Tom Brady

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tom Brady
TomBrady.jpg
Tom Brady im Dezember 2007
New England PatriotsNr. 12
Quarterback
Geburtsdatum: 3. August 1977
Geburtsort: San Mateo, Kalifornien
Größe: 1,93 m Gewicht: 102 kg
NFL-Debüt
2000 für die New England Patriots
Karriere
College: Michigan
NFL Draft: 2000 / Runde: 6 / Pick: 199
 Teams:
Karriere-Highlights und Auszeichnungen
Ausgewählte NFL-Statistiken
(in der 12. Woche der NFL Saison 2013)
TD-INT     351-130
Geworfene Yards     47.702
Passversuche     6.388
Angekommene Pässe     4.055
Angekommene Pässe in %     63,5%
Quarterback Rating     95,5
Statistiken bei NFL.com

Thomas Edward Patrick „Tom“ Brady, Jr. (* 3. August 1977 in San Mateo, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer American-Football-Spieler auf der Position des Quarterbacks. Er spielt für die New England Patriots in der National Football League (NFL).

Er konnte mit den Patriots fünfmal in den Super Bowl einziehen (Super Bowl XXXVI, XXXVIII, XXXIX, XLII und XLVI) und drei davon gewinnen. Zweimal wurde er dabei zum Super Bowl MVP gewählt.

Karriere[Bearbeiten]

Frühe Jahre[Bearbeiten]

In seinen jungen Jahren besuchte Brady oft Spiele der San Francisco 49ers mit seinem Vater, so wurde der damalige Quarterback Joe Montana Bradys Idol und Vorbild.[1] Er ging auf die Junípero Serra High School in San Mateo und spielte dort lediglich Baseball auf der Position des Catchers.

College[Bearbeiten]

Brady studierte an der University of Michigan und spielte dort in den ersten zwei Jahren nur als Auswechselspieler im Footballteam der Universität, den Michigan Wolverines. Im dritten Jahr stritt er sich mit Drew Henson um die Position des Starting-Quarterbacks. Brady gewann und konnte seine letzten beiden Jahre in Michigan als erster Quarterback unter Cheftrainer Lloyd Carr spielen. Schon in seiner ersten Saison als Starter stellte er die Rekorde für die meisten Passversuche (350) und die meisten vollständigen Pässe (214) auf.[2] Er wurde sowohl 1998 als auch 1999 in das All-Star-Team der Big Ten Conference gewählt und war in seinem letzten Jahr Kapitän der Mannschaft. Mit den Wolverines gewann er 20 von 25 Spielen und konnte 1998 durch den Sieg im Florida Citrus Bowl den Titel der Big Ten gewinnen. 1999 konnte er mit der Mannschaft den Orange Bowl gewinnen. Er ist mit 442 vollständigen Pässen bei 712 Versuchen in nur zwei Saisons Drittplatzierter in der ewigen Quarterback-Rangliste der University of Michigan.[2]

NFL[Bearbeiten]

2000, 2001 Vom Starter zum Super Bowl MVP[Bearbeiten]

Die New England Patriots wählten Brady beim NFL Draft 2000 in der sechsten von sieben Runden an insgesamt 199. Stelle, auf Rat des Quarterbacktrainers, aus.[3] Brady war zu Beginn der Saison lediglich als vierter Quarterback eingeteilt. Im Laufe der Saison konnte er jedoch auf den zweiten Platz hinter Drew Bledsoe aufrücken. In seiner Rookiesaison konnte er nur dreimal werfen, wovon nur ein Pass erfolgreich war. Im zweiten Jahr rutsche Brady am 23. September 2001 während eines Spiel gegen die New York Jets, den Rivalen aus der AFC East, in die Rolle des ersten Quarterbacks. Drew Bledsoe hatte sich beim Zusammenstoß mit Linebacker Mo Lewis eine Innere Blutung zugezogen. Im Laufe der Woche wurde Brady dann zum Starting-Quarterback ernannt. In seinen ersten beiden Spielen war seine Leistung mäßig und er konnte nur ein Quarterback Rating von 79,6 beziehungsweise 58,7 erreichen.[4] Die Patriots verloren jedoch in dieser Saison nur noch ein weiteres Spiel mit Brady und konnten in die Play-offs einziehen.

Das umstrittene Tuck-Rule-Spiel der Play-offs gegen die Oakland Raiders konnte New England in der Verlängerung gewinnen. Beim AFC Championship Game gegen die Pittsburgh Steelers verletzte sich Brady seinen Knöchel und wurde für dieses Spiel wieder durch Bledsoe ersetzt. Beim Super Bowl XXXVI waren ihre Gegner, die St. Louis Rams stark favorisiert. Brady spielte wieder und konnte seine Mannschaft im letzten Viertel gleichauf mit den Rams bringen. Bei 1:21 Minuten verbleibender Spielzeit waren die Patriots an ihrer eigenen 18-Yard-Linie. Brady warf einige lange Pässe und kam bis an die 31-Yards-Linie der Gegner und warf den Ball auf den Boden, um die Uhr zu stoppen. Es waren noch acht Sekunden zu spielen und Kicker Adam Vinatieri schoss ein Field Goal. Brady wurde schon in seiner ersten Saison als Starter zum Super Bowl MVP gewählt.

2002[Bearbeiten]

Im darauf folgenden Jahr erreichte er trotz des ersten Platzes in der Liga mit 28 geworfenen Touchdownpässen „nur“ ein Rating von 85,7. Dies lag an den 14 Interceptions, was für ihn bis dahin die meisten in einer Saison darstellte.[4] In der zweiten Hälfte der Saison hatte Brady eine Schulterverletzung und laut Aussage des Cheftrainers Bill Belichick hätte er in den Play-offs, wenn sie diese erreicht hätten, nicht spielen können.[5]

2003, 2004 Super-Bowl-Siege[Bearbeiten]

In der folgenden Saison erreichten die New England Patriots nach einer 14:2-Bilanz erneut die Play-offs, wo sie nach Siegen über die Tennessee Titans und die Indianapolis Colts wiederum in den Super Bowl einzogen, den sie mit 32:29 gegen die Carolina Panthers gewannen.

2004 folgte die Titelverteidigung gegen die Philadelphia Eagles. Brady zeigte in dieser Saison erneut eine gute Leistung und warf Pässe für 3.692 Yards Raumgewinn und 28 Touchdowns.

2005, 2006[Bearbeiten]

In der Saison 2005 führte Brady die Liga mit Pässen über 4.110 Yards (28 Touchdowns) an. In den Play-offs scheiterten die Patriots an den Denver Broncos - Bradys erste Niederlage in den Play-offs in seiner bereits vierten Postseason.

2006 warf Brady Pässe für 3.529 Yards und 24 Touchdowns. Nach Siegen gegen die New York Jets und San Diego Chargers in den ersten beiden Runden der Play-offs, verloren die Patriots das AFC Championship Game in Indianapolis gegen die Colts.

2007 1. Super-Bowl-Niederlage gegen die Giants[Bearbeiten]

Brady führte die Patriots in der Regular Season zu einer 16:0-Bilanz und nach Siegen über die Jacksonville Jaguars und die San Diego Chargers, in den Super Bowl XLII. Außerdem stellte er in dieser Saison einen neuen Rekord mit 50 Touchdown-Pässen während der Regular Season auf. Trotz der bis dahin "perfekten Saison" verloren die Patriots als klare Favoriten den Super Bowl mit 14:17 gegen die New York Giants.

2008, 2009 Verletzung und Comeback Player of the Year[Bearbeiten]

Im ersten Spiel der Saison 2008 gegen die Kansas City Chiefs erlitt Brady eine schwere Verletzung am linken Knie und fiel für den Rest der Saison aus. Er musste mehrfach operiert werden, es kam zu Infektionen. Ohne ihn verpassten die Patriots – trotz einer guten Bilanz von elf Siegen bei fünf Niederlagen – die Play-offs.

In der Saison 2009 stand Brady wieder auf dem Platz und stellte unter anderem mit fünf Touchdowns in nur einem Spielviertel, am 18. Oktober 2009 gegen die Tennessee Titans, einen weiteren NFL-Rekord auf. Für seine gute Leistung nach der Rückkehr von der Verletzung wurde er zum NFL Comeback Player of the Year gewählt. In den Play-offs verloren die Patriots zu Hause gegen die Baltimore Ravens, wobei Brady mit drei Interceptions im ersten Viertel eine schlechte Leistung zeigte.

2010[Bearbeiten]

In der Saison 2010 wurde die Mannschaft umgebaut: Wide Receiver Randy Moss wurde abgegeben, dafür wurden die Tight Ends Rob Gronkowski und Aaron Hernandez gedraftet. Mit einer guten Saison, in der Brady 36 Touchdowns bei nur vier Interceptions gelangen, 358 Würfe in Folge ohne Interception absolvierte und die Patriots zu 14 Saisonsiegen führte, wurde er zum zweiten Mal zum Most Valuable Player gewählt. In den Play-offs verloren die Patriots diesmal gegen die New York Jets.

2011 2. Super-Bowl-Niederlage gegen die Giants[Bearbeiten]

In der darauffolgenden Saison 2011 spielte Brady wieder eine gute Saison, in der er 39 Touchdowns warf (zwölf Interceptions) und 5.235 Yards Raumgewinn erzielte, womit er nach Dan Marino (1984) und Drew Brees (ebenfalls 2011) der erst dritte Quarterback wurde, der Pässe über 5.000 Yards warf. Mit Brady erreichte New England mit 13-3 Siegen abermals die Play-offs. Beim 45:10-Sieg gegen die Denver Broncos gelangen Brady sechs Touchdown-Pässe, womit er den Play-off-Rekord von Steve Young einstellte. Mit den Patriots erreichte Brady den Super Bowl XLVI, wo er abermals gegen die Giants mit 17:21 verlor.

2012[Bearbeiten]

Die Saison 2012 spielte Brady wieder gut (4.827 Yards Raumgewinn, 34 Touchdowns, acht Interceptions, Pro Bowl) und führte New England mit zwölf Siegen in die Play-offs. In den Divisional Play-offs feierte Brady mit den Patriots einen 41:28-Sieg gegen die Houston Texans, wodurch er mit 17 Play-off-Siegen den Rekord von Joe Montana brach.

2013[Bearbeiten]

Die Saison 2013 war für Brady mit großen Umstellungen verbunden, da sein langjähriger Wide Receiver Wes Welker (wechselte zu den Denver Broncos), die beiden Tight Ends Rob Gronkowski (Armbruch, dann Kreuzbandriss) sowie Aaron Hernandez (Mordanklage) und Right Tackle Sebastian Vollmer (Beinbruch) früh für die gesamte Saison ausfielen. Brady verfehlte knapp den NFL-Rekord für aufeinanderfolgende Spiele mit mindestens einem Touchdown (54), da er im Spiel gegen die Cincinnati Bengals nach 52 solcher Spiele in Folge leer ausging. Trotzdem erzielte Brady 4.343 Yards Raumgewinn bei 25 Touchdowns (elf Interceptions) und wurde wieder in den Pro Bowl gewählt. Mit 12:4 Siegen kamen die Patriots wieder in die Play-offs, wo Brady nach dem 43:22-Sieg gegen die Indianapolis Colts auf insgesamt 6.147 erworfene Yards Raumgewinn in den Play-offs kam und somit der erste Quarterback der NFL-Geschichte mit mehr als 6.000 Yards Raumgewinn in der Postseason wurde.

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Brady wird aufgrund seiner guten Leistungen in der Regular Season und den Play-offs und vor allem aufgrund seiner vielen Fourth Quarter Comebacks als einer der besten Quarterbacks der Liga angesehen.[6]

Er wurde neun Mal in den Pro Bowl und dreimal zum All-Pro gewählt, wurde einmal Sportler des Jahres der Sports Illustrated, einmal der Sportler des Jahres von Associated Press und zweimal Sportler des Jahres der Sporting News. Weiterhin wurde er 2007 und 2010 zum wertvollsten Spieler der Liga (MVP) gewählt. Brady hielt mit 50 Touchdownpässen in der Spielzeit 2007 den Saisonrekord vor Peyton Manning, bis Manning sich diesen Rekord 2013 mit 55 Touchdowns zurückholte. Brady ist mit 18 Play-off-Siegen der siegreichste Postseason-Quarterback der NFL-Historie sowie der erste NFL-Quarterback, der mehr als 6.000 Yards in Play-off-Spielen erwarf.[5]

Privates[Bearbeiten]

Seit dem 26. Februar 2009 ist Brady mit dem brasilianischen Model Gisele Bündchen verheiratet. Ihr gemeinsamer Sohn kam am 8. Dezember 2009 zur Welt. Zudem wurde Tom Brady am 5. Dezember 2012 nochmals Vater, seine Frau brachte eine Tochter zur Welt mit dem Namen Vivian Lake. Er hat außerdem einen Sohn mit der Schauspielerin Bridget Moynahan. Brady ist zudem der Schwager von Baseballspieler Kevin Youkilis, der 2012 Bradys Schwester Julie heiratete.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CBS.com Erst 27 und schon sicherer Hall-of-Fame-Einstieg (englisch). Zugriff am 12. Juli 2008.
  2. a b "UMich.edu University of Michigan Statistiken (englisch). Zugriff am 13. Juli 2008.
  3. Michael Holley: Patriot Reign. Harper Paperbacks, 2005, ISBN 0-06-075795-7, S. 162–163.
  4. a b NFL.com Tom Brady auf NFL.com (englisch) Zugriff am 13. Juli 2008.
  5. a b Patriots.com Offizielle Biographie Bradys auf Patriots.com (englisch). Zugriff am 12. Juli 2008.
  6. ESPN.com Der beste Quarterback (englisch). Zugriff am 12. Juli 2008.
  7. Kevin Youkilis demonstrates his new stance on "Yankees Access", NESN.com

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tom Brady – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien