt sich hier für die Koeffizienten der Dirichletreihe von
ein Taubersatz anwenden, aus dem schließlich
und somit auch der Primzahlsatz folgt.
Bereits hier ist (in schwacher Form) zu erkennen, dass es einen Zusammenhang zwischen Primzahlen und den Nullstellen der Zeta-Funktion gibt.
In Verbindung mit zahlentheoretischen Funktionen[Bearbeiten]
Es existieren Zusammenhänge zwischen einigen zahlentheoretischen Funktionen und der
-Funktion. Diese Verbindungen drücken sich in Dirichlet-Reihen aus, die über die betreffenden zahlentheoretischen Funktionen gebildet werden. Hierbei macht man sich zu Nutze, dass das Produkt zweier (oder generell mehrerer) konvergenter Dirichlet-Reihen eine wiederum konvergente Dirichlet-Reihe ergibt. Man spricht auch von der sogenannten Dirichlet-Faltung zweier (oder mehrerer) Dirichlet-Reihen. In diesem Zusammenhang kann man sich zum Beispiel die Dirichlet-Reihen von
,
oder auch
ansehen.
Teilerfunktionen[Bearbeiten]
Man findet beispielsweise die Relation:
wobei
die Teileranzahlfunktion darstellt, die zählt, wie viele natürliche Teiler eine Zahl
besitzt. Zu diesem Ergebnis gelangt man durch systematisches Ausmultiplizieren des Quadrates der Dirichlet-Reihe der Zeta-Funktion. Da es sich dabei um das Produkt zweier (konvergenter) Dirichlet-Reihen handelt, kann es, wie oben beschrieben, wiederum über eine Dirichlet-Reihe dargestellt werden.
Die aus dieser Faltung erzeugte Dirichlet-Reihe hat nun eine neue zahlentheoretische Funktion, die als
bezeichnet wird. Der Summenindex wird als
gewählt, um Verwechslungen zu vermeiden. Der vorletzte Schritt der Auswertung zeigt nun, dass man den Wert von
über die Anzahl aller natürlichen Zahlenpaare
gewinnen kann, für die
gilt. Somit reduziert sich die Frage nach dem Wert von
darauf, wie viele Teiler die betroffene Zahl
besitzt.
Allgemeiner hat man:
wobei
die verallgemeinerte Teilerfunktion ist.[23]
Möbiusfunktion[Bearbeiten]
Mit der Möbiusfunktion erhält man eine Dirichlet-Reihe, die den Kehrwert der
-Funktion erzeugt. Es gilt dann:
Zur Erklärung dieses Zusammenhangs betrachtet man
also einfach den Kehrwert des Euler-Produkts, und bildet durch konsequentes Ausmultiplizieren die dazugehörige Dirichlet-Reihe, die sich dann definitionsgemäß über die Möbiusfunktion erstreckt.
Summe von Quadraten[Bearbeiten]
Die zahlentheoretische Frage, wie oft eine Zahl als Summe von Quadraten geschrieben werden kann, lässt sich ebenfalls auf die riemannsche Zetafunktion überleiten. So erhält man zusammen mit der dirichletschen Betafunktion:
wobei
die Anzahl aller 2-Tupel
ganzer Zahlen angibt, welche die Gleichung
erfüllen. Insbesondere lässt sich über diesen Ansatz zeigen, dass sich der Limes
einer festen Konstanten
nähert. Diese Sierpiński-Konstante (benannt nach Wacław Sierpiński) lässt sich in Abhängigkeit von der Kreiszahl, der Euler-Mascheroni Konstante und logarithmierten Werten der Gammafunktion auch schreiben als:
Ähnliche Ausdrücke finden sich für 4 bzw. 8 Quadrate:

. [24]
Weitere Beispiele[Bearbeiten]
Weitere Beispiele sind
mit der eulerschen
-Funktion[25] und
mit der Mangoldt-Funktion.[26]
In der Analysis[Bearbeiten]
Taylor-Reihen[Bearbeiten]
In der Analysis tritt die Zeta-Funktion unter anderem als Koeffizientenfolge in den Taylor-Reihen des Kotangens und der Digamma-Funktion auf.
Die erzeugende Funktion der Folge
mit
für alle
ist:
wobei
hier die Digamma-Funktion und
die Euler-Mascheroni-Konstante bezeichnet.[27]
Summiert man außerdem in einer Potenzreihe, die die Zetafunktionswerte als Koeffizienten hat, nur über die geradzahligen Exponenten bzw. Folgeglieder, so ergibt sich:
ebenfalls mit Konvergenzradius 1.[28]
Unendliche Reihen[Bearbeiten]
Weiter gibt es eine reichhaltige Fülle an unendlichen Reihen mit besonderen Grenzwerten, die die Zeta-Funktion beinhalten. Zwei Beispiele für Reihen mit rationalen Grenzwerten sind:
und
Zusammen mit der Euler-Mascheroni-Konstante
hat man:
und auch:
Auch für die catalansche Konstante
existieren solche Reihen:[29]
In der Wahrscheinlichkeitstheorie[Bearbeiten]
Die Zeta-Funktion spielt eine zentrale Rolle bei der sogenannten Zipf-Verteilung. Es gilt für eine Zufallsvariable
:
Auch einige Wahrscheinlichkeitsgesetze aus der Zahlentheorie stehen in engem Zusammenhang zu der Zeta-Funktion. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig gewählte Zahl quadratfrei ist, und ebenso die Wahrscheinlichkeit, dass zwei zufällig gewählte Zahlen teilerfremd sind, ist gleich
Allgemeiner ist
die Wahrscheinlichkeit, dass n positive ganze Zahlen keine k-te Potenz größer 1 als gemeinsamen Teiler haben.[30]
Als Funktionswert spezieller Funktionen[Bearbeiten]
Die riemannsche Zeta-Funktion taucht ebenfalls bei der Auswertung bestimmter Funktionswerte anderer spezieller Funktionen auf, was nicht zuletzt durch ihre Verbindung zur Gamma-Funktion (beispielsweise in der Funktionalgleichung) begründet werden kann. Zum Beispiel ergibt sich mit der Polygamma-Funktion:
Andere Ausdrücke für die ζ-Funktion[Bearbeiten]
Neben ihrer elementaren Reihendarstellung besitzt die Zeta-Funktion eine reiche Fülle an weiteren Ausdrücken, von denen einige im Folgenden aufgeführt werden. Hierbei sei jedoch zu bemerken, dass sich die allermeisten dieser Formeln für eine effiziente numerische Berechnung eigentlich nicht eignen. Viele dieser Ausdrücke spielen jedoch in der reinen Mathematik eine wichtige Rolle, da mit ihrer Hilfe theoretische Resultate bewiesen werden können, die neben dem allgemeinen Erkenntnisgewinn auch für die spätere Anwendung entscheidende Auswirkung haben können. Weiter stellen einige dieser Formeln analytische Fortsetzungen dar, die die Zeta-Funktion auch außerhalb der um 1 verschobenen rechten Halbebene gültig darstellen.
Beziehung zur η-Funktion[Bearbeiten]
Eine Möglichkeit, den Definitionsbereich der
-Funktion auf die gesamte rechte Halbebene
auszudehnen, ergibt sich über einen Bezug zur Dirichlet-Reihendarstellung der dirichletschen η-Funktion.
Man erhält über die nun folgende Umformung einen neuen Reihenausdruck für die Zeta-Funktion, der für alle
bzw. allgemeiner
konvergiert. Hierbei summiert man die Reihe der Eta-Funktion mit der (mit dem Vorfaktor
versehenen) Reihe der Zeta-Funktion zusammen.
Stellt man diese Gleichung um, so ergibt sich der Ausdruck für
:
Die Identität zwischen den Funktionen
und
,
ist zudem in ganz
gültig.[32]
Beziehung zur Primzetafunktion[Bearbeiten]
Es gilt für alle
mit
:
wobei
mit
die Primzetafunktion bezeichnet. Dieser Ausdruck kann durch Logarithmieren des Euler-Produktes und anschließendes Umformen gewonnen werden.[33]
Integraldarstellungen[Bearbeiten]
Die riemannsche Zeta-Funktion besitzt insbesondere zahlreiche Integraldarstellungen. Die nun folgenden Beispiele haben jedoch für die praktische Berechnung der Zeta-Funktion wenig Bedeutung, da sie erstens in ihrer Definitionsmenge beschränkt sind und zweitens nur langsam bis mittelmäßig schnell konvergieren. Jedoch sind sie für die theoretische Analyse der Zeta-Funktion und die Herleitung anderer Ausdrücke, die unter Umständen schneller konvergieren, von großer Bedeutung.
Über die Mellin-Transformation von
gelangt man unter Ausnutzung der geometrischen Reihe zu:
Das ergibt sich mit Hilfe der Definition der Gamma-Funktion
. Nun lässt sich daraus für
die folgende Beziehung folgern:
Diese Integraldarstellung kann auch für die Gewinnung weiterer Ausdrücke benutzt werden (siehe im nächsten Abschnitt Summenformeln).
Eine weitere Integraldarstellung, die sogar für
gilt, ist gegeben durch
Der Ausdruck
mit dem Ganzzahlwert
ist ebenfalls für
gültig.[35] Diese Formel ergibt sich aus der letzten Summenformel im weiter unten stehenden Abschnitt bezüglich
für
.
Insbesondere gibt es noch eine Multiintegraldarstellung für natürliche Argumente. Für alle
erhält man:
So bekommt man unter anderem:
Dies beweist man leicht durch die Auffassung des Integranden als Grenzwert der geometrischen Reihe und Vertauschung von Integration und Summation.
Für eine praktische Berechnung der Zeta-Funktion sind die folgenden Integralausdrücke hingegen sehr gut geeignet. Für alle
erhält man die Integralrelation
die zur numerischen Berechnung der Zeta-Funktion herangezogen werden kann, da sie sehr schnell konvergiert.[36] Ein ähnlicher Ausdruck ergibt sich über die Integraldarstellung der lerchschen Zeta-Funktion:
Summenformeln[Bearbeiten]
Zerlegt man die über die Mellin-Transformation gewonnene Integraldarstellung aus dem vorherigen Abschnitt in die beiden Intervalle
und
, also
so erhält man unter Zuhilfenahme der Bernoulli-Zahlen
und deren Definition
über die Transformation
die Summenformel
Die Bedeutung dieser Summenformel liegt vor allen Dingen darin, dass man durch sie auf einfache Weise die Formel
herleiten kann.
Einen anderen Weg, um zu einem Summenausdruck zu gelangen, stellt die Anwendung der Euler-MacLaurin-Summenformel,
dar, wobei f als Mindestvoraussetzung eine auf dem Intervall
q-mal differenzierbare Funktion ist,
die Bernoulli-Polynome sind und
den ganzzahligen Anteil von x darstellt.[38]
Indem man
mit der Summenformel umwandelt, erhält man den Ausdruck
Diese Formel gilt nicht nur für die Ebene
, sondern sogar für
(wobei natürlich wieder
sei). Durch die freie Wahl von
kann man den Definitionsbereich beliebig ausdehnen und hat damit einen Ausdruck für ganz
.[38]
Reihenentwicklungen[Bearbeiten]
Die Zeta-Funktion ist holomorph in ganz
und hat an der Stelle
einen Pol erster Ordnung. Daher kann sie um
in einer Laurentreihe entwickelt werden. Diese Laurentreihe hat die Form
Bei den Koeffizienten
handelt es sich um die Stieltjes-Konstanten, wobei
die Euler-Mascheroni-Konstante ist,[34] für die sich daraus insbesondere der Ausdruck
ergibt.
Helmut Hasse hat 1930 die von Konrad Knopp veröffentlichte und auf ganz
definierte Reihenidentität
bewiesen.
Produktentwicklung[Bearbeiten]
Neben dem Euler-Produkt gibt es eine weitere Produktdarstellung der Zeta-Funktion, die erstmals ihre Nullstellen in eine mögliche Definition direkt mit einschließt. Diese ist deshalb so bedeutend, weil sie ein wichtiger Schlüssel für den Zusammenhang zwischen Primzahlen und Nullstellen ist. Der entscheidende Schritt in Bernhard Riemanns Arbeit war nämlich der „Vergleich“ dieser beiden Produkte, was schließlich ein enges Verhältnis zwischen den Produktelementen (in diesem Falle Primzahlen und Nullstellen) impliziert.
Aufgrund ihrer langsamen Konvergenzgeschwindigkeit ist die Produktdarstellung jedoch ebenfalls nicht für eine numerische Berechnung geeignet.
Über den Produktsatz von Weierstraß für holomorphe Funktionen ist es möglich, die Zeta-Funktion anhand ihrer Nullstellen über ein Produkt der Form
explizit zu rekonstruieren, wobei
eine auf das Produkt multiplizierte und meist elementare Funktion darstellt. Im Falle der Zeta-Funktion ergibt sich für
die Funktion
und somit unter Verwendung der trivialen sowie nicht-trivialen Nullstellen:
Unter Zuhilfenahme der Produktentwicklung der Gamma-Funktion
erhält man das Hadamard-Produkt[39], benannt nach seinem Entdecker Jacques Hadamard, das global in
konvergiert:
Eine etwas einfachere Form des Hadamard-Produktes ist:
Besonders diese letzte Darstellung verdeutlicht, dass sich die
-Funktion im Prinzip komplett aus ihren Nullstellen und ihrer Singularität bei
konstruieren lässt. Jedoch ist dieses Produkt auch nur bedingt konvergent. Um absolute Konvergenz zu erreichen, müssen die Nullstellen „paarweise“ (
und
sind ein solches Paar) in das Produkt eingesetzt werden. Alternativ kann man daher
schreiben, um Konvergenz eindeutig herbeizuführen.
Beziehung zur Thetafunktion[Bearbeiten]
Eine weitere Möglichkeit, die riemannsche
-Funktion in analytischer Fortsetzung zu betrachten, ist die folgende Funktionalgleichung:
Diese kann über eine Umtransformation des Integrals
mittels der jacobischen Theta-Reihe hergeleitet werden. Riemann griff in seiner Arbeit dafür auf Ergebnisse des deutschen Mathematikers Carl Gustav Jacob Jacobi zurück, der für den speziellen Theta-Nullwert
seiner Theta-Reihe die nützliche Transformationsformel
aufgezeigt hatte. Eine alternative und vereinfachende Schreibweise
führt hierbei zu
Mit der Substitution
in das obere zu transformierende Integral erhält man vorerst
was sich unter unendlicher Aufsummierung nach
(Mellin-Transformation) und Multiplizierung mit
zu
ergibt. Dieses Integral lässt sich nun über die Intervalle
und
aufspalten.
Mit Hilfe einer erneuten Substitution
in das erste Integral mit Integrationsgrenzen 0 und 1 und der Theta-Transformationsformel erhält man:
Zusammengefasst ergibt dies:
Dieser Ausdruck ist in ganz
holomorph und unter der Abbildung
invariant (ändert man also
zu
, ändert sich nichts), das heißt
Mit einigen Umformungen und Transformationen bezüglich der Gammafunktion kann man daraus die schon oben erwähnte Funktionalgleichung der
-Funktion gewinnen.[40]
Beziehung zur Polygammafunktion[Bearbeiten]
Espinosa und Moll haben 2003 die Relation
mit der Digammafunktion
und der auf komplexe Ordnungen
verallgemeinerten Polygammafunktion
aufgezeigt.[41] Unter Ausnutzung der Beziehung
zur hurwitzschen Zeta-Funktion und Einsetzen in die allgemeinere Relation
gelangt man zu
Damit sind die Nullstellen der ζ-Funktion Lösungen ρ der Gleichung
Wegen der „Multiplikationsformel“
lässt sich für
,
sogar die allgemeinere Beziehung
herleiten.
Numerische Berechnung[Bearbeiten]
Es gibt sehr effiziente Methoden, die Zeta-Funktion ohne großen Rechenaufwand numerisch anzunähern. Diese wurden in der Zeit, bevor es Rechenmaschinen oder gar Computer gab, dazu verwendet, bestimmte Funktionswerte der Zeta-Funktion auf viele Dezimalstellen genau zu bestimmen. Beispielsweise ermittelte Leonhard Euler 1735 den Wert von
auf etwa 20 Stellen genau, bevor er das Basler Problem, das sich mit dem analytisch „exakten“ Wert von
befasste, löste. Diese numerische Auswertung war für ihn die praktische Bestätigung für die Richtigkeit seines exakt ermittelten Wertes.[42]
Weiter fand der dänische Mathematiker Jørgen Pedersen Gram im Jahr 1903 numerische Werte der ersten 15 nicht-trivialen Nullstellen, wobei er die ersten zehn Nullstellen auf sechs und die weiteren fünf auf jeweils eine Stelle nach dem Komma ermittelte.[43]
Als effektive Methode erweist sich die „abgebrochene“ Summenformel, die mit Hilfe der Euler-MacLaurin-Summenformel hergeleitet wird (siehe auch im Abschnitt Summenformeln). Hierfür wird zunächst eine beliebige natürliche Zahl
festgelegt, für die außerdem
gelten sollte. Es gilt dann:
wobei das Restglied
durch
gegeben ist. Bei der (freien) Wahl von
ist zu beachten, dass das Restglied nur auf der Halbebene
konvergiert. Daher muss stets
gelten. Für größer werdende Werte von
verkleinert sich der Fehler
unabhängig von
rapide.[44]
Beispiele[Bearbeiten]
Als ein Beispiel bietet sich die numerische Annäherung des Zahlenwertes von
an. Für eine sehr gute Approximation reichen die Werte
und
vollkommen aus. Einsetzen ergibt:
Die folgende Tabelle zeigt die numerische Auswertung dieser Rechnung.
| Term | Numerischer Wert |
|---|---|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Diese mit wenig Aufwand gewonnene Approximation stimmt mit dem tatsächlichen Wert
bereits in sechs Dezimalstellen (gerundet) nach dem Komma überein.[45]
Analog kann der Dezimalwert von
angenähert werden. Hier reicht die Wahl von
und
.
| Term | Numerischer Wert |
|---|---|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Auch dieser Wert stimmt auf sechs Dezimalstellen genau.[46]
Ableitung[Bearbeiten]
Ausdruck über Dirichlet-Reihen[Bearbeiten]
Alle Ableitungsfunktionen der riemannschen Zeta-Funktion (also die erste, zweite und höhere Ableitungen) lassen sich, wie die Zeta-Funktion selbst, für komplexe Zahlen
mit
als Dirichlet-Reihen ausdrücken.
Beispielsweise bietet sich für die erste Ableitung gliedweise Differenzierung der Dirichlet-Reihe der
-Funktion an. Man erhält:
Somit ist ihre Ableitung die Dirichlet-erzeugende Funktion der Folge
.
Für die
-te Ableitung gilt allgemein:
Dies folgert man leicht über den folgenden Rechenweg unter Ausnutzung der Ableitungseigenschaften der Exponentialfunktion:
Die Eigenschaft der Holomorphie in ganz
wird von der Zeta-Funktion auch auf ihre Ableitungen übertragen. Das bedeutet, dass sich für jede (auch höhere) Ableitungsfunktion der Zeta-Funktion auch eine analytische Fortsetzung finden lässt, die über den Definitionsbereich der Dirichlet-Reihen hinaus geht.
Weitere Ausdrücke[Bearbeiten]
Eine weitere Formel für die Ableitung der
-Funktion lässt sich mittels logarithmischer Ableitung gewinnen, also über die Identität:
Setzt man hier
für die
-te Primzahl (Euler-Produkt), ergibt sich:
Für eine numerische Berechnung in ganz
eignet sich:
Spezielle Werte[Bearbeiten]
Für alle negativen ganzen Zahlen
erhält man insbesondere:
Daraus ergeben sich unter anderem die Werte:
Andere Werte sind:
wobei
hier die Glaisher-Kinkelin-Konstante bezeichnet.
Stammfunktion[Bearbeiten]
Eine Stammfunktion der
-Funktion ist gegeben durch:
Verallgemeinerungen und andere Zeta-Funktionen[Bearbeiten]
Es wurden diverse Funktionen betrachtet, deren Definition der der riemannschen Zeta-Funktion ähnelt, diese wurden dann auch „Zeta-Funktion“ mit dem Namen ihres „Entdeckers“ genannt. Insbesondere sei hier auf die dedekindsche Zeta-Funktion, die hurwitzsche Zeta-Funktion und die lerchsche Zeta-Funktion verwiesen, siehe auch Liste aller Zeta-Funktionen. Ähnlich definierte „verallgemeinerte Zeta-Funktionen“ werden auch in der theoretischen Physik verwendet, und zwar im Zusammenhang mit der systematischen sogenannten semiklassischen Näherung quantenmechanischer Resultate.
Literatur[Bearbeiten]
Zur Mathematik:
- Tom M. Apostol: Introduction to Analytic Number Theory. Springer, New York 1976, ISBN 0-387-90163-9 (insbesondere Kapitel 11, 12 und 13).
- Peter Borwein, Stephen Choi, Brendan Rooney, Andrea Weirathmueller: The Riemann Hypothesis. Springer, New York 2008, ISBN 978-0-387-72125-5 (insbesondere Kapitel 2 und 3; enthält im zweiten Teil des Buches eine Auswahl der wichtigsten, mathematischen Originalarbeiten zur Riemannschen Zetafunktion und Riemannschen Vermutung von 1852 bis 2004).
- Harold Edwards: Riemann’s Zeta Function. Dover, 2001, ISBN 0-486-41740-9 (Dieses Buch erläutert die Mathematik in Bernhard Riemanns berühmter Originalarbeit "Ueber die Anzahl der Primzahlen unter einer gegebenen Grösse" aus dem Jahr 1859. Es enthält im Anhang eine englische Übersetzung dieser Originalarbeit.).
- Aleksandar Ivić: The Riemann Zeta-Function: theory and applications. Dover, Mineola 2003, ISBN 0-486-42813-3.
- Henryk Iwaniec, Emmanuel Kowalski: Analytic Number Theory. American Mathematical Society, Providence 2004, ISBN 0-8218-3633-1 (insbesondere Kapitel 1 und 5).
- Eugen Jahnke: Tafeln höherer Funktionen. Teubner, Stuttgart 1966.
- Peter Meier, Jörn Steuding: Wer die Zetafunktion kennt, kennt die Welt!. In: Spektrum der Wissenschaft Dossier 6/2009: „Die größten Rätsel der Mathematik“. ISBN 978-3-941205-34-5, S. 12–19.
- Anatoly A. Karatsuba, S.M. Voronin: The Riemann Zeta-Function. Walter de Gruyter, Berlin 1992, ISBN 3-11-013170-6.
- Jürgen Neukirch: Algebraische Zahlentheorie. Springer, Berlin 1992, ISBN 3-540-54273-6 (insbesondere Kapitel 7).
- Samuel Patterson: An introduction to the theory of the Riemann Zeta-Function. Cambridge University Press, New York 1995, ISBN 0-521-49905-4.
- Bernhard Riemann: Ueber die Anzahl der Primzahlen unter einer gegebenen Grösse. In: Monatsberichte der Königlichen Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Berlin 1859, S. 671–680.
- Edward Charles Titchmarsh: The Theory of the Riemann Zeta-Function. 1951.
- Don Zagier: Zetafunktionen und quadratische Körper. Springer, Berlin; Heidelberg; New York 1981, ISBN 3-540-10603-0 (Teil 1, insbesondere § 4).
Zur Geschichte:
- Marcus du Sautoy: Die Musik der Primzahlen. Auf den Spuren des größten Rätsels der Mathematik. 4 Auflage. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52320-X.
Weblinks[Bearbeiten]
- Zetagrid
- Graph der Riemannschen Zeta-Funktion (Animation)
- Bernhard Schiekel: Zeta-Funktionen in der Physik - eine Einführung (PDF-Datei; 2.4 MB)
Die folgenden Arbeiten sind englisch, aktuell und verschaffen einen schnellen Überblick:
- Xavier Gourdon, Pascal Sebah: Definition (PDF-Datei; 68 kB)
- Xavier Gourdon, Pascal Sebah: Allgemeines (PDF-Datei; 97 kB)
- Xavier Gourdon, Pascal Sebah: Numerische Berechnung (PDF-Datei; 162 kB)
- Xavier Gourdon, Pascal Sebah: Nullstellen (PDF-Datei; 112 kB)
- P. Cerone: Bounds for Zeta and Related Functions. Journal of Inequalities in Pure and Applied Mathematics, Band 6, Nr. 5, 2005 (enthält Abschätzungen der Zetafunktion für ungerade
; PDF-Datei; 248 kB) - Funktionswerte für

Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Holger Reeker: Eulerprodukte von zwei-variablen Zetafunktionen (PDF; 374 kB), 10. Oktober 2012, Seite 6 ff.
- ↑ Aleksandar Ivic: The Riemann Zeta-Function, Dover, ISBN 978-0-486-42813-0, Seite 4
- ↑ Julian Havil: Gamma. Springer-Verlag Berlin et al. 2007, ISBN 978-3-540-48495-0, Seite 290
- ↑ H. M. Edwards: Riemann's Zeta Function, Dover, ISBN 978-0-486-41740-0, Seite 16
- ↑ Julian Havil: Gamma. Springer-Verlag Berlin et al. 2007, ISBN 978-3-540-48495-0, Seite 50
- ↑ Julian Havil: Gamma. Springer-Verlag Berlin et al. 2007, ISBN 978-3-540-48495-0, Seite 53
- ↑ H. M. Edwards: Riemann's Zeta Function, Dover Verlag ISBN - 978-0-486-41740-0, Seite 1
- ↑ Marcus du Sautoy: Die Musik der Primzahlen. Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-34299-5, Seite 130
- ↑ Marcus du Sautoy: Die Musik der Primzahlen. Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-34299-5, Seite 170 ff.
- ↑ Jörn Steuding: On the Universality of the Riemann zeta-function (PDF; 456 kB), 11. Oktober 2012, Seite 54.
- ↑ Reinhold Remmert: Funktionentheorie I. Springer-Verlag Berlin et al. 1984, ISBN 3-540-12782-8, Seite 234.
- ↑ Roger Apéry: Irrationalité de
et
. Astérisque 61, 1979, S. 11–13 - ↑ Matyáš Lerch: Sur la fonction ζ(s) pour les valeurs impaires de l’argument, Jornal de sciencias mathematicas e astronomicas 14, 1900, S. 65–69 (französisch; Jahrbuch-Zusammenfassung)
- ↑ Simon Plouffe: Identities inspired by Ramanujan Notebooks
- ↑ Linas Vepstas: On Plouffe’s Ramanujan Identities (PDF; 202 kB)
- ↑ Jonathan M. Borwein, David M. Bradley, Richard E. Crandall: Computational strategies for the Riemann zeta function (PDF; 310 kB), 11. Oktober 2012, Seite 270
- ↑ H. M. Edwards: Riemann's Zeta Function, Dover, ISBN 978-0-486-41740-0, Abschnitt 3.8
- ↑ H. M. Edwards: Riemann's Zeta Function, Dover, ISBN 978-0-486-41740-0, Seite 19
- ↑ H. M. Edwards: Riemann's Zeta Function, Dover, ISBN 978-0-486-41740-0, Seite 226
- ↑ siehe z. B. W. Merkel et al.: Factorization of Numbers with Physical Systems. In: W.P. Schleich und H. Walther (Hrsg.): Elements of Quantum Information. Wiley-VCH-Verlag, Weinheim 2007, Seite 339 bis 353
- ↑ Andrew Odlyzko: Table of zeros of the Riemann zeta function
- ↑ Julian Havil: Gamma. Springer-Verlag Berlin et al. 2007, ISBN 978-3-540-48495-0, Seite 226.
- ↑ Eric W. Weisstein: Divisor Function. In: MathWorld. (englisch)
- ↑ Holger Reeker: Eulerprodukte von zwei-variablen Zetafunktionen, S. 44-46
- ↑ G. H. Hardy und E. M. Wright: An Introduction to the Theory of Numbers, 5th ed. Oxford, ISBN 978-0-198-53171-5, 1979
- ↑ Springer: Encyclopedia of Mathematics: Mangoldt Function, 10. Oktober 2012
- ↑ Jonathan M. Borwein, David M. Bradley, Richard E. Crandall: Computational strategies for the Riemann zeta function (PDF; 310 kB), Seite 254.
- ↑ Jonathan M. Borwein, David M. Bradley, Richard E. Crandall: Computational strategies for the Riemann zeta function (PDF; 310 kB), Seite 254.
- ↑ Weisstein: Wolfram Mathworld: Catalan's Constant, 10. Oktober 2012
- ↑ ITEM 53 (Salamin) aus M. Beeler, R. W. Gosper, R. Schroeppel: HAKMEM, MIT AI Memo 239, 29. Februar 1972 (englisch)
- ↑ Weisstein: Wolfram Mathworld: Polygamma Function
- ↑ Aleksandar Ivic: The Riemann Zeta-Function, Dover, ISBN 978-0-486-42813-0, Seite 4
- ↑ Komaravolu Chandrasekharan: Einführung in die analytische Zahlentheorie. Springer Verlag, 1965/66, Kapitel XI, Seite 2
- ↑ a b c Dragan Miličić: Notes on Riemann's Zeta Function. (PDF; 121 kB)
- ↑ Jörn Steuding: On the Universality of the Riemann zeta-function (PDF; 456 kB), 11. Oktober 2012, Seite 3.
- ↑ Mathematik-Online-Kurs: Numerik - Numerische Integration der Riemannschen Zeta-Funktion
- ↑ Jonathan M. Borwein, David M. Bradley, Richard E. Crandall: Computational strategies for the Riemann zeta function (PDF; 310 kB), Seite 253
- ↑ a b Hans Rademacher: Topics in Analytic Number Theory. Springer-Verlag Berlin et al. 1973, ISBN 3-540-05447-2.
- ↑ André Voros: More Zeta Functions for the Riemann Zeros (PDF; 182 kB), CEA, Service de Physique Théorique de Saclay (CNRS URA 2306), Seite 6.
- ↑ Otto Forster: Funktionalgleichung der Zeta-Funktion (PDF; 251 kB)
- ↑ Oliver Espinosa and Victor H. Moll: A Generalized Polygamma Function auf arXiv.org e-Print archive 2003.
- ↑ Julian Havil: Gamma. Springer-Verlag Berlin et al. 2007, ISBN 978-3-540-48495-0, Seite 50
- ↑ J. P. Gram: Sur les Zéros de la Fonction
de Riemann. Acta Math. 27, 289-304 (1903) - ↑ H. M. Edwards: Riemann's Zeta Function, Dover, ISBN 978-0-486-41740-0, Seite 114
- ↑ H. M. Edwards: Riemann's Zeta Function, Dover, ISBN 978-0-486-41740-0, Seite 116
- ↑ H. M. Edwards: Riemann's Zeta Function, Dover, ISBN 978-0-486-41740-0, Seite 116
.




























![F(s) = \int \limits_1^\infty \frac{\mathrm{d}x}{x^s} = \left[ - \frac{1}{(s-1)x^{s-1}}\right]_1^\infty = \frac{1}{s - 1} \,\,\,\,\,\, \mathrm{falls} \, \, \mathrm{Re} \, s > 1.](http://upload.wikimedia.org/math/1/f/0/1f0893f421e5e10f0bb2a055f6328d2b.png)







definierte und in einem Gebiet 









(Folge
(Folge
(Folge
(Folge 





(Folge
(Folge 

dargestellt, so dass man klar die ersten nichttrivialen Nullstellen erkennen kann.






















. 










(Folge 










![\zeta(s) = \frac{s}{s-1} + s\int\limits_1^\infty \frac{[x]-x}{x^{s+1}}\,\mathrm{d}x](http://upload.wikimedia.org/math/5/3/5/53517cf062d1aec4fb5739efd466d6d8.png)







![\sum\limits_{n=2}^{N} f(n) = \int\limits_1^N f(x)\,\mathrm dx\,
+\,\sum\limits_{\nu=1}^q (-1)^\nu\,\frac{\mathrm{B}_\nu}{\nu!}\,\left(f^{(\nu-1)}(N)-f^{(\nu-1)}(1)\right)\,
-\,\frac{(-1)^q}{q!}\int\limits_1^N \mathrm{B}_q(x-[x])\,f^{(q)}(x)\,\mathrm dx,](http://upload.wikimedia.org/math/0/2/6/026ad85647dc63542b55e063d45ea3b1.png)
![\zeta(s) =
\frac{1}{s-1}\,+\,\frac{1}{2}\,
+\,\sum\limits_{\nu=2}^q\frac{\mathrm{B}_\nu}{\nu!}\,\prod\limits_{k=0}^{\nu-2}(s+k)\,
-\,\frac{1}{q!}\,\prod\limits_{k=0}^{q-1}(s+k)\,\int\limits_1^\infty \mathrm{B}_q(x-[x])\,x^{-(s+q)}\,\mathrm dx.](http://upload.wikimedia.org/math/2/e/3/2e308a8774cb2f1b697cfb0b536e3289.png)





























![R_{2m}(s) = -\frac{s(s+1)\cdots (s+2m-1)}{(2m)!} \int \limits_N^\infty \mathrm{B}_{2m}(x - [x])x^{-s-2m} \mathrm{d}x](http://upload.wikimedia.org/math/f/a/6/fa6a28cf30a6ef95e2d88b0a31a5ca28.png)













































